Mission: Impossible Pegasus

Die luxuriösen Yachten, die im smaragdgrünen Wasser vor Anker lagen, schimmerten wie Perlen in der Morgensonne, als eine brünette Gazelle mit federnden Schritten zielstrebig das Schiff am Ende des Montenegro-Piers ansteuerte.

Kay Prescott bot in ihrer gelben Bluse und den rot-weiß-gestreiften Capri-Jeans einen herrlichen Anblick, und während sie auf ihren schier endlos langen Beinen an den schwimmenden Schmuckstücken vorüberging, wobei ihre Mähne und ihre Brüste munter auf und ab wippten, hörte sie unzählige freche Pfiffe und auffordernde Rufe, die sie jedes Mal mit einem strahlenden Lächeln beantwortete.

Vor dem Bug der schnittigen ’Golden Dolphin’ blieb sie stehen und blickte nach oben, wo ein strohblonder Seemann mit blankem Oberkörper lässig an die Reling lehnte und seine ölverschmierten Hände an einem schmutzigen Lumpen abwischte.

„Ahoi, Seemann“, grüßte sie ihn, „ich hörte, dass an Bord noch eine Einzelkabine für die Fahrt nach Hawaii zu haben ist.“

Bei den Stichworten ’Einzelkabine’ und ’Hawaii’ wurde der Mann aufmerksam. Er winkte Kay an Bord. „Sie haben Recht, Lady. Möchten Sie die Kabine sehen? Sie befindet sich auf dem Unterdeck.“

Er wies ihr den Weg zur Treppe, folgte ihr aber nicht.

Kay stieg nach unten. Mit einem Schlüssel, den sie tags zuvor zusammen mit einer Nachricht in ihrem Postfach vorgefunden hatte, öffnete sie eine Tür und betrat den kühlen, schattigen Raum. Unter dem Kopfkissen des Bettes lagen ein schwarzes Handy und Earphones. Sie steckte sich die Lautsprecher in die Ohren, aktivierte das Gerät und tippte einen 12-stelligen Ziffern-Code ein.

Das IMF-Signet erschien auf dem kleinen Bildschirm.

„Guten Morgen, Miss Prescott“, erklang die ruhige, vertraute Stimme ihres Verbindungsoffiziers, dem sie noch nie persönlich begegnet war. „Vor einigen Jahren entwickelte der bekannte Biochemiker Rupert Carson im Auftrag des Verteidigungsministeriums eine leistungssteigernde Substanz mit der Bezeichnung NEWT 23.“ Auf dem Display tauchte das Foto eines mageren, krank aussehenden Mannes mit Stirnglatze auf. „Anstatt die Substanz seinen Auftraggebern zur Verfügung zu stellen, verkaufte Carson sie an Vincenzo Falcone, dem Chef des Westküsten-Syndikats“, fuhr die sachliche Stimme fort, während das Bild eines fülligen Brillenträgers mit dunklen, nach hinten gekämmten Haaren auftauchte. „Falcone will die Substanz unter dem Namen PEGASUS als neues Doping-Präparat bei Pferderennen einsetzen und damit die Macht des Syndikats stärken. Um sich von der Wirksamkeit der Substanz zu überzeugen, soll PEGASUS in fünf Tagen beim Independent Race von Dalton Springs getestet werden. Ihr Auftrag, sollten Sie sich dazu entschließen, ihn anzunehmen, besteht darin, Carsons und Falcones Pläne zu vereiteln und zu verhindern, dass PEGASUS auf den Markt gebracht wird. Wie immer gilt: Sollten Sie oder jemand aus Ihrem Team während dieser Mission gefangenen genommen oder getötet werden, wird der Minister jegliche Kenntnis von Ihrem Auftrag leugnen. Diese Aufnahme wird sich in fünf Sekunden selbsttätig vernichten. Viel Glück, Kay.“

Das Briefing war beendet. Kay ließ das Handy in den Metalleimer neben dem Bett fallen, wo es Funken sprühend in Flammen aufging.

Als sie die Stufen wieder nach oben stieg, lehnte der Seemann lässig im Türrahmen und versperrte ihr den Weg, während er sie mit seinen Blicken förmlich verschlang. „Sie sind Kay, nicht wahr? Ich habe schon einiges über Sie gehört und hatte immer gehofft, Sie mal persönlich kennen zu lernen.“

„Oh je“, dachte Kay, die sich nur zu gut vorstellen konnte, worauf der Kerl anspielte. Gleichzeitig verstieß er gerade gegen sämtliche Regeln, da es ihm als Kontaktperson strengstens untersagt war, mehr als die abgesprochenen Worte an sie zu richten. Entweder war er Mann neu im Geschäft, oder es kümmerte ihn nicht. Wenn es etwas gab, was Kay nicht ausstehen konnte, dann waren es Amateure.

„Na prima“, meinte sie, „nun haben Sie mich ja kennen gelernt. Darf ich jetzt bitte gehen?“

Der Mann bewegte sich keinen Millimeter. Stattdessen schlich sich ein anzügliches Grinsen in sein markantes Gesicht. „Seltsam“, sagte er, „dass Sie sich so zieren können, hat mir niemand gesagt.“

„Ach! Und was genau hat man Ihnen erzählt?“ fragte sie und sah ihm dabei geradewegs in die Augen. Er hielt ihrem Blick stand.

„Als ob Du das nicht genau wüsstest, Du verficktes kleines Luder…“, sagte er lächelnd, aber seltsamerweise klang es nicht wie eine Beleidigung, sondern mehr wie ein Kompliment. Und er sah wirklich gut aus…

„Sie sollten nicht alles glauben, was Sie hören“, riet sie ihm und überlegte, ob sie versuchen sollte, sich seitlich an ihm vorbei zu zwängen. Dann bemerkte sie, dass er durch den dünnen Stoff seiner Hosentasche hindurch seinen Schwanz massierte… und wurde augenblicklich feucht.

Für die meisten Frauen wäre diese Situation überaus peinlich geworden, aber Kay passierten solche Dinge ständig.

Nun war es so, dass Kays Erregbarkeit auf einer Geilheits-Richterskala, wobei Eins dem Niveau eines einbetonierten Gefrierschranks am Nordpol entsprach und Sechs normalerweise nur bei frisch verliebten Teenagern und leicht betrunkenen Eheleuten beim außerehelichen One-Night-Stand gemessen wurde, irgendwo zwischen 10 und 12 tendierte! Manchmal reichten schon ein unzüchtiges Wort, ein schweinischer Witz, eine erotische Werbung, der Anblick eines obszön geformten Gemüses oder, wie in diesem Fall, eine rotzfreche Anmache, um sie gewaltig auf Touren zu bringen, und wenn sie erst einmal richtig heiß war wie eine rollige Katze, konnte sie nicht genug bekommen…

Kay wusste, dass irgendetwas nicht mit ihr stimmte, seit sie das erste Mal Sex gehabt hatte… und zwar mit der gesamten Football-Mannschaft des Lexington College während einer ausgelassenen Strandfete.

Obwohl sie noch viel zu jung für ein College war, wirkte Kay dank ihrer Größe, den langen, schlanken Beinen und den runden, festen Möpsen schon lange nicht mehr wie ein unschuldiges Schulmädchen. Sie war zwar eher zufällig in die Party gestolpert, doch als sie den ersten Southern Comfort intus hatte und mit dem Quarterback eine wilde Knutscherei anfing (was natürlich nicht unbemerkt blieb und dazu führte, dass ihn seine Cheerleader-Tussi am nächsten Morgen mit einem mächtigen Tritt in den Arsch vor die Tür setzte), gab es kein Halten mehr, und kurze Zeit verlor Kay hinter der nächstgelegenen Düne zuerst ihre orale und danach ihre vaginale Jungfräulichkeit (abgesehen davon, dass sie es sich schon unzählige Male davor mit Bananen, Zucchini und anderen geeigneten Gegenständen selbst besorgt und dabei jenes winzige Stückchen Haut durchlöchert hatte, um das immer so viel Aufhebens gemacht wird). Es machte ihr nicht das Geringste aus, das Sperma des Kerls zu schlucken, vielmehr empfand sie es als anregend, ja sogar als ausgesprochen stimulierend, und sie hatte das Gefühl, dass die salzige Flüssigkeit direkt durch ihre Kehle zwischen ihre Beine floss, so nass wurde sie.

Als der Junge sie eine halbe Stunde und einen gemeinsamen Joint später fragte, ob sie mit ihm richtig ficken wolle, sagte sie einfach nur ja und ließ alles mit sich geschehen. Sie war mittlerweile so gut geschmiert, dass sein Penis mühelos in sie eindrang. Immer heftiger stoßend, schaffte der Junge es fünf Minuten lang, seinen Erguss zurückzuhalten, bevor er grunzend in ihr abspritzte. Und Kay erlebte einen wunderbaren Höhepunkt.

Anders, als sie es von so vielen ihrer älteren Freundinnen gehört hatte, musste Kay dieses einschneidende Erlebnis jedoch nicht erst langsam verarbeiten. Statt dessen schnappte sie sich im Laufe der Nacht einen Mann nach dem anderen aus dem Team (einschließlich des Trainers und der Ersatzspieler) und torkelte im Morgengrauen mit feucht glänzenden Oberschenkeln, verwischtem Lippenstift, zerzausten Haaren und ramponierten Klamotten nach Hause, schlich sich heimlich in ihr Zimmer, warf sich erschöpft ins Bett und schlief mit einem glückseligen Lächeln ein.

Und das war erst der Anfang gewesen…

Auf den Geschmack gekommen, war sie bald in der ganzen Schule als die willigste Fickmaus bekannt, die man sich nur vorstellen konnte. In den Pausen stand sie nur selten mit ihren Freundinnen zusammen. Lieber ließ sie sich von einer Gruppe grölender Jungs in die nächstbeste Toilettenkabine zerren, um ihnen auf die Schnelle einen zu blasen.

Nach der Schule warteten meistens noch mehr Jungs auf sie, um mit ihr an ein abgelegenes Plätzchen zu fahren und sie zu rammeln, wenn möglich mehrmals hintereinander. Wie vielen dieser Jungs sie dabei zum ersten echten Sex verholfen hatte, konnte sie unmöglich sagen, aber wenige waren es bestimmt nicht.

Die Drogeriemärkte und Apotheken in der näheren Umgebung verzeichneten damals einen rasanten Anstieg bei den Verkaufszahlen von Kondomen, und vereinzelt kam es sogar zu Versorgungs-Engpässen (was sich schlagartig änderte, als Kay über Umwege endlich an die Pille rankam).

Kays Eltern bekamen von all dem nichts mit. Da niemand auf die Freude verzichten wollte, Kay zu ficken oder von ihr gefickt zu werden (und nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen Affären mit der Lehrerschaft und den Mitgliedern des Schulrats) herrschte überall eisernes Schweigen.

Sie ließ wirklich jeden an sich ran, egal, welcher Herkunft, Religion, Größe und Hautfarbe, und wenn die schüchternen Streber zu feige waren, sie anzusprechen, ergriff sie selbst die Initiative. (Mit der Zeit entwickelte sie sogar eine regelrechte Vorliebe für die unscheinbaren bebrillten Loser, die sich wesentlich schwerer taten, an ein Mädchen ranzukommen, als die muskelbepackten, vor Selbstvertrauen strotzenden Sportskanonen. Zum einen taten ihr die Underdogs irgendwie leid, zum anderen erwiesen sie sich fast immer als famose Liebhaber, die ihre körperlichen Defizite durch ein Übermaß an Fantasie mühelos wieder wettmachten und es sehr zu schätzen wussten, eine megascharfe Braut wie Kay pimpern zu dürfen.)

Eines Abends hatten sich die Jungs untereinander abgesprochen und eine Dose Vaseline im Gepäck. „Heute probieren wir mal was Neues an Dir aus!“, sagte der Anführer der Gang. Kay musste den Rock und das Höschen ausziehen und sich mit leicht gespreizten Beinen über die Kühlerhaube eines Wagens beugen, während starke Arme sie festhielten und ein Finger die Vaseline großzügig um ihren engen Schließmuskel und in ihrem Darm verteilte. Die übrigen Jungs standen mit vor Erregung roten Gesichtern um sie herum, kicherten nervös und konnten kaum abwarten, bis es endlich losging. Dann hörte Kay das typische Geräusch eines Reißverschlusses und spürte den zunehmenden Druck einer angeschwollenen Eichel zwischen ihren Pobacken. Zwei Hände umfassten ihre Hüften, und dann zwängte sich ein Schwanz rücksichtslos in ihren Anus. Kay quiekte vor Schmerzen, als ihr After gewaltsam gedehnt wurde und ein mördergroßes Teil darin eindrang.

„Oh Mann, ist das gut…“, stöhnte der Junge hinter ihr und schoss bereits nach wenigen Stößen zuckend in ihr ab. Schnaufend blieb er in ihr, bis sein Glied soweit geschrumpft war, dass es von alleine rausflutschte und einen dünnen Spermafaden nach sich zog.

„Hammermäßig!“, war sein einziger Kommentar, als er mit seinem Kumpel abklatschte, der als nächster an Kays gerötetes Hinterteil ran durfte. Und so ging es scheinbar endlos weiter. Der Fünfte bescherte ihr (gewollt oder ungewollt) einen analen Orgasmus, danach hörte Kay auf zu zählen.

Als sich schließlich alle an ihr vergangen hatten, war die Vaseline-Dose fast leer… und Kay eine Drei-Loch-Schlampe.

Seitdem wurde Kay zu jeder Party eingeladen, und sie schlug nie eine Einladung aus, obwohl sie wusste, was auf sie zukam (und was von ihr erwartet wurde). Schon am Eingang drückten ihr die Gastgeber ein Glas Whisky-Cola oder Wodka-Orange oder irgendeinen einen anderen Lockermacher in die Hand, um sie in Stimmung zu bringen. Meistens reichte das halbe Glas, und wenn die Fete zu Ende war, lag Kay fix und fertig zusammengekauert in irgendeiner Ecke und hatte den Saft von gut zwei Dutzend Jungs oder mehr in sämtlichen Körperöffnungen.

Sie ließ sich auch in einem separaten Raum an ein Bett oder Sofa fesseln und die Augen verbinden, so dass sich die Gästen einfach an ihr bedienen konnten, wann immer ihnen danach war. Kay mochte es, auf diese Art benutzt zu werden und nicht zu wissen, wer sie wie oft penetrierte. Bei solchen Anlässen schluckte sie bisweilen so viel Sperma, dass sie nicht mal Hunger bekam.

Eine dieser Feiern artete zu einer regelrechten Orgie aus, und als ein ziemlich hübsches und ziemlich betrunkenes Mädchen ihr völlig überraschend einen lang anhaltenden Zungenkuss verabreichte, war es um Kay geschehen! In dieser Nacht kostete sie alle Spielarten der lesbischen Liebe aus und fand es wunderbar! Sie lernte, wie die Sekrete einer Frau schmeckten und wie es ich anfühlte, mit der Zunge tief in deren frisch penetrierten und daher noch weit geöffneten schmierigen After einzudringen und bislang unbekannte Regionen zu erforschen. Dass sie und ihre Gespielin dabei mindestens von fünfzehn wichsenden Jungs sowie einigen masturbierenden Mädchen beobachtet wurden, denen sie in den frühen Morgenstunden noch auf vielfältigste Weise zu Diensten sein musste, störte Kay nicht im Geringsten.

Für eine der berüchtigten Zusammenkünfte in der stillgelegten Fabrik am Ortsrand hatte sich die Gang etwas ganz Besonderes einfallen lassen und eine brusthohe Holzkiste mit einer gepolsterten Aussparung und zwei seitlichen Haltegriffen gezimmert. Bevor Kay begriff, was die Jungs mir ihr vorhatten, wurde sie gefesselt und so in die Kiste gestopft, dass sie vom Kinn bis zur Nase das Loch ausfüllte. Sehen konnte sie nichts, aber wie immer ließ sie alles mit sich geschehen.

„Okay Leute, es ist soweit!“, rief einer der Jungs. „Ihr könnt antreten! Nur 2 Doller für einen Mundfick! Und sie wird alles schlucken! Garantiert!“

An diesem Abend standen die männlichen Partygäste regelrecht Schlange. Jeder ließ die Hosen runter und schob seinen Schwanz, ob gewaschen oder nicht, heftig in Kays feuchtem Mund hin und her, während er sich an den Haltegriffen festhielt. Und als ob das nicht genug wäre, trommelte die Gang auch noch sämtliche Bekannten zusammen, die nicht zu der Party eingeladen waren, und hielt schließlich sogar eine Gruppe fremder Motorrad-Fahrer an, die zufällig des Weges kam.

Kay fühlte ihre Kiefer kaum noch, während ein Penis nach dem anderen zwischen ihre Wangen eindrang und ihr das warme, schleimige Sperma in kleinen Portionen die Kehle hinunter rann. Ein paar Betrunkene strullerten zuerst und fickten anschließend Kays Schnute, ohne sich die Mühe zu machen, ihre Pimmel vorher ordentlich sauber zu schütteln.

Wie viel Geld die Gang in dieser Nacht eingenommen hatte, erfuhr Kay nie. Sie selber sah davon jedenfalls keinen Cent, aber zwei Tage nach der Party hatte der Anführer der Gang einen nagelneuen Sony-Ghettoblaster…

Trotzdem dachte sie immer wieder gerne an die Nacht in der Kiste zurück.

Die Schulzeit verging, und sobald sie alt genug war und sich einen Wagen leisten konnte, zog Kay in eine andere Stadt, um dort ihr Glück zu versuchen und ein neues Leben zu beginnen. An ihrer extrem leichten Erregbarkeit änderte sich dadurch jedoch nichts, und in den folgenden Jahren wechselte sie ihre Liebhaber und Liebhaberinnen beinahe öfter als ihre Unterwäsche. Ein paar Mal, wenn sie bis über beide Ohren verliebt war, versuchte Kay es ernsthaft mit einer festen Beziehung, doch niemand schaffte es, ihren sexuellen Hunger zu stillen, und sie selbst konnte weder monogam bleiben noch ihre zahlreichen Seitensprünge verbergen.

Natürlich war es nicht leicht, sich unter diesen Umständen einen guten Ruf zu erwerben und zu bewahren (außer den, eine Supergranate im Bett zu sein), und Kay unternahm alles, um ihre Libido endlich in den Griff zu bekommen. Sie trieb sehr viel Ausdauersport (wodurch ihre ohnehin schon atemberaubende Figur noch atemberaubender wurde) und übte sich in der hohen Kunst des Yoga und der Meditation, was allerdings dadurch erschwert wurde, dass sie mit jedem ihrer Meister schon nach kurzer Zeit auf der Trainingsmatratze landete und anstelle des Sonnengebetes die Position des ’Lüsternen Affen’ übte. Nach dem dritten Mal beschloss Kay, sich nur noch von Frauen unterrichten zu lassen, was aber auch nicht half…

Jeder Versuch, ein einigermaßen normales Leben zu führen, scheiterte an Kays sexuellem Appetit und ihrer erotischer Anziehungskraft, die einem Schwarzen Loch gleichkam, dem sich kaum jemand entziehen konnte. Wenn sie einen neuen Job annahm, dauerte es meist nur wenige Tage, bis sie das gesamte Personal vernascht hatte, von der Putzkolonne bis zum Generaldirektor. Dabei wollte sie das im Grunde überhaupt nicht – sie konnte sich nur einfach nicht beherrschen, und da sie noch dazu wie der Inbegriff eines feuchten Traums aussah, ergaben sich die Dinge meist wie von selbst. Kein Wunder, dass so manche betriebliche Weihnachtsfeier völlig aus den Fugen geriet und dem Fest der Liebe eine völlig neue Bedeutung verlieh…

Irgendwann stand Kay vor der Wahl, ein Star in der Rotlicht-Branche zu werden oder sich eine sinnvolle Arbeit zu suchen, bei der sie nicht ständig in Versuchung geriet. Sie las eine interessante Stellenanzeige und bewarb sich bei einem Sektionsbüro der Central Intelligence Agency, und nach einer Reihe von bestandenen Tests erhielt sie eine Stelle in der Verwaltungsabteilung.

Kay freute sich schon auf die eintönige Beschäftigung in irgendeinem verstaubten Archiv, wo sie den ganzen Tag nur umgeben wäre von Akten und Computern (hmmm… herrlich, was man mit einer Mouse alles anstellen konnte, wenn man wusste, wie…) und nicht von Männern und Frauen, die sie zwangsläufig wieder auf dumme Gedanken bringen würden.

Da sie sich in den Tests jedoch als unerwartet intelligent und in vielerlei Hinsicht überaus flexibel erwiesen hatte (nicht nur, was ihre Kondition und Gelenkigkeit betraf), wurde Kay bereits nach wenigen Wochen wieder aus ihrer selbst gewählten Isolation gerissen und einer Sondereinheit zugeteilt.

Sie erhielt über mehrere Monate ein extrem hartes körperliches und mentales Training, mit dem es ihr endlich gelang, ihre Geilheit in einigermaßen vernünftige Bahnen zu lenken und nach Bedarf gezielt einzusetzen. Bei der Abschlussprüfung ließ sie alle anderen Kandidaten weit hinter sich und beendete ihre Ausbildung mit Auszeichnung.

So wurde Kay zu einer Top-Agentin der IMF, der Impossible Mission Force – jener Spezialeinheit, die immer dann zum Einsatz kam, wenn alle andere Methoden versagten.

Sie bezog ein schickes Penthouse-Appartement in bester Lage und erhielt jeden Monat ein unverschämt hohes Gehalt, Spesen extra. Im Gegenzug übernahm sie in den folgenden Jahren eine Reihe höchst brisanter Aufträge, die sie bis in die entlegensten Winkel der Erde führten und nicht selten in Lebensgefahr brachten. Kay liebte ihren Job!

Manche dieser Aufträge erforderten ihre ganz speziellen Talente. Zweifellos war sie mehr als alle anderen Agentinnen dazu prädestiniert, jemanden zu umgarnen, zu verführen und, wenn es ein musste, gnadenlos um den Verstand zu ficken. Sie war sozusagen die ultimative Sexwaffe, eine Cruise Missile auf zwei betörend langen Beinen, und sie erhielt ausreichend Gelegenheit, diese Fähigkeiten einzusetzen. Gleichzeitig versuchte sie, mehr über diese Gabe herauszufinden, um sie besser kontrollieren zu können.

Ein weiser, grauhaariger Arzt der medizinischen Abteilung der CIA erklärte es ihr nach einer routinemäßigen Untersuchung, während sie mit gespreizten Beinen auf dem gynäkologischen Stuhl saß.

„Sehen Sie, meine Liebe“, dozierte er mit gelehrter Stimme, „wo andere Frauen zwischen ihren Schenkeln einen Zweitakter-Motor haben, der ab und zu mal angeworfen wird, tuckert bei Ihnen ständig eine frisierte V8-Maschine im Leerlauf und wartet nur darauf, dass Sie ordentlich Gas geben. Und diese Maschine beeinflusst Ihr gesamtes Denken und Handeln und sorgt für Ihren permanenten unterschwelligen Erregungszustand… Außerdem fördert sie den unerhört hohen Ausstoß an Pheromonen, jenen Sexual-Lockdüften, auf die in Ihrem Fall jedoch nicht nur Männer zu reagieren scheinen… Übrigens war die berühmte Mata Hari vermutlich mit ähnlichen Vorzügen ausgestattet…“ Er stand auf und löste den Gürtel seiner Hose. „Aber genug geredet. Sie gestatten?“

„Nur zu“, sagte Kay, und dann leckte ihr der Arzt genüsslich und ausdauernd die Muschi und die Rosette und schob ihr seinen durchaus nicht kleinen Schwanz in die tropfnasse Pflaume.

„Sie verstehen, dass dies alles nur der Beweisführung meiner Theorie dient“, keuchte er, nachdem er gekommen war.

„Selbstverständlich“, stöhnte Kay höchst befriedigt zurück. Kein Zweifel, der Mann war ein Experte auf vielen Gebieten.

Als sie sich wieder anzogen und der Arzt seine Krawatte zurechtrückte, bedankte er sich bei Kay für ihre Unterstützung im Dienste der Wissenschaft. „Allerdings würde ich es begrüßen, wenn wir dieses Experiment bei Gelegenheit wiederholen könnten… vielleicht mit Hilfe einiger Kollegen aus dem Haus…, ginge das?“

„Ich hätte morgen Zeit“, antwortete Kay. „Wie wär’s?“

Auf diese Weise stand sie den Ärzten noch viele Male als Forschungsobjekt zur Verfügung. Sie konnte sich allerdings nicht erinnern, dafür jemals ein Dankesschreiben der Akademie der Wissenschaften erhalten zu haben.

Trotzdem verstand sie danach einiges besser und konnte sich leichter erklären, weshalb sie immer in derartige Situationen stolperte wie gerade jetzt auf diesem Schiff mit diesem unverschämten und unverschämt gut aussehenden Matrosen…

„Der Skipper kommt erst heute Abend zurück…“, sagte der Seemann und wies schelmisch grinsend auf sein ungemachtes Bett, während er weiterhin ungeniert seinen Schwanz rieb. „Hättest Du nicht Lust, einem armen Matrosen bis dahin eine kleine Freude zu machen?“

Es stimmte, was der Arzt über sie gesagt hatte, und der Motoren-Vergleich traf durchaus zu, denn Kay konnte deutlich spüren, wie sie beim Anblick des schlanken, nach Schweiß und Maschinenöl duftenden Kerls unruhig wurde. Inzwischen wusste sie zwar, wie sie ihre Erregung im Zaum halten konnte, aber wenn sich eine so günstige Gelegenheit bot…

Na schön, aber nur diesen einen Typen, ermahnte sie sich selbst, obwohl ihr klar war, dass sie diesem Vorsatz niemals treu bleiben würde.

„Ach, warum eigentlich nicht?“, sagte Kay fröhlich, knöpfte ihre Bluse auf und schlüpfte aus der Jeans. Zuerst konnte der Kerl nicht glauben, dass sie tatsächlich so leicht zu haben war, doch als sie ihr Höschen ausziehen wollte, griff er nach ihren Händen.

„Warte“, sagte er mit vor Erregung heiserer Stimme, „lass mich das machen.“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, schubste er sie rückwärts aufs Bett, hakte seine Daumen in den Bund des Höschens und zog es ihr in einer fließenden Bewegung über die Beine. Kay spreizte sich und präsentierte dem Kerl die glatt rasierte, feucht schimmernde Spalte in all ihrer Pracht.

„Bedien Dich, mein Großer!“, forderte sie den Seemann auf, und der ließ sich nicht zweimal bitten. Wie ein Verdurstender fiel er über sie her, umschlang mit beiden Armen ihre Schenkel und drang mit seiner Zunge ungestüm in ihre rosa glänzende Muschi ein, um begierig ihre Säfte zu nuckeln. Kay zuckte vor Wonne, als ihre Klitoris heftig gerieben wurde, und ließ sich schon nach wenigen Sekunden von einem heftigen Orgasmus überrollen, der ihre Drüsen erst so richtig in Schwung brachte. Dem Matrosen schien das nicht zu genügen, er wollte gar nicht mehr aufhören, ihre herrlich appetitliche Möse zu lecken, und verschaffte ihr auf diese Weise zwei weitere Höhepunkte. Dann konnte er sich nicht mehr zurückhalten, zog hastig seine Hose und Unterhose aus (die Socken behielt er an) und warf sich ungestüm auf sie, um ihren Mund leidenschaftlich zu küssen. Sein Lümmel besaß zwar nur durchschnittliche Ausmaße, doch er wusste vortrefflich damit umzugehen, und seine Ausdauer war beachtenswert. Er rammelte Kay von einem Ende des Bettes zum anderen, bis er schwer atmend und entkräftet auf ihr lag.

„Wusst’ ich’s doch…“, schnaufte er, aber weiter kam er nicht, und als Kay sich unter ihm herauszwängte, schlief er bereits tief und fest.

Der Seemann hatte seinen Spaß gehabt, aber jetzt, da Kays Unterleib auf maximale Betriebstemperatur aufgeheizt war, brauchte sie dringend Nachschub, sonst würde sie keine Ruhe finden. Sie erinnerte sich an die vielen kecken Pfiffe und Rufe, die sie auf dem Hinweg begleitet hatten – also nichts wie ran!

Sie trat auf das Hauptdeck und blinzelte in die Sonne, bis ihre Augen sich an das helle Tageslicht gewöhnt hatten. Eine Yacht war schöner als die andere, und sie konnte sich zunächst nicht entscheiden, wo sie anfangen sollte, doch als sie einige Stunden später wieder in ihrem Wagen saß, hatte sie sich über den gesamten Pier gevögelt.

Als sie den Kapitän der prachtvollen ‘Excelsior’ höflich um Erlaubnis bat, an Bord kommen zu dürfen, reichte er ihr galant die Hand. Er war ein sehr gepflegter älterer Herr mit graumelierten Haaren und einem akkurat gestutzten Clark-Gable-Bärtchen, makellos in einen dunkelblauen Marineblazer gekleidet, dazu helle Hosen und bequeme Lederslipper.

„Und was verschafft mir die Ehre, eine so bezaubernde junge Dame auf der ‘Excelsior’ begrüßen zu dürfen?“, erkundigte er sich.

Errötend blickte Kay zu Boden und trat verlegen von einem Fuß auf den anderen (ein Trick, der immer funktionierte). „Das hört sich jetzt bestimmt seltsam an“, antwortete sie mit schüchterner Klein-Mädchen-Stimme, „aber ich fand Schiffe schon immer faszinierend und wollte so gerne mal eine echte Seemannsbraut sein… und als ich diese tolle Yacht sah, na ja, da dachte ich…“

„So so“, unterbrach sie der Kapitän amüsiert und strich sich schmunzelnd mit einer eleganten Handbewegung über sein Bärtchen. Er hatte Kays Spielchen schon durchschaut und sie genau verstanden. „Sie bewundern also uns wackere Seefahrer und möchten dieser Bewunderung gerne Ausdruck verleihen, indem sie sich mir und meiner kleinen Crew bereitwillig zur Befriedigung bestimmter körperlicher Bedürfnisse zur Verfügung stellen. Habe ich Sie dahingehend richtig verstanden?“

Kay nickte eifrig. Sie fand es sehr erotisch, wenn sich jemand so gewählt ausdrücken konnte.

„Nun dann, mein Kind, wollen wir doch mal sehen, was wir für Sie tun können.“ Mit diesen Worten bot er ihr gentlemanlike den Arm und geleitete sie die breite Treppe nach unten in den geschmackvoll eingerichteten Salon. „Selbstverständlich würde es unserer Seemannsehre zuwiderlaufen, einem so wunderschönen Mädchen einen Wunsch abzuschlagen, so ungewöhnlich er auch sein mag. Ich hoffe nur, Sie haben sich nicht zu viel vorgenommen…“

Er zog eine kleine silberne Trillerpfeife aus der Brusttasche seines Blazers und blies kräftig hinein. Der Pfiff war laut und schrill und garantiert überall an Bord zu hören. „Alle Mann antreten!“, rief er mit befehlsgewohnter Stimme, und gleich darauf strömten 12 groß gewachsene, gut gebaute Schwarze in schmucken weißen Uniformen im Laufschritt in den Salon und stellten sich in Reih und Glied auf.

Kay wurde blass… während sie innerlich frohlockte! Das war ja wie Weihnachten!

„Männer!“, bellte der Kapitän, „heute wurde uns ein ganz besonderes Geschenk in Gestalt dieses liebreizenden Engels zuteil.“ Dabei wies er auf Kay. „Ohne Zweifel wird Sie nun jedem von Ihnen ein Höchstmaß an Freude bereiten. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich wie Offiziere verhalten und ihr den gebotenen Respekt und die nötige Achtung erweisen.“

„Tja, meine Liebe“, wandte er sich wieder an Kay, „da Sie uns ein so überaus freundliches Angebot unterbreitet haben, nehmen wir es gerne an. In Anbetracht der gewaltigen Aufgabe, die vor Ihnen liegt, ziehe ich es vor, Sie mit meinen Männern allein zu lassen. Um jedoch Ihre Großzügigkeit nicht schändlich auszunutzen und weder Sie noch meine Crew über Gebühr zu strapazieren, ordne ich hiermit einen einfachen, klassischen Fellatio an. Das dürfte beiden Seiten voll und ganz genügen, denke ich.“ Dann fügte er noch rasch hinzu: „Oh – und bitte achten Sie darauf, dass die Teppiche nichts abbekommen – die Reinigung kostet jedes Mal ein Vermögen.“

Damit verabschiedete sich der Kapitän und verschwand in einem schwach beleuchteten Flur. Kay indes waren aufgrund ihrer Ausbildung die kleinen Kameras an den Wänden und der Decke nicht entgangen. Ohne Zweifel wurde alles, was in diesem Raum geschah, bis ins kleinste Detail aufgezeichnet.

Die zwölf Matrosen standen noch immer in Hab-Acht-Stellung vor ihr, jetzt allerdings mit deutlichen Beulen in der Hose.

„Lasst uns anfangen!“, rief Kay und klatschte begeistert in die Hände. Dann kniete sie sich hin und sah die Männer erwartungsvoll an. „Also los, wer möchte als Erster?“

Wie sich herausstellte, herrschten auf der ‘Excelsior’ Zucht und Ordnung und eine strenge Disziplin, daher war es der Ranghöchste, der den Anfang machen und sich in ihrem Mund austoben durfte.

Als sie schließlich auch dem Koch zu seiner Erleichterung verholfen hatte, tauchte der Kapitän wieder auf. Sie wollte sich gerade bei ihm für seine Freundlichkeit und Diskretion bedanken, als er sie sanft am Arm fasste. „Aber, aber, meine Liebe, Sie wollen uns doch nicht schon wieder verlassen? Sagten Sie nicht, Sie würden der gesamten Crew zur Verfügung stehen?“

„Selbstverständlich…“, antwortete Kay, und natürlich hatte der Kapitän Recht, er selbst gehörte ja gewissermaßen auch zur Mannschaft und war bislang leer ausgegangen… oder etwa nicht? Sie musste wieder an die Kameras denken…

„Sehen Sie, ich wusste doch, dass ich Sie richtig verstanden hatte“, sagte er in väterlichem Tonfall und öffnete die Tür zu einer geräumigen Kabine, in der sich eine bildhübsche Asiatin zwischen den schwarzen Seidenlaken eines kreisrunden Bettes räkelte. „Meine Liebe, das ist Madame Li… eine Freundin, Sie verstehen? Wenn ich Sie nun bitten dürfte…“

Mehr musste er nicht sagen, denn schon schlüpfte Kay aus ihren Textilien und krabbelte auf allen Vieren über die wassergefüllte Matratze, wobei sie dem Kapitän von hinten einen famosen Blick auf ihre geschwollenen Schamlippen bot, bevor er sanft die Tür von außen schloss und sich wieder in den Regie-Raum begab, um das Schauspiel von dort aus zu genießen, während digitale Aufnahmegeräte sämtliche Bewegungen aus allen Perspektiven speicherten.

„Ich mag es, wie Dein Mund nach Sperma schmeckt“, schnurrte ihr die mandeläugige Schönheit ins Ohr, während sie sich mit Kay wollüstig zwischen den Laken wälzte. „Los, küss mich, Du Dreckstück…“

Auf dem nächsten Schiff fand Kay eine einsame Dame vor, deren Mann noch in der nächstgelegenen Stadt war, um Vorräte zu besorgen. Sie lud Kay freundlicherweise auf eine Tasse Kaffee ein und wollte sich nur ein wenig mit ihr unterhalten. Kay hingegen war nach allem zumute, nur nicht nach Small Talk. Eine Viertelstunde später ließ sie die Dame atemlos in der schattigen Kabine zurück, nachdem sie ihr mit der Zunge das erste und beste lesbische Vergnügen ihres Lebens beschert hatte.

Waren mehrere Männer an Bord, durften sie zwischen Kays Pussy und Schnute wählen, und für den Fall, dass einer von ihnen ihren Hintereingang bevorzugte, hatte sie immer eine kleine Tube Gleitcreme dabei. Zweimal wurde sie in die Sandwich-Position gezwungen, während ein weiterer Kerl sich an ihrem Mund zu schaffen machte.

Wenn sie ein Paar entdeckte, entschuldige sich Kay für den vermeintlichen Irrtum und ließ die Finger davon. Aus Erfahrung wusste sie, dass solche Experimente außerhalb eines Swinger-Clubs nur selten gut ausgingen. Aber es gab ja noch so viele andere Schiffe…

Auf dem letzten Boot traf sie auf drei ziemlich pickelige, biertrinkende und rülpsende Burschen, doch nicht einmal das konnte sie abschrecken. Sie starrten Kay mit glasigen Augen und offenen Mündern an, als sie schnurstracks an ihnen vorbei nach unten ging, sich auf halber Treppe umdrehte und ihnen ihr umwerfendes Lächeln zuwarf. „Nun kommt schon, Jungs. Ihr wollt es, ich will es… worauf warten wir noch?“

Wie Schlafwandler folgten die drei ihrem Lockruf.

„Wahnsinn“, keuchte einer der Burschen, „einfach nur Wahnsinn! Hey Leute, habt Ihr diese Titten gesehen? Und diesen Arsch? Passiert uns das gerade wirklich?“

„Keine Ahnung“, schnaufte sein Kumpel, der nicht ahnen konnte, dass sich in wenigen Minuten seine geheimste Fantasie erfüllen würde, wenn er seinen Schwanz in Kays Dienstboteneingang schieben durfte, „aber wenn das ein Traum ist, will ich nie mehr aufwachen.“

„Ihre Schnauze gehört mir“, sagte der Dritte, „nur damit das klar ist! Ich werd’s dieser Schlampe so richtig in die Schnauze besorgen…“

Am Abend lag Kay mit einem Glas Wein auf dem flauschigen Teppich, während hinter ihr ein gemütliches Feuer im offenen Kamin prasselte und knackte. Sie fühlte sich herrlich entspannt und hatte noch nicht gebadet, da sie gerne die Ausdünstungen ihres eigenen Körpers roch, nachdem er so heftig benutzt worden war.

Nach diesem ausschweifenden Nachmittag hatte sie sich endlich soweit beruhigt, dass sie konzentriert an die Arbeit gehen konnte. Außer dem flackernden Schein der brennenden Holzscheite und dem kühlen Leuchten des Laptop-Monitors war es dunkel im Raum. Kay nahm einen Schluck Wein und scrollte mit einer Hand durch die IMF-Datenbank, als das Telefon neben ihr leise summte. Sie erkannte den Anrufer sofort anhand der Anzeige im Display.

„Hi, Perry“, meldete sie sich vergnügt.

„Hi, Schätzchen“, kam es vom anderen Ende der Leitung zurück. „Wie geht’s Dir?“

„Ich war wieder böse“, gestand sie ihm gespielt reumütig.

„Ein paar Männer?“, fragte Perry neugierig.

„’Ne Menge Männer“, antwortete sie. Frauen waren für Perry nicht von Interesse.

„Hach, man könnte neidisch werden“, seufzte Perry. „Unartiges kleines Ding, Du!“ rügte er Kay.

„Stimmt“, pflichtete sie ihm lächelnd bei und trank noch einen Schluck. „Hast Du die Informationen, um die ich Dich gebeten habe?“

„Kay! Bitte!“ Sich zu vergewissern, ob er seine Hausaufgaben erledigt hatte, erschien Perry genauso töricht, beleidigend und überflüssig wie die Frage, wann er das letzte Mal in einer Möse gewesen war.

Perry war seit zwei Jahren Kays Partner, und gemeinsam hatten sie schon manch brenzlige Situation gemeistert. Kay liebte ihn wie einen Bruder und konnte sich keinen besseren Kollegen vorstellen. Abgesehen davon, dass Perry ein Computer-Genie und ein As in Technik und Wissenschaft war, über die besten Quellen verfügte und daher schneller als irgendwer sonst an erstklassige Informationen kam, sah er mit seiner blonden Mähne und dem durchtrainierten Körper aus wie ein römischer Gott. Was Kay aber am meisten an ihm schätze, war seine freundliche, zuverlässige Art sowie die Tatsache, dass er sich mehr für Schwänze als für Mösen begeistern konnte und daher einer der wenigen Männer war, die sie nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit besamen wollten.

„Dann schieß mal los“, forderte sie ihn auf.

„Bitte keine Anzüglichkeiten, Darling! Wir sind schließlich Profis!“

„Was hast Du für mich?“, drängte Kay.

„Schon gut, schon gut, nur keine Hektik“, sagte Perry. „Ich schicke Dir die Daten noch heute Abend zu, aber vorab das Wichtigste in Worten, also sperr Deine niedlichen Lauscher auf.“

„Bin ganz Ohr“, versicherte sie ihm.

„Rupert Carson erhielt vor fünf Jahren einen geheimen Auftrag des Verteidigungsministeriums. Er sollte eine neue Droge für die Armee entwickeln, ein Aufputschmittel, das die Angst verdrängt, das Schmerzempfinden reduziert und zugleich die Leistungsfähigkeit steigert.“

„Gab es so was nicht schon während des Vietnam-Krieges?“, wollte Kay wissen. Sie glaubte sich zu erinnern, etwas darüber gehört oder gelesen zu haben.

„Du hast absolut Recht, Zuckermäulchen“, bestätigte Perry, „und nicht nur während dieses Krieges, sondern auch in allen anderen Kriegen danach. Immer wieder suchte man im Pentagon nach einer Wunderwaffe, um aus unseren tapferen Mädels und Jungs unbesiegbare Kampfmaschinen zu machen. Hat aber nie funktioniert.“

„Warum nicht?“

„Man bekam die Nebenwirkungen einfach nicht in den Griff. Früher oder später griffen die Drogen das Gehirn an, verursachten Desorientierung, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Paranoia… kurzum: die Leute flippten aus und verloren den Verstand. Manchmal brachten sie sich gegenseitig um.“

„Fuck!“, entfuhr es Kay.

„Du sagst es, Schätzchen.“

„Und warum erhielt Carson trotzdem den Auftrag?“

„Weil er einen ganz neuen Ansatz ins Spiel brachte: Hormone.“

„Hormone?“, fragte Kay ungläubig. „Das Zeug, das verhindert, dass ich schwanger werde?“

„Ja, schon erstaunlich angesichts Deines Pensums…“, meinte Perry. „Aber Spaß beiseite: Man kann mit Hormonen alles Mögliche machen. In der Medizin werden sie für die verschiedensten Behandlungen eingesetzt. Oder denk mal an Geschlechtsumwandlungen. Und im Hochleistungs-Sport arbeitet man schon seit Jahren mit Hormonen als Doping-Mittel, was natürlich streng verboten ist.“

„Und PEGASUS zählt auch dazu?“, fragte Kay.

„Yeah. Carson hatte ein synthetisches Hormon entwickelt, das alle Anforderungen erfüllte, aber das Gehirn nicht beschädigte. Damals wusste aber niemand, dass Carson auf der Lohnliste von Vincenzo Falcone stand, der ebenfalls an dem Stoff interessiert ist. Carsons Tierversuche mit seiner Erfindung ergaben nämlich faszinierende Ergebnisse, und da sich dieses Hormon im Vergleich zu allen anderen bei Doping-Tests nicht nachweisen lässt, will Falcone es unbedingt für seine Rennpferde verwenden.“

„Und das Pentagon wusste nichts davon?“

„Nun, Carson hatte keine Skrupel, seine Forschungen von der Regierung finanzieren zu lassen“, erklärte Perry, „aber Falcone zahlte noch besser. Also nahm Carson das Geld von beiden Seiten, verkaufte dem Verteidigungsministerium aber die falsche Formel. Als die gewünschten Ergebnisse nicht eintraten, wurde das ganze Projekt als Fehlschlag verbucht und für beendet erklärt. In der Zwischenzeit entwickelte Carson das Hormon weiter, bis es unter dem Namen PEGASUS ausgereift war und an Rennpferden erprobt werden konnte.“

„Warum ausgerechnet Rennpferde?“

„Weil sich mit Pferderennen sehr viel Geld machen lässt. Ebenso mit Hunderennen. Und irgendwann auch mit Spitzensportlern. PEGASUS wäre die absolute Numero Uno auf dem Dopingmarkt. Doch Falcone ist ein sehr vorsichtiger Mann, der genau darauf achtet, in welche Unternehmen er sein Geld investiert, und wer versucht, ihn über den Tisch zu ziehen, lebt verdammt gefährlich. Schließlich verwaltet Falcone das Geld des Syndikats und muss gegenüber seinen Leuten Rechenschaft ablegen. Soweit wir wissen, ist Falcone inzwischen nicht mehr gut auf Carson zu sprechen. Die Kosten für die Fertigstellung von PEGASUS sind in den letzten Jahren förmlich explodiert und haben jede Kalkulation über den Haufen geworfen. Carson hat Falcone immer wieder vertröstet und um neue Finanzspritzen ersucht. Jetzt ist Falcones Geduld am Ende, und er will endlich Ergebnisse sehen.“

„Carson steht demnach unter einem immensen Druck…“, vermutete Kay.

„Und ob, meine Teure. Er hat Unsummen von Falcones Geld in PEGASUS gesteckt und muss nun den Beweis erbringen, dass seine Erfindung auch etwas taugt. Und dazu hat er nur eine Chance: das Rennen in Dalton Springs. Wenn sein Gaul bei diesem Rennen versagt, ist Carson weg vom Fenster.“

Kay dachte eine Weile über das nach, was Perry ihr erzählt hatte.

„Der Ausgang eines solchen Rennens ist schwer vorherzusagen. Carsons Pferd könnten ja auch ohne PEGASUS gewinnen… Woher will Falcone wissen, dass das Hormon tatsächlich wirkt?“

„Sehr gut mitgedacht, Süße“, lobte Perry sie. „Und jetzt sag mir, was Du an Carsons und Falcones Stelle tun würdest…“

„Ich würde einen Außenseiter auswählen, einen Klepper, der das Rennen unter normalen Umständen auf gar keinen Fall gewinnen kann! Und ich würde ’ne Menge Geld auf das Biest setzen.“

„Haargenau! Also, PEGASUS wirkt am besten bei männlichen Tieren, wegen des Testosterons. Falcone züchtet selbst Rennpferde und besitzt eine Ranch, nur drei Autostunden von Dalton Springs entfernt. Carson hat sich vor ein paar Wochen mitsamt seinem Equipment dort einquartiert, vermutlich, um das von Falcone ausgewählte Pferd an Ort und Stelle zu behandeln, bevor es nach Dalton transportiert wird. Das Timing spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn das Hormon entfaltet seine volle Wirkung erst einige Zeit nach der Injektion und baut sich sehr schnell wieder ab. PEGASUS besteht aus mehreren Komponenten, die in einer bestimmten Reihenfolge und innerhalb eines sehr präzisen Zeitplans verabreicht werden müssen. Alles sehr kompliziert und aufwändig, und nur Carson kennt das genaue Verfahren…“

„…und wird sich hüten, es irgendwem zu verraten – schließlich ist es seine letzte Trumpfkarte“, schlussfolgerte Kay.

„Richtig, meine kleine Intelligenzbestie“, gratulierte ihr Perry.

„Wie können wir das Pferd ausschalten?“, fragte sie schließlich. Das war der entscheidende Punkt, um den herum sich ihr gesamter Plan aufbauen würde.

„Mir kenne die PEGASUS-Formel. Faszinierende Arbeit, das muss ich Carson neidlos zugestehen, aber auch gespickt mit Schwachstellen. Keine Sorge, ich werde Dich jetzt nicht mit wissenschaftlichem Fachchinesisch langweilen. Nur so viel: Ich kann ein Serum mixen, einen Neutralisator, der das Hormon aushebelt und sogar eine gegenteilige Wirkung erzielt. Falcones Gaul wird schleichen statt zu rennen. Aber jemand muss an Vieh rankommen und ihm das Zeug verabreichen…“ Natürlich war klar, wer das sein würde.

„Nicht gerade mein Spezialgebiet“, gab Kay zu bedenken.

„Mag sein, aber Jim und sein Team sind anderweitig beschäftigt. Außerdem bist Du auch für Missionen qualifiziert, bei denen es nicht vorrangig um den inflationären Austausch von Körpersäften geht.“ Womit er natürlich Recht hatte.

„All right“, sagte Kay, „ich benötige alle Informationen über Falcones Ranch und wann und wie Carson das Pferd nach Dalton Springs transportieren will. Außerdem brauchen wir einen Insider.“

„Ich dachte mir schon, dass Du so vorgehen würdest, und habe bereits ein entsprechendes Dossier zusammengestellt. Ein Kerl namens Harry Jackson scheint dafür genau der Richtige zu sein. Er ist Vorarbeiter auf Falcones Ranch. Übler Bursche. Ellenlanges Vorstrafenregister.“

„Was können wir ihm anbieten?“

„Sein kleiner Bruder muss noch fünf Jahre wegen versuchten Bankraubs absitzen. Da ließe sich eventuell was machen…“

„Vorzeitige Entlassung auf Bewährung?“

„Mal sehen… ich kümmere mich darum.“

„Kannst Du einen Kontakt zu Jackson herstellen?“

„Null Problemo.“

„Klasse! Schick mir alles rüber, was Du hast. Ich werde was ausknobeln.“

„Wird gemacht.“

„Danke, Perry. Bist ein Schatz, aber das weißt Du ja.“

„Klar weiß ich das… Kay?“

„Ja?“

“Was ich Dir noch sagen wollte… ich würde Dich ja zu gerne auf diese Tour begleiten“, meinte Perry, “aber ich habe doch diese schreckliche Allergie gegen Pferdehaare…“

„Macht nichts“, sagte Kay und ließ ihn damit vom Haken. Sie kannte Perry und wusste, dass er Einsätze im Außendienst hasste wie die Pest. Außerdem war er nur dann wirklich gut, wenn ein Computer oder ein Labor in der Nähe standen. „Wird sowieso ‘n Ein-Frau-Job, wie’s aussieht. Du spielst wie üblich die Hotline und boxt mich raus, falls es eng wird, okay?“

Perry gab sich nicht mal Mühe, seine Erleichterung zu verbergen. „Ach Kay, Du bist wirklich ein Goldstück. Zu schade, dass Du keinen Schwanz hast – wir wären das perfekte Paar!“

Als Perry sich am übernächsten Abend wieder bei Kay meldete, hatte er gute Neuigkeiten für sie. „Der Staatsanwalt ist einverstanden, was Jacksons Bruder betrifft, und Jackson lässt sich ebenfalls auf den Deal ein.“

„Das ist ja großartig!“ Damit waren sie einen wichtigen Schritt weiter, und der Plan nahm endlich konkrete Formen an. „Gute Arbeit, Perry.“

„Danke. Und wie sieht’s bei Dir aus, Baby?“, erkundigte er sich.

„Mal sehen… das Hauptrennen startet um 14.00 Uhr“, begann Kay. „Carson muss das Pferd auf Falcones Ranch dopen, bevor es nach Dalton Springs transportiert wird. Die Fahrt dauert drei Stunden, danach muss sich das Tier ausruhen, damit es pünktlich zum Rennen in Topform ist. Das würde bedeuten, dass der Gaul um Mitternacht verladen wird, kurz nachdem Carson ihm die letzte Spritze verpasst hat.“

„Das stimmt mit meinen Schätzungen überein“, bestätigte Perry.

„Die dreistündige Fahrt ist demnach exakt das Zeitfenster, das ich brauche“, fuhr Kay fort, „um dem Pferd das Gegenmittel zu verabreichen. Ich muss also unbemerkt in den Transporter gelangen.“

„Aber zuerst auf die Ranch“, ergänzte Perry.

„Ich schätze, ich weiß schon, wie ich das schaffe.“ Sie warf einen Blick auf den Monitor ihres Laptops. „Ein Stallbursche namens Billy Rae Tomlyn wird mir dabei behilflich sein.“

„Augenblick…“, sagte Perry, während er Tomlyns Akte aufrief und überflog. „Ja, das dürfte hinhauen. Alles klar. Und weiter?“

„Ich muss wissen, welches Fahrzeug Carson für den Transport benutzt, und wie ich mich darin unsichtbar machen kann.“

„Ich kümmere mich darum. Der Wagen und die Stallungen werden in dieser Nacht sicher streng bewacht werden. Du brauchst ein Ablenkungsmanöver.“

„Raketen?“, überlegte Kay laut.

Perry dachte kurz darüber nach. „Das sollte funktionieren. Ich habe inzwischen erfahren, dass Carson und Falcone mit zwei Pferden anreisen werden, sozusagen mit einem Reservegaul im Gepäck. Ist das ein Problem für Dich?“

„Nicht, solange ich genug von dem Serum bei mir habe.“

„Dafür sorge ich schon, keine Bange. Die beiden Torpedos heißen übrigens Hector und Brutus.“

„Woher hast Du diese Informationen?“, wollte Kay wissen.

„Jackson hält uns jetzt über alle Einzelheiten auf dem Laufenden. Das ist ein Teil des Deals. Von ihm weiß ich auch, in welchen Ställen sich die Hengste befinden. Carson hält Hector und Brutus schon seit Wochen von den anderen Pferden fern…“

„Warum denn das?“

„Vielleicht lassen sich die Tiere dann besser behandeln, keine Ahnung… aber dadurch wissen wir ziemlich genau, wo der Transporter bereit stehen wird.“

„Super. Wir treffen uns in zwei Tagen auf dem Dach des Wentworth-Buildings, so gegen acht, einverstanden?“

„Ich freu mich schon“, sagte Perry.

Kay wartete bereits auf ihn, als Perry ein schwarz-rot lackiertes futuristisches Gefährt in die Parkbucht neben ihrem Flitzer lenkte und mit einem breiten Grinsen ausstieg. Wie immer knuddelten sie zur Begrüßung herzlich miteinander, dann präsentierte ihr Perry den hässlichen Wagen, der auf den ersten Blick aussah wie ein überdimensionales Wohnmobil.

„Das, mein Wonnemäuschen, ist der ‘Cavallo 1000’, der beste und teuerste Pferdetransporter, den es derzeit gibt“, erklärte er so stolz, als hätte er dieses Monstrum gebaut.

„Aha… und?“, fragte Kay, obwohl sie die Antwort schon ahnte.

„Nun, zufällig handelt es sich dabei um exakt das gleiche Modell, mit dem Carson morgen Nacht seine Torpedos nach Dalton Springs kutschieren lässt. Und Du kannst heute schon mal damit üben.“

„Perry, Du bist eine Wucht!“, jubelte Kay.

„Ach was“, wehrte er zunächst bescheiden ab, „ich mache nur meinen Job… aber natürlich hast Du Recht – ich bin tatsächlich eine Wucht.“ Er nahm sie bei der Hand. „Komm, ich zeige Dir alles, was Du über dieses Prachtstück wissen musst.“

Sie gingen um das Fahrzeug herum. „Carsons Leute lassen die Rampe für die Pferde erst im letzten Augenblick runter, aber zu dem Zeitpunkt wirst Du bereits an Ort und Stelle sein“, erklärte er und wies dabei auf eine Tür seitlich neben der Fahrerkabine.

„Ein elektromagnetisches Siegel“, stellte Kay sachkundig fest. „Wahrscheinlich alarmgesichert. Kaum zu knacken.“

„Mit herkömmlichen Werkzeugen sicher nicht“, stimmte ihr Perry zu, „aber hiermit ist es ein Kinderspiel.“ Er reichte ihr ein Gerät, das nur noch entfernte Ähnlichkeit mit einem Schlüssel besaß. „Probier’s aus“, forderte er Kay auf.

Sie zog sich mittels der eingelassenen Stufe und des Haltegriffs nach oben, schob die Metallspitze von Perrys Erfindung in das Siegel und spürte, wie sich augenblicklich etwas darin bewegte. Keine zwei Sekunden später sprang die Tür mit einem sanften Klicken auf. „Mann, das ist ja super“, stellte sie bewundernd fest. „Wie funktioniert es?“

„Ach, zerbrich Dir darüber nicht Dein süßes Spatzenhirn“, neckte er sie und fing sich prompt einen heftigen Rempler ein.

Kay kletterte in das kühle Innere des Wagens, und Perry folgte ihr. An einer Wand stapelten sich große Strohballen, und es duftete angenehm nach Heu.

„Wow!“ Sie stand in der Mitte der geräumigen Kabine und drehte sich in alle Richtungen. „Dieses Ding ist ja größer als meine frühere Bude.“

„Und wesentlich besser ausgestattet, möchte ich wetten“, ergänzte Perry und lenkte Kays Aufmerksamkeit auf die breiten Fenster mit den Metall-Jalousien, das verstellbare Oberlicht, die gepolsterten Wände und Stangen, den Wasserspender, den mit weichen Matten ausgelegten Boden, die Klimaanlage und die Wärmelampen… und die schwenkbare Kamera mit Restlichtverstärker.

„Scheiße!“, fluchte Kay überrascht. „Sag bitte nicht, dass sich so ein Teil auch in Carsons Wagen befindet.“

„Leider ja, mein Herzblatt. Die Kamera gehört zur Standard-Ausstattung und erlaubt es den Fahrern, die Pferde per Monitor ständig zu überwachen. Dafür muss niemand mehr im Laderaum bei den Tieren bleiben, was sie möglicherweise nervös machen könnte… ein Vorteil für uns.“

„Mag sein, aber das nützt mir nichts, wenn mich die Typen sehen können“, gab Kay zu bedenken.“

„Sie werden Dich aber nicht sehen“, beruhigte Perry sie. „Es gibt nämlich einen toten Winkel.“ Er deutete auf eine dünne rote Linie aus Klebeband, die sich in einem Bogen über den Boden zog. „Solange Du Dich innerhalb dieser Markierung bewegst, bist Du für die Kamera unsichtbar.“

„Viel Platz habe ich dann aber nicht“, meinte sie zweifelnd.

„Ausreichend, um die Injektoren zu benutzen. Und mehr musst Du nicht tun, Darling.“

„Mikrofone?“

Perry nickte und deutete auf ein grünes und rotes Lämpchen. „Rot bedeutet, dass die Kamera in Betrieb ist, was praktisch immer der Fall sein wird. Grün steht für die Audio-Verbindung. Der Störsender Deines Handys kann die Signale mühelos blockieren, aber meistens sind die Mikrofone ohnehin abgeschaltet.“

Sie stiegen aus und warfen einen Blick in die Fahrerkabine. Kay fiel sofort der Bildschirm auf, der sich zwischen den Sitzen befand. Perry schaltete ihn ein, und kurz darauf erschien ein farbiges, scharfes Bild aus dem Inneren des Laderaums. Die rote Linie jedoch war nicht zu sehen. „Merk Dir genau, wo der tote Winkel endet“, riet Perry ihr überflüssigerweise, „und bleib immer unten und nah an der Wand, dann kann Dir überhaupt nichts passieren.“

„Verstanden“, sagte Kay. „Aber wo verstecke ich mich, wenn sie die Pferde hereinbringen?“

„Herrje!“, rief Perry und schlug sich mit der flachen Hand klatschend an die Stirn. „Die Tarnvorrichtung – die hatte ich ja total vergessen!“ Hatte er natürlich nicht. Perry wollte nur die Vorfreude auskosten, bevor er Kay mit einer weiteren seiner genialen Erfindungen verblüffte. „Darf ich Dich noch mal in den Laderaum bitten?“

Dort zeigte er seiner zunächst staunenden, dann verblüfften und schließlich hellauf begeisterten Partnerin, welche Tarnung er sich für sie ausgedacht hatte, und nachdem sie seine Konstruktion mehrere Male getestet hatte, bestand kein Zweifel daran, dass sie perfekt funktionierten würde.

Als sie sich mit einer innigen Umarmung verabschiedeten und Perry ihr für die bevorstehende Reise alles Gute und viel Glück wünschte, hatte Kay die komplette Ausrüstung, die sie für diese Mission brauchte, in einem schwarzen Match-Sack bei sich…

Billy Rae Tomlyn, ein rothaariger pausbäckiger Bursche mit einem leichten Hang zum Übergewicht, wollte es sich vor der Arbeit noch mit einer Coke und zwei gigantischen Speck-Käse-Marmelade-Erdnussbutter-Sandwiches auf der abgewetzten Couch gemütlich machen und seine Lieblings-TV-Serie gucken, als es läutete. Ärgerlich grummelnd stand er auf und stapfte zur Tür, doch als er die Wahnsinnsbraut erblickte, die ihm das Pfötchen entgegenstreckte, waren die Sandwiches und der Fernseher und alles andere mit einem Schlag vergessen.

„Hi, ich bin Sharon, Deine neue Nachbarin!“, stellte sich die langbeinige Brünette vor.

„Äh… ha-hallo…“, stotterte Billy, ergriff verwirrt die ihm dargebotene Hand, wusste aber nicht, wohin er zuerst starren sollte: auf Sharons bildhübsches Gesicht mit den großen, nach oben geschwungenen Augen und dem einladenden Mund mit den üppigen Lippen… oder auf ihre knackige Figur mit der schlanken Taille und den wohlgerundeten Hüften… oder auf die über ihrem gebräunten Nabel zugeknoteten Bluse… oder auf die deutlich sichtbare Falte im Schritt ihrer betont engen Hose… doch schließlich blieb er an der leeren Tasse hängen, die sie ihm auffordernd unter die Nase hielt.

„Ich wollte Dich fragen, ob Du mir netterweise etwas Zucker leihen könntest“, sagte Sharon mit einem süßen Lächeln und schenkte ihm einen unwiderstehlichen Bitte-Bitte-Blick.

„Äh… ja klar“, antwortete Billy, dem sein fleckiges, verschwitztes T-Shirt und der Stallgeruch, der an ihm haftete, mit einem Mal peinlich bewusst wurde. Er nahm ihr die Tasse ungeschickt ab, ging damit in die Küche, noch immer ganz betört von Sharons Anblick und dem Duft ihres Parfums, und füllte sie geistesabwesend mit Salz statt Zucker.

Als er zurück schlurfte, stand Sharon mitten in seinem unaufgeräumten Wohnzimmer, öffnete ihre Bluse und offenbarte ihm ihre absolut perfekt geformten Brüste… und die Bluse war alles, was sie noch anhatte! Ihre restliche Kleidung lag bereits wild verstreut auf dem Boden.

„Ehrlich gesagt, bin ich gar nicht wegen des Zuckers gekommen…“, hauchte sie ihm vielsagend zu, und Billy ließ die Tasse fallen.

Kay traf Jackson ein paar Stunden nach ihrem Besuch bei Billy auf einem abgelegenen Rastplatz einige Meilen von Falcones Ranch entfernt. Von Anfang an hatte sie ein mulmiges Gefühl bei diesem Mann. Er war groß und stämmig und hatte ein unsympathisches Knastgesicht mit hellwachen blauen Augen und einer gebrochenen Nase.

„Sind Sie die Fracht?“, fragte er, während er sich eine Zigarette anzündete und seinen Blick über ihren Körper streifen ließ.

„Nein.“ Sie reichte ihm den Match-Sack. „Nur das hier.“ Da Jackson als Vorarbeiter auf der Ranch ein- und ausging, wie es ihm beliebte, ohne ständig kontrolliert zu werden, konnte er Kays Ausrüstung unbemerkt reinschmuggeln.

Er nahm den Sack und begutachtete ihn neugierig. „Was ist da drin?“

„Alles, was ich brauche“, antwortete sie ausweichend.

„Das reicht mir nicht“, sagte Jackson. „Ich muss es schon genau wissen.“

„Wozu?“

„Weil ich ein gottverdammtes Risiko für Sie eingehe“, knurrte Jackson. „Da möchte ich wenigstens wissen, was hier gespielt wird.“

„Wir haben einen Deal, schon vergessen?“, konterte Kay mit eisiger Stimme. „Sie helfen mir und stellen keine Fragen, und dafür kommt Ihr Bruder in einem Jahr raus. So läuft’s und nicht anders. Deponieren Sie mein Gepäck einfach an der vereinbarten Stelle und lassen Sie ansonsten die Finger davon. Ich werd’s nämlich merken, wenn Sie sich daran zu schaffen machen, und dann hat es sich ausgedealt, klar?“

Er musterte sich mit seinen kalten Killeraugen. „Na schön“, meinte er schließlich, warf die Kippe zu Boden und trat sie mit dem Absatz seines Stiefels aus. Ohne ein weiteres Wort legte er Kays Tasche auf die Rückbank seines Wagens, stieg ein und fuhr in einer staubigen Wolke davon.

Falcones Ranch umfasste ein Areal von der Größe mehrerer Football-Felder, die Koppeln nicht mitgerechnet. Im Zentrum gruppierten sich mehrere unterschiedlich hohe und breite und teilweise miteinander verbundene Gebäude, darunter Stallungen, Garagen, Unterkünfte für die Arbeiter, Falcones rustikale Villa und Carsons Laboratorium, um einen großen freien Platz aus gestampfter Erde. Das ganze Gelände war von einem hohen Drahtzaun umgeben und wurde mit Kameras überwacht. Hätten Hunde die Pferde nicht zu sehr erschreckt, hätte Falcone auch noch dressierte Rottweiler umherlaufen lassen, um jeden potentiellen Eindringling abzuschrecken.

Es war kurz nach 23 Uhr, als Billy Rae Tomlyn auf einem Motor-Roller angeknattert kam, um seine Schicht anzutreten. Er trug eine dicke wattierte Jacke und eine Mütze mit Ohrenklappen. Als er an den Wachposten vorbeikam, winkte er ihnen mit seinem Ausweis zu. Einer der Uniformierten, der Billy vom Sehen her kannte, winkte zurück.

Billy hielt vor der Schranke an und drückte seinen Ausweis gegen das milchige Glas des Karten-Lesers. Die Schranke glitt zur Seite, und Billy gab wieder Gas.

Er fuhr die lang gezogenen Stallungen entlang, bis er seinen üblichen Parkplatz erreicht hatte, wo er die Maschine abstellte. Dann verschwand er in der Dunkelheit des Gebäudes.

Durch das geöffnete Tor am anderen Ende des Stalls drang helles Flutlicht. Tragbare Scheinwerfer machten die Nacht zum Tag. Auf dem Platz in der Mitte der Ranch herrschte geschäftiges Treiben. Seitlich neben der Unterkunft der beiden Hengste, die in Kürze ihre Reise nach Dalton Springs antreten würden, stand ein Transporter bereit wie der, den Perry gestern gefahren war. Männer in dunklen Windjacken, bewaffnet mit Maschinenpistolen, patrouillierten auf und ab.

Vereinzelt schnaubten ein paar Pferde, als Billy mit raschen Schritten an ihnen vorbei auf eine leere Box zuging und die Türe hinter sich zuzog. Aus seiner Jacke holte er eine winzige Taschenlampe und knipste sie an. Im Schein des kleinen Lichtkreises sah er sich kurz um und entdeckte den schwarzen Match-Sack unter einem Bündel Stroh. Die Verschlüsse waren unberührt.

Zufrieden nahm Kay die Mütze ab und zog sich die hauchdünne Billy-Rae-Tomlyn-Maske vom Kopf, die sie zwei Tage zuvor anhand von Fotografien aus einem speziell für solche Zwecke entwickelten Latex-Material kunstvoll angefertigt hatte. Anschließend entledigte sie sich der restlichen Verkleidung, mit der sie Billys fülligen Körper simuliert hatte. Darunter trug sie einen enganliegenden schwarzen Anzug und eine gleichfarbige Weste mit mehreren Taschen. Ihre Haarpracht verbarg sie unter einer dunklen Strickmütze. Sie stopfte Billys Sachen in eine Ecke der Box und verteilte Stroh darüber. Die Maske und Billys Ausweis behielt sie vorsichtshalber noch. Später würde sie ihm die kleine Plastikkarte in einem anonymen Umschlag zurückschicken.

Kay setzte sich auf einen Heuballen. Jetzt hieß es warten.

Der echte Billy Rae Tomlyn lag derweil zuhause in seinem Bett und träumte süß, nachdem ihn die schönste und begehrenswerteste Frau, der er jemals begegnet war, praktisch in die Kiste gezerrt hatte. Sie war bis auf den ungewöhnlich großen Ring an ihrer linken Hand vollkommen nackt gewesen und derart ungestüm über ihn hergefallen, dass er sich beinahe vergewaltigt vorkam. Doch dann hatte er es ihr richtig gut besorgt, daran bestand kein Zweifel.

„Oh ja… hmmm… ja… mach weiter… jaaa… oh, Billy Rae, Du bist der Größte…“, hatte sie so laut gestöhnt, dass man es hoffentlich im ganzen Wohnblock hören konnte…, genau wie die Mädchen in den billigen Porno-Filmen, die er sich jeden Abend reinzog – nur mit dem Unterschied, dass die Fickhennen in diesen Streifen niemals seinen Namen riefen. Das taten sie immer erst hinterher, wenn er sich die besten Szenen noch mal ins Gedächtnis rief und dabei wild onanierte.

Doch das hier war die Realität gewesen, denn in seiner Fantasie hätte er seine Traumfrau stundenlang in allen möglichen und unmöglichen Positionen gerammelt und sie auf jede nur denkbare Art verwöhnt, anstatt bereits nach 15 Sekunden in ihrer heißen glattrasierten (ogottogott, rasiert war sie auch noch – einfach perfekt!) Möse abzuspritzen. Und in seiner Fantasie wäre er auch nie just in diesem Moment von einer Biene gestochen worden! „Autsch!“, hatte er noch gerufen, dann war die Welt um ihn herum schwarz geworden…

Kaum war Billy über ihr zusammengesackt, hatte sich Kay den Ring mit der feinen Injektionsnadel vom Finger gestreift und den schweren Kerl zur Seite gestemmt. Danach hatte sie seine Wohnung durchsucht und alles mitgenommen, was sie brauchte. „Bye, bye, mein Süßer“, waren ihre letzten Worte an den Jungen gewesen, der dank des starken Sedativs noch mindestens zwölf Stunden lang tief und fest schlafen würde.

Seine schöne Nachbarin würde er allerdings nie wieder sehen.

Armer Billy.

Es war kurz vor Mitternacht, als Kay Schritte hörte, die sich ihrer Box näherten. Die Scharniere quietschen leise, als die Tür geöffnet wurde und eine dunkle Gestalt eintrat.

„Was wollen Sie hier?“, fauchte Kay leise, als sie Jackson erkannte.

„Sie müssen nicht flüstern“, sagte Jackson. „Hier hört uns keiner. Aber bleiben Sie unten sitzen. Ist sicherer so.“

Kay war wirklich wütend. „Zum Teufel, was soll das?“

„Wollte mich nur vergewissern, dass alles in Ordnung ist“, erwiderte der große Mann.

„Ja, alles bestens! Und jetzt hauen Sie ab!“

Doch Jackson machte nicht die geringsten Anstalten, wieder zu gehen. Stattdessen lehnte er sich gemütlich gegen die Holzwand. „Wissen Sie“, sagte er ganz ruhig, „ich habe nochmal über alles nachgedacht… über diesen Deal, meine ich… und ich finde, wir sollten nochmal darüber reden.“

„Wie bitte?“ Kay traute ihren Ohren nicht.

„Ich meine, was hab ich selbst von der ganzen Sache?“, fuhr Jackson unbekümmert fort. „Nichts. Ich gehe also dieses Risiko für nichts und wieder nichts ein…“

„Sie tun’s für Ihren Bruder!“, hielt Kay dagegen.

„Blödsinn“, grummelte Jackson verächtlich. „Was kümmert mich mein bescheuerter Bruder, wenn er so dämlich ist, sich einbuchten zu lassen. Dem geht’s doch gut, dort wo er ist. Bekommt jeden Tag drei warme Mahlzeiten und hat keinen Stress. Ist inzwischen sogar ’ne richtig große Nummer im Bau. An den wagt sich keiner ran. Darf die Neuankömmlinge immer als erster in den Arsch ficken. Aber ich…“, er drehte sich kurz um und sah nach draußen, wo Falcones Männer noch immer ihre Runden drehten, „…ich stehe mitten in der Schusslinie, weil ich Ihnen bei einer Sache behilflich bin, von der ich nicht mal weiß, worum’s eigentlich geht. Wenn Falcone das jemals rausbekommt, bin ich erledigt. Und das gefällt mir ganz und gar nicht.“

„Daran hätten sie früher denken sollen!“, sagte Kay entnervt. „Jetzt ist es zu spät!“

„Ach ja?“ Genießerisch schnalzte Jackson mit der Zunge. „Ich finde, der Zeitpunkt ist ideal.“

Und der Kerl hat Recht, dachte Kay. Ihr blieb nicht mehr viel Zeit, um mit dem Ablenkungsmanöver zu starten und in den Transporter zu gelangen. Sich jetzt mit Jackson auf irgendwelche Diskussionen einzulassen, konnte sie sich überhaupt nicht leisten.

„Also gut“, sagte sie resignierend, „was wollen Sie?“

„Oh, ich dachte an eine Art Bonus für meine Bemühungen.“

„Geld?“

Jackson schüttelte den Kopf. „Geld interessiert mich nicht, Schnuckelchen.“

„Und woran hatten Sie gedacht?“, fragte Kay, obwohl sie die Antwort bereits kannte.

„Wie wär’s mit ‘nem Fick?“, meinte Jackson unverblümt.

Was sonst, dachte Kay und verdrehte die Augen. Warum konnten sich Männer nicht einmal etwas anderes wünschen? Eine gute Flasche Wein beispielsweise, oder ein spannendes Buch. Aber nein, immer nur ging es ihnen darum, mit ihrem Schwanz in sie einzudringen und sie mit Sperma vollzuspritzen.

Kay warf einen kurzen Blick auf die Uhr und wog die Möglichkeiten ab, die sich ihr boten. Der Kerl war kräftig und ein erfahrender Kämpfer, und sie war nicht sicher, ob sie ihn mit einem Schlag würde ausschalten können. Die Sache konnte ziemlich laut und hässlich werden, und das durfte sie keinesfalls riskieren.

„Also, was ist jetzt?“, fragte Jackson ungeduldig.

Sie musste sich schnell entscheiden, daher wählte sie um ihres Auftrags willen den Weg des geringsten Widerstands. „Ficken ist nicht drin“, sagte sie. „Zu wenig Zeit. Wäre ein Blow Job auch okay?“

„Von mir aus. Aber ohne Gummi, damit das klar ist“, antwortete Jackson schulterzuckend. „Ich will Dir nämlich eine ordentliche Ladung verpassen, egal in welches Loch.“

„Na dann…“, seufzte Kay, kniete vor ihm nieder, löste den Gürtel und öffnete den Reißverschluss seiner Hose. Hastig griff sie in den gelockerten Bund und zog ihn zusammen mit der karierten Boxer-Shorts ruckartig nach unten. Jacksons Gurke war bereits mächtig angeschwollen und ragte ihr mit dunklem Kopf entgegen. Gleichzeitig stieg ihr ein widerwärtiger Geruch in die Nase.

„Igitt!“, maulte Kay. „Wann haben Sie sich zum letzten Mal gewaschen?“

„Sorry“, meinte Jackson feist grinsend, „hab’ heute nach dem Mittagessen noch schnell eine Ponystute gerammelt und konnte mich seitdem nicht duschen.“

Na großartig! Das war einer der seltenen Augenblicke, in denen Kay sich wünschte, sie wäre im Archiv geblieben. Stattdessen wusste sie jetzt, wie Ponystutenmösensaft nach 12 Stunden am Pimmel eines Mannes roch. Und gleich würde sie auch noch wissen, wie er schmeckte.

Die Zeit wurde langsam knapp, und sie musste sich nun wirklich beeilen. Also Nase zu, Augen zu und durch, für Gott und Vaterland und den nächsten Gehaltsscheck!

Ohne sich lange mit komplizierten Zungenspielchen aufzuhalten, befeuchtete sie ihre Lippen und schloss sie um Jacksons dunkle Eichel. Stück für Stück ließ sie seinen Schwanz tiefer in ihren Mund gleiten. Dabei empfand sie dessen bitteres Aroma als weniger abstoßend wie befürchtet und fühlte sogar die typische Nässe zwischen ihren Schenkeln. Nicht jetzt, ermahnte sie sich selbst, Du machst das schließlich nicht zu Deinem Vergnügen. Rhythmisch bewegte sie ihren Kopf vor und zurück und steigerte das Tempo immer weiter. Abgesehen von Jacksons unterdrücktem Schnaufen und ihrem leisen Schmatzen war es völlig still in der Box.

Kays Technik mochte nicht besonders raffiniert sein, dafür aber umso effektiver. Es dauerte nicht lange, da pressten Jacksons Hände sie fest gegen seinen Schoß, damit sie nur nicht auf dumme Gedanken kam und sich möglicherweise vorschnell zurückzog. Er schätzte es nämlich gar nicht, unerwartet in die Kälte zu schießen.

„Hallelujah…“, stöhnte Jackson, als er zuckend eine enorme Menge seines Samens in ihren Schlund spritzte. Gütiger Himmel, dachte Kay, während sie die schleimige Flüssigkeit trank, was wäre erst gewesen, wenn er heute noch nicht gefickt hätte?

So schnell wie es begonnen hatte, war es auch zu Ende. Kay entließ Jacksons schrumpfendes Glied und wischte sich mit der Hand über den Mund. Dann stand sie auf.

„Oh Baby, das war klasse…“, murmelte Jackson benommen und sah zu spät die Faust, die auf ihn zuflog. Er stürzte wie ein gefällter Baum zu Boden.

Wütend rieb sich Kay die Knöchel. Einem Kerl einen zu blasen, war für sie keine große Sache, aber sie hasste es, wenn man ihr Timing durcheinander brachte. Und Jackson gehörte nun mal zu den Leuten, die sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr an Vereinbarungen hielten und stattdessen für jede Menge Ärger sorgten. Er war zu einem Risiko für ihre Mission geworden – und dagegen hatte sie etwas unternehmen müssen.

Da er längst Feierabend hatte, dürfte ihn wohl niemand während der nächsten Stunden vermissen, und wenn er wieder zu sich kam, hatte er ihre Warnung hoffentlich verstanden und würde es sich genau überlegen, ob er Alarm schlug oder sich lieber eine gute Ausrede für sein blaues Auge einfallen ließ. Und bis dahin befände sie sich bereits in Dalton Springs.

Sie schnappte sich den Match-Sack, schlüpfte aus der Box und zog die Türe hinter sich zu. Die Luft war rein. Kay streifte sich ihre Handschuhe über, lief geduckt zum Ausgang des Schuppens und spähte vorsichtig um die Ecke.

Wie erwartet, standen zwei Männer in unmittelbarer Nähe des Transporters.

Die Lightshow konnte beginnen.

Kay tastete nach dem winzigen Sender an ihrem Gürtel, zog den Sicherungsstift raus und legte den Kippschalter um.

Wenige Sekunden später erfüllte ein Jaulen und Heulen die Nachtluft.

Im Haupthaus goss sich Vincenzo Falcone gerade einen Brandy ein, als er den ersten Knall hörte und durch das große Fenster die Feuerblume sah, die sich in der Dunkelheit ausbreitete. Er griff nach dem Telefon. Sofort wurde am anderen Ende der Leitung abgehoben. Eine dienstbeflissene Stimme meldete sich.

„Was ist da draußen los?“, wollte Falcone wissen.

„Ein Feuerwerk, Sir!“

„Das sehe ich selbst. Aber wer steckt dahinter?“

„Vermutlich nur ein paar Kids, die es nicht mehr abwarten konnten.“

Zuerst verstand er nicht, doch dann fiel es Falcone wieder ein. Natürlich, in wenigen Minuten war ja der 4. Juli, Amerikas Unabhängigkeitstag, an dem traditionell Tausende und Abertausende von Feuerwerken abgebrannt wurden.

„Schon möglich“, sagte er, „aber schicken Sie trotzdem ein paar Männer los, die sich das mal genauer ansehen und den Radau abstellen sollen. Sonst gehen mir hier noch die Gäule durch.“

„Selbstverständlich, Sir“, kam die prompte Antwort. „Wird sofort erledigt!“

Falcone hatte nichts anderes erwartet.

Rupert Carson stand in einem weißen Arztkittel vor den isolierten Boxen der beiden Hengste, Hector und Brutus, und zog die letzte Spritze auf, als der Krach draußen losging. Er zuckte zusammen, und beinahe wäre ihm die Spritze aus den Fingern geglitten und auf den gekachelten Fußboden gefallen. Das hätte gerade noch gefehlt!

„Was zum Teufel…“, murmelte er und wollte gerade vor die Tür gehen, als das Telefon klingelte. Es war Falcone, der wissen wollte, wie weit er sei.

„So gut wie fertig“, beeilte sich Carson zu sagen. „Aber was ist denn da draußen los?“

„Machen Sie sich darüber keine Gedanken“, sagte Falcone kühl. „Erledigen Sie nur Ihren Job, ich kümmere mich um alles Weitere.“ Ohne Carsons Antwort abzuwarten, legte er auf.

Der Wissenschaftler hatte in den letzten Wochen einiges an Gewicht verloren, und seine Nerven waren zum Zerreißen angespannt. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, ob es wirklich klug gewesen war, sich mit einem Mann wie Vincenzo Falcone einzulassen. Damals hatte er es für eine brillante Idee gehalten, doch heute war ihm klar, dass seine Partnerschaft mit dem Chef des Westküsten-Syndikats einem Pakt mit dem Teufel gleichkam.

Carson wischte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn, dann wandte er sich wieder seinen beiden Versuchsobjekten zu und hob die Spritze. „Ganz ruhig, mein Junge, gleich ist es vorbei…“

Die Arbeiter auf der Ranch blickten fasziniert nach oben, während ein Mann quer über den Platz zu drei bewaffneten Wachleuten lief. Er sprach kurz mit ihnen, dann rannten die vier zu den offenen Garagen, sprangen in einen Jeep und brausten mit quietschenden Reifen los.

Neben ihr stampften einige Pferde, aufgeschreckt durch das Getöse, unruhig hin und her, als Kay dem Jeep hinterher sah, der gerade das Haupttor passierte. Sie war nicht sicher gewesen, ob Falcone die Sache überprüfen lassen würde, hatte aber vorgesorgt. Etwa zwei Meilen westlich von der Ranch entfernt würden die Männer einen Haufen leerer Bierdosen, benutzter Kondome und die Überreste von einigen Joints finden, mit denen Kay eine falsche Spur gelegt hatte. Von den ferngezündeten Raketen allerdings wäre nichts mehr übrig.

Die beiden Wachen vor dem Transporter hatten sich abgewandt und starrten ebenfalls zu dem Schauspiel, das sich über ihren Köpfen abspielte. Einen besseren Augenblick würde Kay nicht mehr erwischen, das wusste sie. Jetzt oder nie! Vor ihr lagen zwanzig Meter freies Feld, aber niemand sah sie, als sie diese Distanz im Spurt überwand und die Deckung des Transporters erreichte.

Sie kletterte rasch nach oben, öffnete die Tür mit Perrys Spezialschlüssel und verschwand im Laderaum, so schnell sie konnte. Leise rastete das Schloss hinter ihr ein. Sofort löste Kay die Druckknöpfe des Match-Sacks und zog ein kompliziertes Geflecht aus dünnen, miteinander verbundenen Aluminium-Rohren hervor. Wie sie es gestern geübt hatte, stülpte sie den leichten, mehrfach gefalteten und dicht mit künstlichen Heuspänen überzogenen Stoff des Sacks nach außen und steckte die Enden der Metallstangen in die dafür vorgesehenen Halterungen. Jetzt konnte sie das Gerüst wie einen Regenschirm aufspannen. In wenigen Sekunden entstand vor ihren Augen ein täuschend echt aussehender, im Inneren hohler Strohballen, der sich so perfekt in die Umgebung einfügte, als hätte er schon immer dazugehört. Kay schob die federleichte, aber äußerst stabile Konstruktion an die Wand und schlüpfte durch die Seitenklappe hinein.

Kurze Zeit später glitt die Rampe mit einem lauten Surren nach unten. Kay lag in der Dunkelheit ihres Verstecks und lauschte. Das Feuerwerk war wohl zu Ende. Die Stoßdämpfer des Transporters gaben ein wenig nach, als die Pferde in den Laderaum geführt wurden. Drei Männer sprachen kurz miteinander. Einer von ihnen war wohl Carson, der die Hengste persönlich an den Stangen festband und anschließend den beiden Fahrern letzte Instruktionen erteilte. Niemand bemerkte den zusätzlichen Strohballen in der Ecke.

Wieder surrte die Rampe, mehrere Riegel und Schnappverschlüsse wurden von außen zugedrückt, dann war es still.

Die Türen der Fahrerkabine schlugen nacheinander zu, und gleich darauf erwachte der mächtige Dieselmotor dröhnend zum Leben. Mit einem sanften Ruck setzte sich der Transporter rumpelnd in Bewegung, fuhr durch das Tor und bog auf den Zubringer zum Highway Richtung Dalton Springs ein.

Abgesehen von den Lichtern des Armaturenbretts und dem grünlichen Glühen des Monitors war es dunkel in der Fahrerkabine. Die beiden Männer darin, Mason und Hodges, waren ein eingespieltes Team und hatten jede Menge Erfahrung im Transport wertvoller Güter aller Art. Falcone wusste das, deshalb kam für ihn niemand sonst in Frage, um Hector und Brutus nach Dalton Springs zu bringen.

Mason saß am Steuer, während Hodges die Pferde im Auge behielt und sich mit Carson, der in einem grauen Chevrolet hinter ihnen herfuhr, per Funk verständigen würde, falls es notwendig sein sollte.

Ein einfacher Job. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück, zwölftausend Dollar. Hodges schraubte die Thermosflasche auf und trank eine Tasse heißen, dampfenden Kaffees. Dann füllte er eine zweite Tasse und reichte sie Mason, der sie wortlos nahm und daran nippte.

Es würde eine ruhige Fahrt werden, davon waren die Männer überzeugt.

Fünf Minuten, nachdem der ‘Cavallo 1000’ die Ranch verlassen hatte, schlüpfte Kay vorsichtig aus ihrem Versteck und hielt sich dicht an der Wand unterhalb der Kamera, die sich mit einem sanften Surren unablässig im Halbkreis drehte. Das grüne Lämpchen war dunkel.

Noch lag sie gut in der Zeit, trotzdem wollte Kay ihren Job so schnell wie möglich zu Ende bringen.

Obwohl die beiden Tiere an Menschen und ihren Geruch gewöhnt waren, sprühte Kay sich vorsichtshalber mit einem Duft der Marke ’Eau de Cheval’ ein, den Perry ihr mitgegeben hatte. „Puuuh!“ Sie rümpfte die Nase und fächelte sich frische Luft zu. Das Zeug stank fürchterlich, aber immerhin wurde das strenge Aroma der Hengste dadurch ein wenig erträglicher. Hector und Brutus blähten schnaubend ihre Nüstern, als sie Kay wie einen Artgenossen witterten.

Heller Mondschein fiel von oben in die Kabine, als Kay die bleistiftförmigen Injektoren aus der Weste holte und die Verschlusskappen abzog. Die Nadeln waren so fein, dass die Pferde den Stich kaum spüren würden. Ein kurzer Pieks, und alles wäre überstanden. Danach musste sie nur rechtzeitig wieder in den künstlichen Strohballen klettern und warten, bis sie Dalton Springs erreicht hatten. Ein Kinderspiel.

Gerade wollte Kay die erste Nadel ansetzen, als ihr etwas daran auffiel.

Zuerst dachte sie, das trübe Licht würde ihren Augen einen Streich spielen, doch als sie den Injektor nach oben hielt und durch das Glas der Phiole blickte, konnte sie feine Flocken erkennen, die in der vormals klaren, jetzt aber milchig schimmernden Flüssigkeit umherwirbelten. Hastig überprüfte Kay das zweite Gerät. Auch hier hatte sich das Serum verändert.

Obwohl Kay keine Wissenschaftlerin war, ahnte sie, dass hier etwas nicht stimmte.

In aller Eile zog sie ihr Handy aus der Tasche, aktivierte den Störsender und wählte Perrys Nummer. Er meldete sich nach dem dritten Läuten. „Hallo?“

„Perry, ich bin’s!“

„Kay! Schätzchen, wo steckst Du?“

„In der Klemme!“, zischte Kay.

Perry stand barfuß vor dem großen Panoramafenster seiner Wohnung und trug nichts außer einem weinroten Kimono. Er klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, während er den Stoffgürtel zuknotete.

„Liebling, wo bleibst du denn?“, rief eine eindeutig männliche Stimme aus dem Schlafzimmer.

„Ich komme gleich!“, antwortete Perry.

„Oh ja, dafür werde ich sorgen, verlass Dich drauf!“

Ohne weiter auf seinen ungeduldigen Bettgenossen zu achten, wandte sich Perry wieder dem Telefon zu. „Kay, was ist los? Wo bist Du?“

„Im Transporter, wo sonst? Irgendwas ist schief gelaufen. Die Ampullen sind trübe.“

„Was sagst Du da? Trübe? Warte eine Sekunde…“

Perry angelte nach dem Head-Set und stülpte es sich über. Er war jetzt hellwach. „Bin wieder da. Jetzt noch mal ganz von vorne und in aller Ruhe, okay? Was ist passiert?“

Während er sprach, ging Perry zu seinem Computer und weckte ihn aus dem Stand-by-Modus. Sofort wurde der Monitor hell. Perry nahm vor der Tastatur Platz und loggte sich ein. Angespannt lauschte er Kays knappem Bericht, während er eine Reihe von Seiten aufrief und hastig überflog.

„Kay… sieht so aus, als hätten wir ein Problem“, meinte er schließlich.

„Na super. Erzähl mir doch mal was, dass ich noch nicht weiß!“, herrschte sie ihn an. „Warum sind die Ampullen trübe?“

„Jetzt beruhige Dich doch erstmal“, versuchte Perry sie zu beschwichtigen.

„Scheiße, ich will mich aber nicht beruhigen!“, blaffte sie zurück „Was ist mit dem Serum?“

Perry setzte zu einer unbeholfenen Erklärung an. „Tja, weißt Du, die Substanz ist ziemlich instabil…“

„Instabil?“, unterbrach ihn Kay. „Was soll das heißen? Was meinst Du mit instabil?“

„Na ja, die Formel ist noch nicht ganz ausgereift…“, stotterte Perry verlegen. „Offenbar hat der Stabilisator versagt und… Kay? Bist Du noch da? Kay?“

Zuerst dachte er, die Verbindung sei abgerissen, dann antwortete sie in einem gefährlich ruhigen Tonfall, der ihm gar nicht gefiel. „Sag das noch mal.“

„Oh-oh“, dachte Perry, das wird übel für mich enden… Er musste sich in Windeseile etwas einfallen lassen, „wenn er mit einigermaßen heiler Haut aus diesem Schlamassel rauskommen wollte.“

„Perry, mir läuft die Zeit davon!“, drängte Kay. „Was soll ich tun?“

„All right, jetzt bloß keine Panik. Wir kriegen das schon irgendwie hin…“

„Wir?“ Selbst über diese Entfernung glaubte Perry, Kays Krallen an seinem Hals zu spüren. „Falls es Dir entgangen ist, mein Lieber: Ich bin diejenige, die in diesem gottverdammten Wagen durch die Gegend kutschiert wird, nicht Du! Also erzähl mir nicht solchen Mist, sondern überleg Dir was, und zwar verdammt schnell!“

„Bin schon dabei.“

„Beeil Dich gefälligst, oder ich werde jeden einzelnen Deiner Freunde solange vögeln, bis sie komplett umgekrempelt sind, das schwöre ich Dir!“

Von allen Drohungen, die Kay ihm gegenüber ausstoßen konnte, war das die mit Abstand furchteinflößendste… vor allem, weil sie es absolut ernst damit meinte. „Bloß nicht!“ rief Perry und ließ seine Hände wie Schmetterlinge über die Tasten gleiten. Endlose Sekunden verstrichen, ehe er sich wieder zu Wort meldete. Er hatte etwas entdeckt, das sich als seine Rettung erweisen konnte.

„Okay, hör zu. Diese Pferde sind aufgrund von PEGASUS extrem hochgezüchtete Rennmaschinen…“

„Weiß ich! Weiter!“

„Das Serum…“

„Vergiss das Serum, das taugt nichts mehr!“

Täuschte sich Perry, oder schwang jetzt eine Spur von Verzweiflung in Kays Stimme mit? Nun, vielleicht würde sich das gleich ändern. „Es gibt noch einen Weg, den Hormon-Haushalt dieser Biester gründlich durcheinander zu bringen“, sagte er vorsichtig.

„Welchen?“

Perry zögerte die heikle Antwort hinaus, solange er konnte, dann ließ er die Bombe platzen. „Sex.“

„Glänzende Idee“, schnurrte Manuel, der sich von hinten angepirscht hatte und nun seine braungebrannten Arme um Perrys Schultern schlang.

„Nicht jetzt!“, wehrte Perry die Zärtlichkeiten seines brasilianischen Liebhabers unwirsch ab.

„Was sagtest Du?“, drang Kays Stimme aus dem Lautsprecher.

„Mit wem telefonierst Du da?“, fragte Manuel beleidigt. „Ist das etwa eine Frau?“

„Rein geschäftlich“, antwortete Perry knapp.

Manuel setzte ein ungläubiges Gesicht auf. „Geschäftlich? Um diese Uhrzeit? Dass ich nicht lache!“

„Perry?“ Wieder Kay. „Ist etwa jemand bei Dir? Während einer Mission? Perry, was ist los, verdammt noch mal? “

Mit einer Hand wedelte Perry umher und versuchte, Manuel zu verscheuchen. „Nichts, alles in Ordnung…“

„Pah!“ Abrupt wandte Manuel sich ab und stolzierte davon. „Du pseudoschwuler Schwanzlutscher!“

„Kay?“, fragte Perry.

„Sagtest Du Sex?“

„Was?“

„Du sagtest, Sex würde PEGASUS unwirksam machen?“

„Wie… oh, ja, ja, genau!“ Jetzt hatte Perry den Faden wieder aufgenommen. „Jetzt ist mir auch klar, warum sie die Viecher von den anderen Pferden und speziell von den Stuten abgesondert haben. Sie wollten nach Möglichkeit jede Erregung vermeiden. Lass sie ficken, und sie werden auf der Rennbahn regelrecht einschlafen.“

„Hallooo-ho“, zwitscherte Kay mit gespielter Fröhlichkeit, „schon vergessen, was los ist? Hier gibt es keine Stuten zum Ficken. Hier gibt es nur die beiden Hengste…“

„…und Dich“, vollendete Perry den Satz.

Danach herrsche erst mal für ein paar Sekunden völlige Funkstille. Perry nahm sich vor, diesen Tag in seinem Kalender rot einzukreisen – den Tag, an dem er Kay sprachlos erlebt hatte!

Als sie sich wieder meldete, klang sie echt schockiert. „Das ist nicht Dein Ernst, oder?“

Erleichtert, dass sie überhaupt noch mit ihm sprach, meinte Perry: „Schätzchen, niemand verlangt, dass Du die Pferde fickst! Es reicht schon, wenn Du ihnen ordentlich einen runterholst.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Vielleicht auch zweimal, nur um auf Nummer Sicher zu gehen. Lass sie tüchtig abspritzen, und Carson kann das Rennen abschreiben!“

„Vergiss es!“

„Kay…“

„Ich sagte, vergiss es! Ich wichse keine Tiere!“

„Oh bitte“, sagte Perry, „spiel jetzt bloß nicht die Prüde! Du treibst es doch sowieso mit allen und jedem, was macht es da schon, wenn Du ein paar neue Erfahrungen sammelst? Ein Pferdepimmel ist nichts anderes als ein ziemlich großer Männerpimmel…“, und allein bei dem Gedanken an eine so gewaltige Samenschleuder wurde Perrys eigenes Glied steif, „…und davon hattest Du schon mehr zwischen Deinen Fingern und sonst wo als manche Puffmutter, also stell Dich nicht so an!“

„Du hat gut reden, Blödmann!“, fauchte sie. „Ich bin diejenige, die sich hier an zwei muffelnden Hengsten vergreifen soll, während Du gemütlich zu Hause hockst und Dir wahrscheinlich gleich den Hintern aufheizen lässt!“ Sie konnte ja so vulgär sein!

„Glaub mir, ich würde liebend gerne mit Dir tauschen, Schatz, aber das geht ja leider nicht…“

„Ach, leck mich!“, zischte Kay wütend.

„Kommt nicht in Frage!“, belehrte Perry sie. „Niemals wird meine Zunge mit einer Muschi in Berührung kommen, nicht einmal mit Dei…“

„Leck mich am Arsch!“

„Oh! Okay… darüber ließe sich natürlich unter gewissen Umständen reden…“

Doch er sprach mit einer toten Leitung. Kay hatte bereits aufgelegt.

Perry stand auf. Die Gedanken an lange, glänzende Pferdepimmel und feucht schimmernde, moschusduftende Rosetten hatten seinen Schwanz so hart werden lassen, dass er glaubte, damit einen Nagel in die Wand dreschen zu können. Er löste den Stoffgürtel seines Kimonos, bewunderte die imposante Latte zwischen seinen Beinen und überlegte sich gerade, wie er seine jüngste Eroberung damit am besten schänden könne, als Manuel voll bekleidet mit energischen Schritten aus dem Schlafzimmer stürmte. Im Vorbeilaufen warf er einen geringschätzigen Blick auf Perrys zuckende Erektion. „Netter Versuch“, sagte er verächtlich, „aber dafür ist es jetzt leider zu spät. Mach’s schlecht, Süßer.“ Mit einem lauten Knall fiel die Tür ins Schloss.

„Scheiße!“, stammelte Perry, als ihm klar wurde, was gerade passiert war. „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“

Die angewinkelten Beine fest umschlungen, saß Kay entmutigt und am Rande der Verzweiflung in der Dunkelheit des Transporters und lehnte sich gegen die kühle Wand. Diese Mission entwickelte sich zunehmend zu einem Fiasko. Anfangs war alles nach Plan verlaufen, doch jetzt lag Jackson ohnmächtig und mit runtergelassenen Hosen in einer Pferdebox, Perry amüsierte sich zuhause mit einem seiner zahlreichen Lover, und sie steckte hier fest und musste eine Entscheidung treffen.

Mühsam versuchte Kay, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Welche Optionen blieben ihr in dieser Lage? Erstens: Sie konnte die Mission abbrechen und das Fahrzeug bei der nächstbesten Gelegenheit verlassen. Die Pferde würden das Rennen gewinnen, und Carson bekäme von Falcone den Auftrag zur Massenproduktion von PEGASUS. Zweitens: Sie konnte die Pferde mit einer Giftinjektion töten und es so aussehen lassen, als habe PEGASUS sie umgebracht. Das dafür benötigte Toxid hatte sie bei sich. Dadurch würde sie jedoch außer einem zeitlichen Aufschub rein gar nichts gewinnen, und es widerstrebte ihr zutiefst, dafür diese beiden armen, unschuldigen Tiere zu opfern. Drittens: Sie tat das, wozu Perry ihr geraten hatte.

Kay ächzte. Ihr war inzwischen so warm, dass sie schwitzte, deshalb nahm sie Mütze ab, öffnete ihre Weste und die enge Jacke. Darunter trug sie ein schwarzes Shirt.

Da die erste und zweite Möglichkeit für sie absolut nicht in Frage kamen, blieb ihr keine andere Wahl: Sie musste es diesen beiden stattlichen Hengsten irgendwie besorgen, und zwar hier und jetzt.

Perry täuschte sich in einem Punkt: Sie war garantiert alles andere als prüde, doch selbst für Kay gab es bestimmte Grenzen, die sie nicht überschreiten und Praktiken, von denen sie nichts wissen wollte. Dazu gehörte auch Sodomie. Aber blieb ihr denn etwas anderes übrig? Sie blickte nach oben zu den riesigen Tieren, die leise schnaubten, und zog sich die Handschuhe aus. „Also dann, Jungs“, seufzte sie schicksalsergeben, „ich schätze, es ist an der Zeit, dass wir uns besser kennen lernen.“

Keine Antwort war auch eine Antwort. „Na schön… ich bin bereit, wenn Ihr es seid. Also bringen wir’s hinter uns“, sagte sie und beugte sich nach vorne.

Auf allen Vieren kroch Kay unter den rechten Hengst, den sie aufgrund der Fotos, die Perry ihr von den Pferden geschickt hatte, als Hector identifizierte, und näherte sich dessen Gehänge, das sie in der Dunkelheit nur undeutlich ausmachen konnte. Hector wieherte leise und stampfte unruhig auf und ab. „Ganz ruhig, mein Hübscher“, versuchte Kay ihn zu beruhigen und hoffte inständig, dass sich Hectors Nervosität nicht auf Brutus übertrug. „Ich will Dir doch nichts Böses, also mach es uns beiden nicht so schwer…“

Behutsam streckte sie die Hand aus und streichelte Hectors Hoden. Diese ungewohnte Berührung schien ihn zu erschrecken, denn er wich sofort zurück, soweit sein Geschirr es zuließ. Kay krabbelte weiter auf ihn zu und versuchte es noch mal, doch das Ergebnis war wenig ermutigend. Der Hengst trabte ängstlich auf und ab und schien nicht zu begreifen, was mit ihm geschah.

Ein letztes Mal legte Kay ihre Hand an Hectors Genitalien und ließ sie diesmal dort ruhen, bis das Pferd sich ein wenig entspannte. „Na also“, sagte Kay mit neuer Zuversicht, „ist doch gar nicht so schlimm, oder?“ Sie wusste allerdings nicht genau, ob sie mit dem Hengst sprach oder mit sich selbst.

So blieb sie ein paar Minuten unter Hector und sprach mit ihm, damit er sich an ihre Stimme gewöhnte, dann fing sie noch einmal an, ihn vorsichtig zwischen den Beinen zu streicheln. Nun schien es ihm nichts mehr auszumachen, denn er verhielt sich weiterhin ruhig. Sein Hoden war warm und trocken und fühlte sich an wie aus feinem Leder. Zärtlich fuhr Kay mit der Hand darüber, als ihr ohne Vorwarnung etwas Schweres entgegen plumpste und in rasanter Geschwindigkeit zu stattlicher Größe heranwuchs. „Ach Du meine Güte!“, durchfuhr es Kay, als Hectors gefleckter Penis wenige Millimeter vor ihrem Gesicht zum Stillstand kam. Von wegen, ein Pferdepimmel sei nichts anderes als ein großer Männerpimmel. Sie hatte solche Schwänze zwar schon auf Fotos gesehen und einmal auch in der Realität, als sie während einer Mission in einem Zirkus arbeiten musste…, aber so einem Mordsding aus nächster Nähe zu begegnen, war etwas ganz anderes.

„So weit, so gut“, meinte Kay und holte die Tube mit der Gleitcreme hervor, die sie immer bei sich trug. Sie verrieb einen ordentlichen Klecks davon zwischen ihren Händen und begann sanft das vor ihr baumelnde Rohr zu massieren. „Fühlt sich super an, stimmt’s?“, erkundigte sich bei Hector. Vor und zurück glitten ihre Finger und verstärkten langsam den Druck, um dem Hengst möglichst das Gefühl zu bescheren, er stecke in einer engen Stute. Wenn sie bislang geglaubt hatte, der Penis des Hengstes sei stramm, hatte sie sich allerdings getäuscht, denn das Glied richtete sich immer weiter auf.

Hector stand jetzt ganz still. Seine Eichel schwoll noch stärker an, und Kay wusste intuitiv, dass er kurz davor war zu ejakulieren. In diesem Augenblick durchzuckte sie ein höchst alarmierender Gedanke: Wohin mit Hectors Samen? Darüber hatte sie bislang überhaupt nicht nachgedacht! Würde Carson beim Ausladen der Pferde das Sperma auf dem Boden entdecken? Sie wusste es nicht, wollte aber auf keinen Fall ein Risiko eingehen, das ihren Plan im letzten Moment vereiteln konnte. Leider war es zu spät, Hectors Erguss noch länger hinauszuzögern und sich nach einem geeigneten Behälter umzusehen. Sie spürte, dass der Hengst seinen Höhepunkt erreichte.

„Verdammt!“, zischte Kay, als ihr klar wurde, dass es nur eine Möglichkeit gab, verräterische Spuren zu vermeiden. „Perry, das wirst Du mir noch mal büßen…“

Ohne auch nur eine Sekunde länger darüber nachzudenken, presste Kay ihre Lippen so fest wie möglich auf die Spitze des mächtigen Gliedes und umschloss dessen Öffnung. Wohl wissend, was gleich geschehen würde, schaltete sie jeden rationalen Gedanken ab, ignorierte den strengen Geruch um sie herum und den ungewohnten Geschmack auf ihrer Zunge und konzentrierte sich einzig und allein darauf, jetzt nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren.

Im selben Moment spritzte der Hengst die erste Ladung salziger heißer Flüssigkeit ab und füllte damit jeden Winkel ihres Mundes. So schnell sie konnte, zwang Kay das Sperma runter, um Platz für den nächsten Schwall zu schaffen, der unmittelbar darauf folgte. Mit geschlossenen Augen hielt sie den Penis zwischen ihren Händen, um alles in sich aufzunehmen. Die Menge war jedoch so gewaltig, dass sie ihr über das Kinn lief und ihr schwarzes Shirt durchtränkte. Es war, als würde sie sämtlichen Matrosen der ‘Excelsior’ gleichzeitig einen blasen!

Erst als sie sicher sein konnte, dass es vorbei war, löste sie sich schwer atmend von Hectors Genital und streckte sich erschöpft und überwältigt von dem Erlebnis auf dem Boden aus. Unter ihr donnerten die breiten Reifen über den Asphalt des Highways.

Kay lag einfach nur da und versuchte, das soeben Geschehene zu begreifen. Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen, die noch immer vom Samen des Pferdes benetzt waren. Bravo Kay, gratulierte sie sich selbst sarkastisch und konnte es dennoch kaum glauben – Du hast gerade Pferdesperma geschlürft!

„Und es war gar nicht mal so übel gewesen, nicht wahr?“, meldete sich eine innere Stimme, die sie nur zu gut kannte. Kay versuchte anfangs, sie zu ignorieren, doch sie wusste, dass es keinen Zweck hatte. Wenn ihre hungrige Möse erst mal wach war, wollte sie auch gefüttert werden, und ihre vorangegangene Aktion war mehr als geeignet gewesen, das kleine Mistding zu wecken. Als hätte ihre Muschi plötzlich das Kommando übernommen, lenkte sie Kays Blick auf den Pimmel des anderen Hengstes und flüsterte ihr etwas zu…

„Vergiss es“, sagte Kay in Gedanken energisch. „Das Ding ist viel zu groß! Es würde mich umbringen!“

„Nein, würde es nicht“, widersprach ihre Möse lockend und fing bereits an, den nötigen Schmierstoff zu produzieren.

„Bist Du wahnsinnig?“, schimpfte Kay und dachte gleichzeitig wieder an den Geschmack des Spermas, das sie gerade getrunken hatte. Es war wirklich nicht so schlimm gewesen, wie sie zuerst gedacht hatte, und es würde ihr sicher auch ein zweites Mal gelingen…

„…aber von so einem gigantischen Schwanz gefickt zu werden, wäre noch viel besser“, säuselte ihre Möse verführerisch. „Es wäre fantastisch!“

„Sei still!“, fauchte Kay leise.

„Stopf mir doch das Maul, antwortete ihre Möse provozierend.“

Oh Gott, wo wird das nur enden… Wieder warf Kay einen verstohlenen Blick auf Brutus’ prallen Hoden. Ein wohliges Prickeln breitete sich in ihrem ganzer Körper aus, und ihr Puls beschleunigte sich.

„Millionen von Frauen träumen ihr Leben lang davon, es mal mit einem Hengst zu treiben“, wisperte die Möse, „aber Du hast die einmalige Gelegenheit dazu, es wirklich zu tun… außerdem kannst Du jederzeit aufhören, wenn es Dir nicht gefällt… niemand wird es je erfahren…“

Herrgott, warum konnte ihre gierige Fotze nicht endlich Ruhe geben! Einem Gaul den Pimmel zu massieren und seinen Samen zu schlucken war ja schon abartig genug, – selbst unter diesen außergewöhnlichen Umständen, – aber sie würde sich auf gar keinen Fall von einem Pferd – einem PFERD! – bumsen lassen! No way! Völlig ausgeschlossen! Ende der Diskussion!

Obwohl…

Erneut schielte Kay zwischen die strammen Schenkel des Pferdes und stellte sich vor, wie sie ihn dort erst mit ihrer Hand und dann mit ihrer Zunge streichelte, bis er sich in all seiner Herrlichkeit vor ihr aufrichtete… Langsam ging die Fantasie mit ihr durch.

Wäre es denn wirklich möglich, sich von diesem Hengst…? Natürlich nicht wie eine Partnerin seiner eigenen Gattung, aber mit etwas Geschick und der nötigen Vorbereitung…? Hmmm… Sie überlegte, wie sie es wohl – natürlich rein theoretisch – am besten anstellen könnte und worauf sie achten müsste, doch je länger sie darüber nachdachte, desto mehr gefiel ihr die Idee, und schließlich konnte sie sich nicht länger etwas vormachen: Ja! Sie wollte unbedingt spüren, wie dieses gewaltige Glied in sie eindrang und sie vollpumpte!

Ihre Möse hatte gewonnen.

Wie immer…

Hodges reichte ein weitere Tasse Kaffee an Mason und schaltete das Radio ein, nicht der Musik wegen, sondern um den Verkehrsbericht zu hören, der halbstündlich gesendet wurde. Selbst um diese Zeit war der Highway dicht befahren, aber sie kamen flüssig durch. Es gab weder Baustellen noch Unfälle auf der Strecke, und Mason fuhr den Wagen so gleichmäßig wie ein Tempomat. Hodges lehnte sich entspannt zurück.

Immer die Kamera im Auge behaltend, zerrte Kay einen Strohballen von der Wand. Er sollte ihr als Stütze dienen, sobald sie unter dem Hengst stand. Der Ballen war schwerer als erwartet, und sie brauchte einige Minuten, um ihn weit genug unter Brutus zu schieben. In Gedanken sah sie wieder die rote Linie vor sich, die den toten Winkel markierte. Wenn sie sich leicht schräg hielt, würde der Körper des Tieres sie völlig verdecken… hoffte sie jedenfalls.

Kay schwitzte jetzt so sehr, dass sie beschloss, sich auszuziehen. Die Hose war ihr ohnehin nur hinderlich bei ihrem Vorhaben. Am liebsten hätte sie sich völlig nackt an Brutus herangemacht, doch ein letzter Rest Vernunft riet ihr, wenigstens die Jacke wieder überzustreifen, um nicht zu viel Zeit zu verlieren, falls irgendetwas Unvorhersehbares geschah.

„Na komm, mein Süßer“, flüsterte sie dem Pferd von unten zu, „lass es uns versuchen“. Wie sie es bei Hector getan hatte, krabbelte sie auf dem Boden entlang, bis sie nah genug an Brutus’ Hoden war, um ihn zu berühren. Statt ihn vorschnell zu streicheln, ließ sie dem Hengst Zeit, sich an den sanften Druck ihrer Hand zu gewöhnen. Da Brutus jedoch keine Spur von Angst zeigte, hob Kay das Gesicht und tastete mit ihrer Zungen nach der Spitze seines Gliedes, das sich noch immer im Futteral zwischen seinen Schenkeln verbarg. Sie schmeckte Salz und verschiedene andere Aromen, die sie nicht einordnen konnte. Gleichzeitig fing sie an, den Sack zu streicheln. Brutus reagierte sehr viel schneller als Hector, und schon wenige Sekunden später schob sich seine Eichel nach vorne, gefolgt vom seinem immer länger werdenden Schaft.

„Oh ja, das ist guuut…“, schwärmte Kay, ergriff den Penis und leckte ihn, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sie mit einem Tier trieb. Hier, in der intimen, feuchtwarmen, nach Heu und Pferd duftenden Dunkelheit, schien es ihr, als habe sie die Realität verlassen und befände sich schon in einer Traumwelt, in der jede Fantasie wahr werden konnte… eine Welt, in der es nicht ungewöhnlich war, dass sich Menschen mit Wesen anderer Gattungen paarten, wie einst Leda, die von Zeus in der Gestalt eines stolzen Schwans begattet wurde… oder Pasiphaë, die sich in einer künstlichen, aus Holz gezimmerten Kuh von einem weißen Stier besteigen ließ… all diese berühmten Sagen und Mythen kamen Kay in den Sinn, während sie den Hengst an seiner intimsten Stelle leidenschaftlich liebkoste.

Dann hielt sie es nicht mehr aus. Sie musste endlich wissen, ob sie es mit Brutus aufnehmen konnte. Sie erwärmte das Gleitgel zwischen ihren Händen und verteilte es großzügig auf der vorderen Hälfte des harten Schwanzes. Ihre Vagina war so schlüpfrig, wie sie nur sein konnte und bereit, alles in sich hineinstopfen zu lassen…

Kay stand auf und drehte sich um. Ihr Rücken und ihre Kehrseite schmiegten sich an Brutus’ Bauch. Mit einer Hand stemmte sie sich auf dem Strohballen ab, mit der anderen griff sie hinter sich, bis sie das warme, harte, muskulöse Fleisch fühlte. Sie führte die runde Eichel an die richtige Stelle und rieb sie ein paar Mal an ihrer tropfnassen Spalte. Dann war es soweit.

Vorsichtig drückte sich Kay weiter nach hinten und spürte, wie sie mehr und mehr ausgefüllt würde. Ihre Scheide dehnte sich fast bis zur Schmerzgrenze, als ihre Schamlippen sich um Brutus’ Knolle schlossen und der Penis ein kleines Stück in ihr verschwand. Kays Körper zitterte jetzt vor Anstrengung, und ihre Haut war mit feinem Schweiß bedeckt. Mit geschlossenen Augen konzentrierte sie sich darauf, ganz entspannt zu bleiben und sich nicht zu verkrampfen. Mit leichten Stoßbewegungen nahm sie das Glied des Hengstes weiter in sich auf, bis sie das Gefühl hatte, eine Pause einlegen zu müssen, um sich erst einmal an das riesige Ding zu gewöhnen.

Genau in diesem Augenblick fuhr der Wagen über eine Bodenwelle.

Hodges setzte sich ruckartig auf und drehte das Radio leiser. „He, hast Du das gehört?“

„Ja“, antworte Mason, ließ sich davon aber nicht ablenken, sondern folgte weiterhin konzentriert dem Straßenverlauf, wie es sich für einen Profi wie ihn geziemte. „Irgendeine Ahnung, was das war?“

„Keinen blassen Schimmer. Klang fast wie ein Schrei… und zwar aus dem Laderaum!“ Hodges starrte angestrengt auf den Monitor, doch alles, was er sah, waren die Schultern, Rücken und Hinterteile der Hengste. Er aktivierte die Mikrofone. Ein lautes Rauschen erfüllte die Kabine. Das Rumpeln der Reifen war deutlich zu hören, dazu das Schnauben eines Pferdes. „Hm, sieht alles ganz ruhig aus da hinten.“

„Wir haben uns das doch nicht eingebildet“, meinte Mason, der über ein gutes Gehör und scharfe Sinne verfügte. „Ruf Carson und frag ihn, was wir tun sollen. Er ist der Boss, also liegt die Entscheidung bei ihm.“

Hodges nickte, griff nach dem CB-Funkgerät über seinem Kopf und betätigte einen Schalter. „Mr. Carson, hier spricht Hodges. Bitte melden.“

„Carson hier“, kam prompt die Antwort aus dem Lautsprecher. „Ich empfange Sie klar und deutlich. Was gibt’s?“

„Sir, wir haben ein Geräusch gehört. Es schien aus dem Laderaum zu kommen.“

„Ein Geräusch? Was für ein Geräusch?“

„Nun, es hörte sich an wie ein kurzer Schrei.“

„Ein Schrei?“ Carson klang verwirrt… und ängstlich. „Etwa von den Pferden?“

„Nein, Sir, das ganz bestimmt nicht“, sagte Hodges. „Den Tieren geht’s gut, soweit ich das von hier aus beurteilen kann. Sie wirken allerdings ein wenig unruhig. Besonders Brutus.“

„Und Sie haben sich bestimmt nicht geirrt?“, fragte Carson nach.

„Nein, Sir. Wir beide haben das Geräusch gehört.“

„Bleiben Sie auf Empfang.“ Eine kurze Pause trat ein, dann meldete sich Carson wieder. „Wir sind jetzt direkt hinter Ihnen. Der Laderaum ist noch immer verschlossen. Da drin kann nichts sein außer Brutus und Hector.“

„Vielleicht hat sich eine Stange verzogen, als wir über eine Bodenwelle gefahren sind“, mutmaßte Hodges. „Das wäre zwar ungewöhnlich, aber nicht völlig auszuschließen. Sollen wir anhalten und nachsehen?“

„Auf gar keinen Fall!“, sagte Carson schnell. „Jede weitere Störung würde die Tiere nur noch nervöser machen. Fahren Sie einfach weiter und halten Sie mich auf dem Laufenden, verstanden?“

„Ja, Sir, verstanden“, bestätigte Hodges. „Wird gemacht. Over und Aus.“

Hodges schob das Sprechfunkgerät zurück in die Halterung. „Du hast gehört, was der Boss sagt.“

Mason nickte stumm. Noch eineinhalb Stunden bis Dalton Springs.

Kay presste ihr Gesicht in das Stroh und krallte sich mit den Fingern darin fest, um einen weiteren Schrei zu ersticken. Tränen standen ihr in den Augen, und ihr Atem ging stoßweise.

Es hatte eine Erschütterung gegeben, bei der Brutus einen ruckartigen Schritt nach vorne getan hatte. Ein kleiner Schritt für Brutus – fünfzehn Zentimeter seines prallen Pimmels in Kays Vagina, die nicht für so etwas gemacht war! Der Hengst hatte sie regelrecht aufgespießt!

Jetzt nur nicht ohnmächtig werden, sagte sie sich selbst und hoffte inständig, dass ihr Laut von den beiden Männern überhört worden war. Angestrengt lauschte sie, ob der Wagen seine Geschwindigkeit verlangsamte, während sie gleichzeitig den Riesenprügel des Hengstes in sich spürte…, doch nichts dergleichen geschah.

Aus dem Augenwinkel sah Kay gerade noch rechtzeitig das grüne Licht. Die Mikrofone waren aktiviert worden. Und der Störsender ihres Handys war nicht aktiv. Auch das noch! Warum ausgerechnet jetzt, wo sie nichts lieber getan hätte als laut zu stöhnen und zu keuchen, um sich ein wenig Erleichterung zu verschaffen.

Oh Gott, wie groß und hart und unnachgiebig die Samenpumpe des Hengstes war! Worauf hatte sie sich da nur eingelassen? Brutus’ Penis steckte tief und fest in ihr, und sie konnte nur beten, dass sie dadurch nicht verletzt worden war. Der Unterleib tat ihr schrecklich weh. Sie hatte doch vorgehabt, sich das Ding ganz langsam einzuführen, um sofort aufhören zu können, wenn es zu viel wurde. Stattdessen war Brutus mit einem unerwarteten Ruck in sie gefahren!

Mit zitternden Beinen stand Kay unter dem Hengst, beugte sich auf dem Strohballen zaghaft ein wenig nach vorn und spürte, wie sich das Rohr in ihr bewegte. Unglaublich, dass er überhaupt in ihrer Möse Platz gefunden hatte, ohne sie zu zerreißen.

Ängstlich tastete Kay mit einer Hand zwischen ihren Schenkeln umher und fühlte die nasse Stelle, wo Brutus’ Schwanz endete und ihre Möse anfing. Sie konnte in der Dunkelheit zwar nichts sehen, aber dafür schmecken, daher wusste sie, dass die Flüssigkeit an ihren Fingern kein Blut war. Eine Welle der Erleichterung überkam sie. Sie robbte auf dem Strohballen vorwärts, bis der Pimmel des Hengstes mit einem leisen Schmatzen aus ihr herausflutschte. Was für eine Wohltat das war!

Kay atmete auf. Abgesehen von einem gehörigen Schrecken war ihr ganz offensichtlich nichts passiert. Sie legte sich rücklings auf den Strohballen und streichelte ihre überreizte, aber ansonsten unbeschädigte Muschi, als Brutus ungehalten schnaubte. Sein Riemen war noch immer voll erigiert und baumelte glänzend vor ihr auf und ab, bereit zu neuen Abenteuern.

„Nein, mein Lieber“, dachte Kay, „daraus wird nichts. Ich kann es Dir gerne mit der Hand besorgen, aber ein zweites Mal lasse ich Dich nicht an mich ran, so leid es mir tut.“

Dann musste sie wieder an die Nacht denken, als die Gang sie überrascht und gnadenlos in den Arsch gefickt hatte. Damals dachte sie auch, die Schmerzen wären nicht auszuhalten, doch irgendwann verwandelte sich die Qual in eine lustvolle Pein. Aber das hier war etwas völlig anderes… oder?

Jetzt, wo sie doch das Schlimmste schon überstanden und festgestellt hatte, dass es tatsächlich möglich war…? Wäre dieser mächtige Muskel nicht so unerwartet heftig in sie eingedrungen, hätte sie seine pralle Größe womöglich in vollen Zügen genießen können, bis…

„…bis mich Brutus mit seinem heißen Samen gefüllt hätte“, stöhnte Kay lautlos, und wieder überkam sie ein prickelnder Schauer. Oh ja, es musste ein herrliches Gefühl sein, zu spüren, wie sich die Wärme schlagartig in ihrem Innersten ausbreitete. Und was es für eine Befriedigung es wäre, einem so stattlichen Tier wie einem Hengst auf diese Weise zum Höhepunkt zu verhelfen…

Kay sah noch immer den gigantischen Schwanz über sich aufragen. Sie hatte es in ihrem Leben mit Hunderten, ach was, mit Tausenden von Männern und Frauen auf beinahe jede Art getrieben, doch all das verlor an Bedeutung angesichts dieser Herausforderung. Fast schien es ihr, als wären ihre bisherigen sexuellen Experimente und Eskapaden nur die Vorbereitung auf diese Nacht gewesen. Wollte sie nun davor kneifen oder es wenigstens auf einen zweiten und letzten Versuch ankommen lassen?

Als wäre es ein Zeichen des Schicksals, der ihr diese Entscheidung erleichtern sollte, erlosch das grüne Lämpchen über ihr wieder. Also gut, entschloss sich Kay, rutschte von dem Strohballen und sank vor Brutus in die Knie.

„Auch wenn Du mir erneut Schmerzen bereitest, so will ich heute Nacht Dein sein! Ich will mich Dir hingeben, Dich in mir aufnehmen, mich mit meiner viel zu kleinen Öffnung um Dich schließen, bis Du Dich in mir erleichtert hast! Vereine Dich mit mir… und fick mich, wie mich noch niemand vorher gefickt hat!“

Sie küsste die Spitze seines Gliedes lange und ausgiebig wie den Mund eines Geliebten und strich mit den Händen den langen glatten Schaft entlang. Als sie die frischen Lusttropfen zwischen ihren Beinen spürte, drehte sie sich um, ergriff das harte Teil und presste es sich mit neuer Entschlossenheit in ihre ölige Scheide. Und siehe da – der befürchtete Schmerz blieb aus.

Nach einer kurzen Weile fasste Kay neuen Mut und fing an, ihr Becken hin und her zu schieben. Es tat noch immer ein wenig weh, doch mit jedem Stoß schien sich ihre Vagina weiter anzupassen. Brutus war nun in ihr, und wenn er auch nicht so tief in sie eindringen konnte wie in eine echte Stute, so würde die Umklammerung seines Prügels durch ihre Scheidenmuskulatur hoffentlich ausreichen, um ihn zum Abspritzen zu bringen…

Für einen kurzen Augenblick glaubte Hodges, etwas Helles auf dem Monitor aufblitzen zu sehnen, doch gleich darauf war es verschwunden, und als die Kamera wieder auf Brutus’ Seite schwenkte, schien alles wie vorher. Vielleicht war es ja nur ein Lichtreflex gewesen…

Hodges wollte auf keinen Fall ein zweites Mal mit Carson sprechen, der ohnehin schon gefährlich nah am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu balancieren schien. Und der Mann hatte ja Recht: Außer den Pferden konnte sich nichts im Laderaum befinden. Sie waren schließlich zu dritt dort gewesen, als die Tiere hereingeführt wurden, und hatten alles genau überprüft. Die Seitentür war ebenfalls fest verschlossen, es gab also keinen Grund zu der Annahme, da hinten gehe etwas Ungewöhnliches vor sich. Und so entschied sich Hodges, einfach den Mund zu halten. Es waren sowieso nur noch dreißig Minuten bis Dalton Springs.

Noch einmal presste Kay ihr Gesicht in das Stroh, dieses Mal jedoch nicht aus Schmerz, sondern um ihr wohliges Wimmern zu unterdrücken. Jetzt, da sich das warme Glied des Hengstes gut geschmiert in ihr auf und ab bewegte und sie sowohl die Tiefe seines Eindringens als auch das Tempo kontrollieren konnte, empfand sie jeden Stoß wie einen lustvollen Stromschlag, der durch ihren ganzen Körper jagte, von den Zehen bis zu den Haarspitzen. Sie steigerte und verringerte die Geschwindigkeit ganz intuitiv und hielt zwischendurch inne, um sich jede Einzelheit dieses Erlebnisses genau einzuprägen… und die Ejakulation hinauszuzögern, so lange es ging.

„Ich habe Sex mit einem Pferd, und es ist wunderbar!“ Dieser Gedanke ließ sie nicht mehr los, ja, er beflügelte sie förmlich. Zweimal löste sie sich ganz von Brutus, nur um sein erneutes Eindringen zu genießen. Sie war noch immer so eng, dass sie ihn wie mit einer Faust fest umschloss, aber sie fand es herrlich.

So vielen Frauen und Männern hatte sie ihren Körper geschenkt, auf so viele Arten waren sie in sie eingedrungen, doch was in dieser Nacht geschah, ließ sich mit nichts vergleichen. Es war die Erfüllung einer Sehnsucht, der sich Kay nie zuvor bewusst gewesen war… bis heute… bis zu diesem Augenblick…

Und dann war es soweit. Kay fühlte, dass sich die Eichel in ihr verdickte, ein untrügliches Zeichen, dass der Erguss unmittelbar bevorstand. Immer schneller rutschte der Pferdepenis zwischen ihren Beinen vor und zurück, bis Brutus sein Sperma in Kay entlud!

„Oh, Du Lieber… Du Süßer…“, stöhnte Kay enthusiastisch in das duftende Heu, doch als Brutus sich aus ihr zurückziehen wollte, erlaubte sie es ihm nicht, sondern drängte sich weiter an ihn, um seine Stärke noch länger in sich zu behalten, bis sie selbst einen unbeschreiblich intensiven Orgasmus erlebte und glücklich seufzte.

„Geschafft“, flüsterte sie zufrieden und ruhte sich aus, bis sie wieder einigermaßen klar denken konnte.

Als sich der Hengst endlich von ihr lösen durfte, floss seine warme Soße in einem Rinnsal an Kays nackten Beinen entlang zu Boden. Sie wartete geduldig, bis der Bach versiegt war, dann kniete sie sich hin wischte die Pfütze mit ihrem Shirt auf.

Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es höchste Zeit war, den Strohballen wieder an seinen Platz zurück zu zerren und alle Spuren zu beseitigen.

Als Mason den Transporter in einer weiten Kurve vom Highway nahm und kurz darauf an der Schranke vor dem Stadion hielt, um dem Wachmann die Papiere zu zeigen, schlüpfte Kay in ihr Versteck und kauerte sich erschöpft zusammen.

Falcone ließ gegen sieben Uhr morgens seinen Wagen vorfahren und machte es sich auf der Rückbank bequem. Neben ihm saß ein mageres junges Mädchen mit kurzen blonden Haaren in einem knappen Top. Ihr Blick ging irgendwo ins Leere, doch wann immer Falcone es in den nächsten Stunden wünschte, würde sie sich wie ein Roboter über ihn beugen und mit dem Mund befriedigen, während er die Börsennachrichten auf dem Fernseher verfolgte (und wenn sie in Dalton Springs angekommen waren, würde sie seinem Fahrer ebenso teilnahmslos zur Verfügung stehen, bis die Zeit der Heimreise gekommen war, aber davon hatte Falcone keine Ahnung). Als Gegenleistung bekäme sie eine kleine Portion des teuren, weißen Pulvers, das sie so sehr liebte.

Falcone nahm den Scotch on the Rocks mit genau der richtigen Menge Eis entgegen, den das Mädchen ihm beinahe wie in Zeitlupe reichte, und klopfte mit seinem vergoldeten Siegelring gegen die verdunkelte Scheibe, die den luxuriösen hinteren Teil der Limousine vom Bereich des Chauffeurs trennte.

Während sie fast geräuschlos durch das Haupttor fuhren, dachte Falcone an den bevorstehenden Tag. Heute würde er PEGASUS zum ersten Mal in Aktion erleben. Wenn Carsons Erfindung auch nur halb so gut war, wie der Chemiker behauptete, wäre Falcones Organisation in wenigen Jahren an der Spitze des Sportwettengeschäfts und des Doping-Handels… und er selbst der mächtigste Syndikats-Chef von allen!

Den Gedanken an die vage Möglichkeit, dass PEGASUS versagen könnte, verdrängte Falcone beharrlich. Er hatte zu viel in diesen Stoff investiert, um jetzt an seinem Erfolg zu zweifeln.

„Cherie, mach mich glücklich“, gähnte er dem blonden Mädchen zu, und Cherie gehorchte.

Wie immer war das Independent Race von Dalton Springs restlos ausverkauft. Aus sämtlichen Ecken des Landes strömten die Besucher herbei. Schon seit den frühen Morgenstunden drängelten sich alle Arten von Familienautos, Bussen und Wohnmobilen auf dem Parkplatz vor dem Stadion. Menschenmassen schoben sich zwischen den unzähligen Imbiss-Buden und Souvenir-Ständen hin und her, während Live-Bands. Akrobaten und Kunstreiter für die nötige Unterhaltung sorgten. Die Tribünen waren an diesem Tag ausnahmslos in den amerikanischen Nationalfarben dekoriert, Ballons tanzten an dünnen Schnüren in der Luft, und überall wehten Stars and Stripes.

Es herrschte ausgelassene Volksfeststimmung, als sich Kay am Nachmittag mit Baseballkappe und Sonnenbrille unauffällig unter die Menge mischte. Sie wählte einen Platz, von dem aus sie sowohl das Rennen als auch die Loge der Ehrengäste gut beobachten konnte. Mit dem Fernglas suchte sie die gegenüberliegenden Sitzreihen ab, bis sie Falcone und seine Männer entdeckte.

„Kay?“, hörte sie Perrys kleinlaute Stimme in ihrem linken Ohr. „Kannst Du mich hören? Bitte melde Dich, wenn Du nicht mehr sauer auf mich bist… bist Du noch sauer auf mich?“

Sie musste schmunzeln und schaltete das winzige Mikrofon am Kragen ihrer Jacke ein. „Hi Perry“, sagte sie. „Ja, ich höre Dich. Und nein – ich bin nicht sauer auf Dich.“

„Dem Himmel sei Dank!“, atmete Perry erleichtert auf. „Ich hatte mir ja solche Sorgen um Dich gemacht, nachdem ich nichts mehr von Dir gehört habe… Hör mal, das mit Manuel war ein Fehler, ich weiß, und ich hatte auch gar nicht vor, an diesem Abend jemanden mit nach Hause zu nehmen… es ist einfach irgendwie passiert… so was kommt nie wieder vor, ehrlich!“

„Schon gut“, sagte Kay. „Hattest Du wenigstens Deinen Spaß?“

„Ach was! Der ganze Abend war eine einzige Pleite. Dein Anruf hat doch alles verdorben!“, sagte er vorwurfsvoll. „Du kannst ja nicht mal einen einfachen Routine-Auftrag ohne meine Hilfe ausführen. Aber jetzt erzähl doch mal… wie ist es gelaufen?“

„Alles bestens“, antwortete Kay, und das stimmte sogar. Sie waren ohne Zwischenfälle im Dalton Springs Stadion angekommen, und nachdem Carson die Pferde abgeholt hatte, war es Kay gelungen, das Fahrzeug mitsamt ihrer Ausrüstung unbemerkt zu verlassen. Der Mietwagen war genau dort gestanden, wohin sie ihn bestellt hatte, und im Sunset-Motel, wo ein Zimmer auf ihren Namen reserviert war, hatte sie saubere Kleidung vorgefunden sowie eine komfortable Dusche. Nachdem sie sich den penetranten Pferdegeruch abgewaschen hatte, der aus jeder Pore ihres Körpers zu strömen schien, und mit dem schlanken Duschkopf in ihre immer noch enorm gedehnte Muschi eingedrungen war, um auch den letzten Rest von Brutus’ Samen aus ihrem Unterleib herauszuspülen, war sie von einer bleiernen Müdigkeit überwältigt worden und erst vor zwei Stunden wieder aufgewacht. In aller Eile hatte sie sich angezogen und war zur Rennbahn gefahren. Jetzt, nach zwei Hotdogs und einer Coke, fühlte sie sich frisch und ausgeruht und fieberte dem großen Ereignis entgegen.

„Und die Pferde sind… äh…“, setzte Perry zögerlich an, „…vorbereitet?“

„Das hoffe ich doch sehr, nach allem, was ich durchgestanden habe“, unterbrach ihn Kay.

„Dann hast Du sie also tatsächlich…?“

„Worauf Du Dich verlassen kannst!“

„Und? Wie war’s?“, fragte er aufgeregt.

„Ich werde den Teufel tun und Dir in der Öffentlichkeit jedes schmutzige Detail erzählen!“, lachte Kay.

„Ja, ist wahrscheinlich besser so“, gab Perry zu. Kurze Pause. „Hmmm… ist vielleicht nicht der richtige Moment…“, druckste er am anderen Ende der Leitung herum, „…aber ich muss Dir noch was gestehen…“

„Du erwischt mich gerade in bester Stimmung, also raus damit“, ermutigte ihn Kay.

„Okay, aber nicht böse werden, ja?“

„Meinetwegen.“

„Versprochen?“

„Großes Indianer-Ehrenwort, wenn’s sein muss. Meine Güte, Perry, nun sag doch endlich, was Du auf dem Herzen hast!“

„Na schön… Das Serum war völlig in Ordnung. Die Verfärbung war nur ein Nebenprodukt des Stabilisators, aber ohne Einfluss auf die Wirkung…“

Einen Augenblick lang glaubte Kay, ihr würden die Beine wegknicken. „Was sagst Du da?“

„Ehrlich, ich hatte keine Ahnung!“, versicherte er ihr hastig. „Der Rest des Serums, den ich noch hatte, war ebenfalls trüb geworden… und da Manuel schon abgerauscht war und ich nichts Besseres zu tun hatte, habe ich das Zeug auf die Schelle analysiert und dabei festgestellt… na ja, das damit alles okay war. Ich wollte Dir sofort Bescheid geben, konnte Dich aber nicht erreichen…“

„…weil ich mein Handy ausgeschaltet hatte und anderweitig beschäftigt war“, erinnerte sich Kay, und sah vor ihrem geistigen Auge wieder die prachtvoll angeschwollenen Pferdepenisse vor sich, roch ihren herben Duft, schmeckte das salzige Sperma, fühlte Brutus in ihre intimste Sphäre eindringen…

„…doch nie zugemutet, wenn ich…“

„Ich hätte also gar nicht…“

„Oh Kay, Liebes, es tut mir schrecklich leid! Ich hoffe, es war nicht allzu eklig…“

„Du hast ja keine Ahnung“, dachte Kay…, „und das ist auch gut so!“ Was in den drei Stunden in der Dunkelheit des Pferdetransporters geschehen war, würde für immer ihr Geheimnis bleiben. Sollte Perry ruhig glauben, sie hätte es den beiden Tieren nur mit der Hand besorgt. Weder er noch sonst jemand musste wissen, dass sie noch sehr viel weiter gegangen war…, dass sie Hectors Sperma getrunken und sich Brutus’ Glied so tief wie möglich in ihre zuckende Vagina geschoben und es mit dem Hengst getrieben hatte, als wäre sie seine Stute, und dass ihre Möse zum ersten Mal seit langer Zeit satt und zufrieden war!

„Es war auszuhalten“, beruhigte sie ihn.

Perry wollte noch etwas sagen, doch der Stadionsprecher kündigte an, dass es nach all den kleineren Rennen, die schon den ganzen Tag über stattgefunden hatten, jetzt an der Zeit war für das Ereignis, auf das schon alle gespannt warteten: Der Große Preis von Dalton Springs am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag.

„Es geht los!“, sagte Kay.

„Benutzt Du gerade den Feldstecher, den ich Dir mitgegeben habe?“

„Ja… wieso?“

„Warte… okay, ich bin jetzt online und sehe alles, was Du auch siehst.“ Das Fernglas war gleichzeitig eine Videokamera, die alle Bilder nahezu in Echtzeit auf Perrys Computer übertrug.

Eine fiebrige Spannung breitete sich im Publikum aus. Fast alle Besucher hatten an den Wetten teilgenommen und hofften auf den Jackpot. Die Namen sämtlicher Pferde und ihrer Jockeys erschienen auf der riesigen digitalen Anzeigentafel, zusammen mit den aktuellen Wettquoten. Brutus tauchte ziemlich weit unten auf.

„Falcones Pferd wird als Außenseiter gelistet“, sagte Kay.

„Kein Wunder“, meinte Perry, „die Mähre hat bisher noch nie ein Rennen gewonnen.“

Plötzlich fühlte Kay ein flaues Gefühl im Magen. Sie schickte ein Stoßgebet gen Himmel, dass ihre Mission erfolgreich war.

Die Pferde und ihre Reiter wurden in die Startboxen geführt. Kay schwenkte den Feldstecher und sah einen schmalen, dunkelhäutigen Mann auf Brutus’ Rücken. Meine Güte, wie groß ihr der Hengst erschien, selbst aus dieser Entfernung! Unvorstellbar, dass sie noch vor wenigen Stunden schwitzend unter ihm gestanden hatte… Sie hob das Fernglas wieder Richtung Loge. Gerade kam Carson an und nahm neben Falcone Platz. Die beiden Männer wechselten ein paar Worte miteinander, doch ihre Gesichter blieben ernst.

„Carson sieht sehr nervös aus“, meinte Perry.

„Er hat auch allen Grund dazu.“ Genau wie ich, dachte Kay. „Was wird mit ihm passieren, wenn Brutus das Rennen verliert?“

„Carson weiß eine Menge über Falcones Organisation. Wir werden ihm einen Deal vorschlagen: Das volle Zeugenschutzprogramm, wenn er auspackt. Und natürlich muss er die Formel und sämtliche Unterlagen zu PEGASUS dem Pentagon überlassen. Hoffentlich können wir ihn früh genug aus dem Verkehr ziehen, bevor er in einer von Falcones Zementfabriken verschwindet…“

Der Startschuss fiel, die Gatter schwangen zur Seite, und die Pferde galoppierten los, angefeuert von Tausenden begeisterter Zuschauer. Vor ihnen lag eine lange Gerade, und noch befanden sich die Tiere fast alle auf gleicher Höhe. Doch dann geschah ein regelrechtes Wunder!

„Oh nein…“, hauchte Kay fassungslos, als Brutus sich auf der äußersten Bahn scheinbar unaufhaltsam nach vorne schob und ein Pferd nach dem anderen hinter sich ließ. Der Stadionsprecher überschlug sich fast vor Begeisterung, als er die Sensation kommentierte, die sich hier anzubahnen schien. Brutus rannte, als würde ihn der Teufel jagen, und schon nach kurzer Zeit lag er mit zwei Längen in Führung. Die Menge tobte vor Aufregung.

Kay konnte kaum noch hinsehen.

„Halt das Fernglas gerade!“, rief Perry ihr ins Ohr.

Sie riss den Feldstecher wieder hoch, als die Pferde in die erste Kurve gingen. Brutus lag noch immer vorne, doch jetzt näherte sich ihm ein anderer Hengst und zog an ihm vorbei. Kurz darauf geriet Brutus ins Mittelfeld und fiel immer weiter zurück.

„Es klappt!“, jubelte Perry, und erleichtert beobachteten er und Kay, wie Brutus mehr und mehr an Tempo verlor und von allen anderen Pferden überholt wurde, bis er ihnen erschöpft und weit abgeschlagen einsam hinterher trabte. Irgendwie tat er Kay leid, und sie fühlte sich ein wenig schuldig. Hätte sie den Hengst in der vergangenen Nacht nicht dazu verführt, sich so in ihr zu verausgaben…

Der Jockey lenkte sein Pferd zur Seite und stieg ab. Für Brutus war das Rennen vorbei.

Für Carson und Falcone ebenfalls.

Der Favorit, ein schwarzer Rappe namens ’Friendly Fire’, gewann unter dem Jubel des Publikums mit einer Länge Vorsprung, doch das bekamen Kay und Perry nur am Rande mit. Aufmerksam beobachteten sie, was in der Loge passierte. Falcone erhob sich aus seinem Sessel und ging wortlos an Carson vorüber, der völlig in sich zusammengesunken war und sein Gesicht in den Händen vergrub. Kays Mitgefühl mit dem Mann hielt sich in Grenzen.

„Perry?“

„Alles klar, Schmusekatze. Wir sind vorbereitet und werden Carson so schnell wie möglich unter einem Vorwand festnehmen und somit aus Falcones Schusslinie ziehen, am besten gleich an Ort und Stelle, wenn er das Stadion verlässt“, sagte Perry. „Herzlichen Glückwunsch, Kay! Du hast es wieder mal geschafft!“

„Wir, Perry“, verbesserte sie ihn. „Wir haben es wieder mal geschafft.“

„Sind wir nicht ein Spitzen-Team?“

„Sind wir“, versicherte sie ihm.

„Wann kommst Du wieder nach Hause?“ fragte er.

„Mal sehen. Ich glaube, ich nehme mir erst mal ein paar Tage frei“, überlegte Kay.

„Gute Idee, Sahnehäubchen“, meinte Perry. „Das hast Du Dir redlich verdient.“

„Und ob ich das habe“, sagte sich Kay und fühlte sich so gut wie schon lange nicht mehr.

„Bis später, Perry. Ich melde mich, sobald ich zurück bin.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Kay von ihrem Partner.

Sie überlegte gerade, wohin sie zur Erholung fahren wollte, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte und ihr eine männliche Stimme „Mission!“ ins Ohr raunte. Gleich darauf spürte sie, wie ihr etwas in die Gesäßtasche geschoben wurde.

Sie wartete noch ein paar Sekunden, dann zog sie den kleinen Umschlag unauffällig aus ihrer Jeans, drehte sich aber nicht um, da sie wusste, dass sie den Agenten nicht sehen würde, der ihr soeben die Instruktionen für ein bevorstehendes Briefing überreicht hatte. Auf diese Weise kontaktiert zu werden war äußerst ungewöhnlich, also lag wohl ein Notfall vor.

Auf ein Neues, dachte Kay und freute sich schon auf das bevorstehende Abenteuer.

Oh, sie liebte diesen Job!

ENDE

 

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