Waterdragon – Teil 5

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Safur hob überrascht seinen Kopf an, als sich die Türe zu seinem Gästezimmer öffnete und Draven durch die Türe trat, der weiße Labormantel wehte leicht hinter seiner imposanten Gestalt her, als er sich mit schnellen Schritten auf den Wasserdrachen zubewegte.

Draven lächelte und hob dann eine Hand der Schnauze des Drachens entgegen. „Was hast Du vor?“, fragte Safur ihn dann und der Wissenschaftler schmunzelte und fragte ihn dann offen heraus: „Etwas dagegen wenn ich Dich scanne?“

Safur blinzelte überrascht und schüttelte dann seinen Kopf. „N-Nein, absolut nicht“, meinte er dann, konnte sich nicht im geringsten ausmalen wofür man diese Scans verwenden konnte.

Draven lächelte zufrieden und legte dann eine Hand auf Safurs Flanke, welcher überrascht auffiepste, als die angenehme Wärme durch seinen Körper huschte und ihm einen Schauer durch den gesamten Körper jagte. Draven hatte den Drachen zwar schon zuvor gescannt, aber er wollte gerne noch einen zweiten Scan haben, da man so mehr Details hatte und Werte zum Abgleichen.

Safur sah ihn verdutzt an, als er sich von ihm abwandte und dann meinte: „Das wäre alles für heute. Du kannst Dich gerne ausruhen, wenn du magst.“

„Du kommst nur hier rein um einen Scan zu machen? Hast Du keine Fragen?”, Safur legte den Kopf schief und Draven seufzte, drehte sich dann zu ihn um. „Oh ich habe nur eine Frage. Wenn Du weißt wie ich es gemacht habe — wirst du mich umbringen lassen? Oder aber willst Du es mir ausreden diese Technologie zu benutzen und meine Arme zu vernichten sowie jegliche Unterlagen die es zu diesem Thema gibt?“ Er verschränkte seine Arme und Safur blinzelte verdutzt. „Ehm… ich… Keine Ahnung…“, meinte er dann und Draven nickte, wandte sich dann ab und sagte kühl: „Versuch gar nicht erst mich umzubringen. Es wird Dir nicht gefallen was du siehst.“

Wenn ein Götterdrache ein Mensch tötete, dann aß er dessen Seele und erhielt so die Erinnerungen des Menschen. So konnten Götterdrachen auch ihre Kräfte auffrischen, wenn sie keinen Sex mochten. Es gab immer wieder Menschen die zu einem Götterdrachen gingen um sich umzubringen zu lassen, weil sie entweder todkrank waren, oder aber nicht mehr mit dem Leben klar kamen.

Dann ging Draven wieder aus dem Gästezimmer und ließ Safur zurück, wandte sich seinen Laboren zu und versenkte sich in seiner Arbeit, ließ nebenbei noch einen Scan über seinen gesamten Körper laufen. Er entspannte sich ein wenig, als er keine Abweichungen seiner Werte und auch keine anatomische Verformung vorfand.

Safur legte den Kopf auf seinen Tatzen ab und sah zu der Türe. Draven war wirklich sehr kühl und abweisend im Moment. War er etwa in den heißen Quellen zuvor zu forsch gewesen und hatte Dinge angesprochen, die er nicht hätte ansprechen sollen? Naja, der Fehler war jetzt gemacht und nicht mehr rückgängig zu machen. Schade… Er hätte gerne noch ein paar Gespräche mehr mit ihm geführt und sich mit ihm über andere Themen ausgetauscht, da Draven zwar viel von seiner Meinung kundgetan hatte, aber er wusste noch nicht sonderlich viel über dessen Haltung zur Suration, oder aber dem Herrschersystem an sich.

Der Wasserdrache schüttelte seinen Kopf und brummte dann, stand dann auf und verließ sein Gästezimmer. Er würde doch zu Draven irgendwie vordringen können. Immerhin wusste er mehr über ihn als sonst wer.

Draven stand auf dem Balkon und sah in den Abendhimmel, atmete dann tief aus und schloss die Augen, fuhr sich dann durchs Haar und schüttelte den Kopf. Er konnte es sich einfach nicht leisten dass er von dem Wasserdrachen abhängig wurde. Auch wenn er noch so schöne Augen oder Schuppen hatte und sein Kinn dazu einlud es liebevoll zu kraulen.

Wütend schlug er auf die Balustrade ein und zuckte zusammen, als Safurs Stimme erklang: „Was hat Dir die Balustrade denn angetan?“

„Die Balustrade hat mir nichts angetan“, meinte Draven und atmete dann tief durch.

„Und wer hat Dir dann etwas angetan…?“, fragte der Wasserdrache und setzt sich neben ihn, sah ihn dann aus gelben Augen an.

Der Wissenschaftler atmete tief durch und sah ihn dann an. „Ich habe es nie jemanden gesagt, — aber meine Arme habe ich auf einer Menschenjagd verloren“, meinte er dann, sah in den Abendhimmel.

Safur ging näher zu ihm und schmiegte dann vorsichtig seine Schnauze gegen Dravens Seite. Dieser zuckte zwar leicht zusammen, ließ die Berührung aber zu.

„Seitdem… arbeite ich daran, dass ich meine Feinde mit einer einzelnen Berührung auslöschen kann. Es ist mein Lebenswerk Safur. Und mein einziger Halt in dieser Welt.“ Tränen sammelten sich in seinen Augen.

„Ich kann Menschen nicht vertrauen, deshalb bin ich noch Single”, fügte er dann an und Safur legt seinen Schweif vorsichtig um Draven, welcher stur in den Abendhimmel sah, ehe er seinen Blick von dem Himmel löste und dann Safur ansah, genau in dessen Augen blickt.

Der Wasserdrache macht sich Mühe aufmunternd zu lächeln, kann die Lefzen aber nur hochziehen. Draven lächelte schwach und lehnte sich dann mit einem tiefen Seufzen gegen Safur. Tränen rannen aus seinen Augen und dann schlangen sich die Arme um Safurs Kopf, Draven vergrub sein Gesicht an der Stirn des Drachens und ließ seinen Tränen freien Lauf.

Und Safur? Safur war für den Menschen da. Er schlang nun seinen Schweif enger um ihn, legte dann seine Flügel sanft um den weinenden Menschen, der sich da an seinem Kopf ausheulte. Draven war in diesen Moment froh, dass der Wasserdrache da war und dass er sich einfach mal so gehen lassen konnte, dass er sich einen schwachen Moment erlauben konnte.

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