Die Ärztin

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Diese Geschichte ist die Fortsetzung von „Das Studio“, um die mich viele Leser gebeten hatten. Obwohl es nicht zwingend notwendig ist, hilft es daher beim Verständnis, „Das Studio“ zuerst gelesen zu haben. Nachdem der erste Teil so viel Anklang gefunden hatte, habe ich diese Geschichte anspruchsvoller und mit mehr Handlungsdimensionen aufgebaut. Immer im Bemühen, den erotischen Teil trotzdem nicht zu kurz kommen zu lassen. Wiederum habe ich auch bewusst darauf verzichtet, die lange Geschichte in Teilen zu veröffentlichen. Entscheide bitte jeder selbst, wie viele Pausen er machen möchte.

Eure Lana

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Die Klinik

Schon wieder. Inzwischen waren die kleinen Wesen in ihr so unruhig, dass Deborah sich den Geburtstermin sehnlichst herbeiwünschte. Es war zwar wunderschön, die beiden in sich zu spüren, aber sie konnte mittlerweile keine Nacht mehr durchschlafen. Außerdem musste sie dauernd auf die Toilette, was auch recht lästig war.

Seit fast dreieinhalb Monaten war sie nun in dieser Klinik an der Ostsee und wollte endlich wieder nach Hause. Die Tage waren alle furchtbar langweilig, so allein auf dem großen Krankenhausflur mit all den leeren Zimmern. Viel mehr als Fernsehen blieb ihr nicht. Aber Cytopharm wollte außer den Ärzten und ein paar Schwestern ausdrücklich niemanden in ihrer Nähe haben.

Die Schwestern und Ärzte waren ja nett, aber immer machten sie ihr nur Vorschriften, was sie alles besser tun oder nicht tun, was sie anziehen und was sie essen sollte. Als wäre sie krank. Dabei war sie doch nur schwanger wie Milliarden Frauen vor ihr.

Am Anfang hatte man sie ja wenigstens noch Spaziergänge am Strand machen lassen, aber seit ihr Bauch dicker geworden war, ließen sie sie gar nicht mehr raus. Wahrscheinlich ging es Cytopharm dabei gar nicht mal so sehr um ihre Gesundheit, sondern vor allem um ihre Sicherheit. Immerhin waren die Kleinen in ihrem Bauch etwas ganz Besonderes. Die ersten echten Mensch-Schwein-Chimären und damit der Beginn einer neuen medizinischen Ära. Kein Wunder, dass Cytopharm sie schützen wollte. Sie hatten sogar extra einen Wachmann auf ihren Flur gestellt, der sie auf Schritt und Tritt begleitete, selbst wenn sie nur mal für einen Kaffee in die Klinik-Cafeteria flüchtete.

Zum Glück war morgen Freitag und Sarah kam sie wieder besuchen. Am Anfang hatten man auch die nicht zu ihr lassen wollen. Selbst nachdem sie ihnen gesagt hatten, dass sie inzwischen ein Paar waren, wollten sie ihr den Zugang noch verweigern. Jessica, die immer noch ihre Ansprechpartnerin bei Cytopharm war, war nach diesem Geständnis sogar ziemlich sauer auf Sarah gewesen und hatte sie als unprofessionell bezeichnet, weil sie etwas mit einer Probandin angefangen habe.

Erst als Deborah ihr sagte, dass sie dann auch nicht bliebe, immerhin war sie ja keine Gefangene, gab Jessica schließlich zähneknirschend nach. Jetzt durfte Sarah sie immer am Wochenende besuchen und sogar in ihrem Zimmer übernachten. Nur Sex sollten sie nicht haben, das sei zu riskant für die Babys. Deshalb hatten sie für Sarah auch extra ein zweites Bett reingestellt. Aber wer schaute nachts schon so genau hin?

Jetzt, so wenige Tage vor der Geburt, wollte Deborah aber auch selbst keinen Sex mehr haben. Ihr Bauch war zu groß und unpraktisch und sie fand es auch komisch, wenn die Kleinen sich dabei in ihr bewegten. Außerdem fühlte sie sich ohnehin nicht mehr sexy, sondern mehr wie eine hässliche Kugel.

Die Ärzte konnten mangels Erfahrung leider auch nicht genau sagen, wann der exakte Geburtstermin sein würde. Sie vermuteten durch den Ultraschall und einige andere Untersuchungen aber, dass die Wehen spätestens in zwei Tagen einsetzen sollten. Deborah würde dann zwei Babys bekommen, das wusste sie schon. Und auch, dass beide recht schweineähnlich wären, wie von Dr. Lorenz damals vorhergesagt. Der Vater setzt sich halt mehr durch als die Mutter. Weil sie in ihrem Bauch immer so ungünstig lagen, war das Geschlecht allerdings schwer zu bestimmen. Mindestens eines war aber ein Junge, das wusste man durch den SRY-Test. Ob das andere ein Mädchen oder es zwei Jungs waren, ließ sich mit dem Test jedoch leider nicht genauer bestimmen. Deborah würde es schön finden, wenn sie einen Jungen und ein Mädchen bekäme. Wie auch Jessica. Die aber aus anderen Gründen.

Sie wussten inzwischen durch eine DNA-Probe, die die Ärzte aus Neugierde heimlich und eigentlich gegen die Vorschriften gemacht hatten, auch, dass Moritz, also schon der erste Eber, der sie besamt hatte, der Vater war. Das konnte entweder ein Zufall sein oder ein Beleg dafür, dass ihre Eizellen besonders fähig und willig waren, mit artfremden Spermien zu verschmelzen. Wegen der theoretischen Möglichkeiten, die sich daraus ergaben, hatten das die Ärzte, aber auch Jessica, der sie es als Einziger von Cytopharm gesagt hatten, sehr aufregend gefunden. Deborah freute sich auch darüber, aber nur, weil Moritz der sanfteste und freundlichste der Eber gewesen war, weshalb sie froh war, dass ihre Kinder gerade seine Gene trugen.

Cytopharm wollte die beiden eigentlich als Kaiserschnitt unter Vollnarkose holen, um bloß kein Risiko einzugehen. Das hatte Deborah aber abgelehnt. Zum einen wollte sie die Narbe nicht, zum anderen hatte sie aber auch Angst, dass sie ihr die Kleinen einfach wegnehmen und etwas mit ihnen anstellen würden, während sie bewusstlos war. Deswegen sollte Sarah auch bei der Geburt dabei sein und aufpassen, dass nichts schiefgeht. Zumindest, wenn es innerhalb der nächsten Tage geschah, denn allzu lange konnte sie vom Gästehaus nicht weg.

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Geburt

Als Sarah am nächsten Abend eintraf, war Deborah überglücklich. Noch immer bekam sie Schmetterlinge im Bauch, wenn sie sie sah, und hatte permanent das Bedürfnis, sie zu berühren und zu streicheln. Dieses starke Gefühl der Verliebtheit und die Aussicht, dass die Schwangerschaft bald vorbei sein und sie ihre Babys zum ersten Mal richtig und nicht nur als Ultraschallschatten sehen würde, machten sie richtig glücklich.

Mit Cytopharm hatten sie sich in den letzten Wochen geeinigt, dass die Babys danach bei ihr bleiben konnten, wenn sie dazu auf den Hof von Sarahs Mutter zöge. Cytopharm würde dann vorerst das Labor im Gästehaus aufrechterhalten, so dass Deborah die Babys für Tests und Untersuchungen einfach tagsüber ein paar Stunden dorthin geben und dann wieder mit nach Hause nehmen konnte.

All das hatte Sarah für sie ausgehandelt, meist mit Jessica. Sarah hatte ihr einfach gesagt, dass Deborah die Babys überhaupt nicht freigeben würde, wenn es keine vernünftige Lösung gab, mit der sie leben konnte. Jessica fühlte sich dadurch zwar ziemlich erpresst und war seitdem erst recht nicht mehr gut auf Sarah zu sprechen. Letztlich hatte sie aber doch eingewilligt. Viel Wahl hatte sie auch nicht gehabt, sie konnte Deborah ja schlecht verklagen.

Natürlich würde Deborah in dem Zuge ihre Schauspielkarriere aufgeben müssen, aber die hatte ja sowieso nie richtig angefangen. Karriere konnte man das, was sie erreicht hatte, jedenfalls sicher noch nicht nennen. Und die Aussicht, mit Sarah auf dem Hof zu leben, ihre Babys in der Nähe zu haben und dabei auch noch Gutes zu tun, war doch perfekt. Im Moment schien alles richtig gut für sie zu laufen.

Sie legte sich mit Sarah auf ihr Bett, beide mit den Händen auf Deborahs Bauch und fühlten, wie die Babys sich darin bewegten. Dabei erzählten sie, was ihnen im Laufe der Woche alles passiert war und planten die gemeinsame Zukunft. Deborah fand es schön, dass Sarah fast so aufgeregt war wie sie selbst und auch ihre Zukunft immer in Verbindung mit den Babys sah. Fast, als wären es ihre eigenen. Sie wären zwar eine sehr exotische, aber doch wunderbare, liebevolle Familie.

Nachdem sie auf dem Zimmer noch etwas gegessen hatten, spürte Deborah dann plötzlich ein Ziehen im Unterleib. Zuerst dachte sie, es läge am Essen oder sie hätte sich beim Liegen verspannt, dann wurde das Ziehen aber immer stärker und kam häufiger.

„Du Sarah, ich denke es geht los.“

„Was? Wirklich?“ Sarah sprang sofort auf.

„Ich hole sofort die Ärzte. Keine Panik. Bleib ganz ruhig. Ich bin sofort zurück. Alles wird gut. Alles wird gut.“ Tatsächlich machte Sarah im Moment einen aufgeregteren Eindruck als Deborah, der es jedoch gefiel, dass sie sich solche Sorgen um sie und die Babys machte. Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie niemanden mehr gehabt, dem sie so wichtig war wie Sarah.

Eine Minute später standen schon Dr. Brüggemann und Frau Dr. Kayser mit einer Schwester im Zimmer, die Deborah inzwischen ziemlich alle gut kannten.

„Frau Meister sagt, Sie haben Wehen, Frau Meuther?“

„Ich denke schon. Jedenfalls zieht es hier unten.“ Sie zeigte auf den Unterleib.

„Und in welchen Abständen?“

„Na ja, so alle zehn Minuten denke ich.“

Frau Dr. Kayser wiegte den Kopf. „Wir haben ja noch wenig Erfahrung mit dieser Konstellation. Für mich klingt das aber sehr nach Eröffnungswehen. Ich denke, wir sollten sie unverzüglich vorbereiten und in den Kreißsaal bringen. Lieber etwas zu früh als eine Sekunde zu spät.“

Dr. Brüggemann betastete jetzt Deborahs Bauch. „Sie sagten ja schon, dass Sie keine Vollnarkose möchten. Wie ist es mit einer PDA, damit es nicht wehtut?“

„Nein, das möchte ich alles nicht. Ich will eine ganz normale Geburt. Und Sarah soll dabei sein.“

„Ok, wie Sie meinen, Frau Meuther. Dann sollte Frau Meister aber jetzt schon einmal in den Kreißsaal vorgehen, damit sie sich umziehen und desinfizieren kann. Das dauert ja etwas.“ Er wandte sich an Sarah „Ich nehme Sie einfach mit, während die Kollegin Frau Meuther noch etwas vorbereitet und dann nach unten bringt. Sie sollte jetzt besser nicht mehr laufen.“

Es gefiel Deborah überhaupt nicht, dass Sarah ging, aber sie wusste, es war richtig.

Die Ärztin und die Schwester halfen ihr noch schnell beim Ausziehen und dem Überstreifen des typischen, unten offenen Krankenhaushemdchens, dann wurde sie von ihnen auch schon mit ihrem Bett auf den Gang gerollt. Gerade als sie mit dem Aufzug nach unten fuhren, stellte sie plötzlich fest, dass sie auszulaufen schien.

„Ich bin plötzlich ganz nass unten.“

Dr. Kayser hob ihre Decke an. „Dann ist wohl die Fruchtblase geplatzt. Das ist nicht kritisch, wir sollten uns jetzt trotzdem beeilen.“

Im Kreißsaal wurde sie dann sofort auf das Entbindungsbett gehoben und für die Geburt positioniert. Ihre Wehen kamen inzwischen alle drei Minuten und waren ziemlich heftig. Zum Glück war Sarah auch schon da und wartete auf sie. Sie sah in ihrem grünen Kittel und mit dem Haarnetz richtig professionell aus, fand Deborah.

Nachdem sie ihre Beine auf den Beinstützen abgelegt hatte, positionierte sich Dr. Kayser auf einem kleinen Hocker dazwischen und begann, sie zu untersuchen. Deborah konnte genau fühlen, wie sie ihre Scham und ihre Scheide betastete und dann auch mit dem Finger etwas in sie eindrang. Sarah hatte sich derweil neben sie gestellt hielt ihre Hand.

„Der Muttermund ist schon deutlich geöffnet. Ich denke, Sie können anfangen zu pressen, Frau Meuther. Genau so, wie besprochen. Und dabei das Atmen bitte nicht vergessen.“

Deborah fing daraufhin an zu pressen, begleitet von heftigen Wehen. Bei jedem Pressen drückte sie fest Sarahs Hand, die ihr mit der anderen gleichzeitig sanft über Haar und Stirn streichelte.

Da spürte sie plötzlich einen heftigen, rutschenden Druck in ihrem Unterleib und hörte dann auch schon Dr. Kayser „Das erste ist da. Ging ja richtig leicht. Jetzt bitte weiterpressen. Eines haben wir ja noch. Pressen. Pressen!“

Sarah gab ihr einen Kuss. „Das machst Du super, Schatz. Die Hälfte hast Du schon. Und ich kann sehen, es ist wunderhübsch.“ Deborah musste bei diesen Worten lächeln, konzentrierte sich und presste dann weiter, so fest sie konnte. Kurz darauf spürte sie ein zweites Rutschen.

„Beide da und beide gesund. Super.“ Dr. Kayser klang erfreut und überrascht zugleich. „Es muss an der Größe liegen, dass das so leicht ging. Oder an der Kopfform. Der Kopf ist ja sonst immer der schwierigste Teil.“ Deborah hatte gar nicht gefunden, dass es so leicht war, aber sie hatte natürlich auch wenig Erfahrung. Jedenfalls hatte es ihr ziemlich wehgetan. Aber jetzt war es ja zum Glück vorbei.

Sie hörte, wie sie die Kleinen reinigten und wogen und wollte sich aufrichten, um ihre Babys zu sehen. Die Ärztin hielt sie jedoch zurück. „Bitte noch nicht bewegen, Frau Meuther, wir brauchen noch die Nachgeburt.“

Kurz darauf legte Dr. Brüggemann ihr aber die kleinen Wesen auf die Brust. „Sie haben zwei Jungs bekommen, Frau Meuther. 1.500 Gramm der Erste und 1.300 Gramm der Zweite. Richtige Leichtgewichte.“

Deborah nahm ihre Babys in den Arm und konnte sich gar nicht sattsehen an ihnen. Sie sahen tatsächlich aus wie Ferkel, wenn auch etwas zierlicher, wobei sie keinen wirklichen Vergleich hatte, weil sie noch nie richtige Ferkel aus der Nähe gesehen hatte. Sie hatten allerdings keinen Schwanz und die Schnauzen waren etwas kürzer und schmaler. Das Auffälligste waren aber die strahlend blauen Augen, die viel größer waren als sonst bei Ferkeln. Keine Schweinsäuglein, sondern richtig große, die den Gesichtern, zusammen mit der kleineren Schnauze, einen sehr interessanten Ausdruck verliehen.

Auch wenn kein Mädchen dabei war, hatte sie wirklich schöne Kinder bekommen fand Deborah und konnte keinen Blick von ihnen lassen. Anders als die Babys anderer Frauen, dafür aber auch etwas ganz Besonderes. „Die sind wirklich hübsch, Schatz. Das hast Du gut gemacht.“ Sarah gab ihr einen Kuss und streichelte abwechselnd die Babys und die junge Mutter.

„Ja, nicht.“ Deborah zerbarst vor Stolz.

„Haben Sie denn schon Namen, Frau Meuther?“, wollte Dr. Kayser jetzt wissen.

„Den Ersten nennen wir Moritz, nach seinem Vater. Und den Zweiten natürlich Max, dann haben wir das ideale Paar.“ Ein Schmunzeln ging dabei über alle Gesichter im Kreißsaal.

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Elternglück

Später auf dem Zimmer wollte Deborah Max und Moritz als Erstes stillen, denn ihre Brüste hatten schlagartig richtig viel Milch bekommen und man hatte ihr gesagt, Ferkel bräuchten sofort nach der Geburt Nahrung.

Sie zog deshalb ihr Krankenhaushemd aus, so dass sie nur noch das komische Netzhöschen mit den Binden trug, das man ihr im Kreißsaal angezogen hatte. Dann legte sie sich mit einem Kissen im Rücken auf das Bett und versuchte, die beiden mit Sarahs Hilfe anzusetzen, was sich aber überraschend schwierig gestaltete. Zum einen entwickelten die beiden schon einen erheblichen Bewegungsdrang, zum anderen schienen Deborahs eigentlich so schöne Brüste nicht genau das zu sein, was sie erwarteten und zu ihrer Statur passte.

Schließlich hatten sie es aber doch geschafft, die Kleinen fingen an zu saugen und Deborah spürte zum ersten Mal, wie die Milch von ihr in ihre Babys floss. Sie gab ihnen Nahrung, die sie selbst produzierte. Ein unglaubliches, wunderschönes Gefühl. Sofort wurden Max und Moritz ruhiger und auch Deborah legte sich entspannt zurück, schloss ihre Arme um die beiden und genoss das Gefühl, wie sie in kräftigen Schlucken die Flüssigkeit aus ihr heraussaugten.

„Die sind ja schon wahnsinnig aktiv, Sarah. Ganz anders als menschliche Babys“, sagte sie leise, um die Kleinen nicht zu stören.

„Ja natürlich. Schweine können fast sofort laufen. Müssen sie in der Natur ja auch. Aber wie sie da jetzt auf Dir liegen, scheinen sie ganz friedlich und glücklich. Wie ist das mit den Zähnen? Tun die weh oder geht es?“

„Ich spüre, wie sie manchmal an der Brustwarze knabbern, aber richtig weh tut das nicht. Ist eher ein Kitzeln. Und wunderschön.“ Deborah genoss es, dass sie das Leben, das sie erschaffen hatte, nun auch noch ernähren konnte.

„Dann würde ich sie auf jeden Fall weiterstillen. Egal was die hier in der Klinik vielleicht sagen. Etwas Besseres gibt es nicht für die beiden.“

Die nächsten beiden Tage waren für Deborah und Sarah sehr aufregend. Max und Moritz mussten zwar noch ein paar Untersuchungen über sich ergehen lassen, die meiste Zeit waren sie aber bei ihnen und sie konnten ihr neues Glück genießen und lernen, wie es ist, plötzlich für so kleine Wesen verantwortlich zu sein. Wobei Sarah natürlich schon etwas Erfahrung hatte, immerhin war sie ausgebildete Schweinezüchterin.

Weil es draußen ziemlich kalt war und Cytopharm immer noch Sicherheitsbedenken hatte, blieben sie stets in der Klinik. Da die Ferkel schon überraschend gut laufen konnten, erkundeten sie aber den ganzen Flur intensiv, wobei sie sich jedoch noch häufig überschätzten, was zu sehr drolligen Situationen führte, wenn sie sich mal wieder verliefen oder verstolperten. Jeder auf der Station liebte die beiden, streichelte sie und sprach mit ihnen. Sie waren aber auch niedlich mit ihrem knuffigen Gesicht und den großen, blauen Augen darin. Deborah und Sarah fühlten sich tatsächlich so, als seien sie jetzt eine kleine Familie.

Sobald sie von der Geburt gehört hatte, war auch Jessica gekommen, mit einem großen Blumenstrauß und einem Präsentkorb. Sie gratulierte Deborah sehr herzlich und tatsächlich auch Sarah, was sie ziemliche Überwindung gekostet haben muss.

Wie nicht anders zu erwarten, kam sie jedoch auch ziemlich schnell wieder auf das Geschäftliche.

„Die beiden sind ja so süß. Und die Ärzte sagen, dass sie vollkommen gesund sind. Wahrscheinlich auch reproduktionsfähig, was natürlich toll ist. Ist ja nicht immer so bei Kreuzungen.“ Jessica hatte also bereits hinter ihrem Rücken mit den Ärzten geredet, was Deborah schon wieder ärgerte. Aber klar, sie dachte an ihre Zucht. Und was nützten ihr da sterile Eber? „Perfekt wäre natürlich gewesen, wenn wir ein Männchen und ein Weibchen gekriegt hätten.“

´Wir´ hatte sie gesagt, als ob Max und Moritz ihr gehören würden. Sofort schaltete sich Sarah ein, die diese Worte ärgerten: „Haben WIR aber nicht. Wenn sie größer sind, können Max und Moritz ja dann normale Säue decken.“

Jessica überhörte ihren scharfen Unterton, denn offensichtlich wollte sie ihre Botschaft rüberbringen. „Dann verlieren wir aber immer menschlichen Genanteil. Das wäre doch schade, wo wir jetzt schon so weit sind. Für erfolgreiche Transplantationen wäre ein höherer menschlicher Genanteil auf jeden Fall deutlich besser.“

„Was willst Du damit sagen, Jessica? Komm doch mal auf den Punkt, wenn Du das Thema schon so früh ansprichst. Die Kleinen sind doch nicht einmal zwei Tage alt.“

„Na, ja. Am besten wäre es natürlich, wenn Deborah noch ein oder zwei Mädchen bekommen würde. Dann hätten wir den optimalen Start für eine Zucht.“ Das war es also, was sie wollte. Deborah sollte sich noch einmal von den Ebern besamen lassen und schwanger werden.

„Nun lass Deborah doch erst einmal zur Ruhe kommen, sie war doch gerade erst schwanger.“ Sarah klang jetzt sogar noch mehr verärgert.

Deborah wollte es aber doch genauer wissen, denn ihr gefiel der Gedanke durchaus. Ihre Schwangerschaft war insgesamt schließlich eine sehr schöne und auch lukrative Erfahrung gewesen, der sie zudem Max und Moritz verdankte. Den Gedanken, dass dies geschehen würde, damit ihre Kinder Sex miteinander haben könnten, fand sie allerdings ziemlich irritierend, auch wenn es aus Jessicas Sicht natürlich logisch war.

„Du möchtest also, dass ich mich noch einmal von Moritz besamen lasse?“

Jessica verzog das Gesicht ein wenig. „Jein. Denn dann wären Deine Kinder natürlich genetisch sehr eng miteinander verwandt, was zu Problemen bei der Zucht führen könnte. Besser wäre etwas mehr Genvielfalt.“

„Und wie soll das dann Deiner Ansicht nach funktionieren mit der Genvielfalt?“ Sarahs Ton hatte noch immer eine gewisse Schärfe.

„Nun, für uns wäre es am besten, wenn Deborahs nächste Kinder von einem der anderen Eber stammen. Dann wären die Kinder nicht ganz so eng miteinander verwandt. Moritz war ja ihr erster und es hat sofort geklappt. Wir wissen also gar nicht, ob es bei einem der anderen nicht auch funktioniert hätte.“

„Du willst also tatsächlich, dass Deborah noch einmal die ganz große Runde macht und sich von allen Ebern besamen lässt?“ Sarah klang nun richtig ärgerlich.

„Ja, was wäre denn so schlimm daran? Ist doch gut gelaufen beim letzten Mal. Und Moritz nehmen wir diesmal als letzten, dann können wir sicher sein, dass sie auf jeden Fall schwanger wird, falls es bei den anderen nicht funktioniert hat.“ Das klang logisch.

Nach einer kurzen Pause fügte sie dann noch hinzu: „Weil wir jetzt wissen, dass gesunde Kinder herauskommen, würden wir das natürlich auch entsprechend vergüten. 50.000 Euro für die Teilnahme, 100.000 Euro für jedes männliche, 300.000 für jedes weibliche Baby. Wobei wir es aus rechtlichen Gründen selbstverständlich wieder als Filmprojekt strukturieren würden.“

Deborah überlegte. Wenn sie zwei Mädchen bekäme, wären das 650.000 Euro. Und bei zwei Jungs immerhin noch 250.000. Das war richtig viel Geld. Sie hätte durchaus gerne noch mehr Kinder und erst mit Mädchen könnte sie den Menschen, die eine Transplantation brauchen, wirklich helfen. Und die Besamungen selbst hatten ihr ja richtig gut gefallen. Besonders, wenn Sarah sie dabei unterstützte.

„Also Sarah, ich bin nicht abgeneigt. Und mit dem Geld können wir eine Menge machen.“

Sarah schaute sie überrascht an: „Meinst Du das im Ernst? Schon wieder eine Schwangerschaft?“

„Warum nicht? Vielleicht nicht gleich im nächsten Monat, aber in zwei, drei kann ich mir das gut vorstellen. Außerdem ging es doch tatsächlich alles super. Stell Dir mal vor, wir hätten noch eine Lisa und eine Marie?“

„Nun, wenn Du meinst. Ist ja Deine Entscheidung. Aber ich finde, das ist viel zu früh.“

„Vielleicht, aber Jessica hat doch Recht: sie hängen mit ihrer Forschung irgendwie an mir. Genau wie all die kranken Menschen, die auf eine Transplantation warten. Ich finde, ich habe A gesagt, dann muss ich jetzt auch B sagen. Und vier Monate Schwangerschaft sind jetzt auch nicht so lang.“

Sarah gab auf. Sie wusste, wenn Deborah ihre Entscheidung getroffen hatte, war es schwer, sie wieder umzustimmen.

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Kuschelhormon

Am nächsten Tag musste Sarah wieder abreisen. Das Gästehaus war ohne sie einfach zu dünn besetzt, als dass sie lange hätte fortbleiben können. Petra brauchte ja auch mal eine Pause und konnte sie nicht ewig mit vertreten. Der Abschied war für Deborah zwar schmerzhaft, aber es würde ja nicht für lange sein, weil sie sicher bald nach Hause könnte. Und sie hatte ja Max und Moritz. Zudem würde Jessica noch ein paar Tage bleiben, um ihr Gesellschaft zu leisten. Oder, um sie zu kontrollieren, das wusste man bei ihr ja nie so genau.

Deborah genoss jedenfalls das Zusammensein mit ihren Kindern, insbesondere wenn sie sie stillte, was relativ häufig geschah, weil Max und Moritz permanent Hunger zu haben schienen. Ein Glück, dass sie nur zu zweit waren und sie für jeden eine Brust hatte. Sonst wäre es mit dem Stillen sicher schwierig geworden.

Meist zog sie sich dazu in ihr Zimmer zurück, schloss es ab und legte sich dann nackt auf ihr Bett, platzierte die beiden auf ihrer Brust und schloss die Augen, während sie die wunderschönen Gefühle genoss, die das Saugen und die warmen, kleinen Körper bei ihr auslösten.

„Wenn ich nicht wüsste, dass es Deine Babys sind, wäre ich wahrscheinlich neidisch,“ hatte Sarah zu ihr gesagt, als sie noch da war. „Es ist fast, als seist Du mit den beiden allein auf einem anderen Planeten.“ Und das stimmte. Sie war in diesen Momenten immer wie in einer Blase. Abgeschieden von ihrer Umwelt, voll konzentriert nur auf Max, Moritz und ihren eigenen Körper.

Nur etwas bereitete Deborah Sorge und ließ sie nicht mehr los. Als sie einmal mit Jessica alleine war, entschied sie sich daher, sie zu fragen, denn Jessica hatte doch immer auf alles eine Antwort, auch auf ganz intime Themen.

„Jessica, kann ich Dich mal was fragen? Was ganz Persönliches.“

„Natürlich. Dafür bin ich ja da. Was ist es denn?“

„Na, ja, weißt Du…“ Es fiel Deborah nicht ganz leicht anzufangen. „Wenn ich Max und Moritz stille ist das immer wunderschön.“

Jessica lächelte. „Aber das ist doch toll. Wo ist das Problem?“

„Nun, es sind halt nicht nur so normale Gefühle. Ich bekomme nämlich auch immer ganz starke erotische. Manchmal habe ich sogar einen Orgasmus. Es ist aufregend und wunderbar, aber das ist doch nicht normal bei seinen eigenen Babys, oder?“ Deborah war bei diesen Worten tatsächlich etwas errötet.

Jessica schien von diesem Geständnis jedoch weder überrascht noch schockiert.

„Im Gegenteil. Das ist absolut normal.“ Jetzt war es an Deborah, überrascht zu sein.

„Beim Stillen schüttet das Gehirn durch die Stimulation der Brustwarzen das Hormon Oxytocin aus. Genau wie z.B. bei zärtlichen Umarmungen oder beim Sex. Oxytocin wirkt dabei nicht nur luststeigernd, sondern löst auch Gefühle wie Verbundenheit, Liebe und Vertrauen aus. Beim Partner über den Sex, bei den Kindern über das Stillen. Es heißt deshalb auch das Kuschelhormon. Das macht die Natur bewusst so, denn auf diese Weise bildet sie Familien.“ Deborah wunderte sich, dass sie von diesem Hormon noch nie gehört hatte, wenn es offensichtlich doch so viel Einfluss auf sie hatte.

„Viele Frauen bekommen beim Stillen erotische Gefühle. Da Max und Moritz wahrscheinlich sehr feste saugen und Deine Brustwarzen zusätzlich mit ihren Zähnchen stimulieren, ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass Du dabei besonders viel Oxytocin produzierst. Da ist ein Orgasmus überhaupt nicht überraschend. Was glaubst Du, warum manche Frauen ihre Kinder erst mit vier oder fünf Jahren abstillen?“

„Du denkst also nicht, dass es komisch ist, wenn ich beim Stillen meiner Kinder einen Orgasmus bekomme?“

„Nein, überhaupt nicht. Weil sie bei Dir gleichzeitig beide Brüste stimulieren, wäre ich sogar überrascht, wenn es anders wäre. Wir wissen doch schon, dass Du stark auf Oxytocin reagierst. Beim Sex genauso wie bei Stress. Du bist halt ein Kuschelhase und brauchst das. Sei doch froh, denn Oxytocin baut auch Aggression und Angst ab. Mit Oxytocin fühlst Du Dich auf jeden Fall viel besser als ohne. Du solltest deshalb mit den beiden so viel Kuscheln wie Du kannst. Es tut Dir gut und entspannt Dich.“

Jetzt verstand Deborah auch, warum sie sich in Sarahs Armen so wohl fühlte, wenn sie ihre warme Haut spürte und von ihr sanft gestreichelt wurde. Meist wollte sie dann überhaupt nicht mehr aufstehen, sondern könnte ewig so bleiben.

Ab sofort schämte sie sich auch nicht mehr, wenn sie beim Stillen erotische Gefühle hatte. Sie empfand es sogar noch lustvoller, weil sie dabei kein schlechtes Gewissen mehr hatte.

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Zurück

Nach einer weiteren Woche in der Klinik, in der noch diverse Untersuchungen durchgeführt wurden, durfte Deborah mit den Kleinen zurück auf den Hof von Sarahs Mutter. Da sie mit den Ferkeln nicht fliegen konnte, stellte Cytopharm ihnen sogar extra eine große Limousine und einen Chauffeur zur Verfügung. Als sie nach der langen Fahrt etwas erschöpft ankam, standen Sarah und ihre Mutter schon vor der Tür, um sie zu empfangen.

Sarah hatte ihrer Mutter damals erzählt, Deborah wäre wegen einer plötzlichen schweren Lungenentzündung in die Klinik gekommen, die sie dann erst in der Seeluft auskurieren musste. Deswegen hatte sie sich große Sorgen gemacht und auch immer wieder angerufen. Umso glücklicher war sie nun, Deborah gesund wiederzusehen. Noch vor Sarah lief sie ihr entgegen und nahm sie in den Arm.

„Ich hoffe, es geht Dir wieder gut, Kind. Ich habe mir ja solche Sorgen um Dich gemacht. Ich hätte Dich so gerne da oben besucht, aber Sarah hat immer gesagt, das darf ich nicht wegen der Ansteckungsgefahr.“

Deborah freute sich, dass sie so vermisst worden war. Für sie war Sarahs Mutter inzwischen fast wie ihre eigene und sie fand es wirklich schade, dass sie ihr nicht die Wahrheit sagen konnten. Aber wahrscheinlich hätte sie nicht verstanden, was sie getan hatte, und es hätte ihre Beziehung nur unnötig belastet.

„Ja, danke, jetzt geht es mir wieder richtig, richtig gut. Und ich bin so froh, wieder zuhause zu sein.“

„Das ist schön.“ Es gefiel Sarahs Mutter sichtlich, dass Deborah ´zuhause´ gesagt hatte.

Jetzt umarmte auch Sarah Deborah und gab ihr einen zärtlichen Kuss. „Ich freue mich, dass Du wieder da bist, Schatz.“ Deborah hatte plötzlich das Gefühl, perfekter könnte ihre Welt nicht sein. Alles passte und sie hatte ihren Platz gefunden bei den Menschen, die sie liebte. Sie wollte gar nicht zurück in ihr altes Leben und hatte auch mit der Schauspielerei inzwischen vollständig abgeschlossen.

Der Chauffeur hatte inzwischen bereits das Gepäck ausgeladen und hob jetzt noch den Korb, in den sie Max und Moritz gepackt hatten, vom Rücksitz des Wagens. Beide waren so erschöpft gewesen, dass sie fast die ganze Fahrt durchgeschlafen hatten und erst jetzt durch die Bewegung langsam aufwachten.

„Was sind denn das für Ferkel?“ Sarahs Mutter war sichtlich überrascht.

Weil sie wusste, dass Flunkern nicht Deborahs Stärke war, schaltete sich an dieser Stelle schnell Sarah ein: „Das ist eine ganz seltene asiatische Rasse, Mama. Die habe ich Deborah zur Genesung geschenkt.“

Ihre Mutter sah sie mit einem strafenden Blick an: „Ein sehr originelles Geschenk, Kind. Schweinehofbesitzerin verschenkt Ferkel. Tolle Idee. Sollen die vielleicht Glück bringen?“

Nach einem kurzen Moment fügte sie aber hinzu „Wenn Du ihr Ferkel schenkst, heißt das, Deborah bleibt jetzt bei uns? Die kann sie ja in ihrer Wohnung in München gar nicht halten.“

„Genau das heißt es, Mama. Deborah hat ihre Wohnung in München schon gekündigt.“ Was auch stimmte.

Sofort ging ein Strahlen über das Gesicht ihrer Mutter.

„Nein, dann war das wirklich ein kluges Geschenk von Dir, Sarah. Ich freue mich ja so und für die beiden Glücksbringer werden wir sicher einen sehr schönen Platz finden. Die sind ja richtig niedlich. Und die Augen. Ich habe noch nie Ferkel mit so schönen Augen gesehen. Genau wie die von Deborah. Die beiden hast Du wirklich gut ausgewählt.“

Bei den Worten drehte Deborah den Kopf weg, weil sie schmunzeln musste.

Nachdem jetzt klar war, dass Deborah auf dem Hof bleiben würde, stellte Sarahs Mutter ihnen sogar ihre Wohnung zur Verfügung und zog in Sarahs kleinere.

„Ich brauche ja allein nicht so viel Platz und wenn ihr jetzt schon zusammen wohnt, wollt ihr ja vielleicht doch irgendwann mal zu dritt sein. Oder zu viert. Da braucht ihr dann natürlich Platz.“ Hier war es also wieder, das Enkelthema. Sie konnte es einfach nicht lassen.

Es war aber in der Tat praktisch, die große Wohnung zu haben. Sarahs Eltern hatten vor dem frühen Tod ihres Vaters eigentlich zwei Kinder haben wollen und hielten, weil es vor dem Bau des Gästehauses kein richtiges Hotel in der Gegend gab, immer noch einen Raum für Gäste bereit. So hatten sie nun fast 250qm, vier Schlafzimmer und drei Badezimmer für sich und die beiden Ferkel. Das war wirklich Platz satt. Außerdem hatten sie jetzt ein richtiges Doppelbett, was auch viel bequemer war und ihnen als Spielwiese beim Sex ganz neue Möglichkeiten bot. Immerhin hatten sie viel nachzuholen.

Abends, wenn Max und Moritz schliefen, genoss Deborah deshalb intensiv die Gemeinsamkeit und den aufregenden Sex mit Sarah. Da sie sich nun reifer und erwachsener fühlte und ihren Körper besser kannte, war er fast noch schöner als zuvor, als sie noch nicht Mutter war.

Nachdem sie wusste, dass es normal war, hatte sie auch Sarah erzählt, was für Gefühle sie beim Stillen hatte. Die war, wie Jessica, überhaupt nicht überrascht gewesen, hatte sie in den Arm genommen und gesagt „Ich weiß doch längst, was für ein Kuscheltier Du bist, Deborah. Und ich finde das richtig schön, weil ich auch so gerne mit Dir kuschele. Und wenn wir uns dann im Hormonrausch noch mehr als Familie fühlen, umso besser. Ich produziere gerne Kuschelhormon mit Dir. So viel wie möglich.“

Sarah neckte sie aber auch mit ihrer neuen Situation.

„Du hast damals bei den Ebern schon dafür gesorgt, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Sperma geschluckt habe. Und nun habe ich auch noch eine Partnerin, die Ferkel als Kinder und dicke Brüste voller Muttermilch hat und beim Stillen einen Orgasmus bekommt. Dir ist schon klar, dass du eine Lesbe damit ganz schön strapazierst, nicht?“

„Ohne Dich hätten die Eber mich nicht geschwängert und wir wären jetzt auch nicht zusammen. Du darfst Dich also eigentlich nicht beschweren.“, konterte Deborah.

Sarah gab ihr einen zärtlichen Kuss.

„Hast ja Recht. Ich liebe Dich ja auch dafür. Und kann zumindest nicht behaupten, dass es mit Dir jemals langweilig wird.“

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Familie

Das größere der Kinderzimmer hatte Cytopharm auf eigene Kosten in einen kleinen Stall umbauen lassen, so dass Max und Moritz in Deborahs Nähe bleiben konnten. Dabei ging es ihnen wahrscheinlich nicht einmal so sehr darum, dass die Familie zusammen blieb, sondern sie hatten Sicherheitsbedenken und immer Angst, dass jemand die beiden stehlen konnte. Deshalb sollten sie auch auf keinen Fall in den normalen Stall zu den anderen Schweinen von Sarah und ihrer Mutter.

Sogar einen Sicherheitsdienst hatten sie mittlerweile beauftragt, der regelmäßig auf den Hof fuhr und die Lage prüfte. Sarahs Mutter hatte das zwar nicht richtig gefunden („Schweine gehören in den Stall!“), sich dann aber doch damit abgefunden. Tatsächlich kam sie auch gerne, um sich um sie zu kümmern und auf diese Weise Zeit mit Deborah zu verbringen, die sich über die Gesellschaft freute, weil Sarah ja tagsüber im Gästehaus arbeitete und sie sonst kaum Ansprache gehabt hätte.

Da inzwischen der Winter gekommen war, konnte sie mit den Kleinen außerdem kaum noch raus, sondern musste mit ihnen die meiste Zeit im Haus verbringen, wo sie ihren Bewegungsdrang natürlich nicht richtig ausleben konnten. Da war sie für jede Unterstützung bei der Betreuung dankbar und konnte sich gemeinsam mit Sarahs Mutter darüber freuen, wie intelligent Max und Moritz waren. Wobei nur Deborah wusste, warum.

Auch das Stillen der beiden genoss sie weiterhin sehr, musste jedoch feststellen, dass es immer schwieriger wurde, weil die beiden so schnell wuchsen und dabei jeden Tag mehrere hundert Gramm an Gewicht zulegten. Zudem saugten sie jetzt richtig viel und fest. Sie hatte ja leider nur zwei Brüste und nicht 14 wie eine typische Sau.

Schon bald waren sie zu groß und zu schwer, um sie sich einfach auf den Bauch zu legen. Deshalb war sie dazu übergegangen, sich mit entblößter Brust auf den Boden zu legen, so dass Max und Moritz von links und rechts an sie herankamen und im Stehen an ihren Brüsten saugen konnten.

„Das sieht aus, als wärst Du eine Tränke“, hatte Sarah sie aufgezogen und tatsächlich war das Stillen auf diese Weise völlig anders. Noch immer hatte sie erotische Gefühle dabei, aber ohne die warme Haut der Ferkel auf ihrer fehlte irgendwie das Kuschelige und Schmusige. Es hatte jetzt viel mehr Fütterungscharakter, weil die beiden aus ihr tranken, als wäre sie ein Wasserhahn. Und manchmal, wenn sie gar zu fest saugten oder mit den Zähnen knabberten, tat es ihr sogar etwas weh.

Sie war deshalb auch nicht richtig traurig, als Max und Moritz schon nach dreieinhalb Wochen überhaupt keine Milch mehr von ihr wollten. Wahrscheinlich reichte sie ihnen einfach nicht mehr. Sie nahmen jetzt nur noch feste Nahrung zu sich, wodurch sich auch ihr Verhältnis zu Deborah deutlich änderte.

Wie wahrscheinlich jede Mutter hätte sie es geliebt, mit ihren Babys zu schmusen und zu knuddeln, sie zu streicheln und kleine Ärmchen zu spüren, die sich um ihren Hals legten. Mit Max und Moritz ging das nicht mehr, das musste Deborah sich wohl oder übel eingestehen. Sie ließen sich zwar weiterhin gerne kraulen und kratzen, rein anatomisch bedingt konnten sie jedoch wenig Zärtlichkeit zurückgeben. Auch zum Schmusen und knuddeln war ihr Bewegungsdrang inzwischen viel zu hoch. Sie blieben kaum wenige Sekunden still und ruhig, sondern wollten immer etwas erforschen. Wie Jungs halt so sind.

Kurz nachdem sie aufgehört hatte zu Stillen, produzierten Deborahs Brüste auch schon keine Milch mehr und bekamen ihre schöne, ursprüngliche Form zurück, worüber sie sich, genau wie Sarah, sehr freute. Jetzt musste sie auch nicht mehr diese weiten Pullover tragen.

Weil es so anders war, überließ Deborah die Fütterung von Max und Moritz nun auch oft Sarahs Mutter, die natürlich sehr viel davon verstand und es auch gerne machte. Dabei musste Deborah nur aufpassen, dass sie sie nicht zu sehr mästete. Auch wenn sie keine Ahnung hatte, dass es sich nicht um echte Ferkel handelte, liebte sie die beiden mittlerweile nämlich abgöttisch und verwöhnte sie, wo sie nur konnte. „Ich habe ja schon viele Ferkel in meinem Leben gesehen. Aber noch keine so niedlichen und intelligenten. Da sind die uns in Asien weit voraus. Als Züchter könnte man richtig Angst bekommen.“

Nach ein paar Wochen wogen Max und Moritz bereits 25kg, nahmen jeden Tag etwa weitere 500 Gramm zu und schienen eine Kindheit im Schnelldurchlauf zu haben. Deborah fand das sehr schade, aber Sarah sagte, das sei bei Schweinen ganz normal.

Sie schätzte, dass die beiden auf ein Endgewicht von 140 bis 160 Kilogramm kommen würden. Wie von Cytopharm erhofft, wären sie damit deutlich kleiner als ihr Vater. Eine Haltung im Haus war aber völlig unrealistisch, was auch Deborah schließlich einsehen musste. Hinzu kam, bei den Mengen die sie verzehrten, das durchaus nicht kleine hygienische Problem, für das die Wohnung natürlich überhaupt nicht eingerichtet war.

Nach vielen Gesprächen mit Sarah und Jessica regelten sie es schließlich so, dass Max und Moritz zu ihrem Vater und den fünf anderen Ebern in den Cytopharm-Stall kamen, wo sie viel Auslauf, Betreuung und Spielzeug hatten und sich auch das hygienische Problem von allein löste. Gleichzeitig wurde Sarah von Cytopharm offiziell beauftragt, sich als Verantwortliche um die beiden zu kümmern.

Den Wissenschaftlern, die ja wussten, wie die Ferkel entstanden waren, nicht aber, wer die Mutter war, hatte Jessica einfach erzählt, dass Cytopharm die beiden inzwischen zwar von der Mutter gekauft hatte, die aber darauf bestand, dass sie nicht nur unter Männern und Ebern aufwuchsen, sondern von einer Frau aufgezogen würden. Da hätte es sich natürlich angeboten, hierfür Sarah auszuwählen, weil sie als Schweinezüchterin mit Biologiestudium viel Erfahrung mitbrachte und mit ihr ohnehin eine Geheimhaltungsvereinbarung bestand. Die Geschichte klang so plausibel, dass keiner daran zweifelte.

Damit auch Deborah ihre Kinder sehen konnte, wurde sie von Sarah im Gästehaus angestellt, um sie dort und bei der Pflege der Ferkel zu unterstützen, wofür auch sie eine Zutrittsberechtigung zum Stall, nicht aber dem Labor bekam. So konnte sie jederzeit mit den Kleinen zusammen sein, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Außerdem würde es bei ihrer zweiten Besamungsrunde helfen, weil sich keiner mehr wunderte, warum sie permanent vor Ort war. Für alle war sie jetzt einfach die neue Assistentin von Sarah.

Nur die Pfleger, die ja den Hintergrund nicht kannten, hatten anfangs etwas gegrummelt, weil man ihnen offensichtlich nicht zutraute, sich um so spezielle asiatische Ferkel zu kümmern. Sie fanden sich dann aber doch sehr schnell damit ab, wobei der Umstand geholfen haben dürfte, dass jetzt regelmäßig zwei sehr hübsche Frauen bei ihnen im Stall waren. Jedenfalls nahmen sie sich immer viel Zeit, um sich mit Deborah und Sarah über die Entwicklung und die Fortschritte von Max und Moritz auszutauschen.

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Besamung

Schon kurz, nachdem sie dieses Arrangement gefunden hatten, stattete Jessica ihnen plötzlich einen Besuch auf dem Hof ab, worüber Sarah überhaupt nicht erfreut war.

„Du willst doch nur prüfen, wann sich Deborah wieder für Euch besamen lässt. Ihr könnt es wohl überhaupt nicht abwarten?“

„Ich weiß gar nicht, warum Dich das so ärgert. Deborah hat doch schon zugesagt und das ist doch das Entscheidende. Max und Moritz sind bald geschlechtsreif und wir kommen mit unserer Forschung halt nicht richtig weiter, so lange uns ein Weibchen fehlt. Gerade Du kannst Dir doch vorstellen, was das Labor und der Stall mit dem ganzen Personal jeden Monat kosten. Und wir warten nur auf Deborah.“

Die hatte auch tatsächlich kein Problem damit, bald erneut schwanger zu werden. Besser noch im Winter als wieder im heißen Sommer. Deswegen einigte sie sich auch schnell mit Jessica, dass ihre Besamung im Februar stattfinden würde. Dann kämen die Babys im Frühsommer, was vieles deutlich einfacher machte als jetzt mit Max und Moritz bei der Kälte. Dennoch bliebe ihr und Sarah ausreichend Zeit für die Vorbereitung.

Da alle inzwischen viel mehr Erfahrung hatten und genau wussten, was auf sie zukommt, stimmte Deborah auch gerne dem Wunsch von Jessica zu, diesmal nicht wieder das Labor in ein Studio umzubauen. Sie war diesmal ja die Einzige, die besamt wurde, und dafür lohnte das wirklich nicht.

Cytopharm würde stattdessen einfach einen Wohncontainer mit Bad neben den Stall setzen, in den sie dann die Bank und die Kameras stellen und anschließend alles an Deborah für ihr „Filmprojekt“ vermieten würden. Damit die Eber sauber vom Stall in den Container gelangen konnten, würde Cytopharm einfach eine Holzschleuse bauen. Der einzige richtige Unterschied war, dass Deborah nicht direkt aus dem warmen Gästehaus in den Container gehen konnte. Da sie diesmal ohnehin nicht dort, sondern weiter bei Sarah wohnen würde, war ihr das aber völlig egal.

Weil die Containermiete nur ein paar Euro pro Tag betrug, wäre es für Cytopharm auf diese Weise deutlich günstiger und würde ihnen auch viel Vorbereitungszeit sparen. Vor allem aber wäre der Laborbetrieb nicht wieder für ein paar Wochen, sondern nur für ein paar Tage unterbrochen.

Deborah hatte nämlich darauf bestanden, dass die Wissenschaftler in den Tagen um ihre Besamung nicht vor Ort wären. Bisher hatte schließlich noch keiner herausgefunden, dass sie die Mutter von Max und Moritz war und das sollte auch so bleiben.

Auch die Pfleger mussten wieder in den Dorfgasthof, weil Deborah zwischen den Besamungsrunden im Gästehaus essen und ausruhen würde und sie keine Lust hatte, dass einer von ihnen hereinkam, wenn sie da in ihrer Windel und mit spermagefülltem Uterus saß.

Die Alternative einer Fahrt ins Haupthaus nach jeder Besamung hatte Jessica nicht gewollt, das war ihr zu riskant gewesen. Außerdem könnte Sarahs Mutter etwas auffallen. Nur schlafen dürfte sie in ihrem eigenen Bett, wenn sichergestellt sei, dass das Sperma trotzdem jeweils mindestens 2 Stunden in ihr blieb, was Deborah ihr gerne zugesagt hatte. Sie konnte sich sogar gut vorstellen, es wieder die ganze Nacht in sich zu behalten. Der Sex, den sie mit Sarah gehabt hatte, als sie das Ebersperma in sich trug, war ja ganz besonders aufregend gewesen. Sie würde die Eber einfach wieder richtig scharfmachen, damit sie sie mit ihrem Kitt richtig gut versiegelten.

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Die Pille

Als Ende Januar der Container aufgestellt und die Schleuse gebaut war, begutachteten Deborah und Sarah ihre neue Besamungsstation. Sie war natürlich deutlich kleiner als das Studio und mit der Bank auch ziemlich gut ausgefüllt. Trotzdem war sie sehr gemütlich und trotz der klirrenden Kälte draußen auch angenehm warm. Immerhin wäre Deborah wieder ziemlich lange nackt und wahrscheinlich Sarah auch.

Das hinten im Container eingebaute Bad beeindruckte sie sogar richtig. Es war geräumig und hell und hatte gar nichts containermäßiges. Vor der Dusche gab es sogar eine Glastür, die sie im Studio nicht gehabt hatten. Deborah war sehr zufrieden. Sobald sie mit Sarah noch alle notwendigen Utensilien hineingebracht hätte, wäre es perfekt.

„Ich glaube, wir beide werden hier viel Spaß haben. Es wird bestimmt noch schöner und aufregender werden als beim ersten Mal.“

„Das glaube ich auch. Du kannst es diesmal ja viel entspannter angehen, schließlich kann Dich nichts mehr überraschen.“

„Ich setze aber auch ganz stark auf Dich und Deine Unterstützung“ zwinkerte Deborah ihr zu.

„Oh, die wirst Du haben, verlass Dich drauf. Ich lasse doch nicht zu, dass die Eber die einzigen sind, die Dir schöne Gefühle bereiten. Da würde ich ja eifersüchtig.“

Bei den Worten musste Deborah lachen. „Gerade Du weißt doch, dass die Eber meine Besamung rein mechanisch sehen. Für die bin ich nur ein Hintern, in den sie ihren Schlauch reinstecken und ihr Sperma reinpumpen können. Hast Du selbst gesagt. Für die Emotionen bist nur Du zuständig.“

„Jetzt tue aber nicht so, als ob es Dir nicht trotzdem sehr gefällt. Du konntest doch gar nicht genug von den Mechanikern bekommen.“

„Ja, das stimmt. War auch ein tolles Gefühl, wenn sie in mir waren. Zervixorgasmen kannte ich ja vorher gar nicht. Aber was ist, wenn meine Zervix durch die Geburt zu weit gedehnt ist und ich gar nichts mehr spüre? Das wäre echt schade.“

„Die ist so elastisch, dass sie sich wieder ganz eng an den Penis anschmiegen wird. Da brauchst Du keine Sorge haben. Selbst wenn Du zehn Kinder bekommst.“

Das beruhigte Deborah und sie spürte schon wieder ein aufgeregtes Kribbeln im Unterleib. Sicher ihre Vorfreude auf den Sex mit den Ebern.

Heute Abend würde Jessica eintreffen, um mit Sarah und ihr die letzten Details zu besprechen und ihr die Pille zu geben, mit der ihre Fruchtbarkeit verlängert wurde, so dass sie alle sechs Eber schaffen konnte.

Diesmal würde Jessica dann auch nicht mehr zurück nach Berlin fliegen, sondern während der ganzen Zeit vor Ort bleiben. Sie hatte gesagt, dass sie unbedingt in der Nähe sein wollte, um ihren Vorgesetzten direkt Bericht erstatten zu können. Das Projekt sei inzwischen so wichtig für Cytopharm, dass alle, bis rauf zum Vorstand, ziemlich nervös seien.

Da der Container nicht auf dem von Cytopharm gemieteten Gelände stand und Deborah weiter in Sarahs Wohnung übernachten würde, könnte Jessica sogar im Gästehaus übernachten, hatte Dr. Schulze gesagt. Es würde dadurch rechtlich nicht so aussehen, als hätte Jessica etwas mit der Besamung selbst zu tun. Das machte es für sie natürlich viel einfacher, weil sie direkt vor Ort war.

Deborah glaubte auch, dass das Projekt für Cytopharm sehr wichtig war. Trotzdem fand sie es nicht gut, dass Jessica die ganze Zeit um sie herumschleichen würde. Richtig unterstützen konnte sie schließlich nicht und bei der Besamung ließe Sarah sie bestimmt nicht dabei sein. Und die Pille hätte sie ihr auch mit der Post schicken können.

Bestimmt wollte sie nur aufpassen, weil sie und Sarah sich bei der letzten Runde ineinander verliebt hatten und Jessica dann später ihren Vorgesetzten beichten musste, dass sie es nicht mitbekommen hatte. Das hatte ihr bestimmt nicht gefallen, schließlich war sie ein Kontrollfreak. Verhindern konnten sie ihre Anwesenheit aber nicht, immerhin hatte Cytopharm das Gästehaus gemietet.

„Wenn die dabei ist, muss ich mir noch einige weite Hosen kaufen, Sarah. Nur mit der Windel setze ich mich bestimmt nicht an einen Tisch mit Jessica. Das wäre mir zu peinlich.“

„Wär´ doch mal einen Versuch wert. Aber ich kann Dir gerne welche geben, ich habe ja genug fürs joggen. Bestimmt wird sie uns nach jeder Besamung ausfragen, wie es mit dem Eber gelaufen ist. Wahrscheinlich stellt sie Dich sogar jedes Mal auf eine Waage, um festzustellen, wie viel er in Dich reingespritzt hat. Und dabei läuft die Stoppuhr, damit es auch ja zwei Stunden drinbleibt.“

„Ich mag gar nicht daran denken. Dann macht das ja alles viel weniger Spaß.“ Deborah hätte es viel schöner gefunden, wenn es nur Sarah und sie gewesen wären. Vor allem jetzt, wo es keine Tabus mehr zwischen ihnen gab.

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Verschleppt

Obwohl es trotz strahlender Sonne nur knapp über Null Grad waren, ging Deborah am nächsten Morgen Joggen. Weil sie wusste, dass Cytopharm sie während der Schwangerschaft wieder keinen Sport treiben lassen würde, hatte sie in den letzten Wochen trotz der Kälte fast jeden Tag genutzt, um ihre 10km lange Lieblingsstrecke zu laufen.

Am Wochenende zusammen mit Sarah, unter der Woche allein, wofür sie sich extra eine Armhalterung und Kopfhörer für ihr Handy gekauft hatte, damit sie ihre Lieblingsmusik hören konnte, was sie zusätzlich beflügelte. Sarah hatte mittlerweile sogar anerkennend festgestellt, dass Deborah deutlich fitter war als vor der Geburt. Jedenfalls konnte sie sie nicht mehr so einfach abhängen.

Angesichts der Aussicht, dass sie in wenigen Tagen mit Windel und prallvollem Uterus nur noch würde watscheln können, genoss sie die frische Luft und die strahlende Morgensonne beim Laufen heute jedoch ganz besonders.

Gestern Abend hatte sie Jessicas Pille genommen und fühlte sich jetzt richtig fit und gut vorbereitet auf ihre Besamung. Auch wenn es den Ebern eigentlich egal war, hatte sie sich heute Morgen sogar noch einmal am ganzen Körper gründlich rasiert. Sie fühlte sich so einfach besser, vor allem, weil ihr Unterleib ja dauernd gefilmt würde. Da wollte sie lieber glatte, rosige Haut zeigen.

Während sie lief, stellte sie sich vor, wie es sein würde, wenn die Eber wieder mit ihrem Schlauch durch ihre Zervix kommen und wunderschöne Zervix-Orgasmen auslösen würden. Und dann der halbe Liter Sperma, mit dem sie ihren Uterus aufpumpen würden, während Sarah sie gleichzeitig küsste, streichelte und mit ihren Fingern stimulierte.

Sie liebte Sarah wirklich sehr und konnte sich nicht vorstellen, jemals mit einem anderen Menschen zusammenleben zu wollen. Trotzdem würde sie wahrscheinlich nie eine echte Lesbe werden und fand den Gedanken an Penisse und Sperma noch immer aufregend und erotisch. Deshalb war es so auch die ideale Kombination. Die Eber besamten sie intensiver als jeder Mann und auf unglaublich erotische Weise, aber dennoch mechanisch und ohne jede Emotion. Sie war nur eine Öffnung, in den sie ihren Schlauch reinstecken konnten. Für die Emotion war allein Sarah zuständig, die deshalb auch überhaupt nicht eifersüchtig war. Die Eber waren eher eine spannende Ergänzung ihres Liebesspiels, indem sie etwas mitbrachten, das sie beide nicht hatten und sich daher, trotz aller Liebe, nicht geben konnten. Aber eben nur eine Ergänzung, wie ein Dildo oder ein Vibrator.

Und dass sie dabei befruchtet würde, war für Deborah und Sarah gleichermaßen etwas Besonderes und Aufregendes, das dem Ganzen einen zusätzlichen Kick gab. Sie erschufen mit ihrem Tun neues Leben, mit dem sie sogar anderen Menschen helfen konnten.

Bei diesen Gedanken fühlte Deborah sich unendlich lebendig, fruchtbar und fraulich. Dazu die kühle, erfrischende Morgenluft auf ihre Haut, die ihr zusätzlich das Gefühl gab, im Einklang mit der Natur zu sein.

Ihre Laufstrecke war aber auch wunderschön und ging durch herrliche Natur, wie sie sie aus der Stadt überhaupt nicht gekannt hatte. Nur einmal musste sie kurz an einer wenig befahrenen Straße entlang, um den Feldweg zu wechseln. Normalerweise sah sie dort nie ein Auto, weshalb sie dies kurze Stück Zivilisation nicht störte.

Heute stand dort allerdings ein weißer Lieferwagen. Die Seitentür war geöffnet und der Fahrer schien irgendetwas am Reifen zu werkeln, als sie sich näherte. Wahrscheinlich hatte er eine Panne. Er war ein großer, finsterer Typ, der ihr nachts bestimmt Angst gemacht hätte. Hier, am helllichten Tag in der strahlenden Frühlingssonne, machte sie sich aber keine Sorgen und lächelte ihn sogar freundlich an, als sie an ihm vorbeilief.

Im nächsten Moment spürte sie einen heftigen Schmerz am Kinn und dann wurde ihr auch schon schwarz vor Augen.

Als sie wieder zu sich kam, merkte sie, dass ihre Hände gefesselt waren und ihr jemand etwas über den Kopf gestülpt hatte. Außerdem schien der Armgurt mit dem Handy weg zu sein. In dem Moment spürte sie, dass sie sich in einem Auto befand, das gerade anfuhr.

Entführte der komische Typ sie etwa gerade in seinem Transporter? Deborah versuchte zu schreien, merkte aber, dass sie so etwas wie Klebeband über dem Mund hatte und keinen Ton herausbekam. Das hatte sie vorher noch gar nicht bemerkt, weil ihr Kiefer ohnehin so schmerzte. Er hatte ihr wohl einen ziemlichen Kinnhaken versetzt.

Nachdem sie eine Weile gefahren waren, hielt der Wagen plötzlich an und sie hörte, wie die Seitentür sich öffnete. Jemand zog ihr die Kapuze vom Kopf und sobald sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah sie das hässliche Gesicht des Riesen vor sich.

„Ich nehme Dir jetzt das Klebeband ab, Schlampe. Wenn Du schreist, kriegst Du noch einen. Kapiert, Schlampe?“ Der Kerl hatte unverkennbar einen osteuropäischen Akzent und schien nicht der Allerhellste zu sein.

„Kapiert?“

Deborah nickte mit dem Kopf. Sie wollte ihn lieber nicht reizen.

Er riss ihr daraufhin das Klebeband vom Mund, was ziemlich wehtat, auch wegen der Schwellung, die sich mittlerweile an ihrem Kinn gebildet hatte. Jedenfalls kam ihr der Mund ziemlich geschwollen vor.

„Wasser?“ fragte er sie nun und hielt ihr eine Wasserflasche hin.

„Was haben Sie vor? Möchten Sie Geld? Ich kann Ihnen Geld geben. Lassen Sie mich frei und ich gebe Ihnen zehntausend Euro. Wir müssen nur zur Bank. Ich habe das Geld. Wirklich.“

„Halts Maul, Schlampe. Willste trinken oder nicht?“

Tatsächlich hatte Deborah ziemlichen Durst, weil sie beim Laufen sehr geschwitzt hatte. Außerdem wollte sie das tumbe Muskelpaket nicht verärgern. Sie nickte wieder mit dem Kopf und öffnete den Mund leicht. Er setzte die Flasche an, so dass sie trinken konnte. Das kühle Wasser tat ihr wirklich gut und sie trank fast die halbe Flasche aus.

Das nächste, was sie sah, war das Gesicht einer großen, stämmigen Frau von vielleicht 50 Jahren über sich.

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Suche

„Mama, ist Deborah vielleicht bei Dir?“ Nachdem Sarah Deborah in der Wohnung nicht angetroffen hatte, versuchte sie es nun telefonisch bei ihrer Mutter. Sie hatte heute extra früher Schluss gemacht, weil sie und Deborah die Besamung noch ein wenig vorbereiten und ein paar Utensilien in den Container bringen wollten. Außerdem mussten sie noch die Besamungszeiten und die Reihenfolge der Eber festlegen. Bisher war ja nur Moritz als letzter gesetzt.

„Die ist heute Morgen laufen gegangen. Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen. Ist sie denn nicht in der Wohnung?“

„Nein, da habe ich schon überall geschaut. Und im Gästehaus war sie auch nicht, von da komme ich ja. Es passt doch gar nicht zu ihr, dass sie eine Verabredung nicht einhält.“

„Habt ihr Euch vielleicht gestritten, Kind?“ Sarahs Mutter klang besorgt, immerhin lebten die beiden noch nicht so lange zusammen.

„Nein, Mama. Natürlich nicht.“

„Könnte doch sein. Papa und ich haben auch manchmal gestritten und dann habe ich schon mal einen Tag nicht mit ihm geredet.“

„Mama, ich meine es Ernst. Das passt nicht zu Deborah.“ Sarah begann, sich Sorgen zu machen, was ihre Mutter ihr sofort an der Stimme anhörte.

„Ich komme mal rüber und dann überlegen wir gemeinsam, was wir machen.“

„Ja, danke. Das ist lieb von Dir, Mama.“

Zwei Minuten später war sie schon bei Sarah und beide überlegten, wo Deborah sein könnte.

„Vielleicht hatte sie ja eine Verabredung und nur vergessen, es Dir zu sagen? Sie ist ja eine erwachsene Frau.“

„Aber sie kennt doch hier keinen, Mama. Mit wem soll sie sich denn verabreden? Und Einkaufen war sie doch gestern. Selbst wenn sie etwas vergessen hätte, hätte sie mir Bescheid gesagt. Vielleicht hat sie sich ja beim Joggen verletzt und liegt da jetzt irgendwo im Wald.“

„Aber sie hat doch immer ihr Handy dabei um anzurufen, oder? Ich würde nicht gleich das Schlimmste vermuten, Kind. Wahrscheinlich gibt es eine ganz einfache Erklärung.“

In dem Moment klingelte es an der Tür.

„Das wird Deborah sein. Wahrscheinlich hat sie nur den Schlüssel vergessen.“ Sarah sprintete zur Tür.

Als sie öffnete, stand dort jedoch nicht Deborah, sondern eine dunkelhaarige, vielleicht dreißigjährige Frau, die sich der überraschten Sarah als Kriminalkommissarin Julia Becker vorstellte.

„Darf ich bitte reinkommen, Frau Meister.“

„Äh, ja natürlich. Ist etwas mit Deborah?“ Sarah war überrascht, dass die Kommissarin ihren Namen kannte und führte die Kommissarin ins Wohnzimmer. Jetzt war sie wirklich nervös.

Die Kommissarin antwortete überaus sachlich: „Der Name Deborah sagt mir leider nichts. Aber ein Spaziergänger hat heute Nachmittag beobachtet, wie eine junge Joggerin hier in der Nähe von einem kräftigen Mann erst geschlagen und dann in einen weißen Lieferwagen gezogen wurde. Leider konnte er das Kennzeichnen nicht erkennen, hat aber sofort die lokale Polizei informiert. Als die sich den Tatort daraufhin etwas genauer angeschaut hat, haben sie nicht weit entfernt dieses Handy gefunden, das in einer Armhalterung für Jogger steckte.“

Sie hielt ein Handy hoch, das dem von Deborah exakt ähnelte.

Sie schaltete es ein, so dass man den Sperrbildschirm sah. „Die Person, die der Sperrbildschirm zeigt, hat einer unserer lokalen Kollegen als Sie, Frau Meister, identifiziert. Er ist wohl mit Ihnen in die Schule gegangen.“ Sie hielt Sarah das Handy hin, die nun ein Bild von sich sah, wie sie fröhlich in die Kamera lacht. Es war Deborahs Lieblingsbild von ihr.

„Das bist doch Du, Sarah.“ Sarahs Mutter war ganz aufgeregt.

„Ja, das bin ich.“ Sie wandte sich an die Kommissarin: „Und das Handy gehört meiner Partnerin, Deborah Meuther.“

„Und wissen Sie vielleicht, wo Frau Meuther jetzt ist?“

„Nein, wir vermissen sie selbst und wollten uns gerade auf die Suche machen. Sie ist heute Morgen joggen gegangen und seitdem haben wir sie nicht mehr gesehen.“

„Ist es ungewöhnlich, dass Frau Meuther nicht nach Hause kommt oder passiert so etwas öfter?“

„Das ist sehr ungewöhnlich. So etwas würde sie normalerweise nie machen. Auch wenn sie weggehen wollte, würde sie nach dem Joggen auf jeden Fall erst Duschen. Das passt alles überhaupt nicht zu ihr.“

„Könnten sie mir Frau Meuther bitte einmal beschreiben.“ Nun war es Sarah, die ihr Handy zückte und ein Bild von Deborah zeigte.

„Und wie groß ist Frau Meuther?“ Sarah stellte fest, dass sie Deborah noch nie danach gefragt hatte und antwortete deshalb: „Etwa so groß wie ich.“

„Das passt leider alles ziemlich genau zu dem Opfer, das der Spaziergänger beschrieben hat. Ich denke also, wir können davon ausgehen, dass es Frau Meuther war, die in den Lieferwagen gezerrt wurde. Hätten Sie vielleicht eine Idee, warum jemand das tun könnte? Hat Frau Meuther Feinde? Oder einen Stalker?“

Sarah spürte, wie ihr die Knie weich wurden und setzte sich auf einen Stuhl. „Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, jeder mag sie. Und wir leben hier ja zusammen. Sie kennt überhaupt keine Männer aus der Gegend. Und viel Geld hat sie auch nicht.“

„Und ihre Eltern?“

„Beide tot.“

„Nun, dann können wir die klassische Entführung mit Lösegeldforderung wohl ausschließen. Da hätten sich die Entführer wahrscheinlich auch schon gemeldet. Für mich sieht es aber auch nicht nach dem typischen Sexualdelikt aus. Das hat ja meistens eine Zufallskomponente. Hier scheint der Täter aber gezielt auf Frau Meuther gewartet zu haben. Oder joggen da viele Leute an der Stelle?“

„Nein, eigentlich nur Deborah und ich. Hier in der Gegend wohnt ja sonst keiner.“

„Außer mir.“ Sarahs Mutter schaute Sarah etwas strafend an, weil sie sie völlig vergessen hatte.

„Ja, außer meiner Mutter natürlich. Aber die joggt nicht.“

„Gibt es sonst irgendetwas Besonderes, warum jemand genau Frau Meuther entführen sollte? Hat sie besonderes Wissen oder besondere Zutrittsrechte? Oder ist sie in irgendeiner Form prominent?“

Sarah schwante etwas, sie sagte aber momentan lieber nichts. Vor allem nicht, so lange ihre Mutter noch dabei war. Sonst hätte sie noch eine weitere Riesenbaustelle und die konnte sie momentan wirklich nicht gebrauchen.

„Nein. Sie ist Schauspielschülerin. Oder war es zumindest. Aber nur mit Minirollen. Ich denke nicht, dass sich jemand daran erinnert. Und besonderes Wissen, wofür sich eine Entführung lohnt, bekommt man da bestimmt nicht.“

„Auffallend hübsch ist Frau Meuther natürlich“, stellte die Kommissarin mit Blick auf Deborahs Foto fest. „Das könnte für Menschenraub sprechen. Obwohl sie dafür fast schon zu alt wäre. Die nehmen meist eher Teenager. Und Jungfrauen.“

Sie sprachen noch eine Weile miteinander, dann sagte die Kommissarin mit ernster Stimme: „Ich glaube, wir müssen tatsächlich von einer Entführung ausgehen, wenn mir auch der Grund noch nicht klar ist. Das heißt, ich werde jetzt eine Sonderkommission aufstellen und mir dafür die richtigen Leute suchen. Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich als Erstes gerne einen Techniker zu Ihnen schicken, der eine Fangschaltung einrichtet. Vielleicht melden sich die Entführer ja doch noch.“

„Ja, natürlich“, sagte Sarah sofort. Sie würde alles tun, um Deborah wiederzubekommen und war froh, dass wenigstens etwas passierte.

Im Gehen sagte die Kommissarin: „Die einzige echte Spur, die wir im Moment haben, ist wohl der weiße Lieferwagen. Ich werde deshalb als Erstes überprüfen lassen, ob der vielleicht irgendwo aufgefallen ist oder von einer Verkehrskamera erfasst wurde. Wobei es hier auf dem Land natürlich nicht so viele davon gibt. Weiße Lieferwagen in Deutschland dagegen ziemlich viele.“

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Die Ärztin

„Na, Schätzchen. Endlich aufgewacht?“ Die Frau hatte unverkennbar einen russischen Akzent, genau wie der Riese, der sie ausgeknockt hatte.

Deborah fühlte sich noch sehr benommen, als sie jetzt langsam den schmerzenden Kopf hob.

„Was hat der Kerl mir gegeben?“

„Da waren nur ein paar K.O.-Tropfen im Wasser. So war die Fahrt nicht so lang für Dich.“

Deborah schaute sich um. Sie war in einem kargen Raum, dessen einzige Möblierung aus dem großen Bett bestand, auf dem sie lag. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Schrank. Es gab eine Tür mit einem Türspion, die wahrscheinlich zum Flur ging und eine Türöffnung ohne Tür, die zu einem kleinen Bad führte. Jedenfalls konnte sie ein Waschbecken erkennen. Und dann noch ein Fenster mit dünnem Vorhang oberhalb des Bettes sowie ein funzeliges Deckenlicht.

Da merkte sie erst, dass sie keine Kleider mehr hatte.

„Aber ich bin ja ganz nackt!“ Instinktiv schlang Deborah die Arme um ihren Körper.

„Und das bleibst Du auch, Schätzchen. Deine Kleidung ist gut weggeschlossen. Aber keine Sorge, ausgezogen habe ich Dich. Bei Dimitri kann man sich ja nicht drauf verlassen, dass er nicht doch mal an der Ware nascht. Vor allem, wenn sie so hübsch ist wie Du.“

„Ware? Wieso nennen Sie mich Ware?“

„Weil Du jetzt mir gehörst, Schätzchen, und ich Dich verkaufen werde. Ich denke, wir bekommen einen richtig guten Preis für Dich. Aber jetzt zeig mir mal Dein Kinn. Da hat Dimitri ja richtig fest zugeschlagen. Wobei ich ihm immer sage, er soll Ware nicht beschädigen. Aber leider ist er halt nicht Einstein.“

Sie griff nach Deborahs Kinn, doch die zog ihren Kopf zurück.

„Keine Angst Schätzchen, ich bin Ärztin. Tierärztin zwar, aber mit sowas kenne ich mich trotzdem aus.“

Widerwillig ließ Deborah sie ihr Gesicht begutachten.

„Ich denke, so schlimm ist es nicht. Gebrochen ist bestimmt nichts, sonst täte Dir das viel mehr weh. Die Schwellung ist morgen wieder weg und einen Bluterguss bekommst Du auch nicht. Aber ein hübsches Gesicht hast Du, das muss ich schon sagen. Kein Wunder, dass Dimitri so von Dir geschwärmt hat. Die Kunden werden sich sicher um Dich reißen.“

Deborah hoffte inständig, dass dieser Dimitri ihre Bewusstlosigkeit im Auto nicht ausgenutzt hatte. Spüren tat sie jedenfalls nichts.

„Warum soll ich nackt bleiben? Ich mag das nicht. Geben Sie mir wenigstens ein Hemd und eine Hose.“

„Tja, Schätzchen, da musst Du jetzt aber wohl durch.“ Die Ärztin zeigte auf das Fenster. „Schau mal raus.“

Deborah ging auf dem Bett auf die Knie und schob den Vorhang beiseite, so dass helles Tageslicht durch das Fenster hereinkam. Es war alt und hatte nur eine dünne Einglasscheibe. Deborah spürte sofort die Kälte, die es deshalb abstrahlte. Der Fenstergriff war abgeschraubt, überraschenderweise war es aber nicht vergittert. Da sie sich offensichtlich im Erdgeschoss befand, könnte sie es also jederzeit zerschlagen und herausklettern. Wie dumm musste die Ärztin sein.

Als sie nun herausschaute, sah sie einen kleinen Feldweg, der zum Haus führte und ansonsten nur schneebedeckte Wiesen und Wälder. Keine Häuser, keine Lichter, nicht einmal Rauch von Schornsteinen. Sie mussten also sehr weit draußen auf dem Land sein.

Vor dem Haus stand der weiße Lieferwagen, mit dem dieser Dimitri sie entführt hatte. Deborah konnte erkennen, dass er ein Berliner Kennzeichen hatte. Das hier war aber bestimmt nicht Berlin. Und auch nicht nah dran.

Nachdem sie ihr etwas Zeit gelassen hatte rauszuschauen, fuhr die Ärztin nun fort: „Wie Du siehst, hat das Fenster noch kein Gitter und es ist jetzt zu kalt, um eines einzubauen. Das wollten wir erst im April machen, weil wir Dich eigentlich erst für den Frühsommer eingeplant hatten. Aber dann wollten die Dich doch tatsächlich noch einmal von den Ebern bespringen lassen. Und auch noch so schnell nach Deinem letzten Wurf. “

Deborah wunderte sich, woher sie alle diese Details kannte. Das war bei Cytopharm doch alles streng geheim. Und was hatte ihre Besamung mit ihrer Entführung zu tun?

„Deshalb mussten wir halt schnell etwas improvisieren und Du bleibst nackt, damit Du nicht weglaufen kannst.“ Sie zeigte aus dem Fenster. „Der nächste Ort ist 10km entfernt und der einzige Weg dahin ist dieser Feldweg vorm Haus. Da draußen sind es zu dieser Jahreszeit immer minus 5 bis minus 10 Grad. Nackt überlebst Du das keine Stunde. Und wir würden Deine Spuren im Schnee sowieso leicht finden. Außerdem gibt es da draußen mehrere Wolfsrudel, die sich über zartes, nacktes Fleisch im Winter sicher besonders freuen würden. An Deiner Stelle würde ich an Flucht deshalb nicht einmal denken.“

Das war also der Grund, warum sie ihr die Kleider weggenommen hatten: um sie von der Flucht abzuhalten. Tatsächlich konnte sie sich nicht vorstellen, ohne Schuhe und Kleider da draußen durch den Wald zu irren, wenn sie nicht einmal wusste, wo der nächste Ort war. Viel zu gefährlich.

„Und wenn ich Ihnen verspreche, nicht wegzulaufen? Dann können Sie mir doch wenigstens ein Kleid geben. Oder zumindest ein Höschen.“ Deborah wollte keinesfalls nackt hier drin bleiben, vor allem auch wegen Dimitri.

„Dann müsste ich Dir auch Ketten anlegen, Schätzchen. Aber das führt immer zu so hässlichen Scheuerstellen und Wunden. Vor allem, wenn Du versuchen solltest, sie aufzumachen. Das wäre schlecht für die Show.“

„Welche Show?“ Es wurde für Deborah immer mysteriöser.

„Das wirst Du schon noch sehen, Schätzchen.“

Die Ärztin sah sie nun eindringlich an. „Ich weiß, dass Du bald Deinen Eisprung hast. Wann ist der genau?“

Darum ging es also. Sie wollten sie wahrscheinlich wieder kreuzen. Deshalb sollte sie auch noch nicht schwanger sein. Aber warum hatten sie sie dann nicht erst nach der Besamung entführt? Oder sich gleich Max oder Moritz geholt? Wäre doch wahrscheinlich viel einfacher gewesen, wenn sie Chimären wollten. Außer, sie wollten keine Schweine-Chimären. Was aber dann? Immerhin, die Eizelle machte sie wertvoll. Vielleicht konnte sie verhandeln.

„Was habe ich davon, wenn ich es Ihnen sage?“

Die Ärztin zog die Augenbrauen hoch. „Davon haben? Nichts. Wenn Du es nicht sagst, werden Dimitri und ich Dich einfach untersuchen und es so herausfinden. Dimitri würde das mögen. Ihm laufen die hübschen Mädchen ja nicht gerade nach.“

„Morgen Nacht.“ Eine Untersuchung durch Dimitri wollte Deborah auf keinen Fall riskieren.

„Ok. Das passt sehr gut. Dann lasse ich Dich jetzt erst einmal alleine, Dimitri und ich müssen für übermorgen noch einiges vorbereiten.“

Die Ärztin stand auf und verließ den Raum. Deborah konnte hören, wie sie von außen abschloss. Sie stand auf und schaute durch den Türspion, weil sie wissen wollte, was davor war. Es war aber nichts zu erkennen, weil der Türspion umgekehrt angebracht war. Nicht sie konnte rausschauen, sondern man konnte von draußen alles sehen, was sie im Zimmer machte. Sie war unter totaler Kontrolle.

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Der Raum

Deborah schaute sich nun noch einmal genauer in ihrem Gefängnis um. In dem Raum gab es außer dem Bett, einem großen, rostigen Heizkörper und der schlichten Deckenlampe tatsächlich nichts.

Das Bett war ein robuster Metallkasten, auf dem eine Kunststoffmatratze fest angenietet war. Keine Decke und nur ein kleines Gummikopfkissen, also nichts, das sie als Kleidung hätte verwenden oder mit dem sie sich hätte bedecken können. Selbst das Stellrad der Heizung war abmontiert, so dass sie es sich nicht wärmer machen konnte, falls sie fror.

Der kleine Nebenraum war tatsächlich ein kleines, einfaches Bad. Dort gab es ein WC, eine kleine Dusche ohne Vorhang, aber mit fest montierter Brause, und ein ganz schlichtes Waschbecken mit nur kaltem Wasser. Darüber einen fest angeschraubten Metallspiegel. Dazu etwas Flüssigseife und ein Handtuch, das eigentlich für Gäste-WCs gedacht und deshalb so klein war, dass sie es sich nicht einmal um die Hüfte binden konnte. Das heißt es gab auch nichts, was sie als Kleidung, Werkzeug oder Waffe hätte gebrauchen können. Die hatten das alles wirklich gut geplant und sie war der Ärztin und ihrem Dimitri vollkommen ausgeliefert.

Sie schaute unter das Waschbecken, ob sie vielleicht das Rohr lösen könnte, um sich einen Knüppel zu bauen, aber da war alles fest vermauert. Dafür sah sie auf der Unterseite des Waschbeckens ein Logo: „Deante pokieruj woda“. Sie wusste nicht, was es hieß, aber es sah aus wie Polnisch. Hatten die sie etwa nach Polen verschleppt? Kein Wunder, dass sie ihr die K.O.-Tropfen gegeben hatten, denn das wäre wirklich eine lange Fahrt gewesen.

Deborah setzte sich zum Nachdenken auf das Bett. Sie war sich sicher, dass die deutsche Polizei inzwischen nach ihr suchte, denn Sarah hatte sie bestimmt schon als vermisst gemeldet. Aber auch in Polen? Damit rechnete doch keiner.

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Vorbereitungen

Den Rest des Tages verbrachte Deborah allein. Ab und zu stellten Dimitri oder die Ärztin ihr etwas zu Essen oder zu Trinken rein, das sie aber nicht anrührte, weil sie Angst hatte, dass sie ihr wieder etwas beigemischt hatten. Da trank sie lieber das Wasser aus dem Wasserhahn am Waschbecken, auch wenn es ganz grauslich und abgestanden schmeckte.

Weil sie nichts zu Lesen, keinen Fernseher und kein Radio hatte, verging die Zeit quälend langsam. Als einzige Abwechslung hatte sie geduscht, aber das warme Wasser war sehr schnell aus gewesen und dann nur noch sehr kaltes gekommen.

Meist lag sie deshalb auf dem Bett und starrte an die Decke oder schaute aus dem Fenster in die Ödnis, auch wenn sich der Blick über die Zeit kaum änderte und nur vereinzelt ein Tier vorbeilief. Einmal glaubte sie in der Ferne tatsächlich ein Wolfsrudel vorbeiziehen zu sehen. Die Ärztin hatte also nicht gelogen und an Flucht war nicht zu denken.

Auch wenn sie nichts sehen konnte und auch nichts hörte, hatte sie doch ständig das Gefühl, dass jemand sie durch den Türspion beobachtete. Sie stellte sich vor, wie Dimitri davor stand und sich als Spanner an ihrer Nacktheit ergötzte. Deshalb versuchte sie auch stets, sich so zu legen und zu stellen, dass man möglichst wenig von ihrem nackten Körper sah. Einmal stopfte sie sogar etwas Toilettenpapier in den Spion, doch schon kurz darauf kam die Ärztin herein, versetzte ihr eine heftige Ohrfeige und entfernte es wieder.

„Wenn Du möchtest, dass es Dir bei uns gut geht, Schätzchen, lässt Du solche Spielchen besser. Wir haben sonst auch noch einen schönen Käfig im Schuppen.“

Nachdem sie ihr in der Nacht auch noch das ohnehin spärliche Licht ausgeschaltet hatten, versuchte Deborah etwas zu schlafen. Wahrscheinlich, weil es sich draußen bereits deutlich abgekühlt hatte, fing sie aber sehr bald an, furchtbar zu frieren. Die Kälte drang durch das dünne Fensterglas und floss von da als konstanter Strom nach unten auf ihr Bett. Obwohl sie sich so klein zusammenkauerte, wie sie konnte, zitterte und bibberte sie ununterbrochen. Was hätte sie für eine warme Decke gegeben.

Gerne hätte sie sich unter der Dusche aufgewärmt, aber schon nach dem ersten Mal hatte sie gemerkt, dass sie danach nur umso mehr fror, weil durch das kleine Handtuch viel Feuchtigkeit auf ihrer Haut blieb. Deswegen verzichtete sie lieber darauf.

Der folgende Tag und die anschließende Nacht verliefen wie der zuvor und Deborah kam sich immer einsamer und verlorener vor. Außer dem Essen, das sie ihr zweimal am Tag wortlos reinstellten, hatte sie keinerlei Ablenkung, niemanden zum Reden und vermisste Sarah und Max und Moritz. Niemand würde sie in dieser Einöde finden und sie wäre der Ärztin und ihrem beschränkten Sohn vollkommen ausgeliefert. Die konnten mit ihr anstellen, was sie wollten, und niemand würde es je merken.

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Die Wahrheit

Nachdem die Kommissarin gegangen war, sorgte Sarah mit einem Vorwand dafür, dass ihre Mutter sie alleinließ. „Mama, ich muss das alles jetzt erst einmal verarbeiten. Kannst Du mich dazu einen Moment allein lassen?“

„Aber natürlich, Kind. Das verstehe ich. Dann gehe ich jetzt wieder rüber zu mir.“ Im Gehen sagte sie dann noch: „Ist aber auch schlimm, dass sowas passiert. Die arme Deborah. Was können die nur von ihr wollen?“

Sobald ihre Mutter gegangen war, wählte Sarah Jessicas Handynummer. Die nahm auch fast sofort ab und sie erzählte ihr in kurzen Worten, was passiert war. Nachdem Jessica den ersten Schock verdaut hatte, sagte sie sofort: „In fünf Minuten bin ich bei Dir.“ So gesehen war es tatsächlich gut, dass sie im Gästehaus übernachtete.

Kurz darauf war Jessica da und Sarah berichtete ihr ausführlich, was die Kommissarin ihr erzählt hatte. „Ich glaube, die Entführung hat bestimmt etwas mit der Besamung zu tun“, beendete sie ihre Ausführungen.

„Meinst Du wirklich? Aber warum sollte einer Deborah deswegen entführen? Wenn sie unsere Forschungsergebnisse wollen, würden sie doch entweder ins Labor einbrechen oder gleich Max und Moritz mitnehmen. Deborah kann ihnen da doch gar nicht helfen.“

„Findest Du es denn nicht auch komisch, dass sie Deborah so kurz vor dem Besamungstermin abfangen? Genau in ihrer fruchtbaren Zeit.“

„Ja, schon. Aber ohne die Eber können sie mit ihr doch gar nichts anfangen, fruchtbar hin oder her. Sie bräuchten genetisch kompatible Samenspender und die wachsen ja nicht auf Bäumen. Was nutzt sie ihnen also? Und den Termin kannten doch nur ganz wenige Leute. Selbst meine Chefs nicht. Sie wussten, dass wir eine zweite Runde drehen, klar. Aber ich bin doch nicht rumgelaufen und habe allen erzählt, wann Deborah Meuther ihren Eisprung hat. Es muss einen anderen Grund für ihre Entführung geben.“

„Mir fällt aber keiner ein. Und Dir geht es doch hier gar nicht um Deborah. Du willst doch nur wieder Deine Firma schützen. Ich denke, wir sollten der Kommissarin die Wahrheit sagen. Sonst sucht die an der völlig falschen Stelle. Schließlich ist es ihre Eizelle, die Deborah zu etwas ganz Besonderem macht. Dann soll sie doch rausfinden, ob die der Grund für ihre Entführung war. So hat sie zumindest einen Anhaltspunkt. Sonst haben wir nämlich gar nichts.“

Jessica über von diesem Vorwurf entrüstet. „Natürlich will ich meine Firma schützen, das ist doch wohl normal. Und wenn sich nachher rausstellen sollte, dass Deborah aus ganz anderen Gründen entführt wurde, haben wir einen Riesenskandal für nichts riskiert. Das wäre auch für Deborah und Dich nicht so toll.“

„Das ist mir egal. Ich will nur, dass Deborah gesund zurückkommt. Wir können hier nicht so rumsitzen und gar nichts tun. Und denk dran: ohne Deborah kannst Du Deine Zucht von Transplantationsschweinen auch vergessen.“

Man konnte sehen, dass dies Jessica zu denken gab.

„Ich will sie ja auch gesund wiederhaben. Keinen Zweifel. Lass mich ein paar Telefonate machen und dann sehen wir weiter.“

In der nächsten halben Stunde telefonierte Jessica im Nebenraum mit verschiedenen Personen bei Cytopharm, während Sarah im Wohnzimmer ungeduldig wartete. Als sie zurückkam, seufzte Jessica, als hätte sie etwas wirklich Schwieriges erreicht, sagte aber: „In Ordnung. Wir können die Kommissarin einweihen, sagen meine Chefs. Der Schulze bereitet nur noch schnell eine Rechtsposition vor, um sicherzustellen, dass sie sich an ihre Verschwiegenheitspflicht hält. Habt ihr hier irgendwo ein Fax?“

„Ja, im Büro meiner Mutter. Brauchst Du die Nummer?“ Sarah gab ihr die Nummer des Faxgerätes, die Jessica sofort an Dr. Schulze mailte. Zwanzig Minuten später kam ein zweiseitiges Papier aus dem Gerät, das den Titel „Expliziter Hinweis auf Verschwiegenheitspflicht nach § 37 Beamtenstatusgesetz“ trug. Typisch Schulze also.

Sarah hatte in der Zwischenzeit die Kommissarin angerufen und mit ihr ein nicht ganz leichtes Gespräch geführt.

„Ich habe noch einmal nachgedacht, Frau Becker. Und da wäre doch noch etwas, was vielleicht wichtig ist.“

„Ja?“ Einen kurzen Moment war Stille in der Leitung, während die Kommissarin wartete, dass Sarah loslegte.

„Das ist etwas komplizierter. Vielleicht ist es besser, wenn sie noch einmal bei uns vorbeikommen und wir es hier besprechen.“

„Wirklich? Ich versuche gerade mit Hochdruck eine SoKo aufzubauen und geeignete Räume dafür zu organisieren, was hier wirklich nicht einfach ist. Und jetzt soll ich extra noch einmal zu Ihnen herausfahren, nur damit sie mir etwas erzählen, das uns vielleicht helfen könnte, ihre Partnerin wiederzufinden?“

„Ja, genau.“

Die Kommissarin resignierte. „Dann hoffe ich für Sie, dass es wirklich wichtig ist.“

Julia Becker traf dann nur wenige Minuten nach dem Fax von Dr. Schulze ein und war überrascht, als Sarah ihr Jessica als Vertreterin von Cytopharm vorstellte.

„Was haben Sie denn jetzt mit dem Fall zu tun?“ Die Kommissarin schaute zwischen Jessica und Sarah hin und her.

„Genau das wollen wir Ihnen gleich erläutern.“, ergriff Jessica das Wort. „Darf ich Sie bitten, mir aber zuerst zu bestätigen, dass Sie dieses Schreiben unseres Anwaltes zur Kenntnis genommen haben? Einfach da unterschreiben, wo ´Gelesen´ steht.“ Sie hielt der Kommissarin das Fax hin, das die schnell überflog.

„Sie sagen also, dass Sie mich und die Bundesrepublik Deutschland auf Schadenersatz verklagen, wenn ich das, was Sie mir gleich sagen, pflichtwidrig ausplaudere? Sowas ist mir ja noch nie passiert.“

„Ja, glaube ich, aber es handelt sich um streng vertrauliche Firmeninterna und da müssen wir uns absichern.“

„Firmeninterna? Ich denke, wir reden über Frau Meuther? Die Schauspielschülerin.“ Sie schaute Sarah an.

„Ich hab´ ja gesagt, es ist kompliziert“, zuckte die mit den Schultern.

„Von mir aus bestätige ich Ihnen, dass ich das gelesen habe. Mehr aber auch nicht. Wobei Sie ohnehin das Recht hätten, mich zu verklagen, wenn ich dienstlich erhaltene Geheimnisse nicht für mich behalte. Ich bin ja Beamtin. Und ihnen ist sicher auch klar, dass ich meine Vorgesetzten und andere Dienststellen über bestimmte Dinge informieren muss. Dazu bin ich verpflichtet.“

„Das wissen wir. Wir wollten Sie nur noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen.“

Die Kommissarin unterschrieb und Jessica erzählte ihr, an einigen Stellen unterstützt durch Sarah, den Hintergrund ihrer Forschung an den Ebern und was mit Deborah eigentlich für die nächsten Tage geplant war.

„Sie sagen, Frau Meuther hat Chimären geboren, deren Vater ein Eber ist? Und Sie wollten mit ihr übermorgen noch mehr davon zeugen?“ Die Kommissarin war perplex.

„Exakt. Und alles ganz legal. Das bestätigt Ihnen unser Anwalt gerne.“

„Das ist mir im Moment, ehrlich gesagt, egal. Vielleicht überprüfe ich das später einmal. Jetzt geht es mir gerade nur um Frau Meuther. Sie meinen also, diese besondere, sagen wir mal ´Eigenschaft´ von Frau Meuther könnte der Grund für ihre Entführung sein?“

Nun schaltete sich Sarah ein. „Es ist das einzige, was Sinn macht. Alle Chimären, die Deborah gebiert, sind extrem wertvoll. Das wäre doch Grund genug, oder?“

„Ja, und wie ginge sowas dann? Müsste Sie Sex mit einem Tier haben? Oder macht man sowas künstlich? Und woher bekommt man solche Tiere?“

„Das ist es ja, was wir auch nicht verstehen.“, antwortete wieder Jessica. „Der besondere Wert von Deborah ist ja nur zu realisieren, wenn sie tatsächlich von einem Tier befruchtet wird. Sonst ist sie eine ganz normale Frau. Und die einzigen Eber, von denen wir wissen, dass es mit ihnen funktioniert, stehen noch hier bei uns im Stall.“ Sie hatte vor ein paar Minuten sogar extra noch einmal bei den Pflegern angerufen, um sicher zu sein, dass tatsächlich keiner fehlte.

„Ja, kann denn auch ein anderer solche Eber haben? Oder gehen auch andere Tiere?“ Julia Becker konnte sich das alles immer noch nicht so richtig vorstellen. Sie war aber froh, jetzt wenigstens ein mögliches Motiv für die Entführung zu haben.

„Dass auch andere Unternehmen solche Eber haben ist möglich, glauben wir aber nicht. Sowas screenen wir natürlich ständig im Rahmen unserer Wettbewerbsanalyse. Funktionieren würde es auch mit Menschenaffen, aber das traut sich von unseren Wettbewerbern keiner. Wir auch nicht. Alle Versuche mit Primaten sind ja weltweit streng verboten. Das wäre wirklich illegal und sie könnten mit den Ergebnissen nichts anfangen. Und bei allen anderen Tierarten ist zwar theoretisch möglich, dass es klappt, aber doch recht unwahrscheinlich.“

„Und wenn es kein Wettbewerber war, sondern einfache Kriminelle?“

Jessica schüttelte den Kopf. „Die hätten sicher nicht das Know-How. Man muss ja schon wissen, was man tut. Die bräuchten das richtige Tier, müssten wissen, wie man damit Kinder zeugt und die müssen dann ja noch ausgetragen und lebend geboren werden. Allein das Austragen dauert doch Monate. Dafür haben die doch weder die Kenntnisse noch die Zeit.“

Die Kommissarin erhob sich nun. „Tja, auch wenn ich das alles auch noch nicht so richtig glauben kann, habe ich jetzt zumindest einen Ansatz. Ich werde also die Fahndung sofort um den Hinweis ergänzen, dass wir auch an allem interessiert sind, was mit Ebern oder Menschenaffen zu tun hat. Vielleicht sind solche Tiere ja in den letzten Wochen gestohlen worden. Dann hätten wir zumindest eine Spur.“

Sie überlegte kurz. „Außerdem werde ich die Sonderkommission um Spezialisten ergänzen. Das hier übersteigt nämlich eindeutig die Fähigkeiten einer einfachen Kommissarin wie mich.“

„Sie denken dabei aber immer daran, dass unsere Forschungsergebnisse geschützt werden, nicht?“

„Ich werde die Fahndung so verklausulieren, dass keiner erfährt, was Frau Meuther kann. Allein schon zu deren Schutz. Aber ich brauche jetzt Spezialisten, die mich unterstützen. Die sind natürlich auch alle zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ihre Firma ist mir, ehrlich gesagt, in dem Zusammenhang aber erst einmal ziemlich egal. Ich will hier ein Leben retten.“

Sarah fand die Kommissarin immer sympathischer. Aber Jessica ließ nicht locker.

„Wie wäre es, wenn Sie ihre Sonderkommission hier im Gästehaus einrichten? Dann sind sie gleich vor Ort und wir können Sie unterstützen, falls irgendwelche wissenschaftlichen Fragen auftreten. Es ist diskret und Platz haben wir genug. Ihre Kollegen können auch hier übernachten, wenn sie wollen. Ich lasse die Wissenschaftler einfach noch ein wenig in Berlin, dann sind Sie hier vollkommen ungestört.“

Sarah war überrascht von Jessicas Offenheit und Großzügigkeit. Normalerweise hätte sie doch niemanden auch nur in die Nähe des Gästehauses gelassen. Dann verstand sie. Jessica hatte ganz offensichtlich großes Interesse daran, nah an der Fahndung dran zu bleiben, um sie irgendwie kontrollieren zu können. Die Entführung hatte ja zweifellos das Potential, ein großes Problem für Cytopharm zu werden.

Die Kommissarin schien jedoch tatsächlich nicht abgeneigt.

„Das ist vielleicht gar keine schlechte Idee. Das lokale Polizeirevier hier ist unglaublich winzig. Ich weiß gar nicht, wie die da arbeiten können. Und das hier scheint mit den Schweinen und dem Labor ja tatsächlich irgendwie der Angelpunkt der ganzen Sache zu sein. Außerdem müssen wir für die Kollegen dann keine Unterbringung suchen. Das ist in dieser Gegend ja auch nicht so ganz einfach, wie ich festgestellt habe.“

Jessica und die Kommissarin besprachen noch die Details und ein paar Stunden später zogen schon die ersten Mitglieder der Sonderkommission ein. Sarah stellte ihnen den Gastraum als Lagezentrum zur Verfügung und bereitete mit Petras Hilfe auch ihre Zimmer vor. Zumindest passierte jetzt etwas.

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Der Test

Am Vormittag vor ihrem Eisprung standen die Ärztin und Dimitri plötzlich ganz überraschend in Deborahs Zelle. Sie war vor Langeweile nach dem Frühstück, das sie ihr morgens gebracht hatten, wieder eingeschlafen und wurde nun recht unsanft von Ihnen aufgeweckt.

„Genug gegammelt, Schätzchen. Jetzt geht es los.“ Dimitri hielt in den Händen einen Korb, den er jetzt auf dem Boden abstellte. Die Ärztin holte derweil ein kleines Döschen aus ihrer Hosentasche, öffnet es und holte einen Streifen heraus, der aussah wie ein Teststreifen. Dann nahm sie eine Tageszeitung aus dem Korb, reichte sie Deborah und sagte „Du wirst jetzt auf diesen Teststreifen pinkeln und dabei die Zeitung hochhalten, Schätzchen. Hast Du das verstanden?“

Deborah warf einen Blick auf die Zeitung. Sie war auf Polnisch. Nur das Datum konnte sie lesen: der Tag nach ihrer Entführung. Also war ihre Vermutung wohl richtig gewesen und die beiden hatten sie nach Polen verschleppt. Da würde die Polizei sicher länger brauchen, um sie zu finden. Sie musste also versuchen, so viel Zeit wie möglich zu gewinnen.

„Und wenn ich das nicht mache?“

„Dann wird Dimitri ein wenig nachhelfen.“ Deborah sah, wie gierig Dimitri ihren nackten Körper anstarrte und versuchte sofort, sich mit den Händen und Armen zu bedecken. Von dem wollte sie sich bestimmt nicht anfassen lassen. Sie nahm der Ärztin den Streifen aus der Hand und ging in das kleine Badezimmer. Die Ärztin folgte ihr, zückte ihr Handy und tippte darauf herum. Daran, dass das Blitzlicht anging, merkte Deborah, dass sie wahrscheinlich eine Videoaufnahme gestartet hatte, um alles zu filmen. Dimitri stand dabei genau hinter seiner Mutter und beobachtete alles.

„Du setzt Dich jetzt da hin, pinkelst auf den Streifen und machst die Beine dabei ganz breit, so dass ich alles genau sehen kann. Und vergiss nicht, die Zeitung in die Kamera zu halten.“

Deborah setzte sich auf die Schüssel, öffnete die Beine etwas und wollte gerade anfangen, als die Ärztin rief „Breiter, Schätzchen, ich will ALLES sehen können. Sonst spreizt Dimitri Dich. Ich verspreche Dir, das kann er richtig gut.“

Sie öffnete ihre Beine daraufhin ganz weit, hielt mit einer Hand die Tageszeitung hoch und mit der anderen den Teststreifen in den warmen Strahl, der nun aus ihrer prall gefüllten Blase floss. Die Ärztin kam noch einen Schritt auf sie zu, ging in die Knie und hielt alles genau mit der Kamera fest, deren Licht ihren Schambereich hell erleuchtete und den gelben Strahl geradezu funkeln ließ. Hinter ihr der lüstern starrende Dimitri. Deborah fühlte sich unendlich gedemütigt. Sie ließen ihr wirklich keinerlei Intimsphäre.

„Nun gib den Streifen her“, befahl die Ärztin, nachdem Deborah sich vollständig entleert hatte. Sie nahm den Streifen mit zwei Fingern, wobei sie die Kamera immer genau darauf hielt. So ging sie dann auch langsam zurück ins Zimmer, während Dimitri im Badezimmer blieb und Deborah weiter anstarrte. Die stand deshalb schnell auf und folgte der Ärztin. Als sie sich dabei an Dimitri vorbeizwängte, der ihr bewusst etwas den Weg verstellte, fasste der ihr plötzlich in die Pospalte, senkte den Kopf etwas und flüsterte ihr ein „Lecker“ ins Ohr. Wie ekelhaft.

Weil Dimitri ihren nackten Körper noch immer blöd angaffte, hockte Deborah sich aufs Bett, schloss ihre Beine ganz eng und legte die Arme um die Knie, um sich so gut wie möglich zu bedecken. Die Ärztin stand derweil in der Mitte des Raumes und hielt die Kamera weiter auf den Teststreifen. Nach etwa fünf Minuten lächelte sie, steckte den Teststreifen weg und beendete die Aufnahme.

„Wie erwartet, bist Du noch nicht schwanger, Schätzchen. Hätte mich auch gewundert, denn dann hätten sie Dich ja schlecht von den Ebern bespringen lassen können. Dann verschicke ich jetzt das Video an die Teilnehmer, damit sie die Startbedingungen kennen. Wird ihnen bestimmt gefallen. Vor allem, weil Du untenrum wirklich schön gebaut bist. Alles wie mit dem Lineal gezogen, wie bei einer edlen Zuchtstute.“

Sie wandte sich zum Gehen. „Heute Nachmittag ist Deine große Show, Schätzchen. Bis dahin bist Du sauber geduscht und frisiert. Ich will, dass Du richtig gut aussiehst. Verstanden?“

Sie sah, dass Deborah ansetzte, um etwas zu sagen, unterband das aber sofort.

„Und frag gar nicht erst. Wenn Du Dich nicht allein duschen willst, wird Dimitri Dir helfen. Dem würde es ohnehin nicht schaden, wenn er sich öfter wäscht.“

Dimitri setzte ein dummes Grinsen auf und Deborah beschloss, es so zu machen, wie die Ärztin sagte. Welche Wahl hatte sie denn?

Nachdem die beiden gegangen waren, schaute sie in den Korb. Darin waren eine Flasche Shampoo, ein Fön, eine Zahnbürste und Zahncreme. Dazu etwas wieder Brot, diesmal aber mit Honig und Marmelade und sogar ein Ei. Und wieder eine Flasche Wasser. Vor allem lag in dem Korb aber auch ein richtig großes, flauschiges Handtuch. Endlich würde sie sich richtig reinigen können. Seit sie hier war fühlte sie sich schmutzig, besonders aber nachdem Dimitri sie gerade angefasst hatte.

Als sie kurz darauf unter dem warmen Wasser stand und Haare und Körper wusch, ging es ihr gleich besser und sie konnte in Ruhe überlegen.

Was hatten sie bloß mit ihr vor? Ganz offensichtlich ging es um ihre Eizelle und sie wollten sie schwängern. In irgendeiner Show mit irgendwelchen Teilnehmern, die sicher sein wollten, dass sie nicht vorher schon schwanger war. Sie sollte also sicher wieder Chimären bekommen, denn für normale Babys hätte man ja nicht gerade sie entführen und nach Polen bringen müssen. Aber was nützte das? Und wem? Kein Pharmakonzern der Welt konnte doch etwas mit Chimären anfangen, die unter solchen Bedingungen entstanden waren. Wer aber sollte sie sonst kaufen? Und es würde mindestens vier Monate dauern, bis die neuen Wesen auf der Welt waren. So lange würden sie sie also mindestens festhalten. Wie furchtbar.

Nach dem Duschen aß sie erst einmal die Sachen aus dem Korb, verzichtete aber auf das Wasser, nachdem sie gesehen hatte, dass die Flasche schon einmal geöffnet worden war. Bestimmt hatten sie ihr wieder etwas reingetan. Da trank sie lieber weiter das schreckliche Wasser aus dem Wasserhahn. Nachdem sie dann auch noch Zähne geputzt hatte, fühlte sie sich fast wieder wie ein Mensch. Es fehlte nur noch Kleidung.

So gestärkt legte Deborah sich auf das Bett und überlegte weiter. Die Ärztin und Dimitri hatten sich keinerlei Mühe gegeben, ihre Gesichter zu verbergen. Sogar den Vornamen von Dimitri kannte sie. Die beiden hatten also offensichtlich keine Angst, dass sie sie später identifizieren könnte. Das konnte doch nur heißen, dass sie sie umbringen, nachdem sie die Chimären geboren hatte. Bei diesem Gedanken wurde ihr wieder ganz schlecht und sie bekam schreckliche Angst.

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Behandlung

Nach einigen Stunden, wahrscheinlich war es inzwischen etwa 15.00h, öffnete sich wieder die Tür und die Ärztin und Dimitri traten in den Raum. Der Blick der Ärztin ging sofort auf die Wasserflasche, die noch voll auf dem Boden stand.

„Warum hast Du nichts getrunken, Schätzchen?“

„Weil Sie da wieder etwas reingemixt haben.“ Die Ärztin verzog bei diesen Worten keine Miene.

„Stimmt, ich hatte ein paar Tropfen Diazepam reingetan. Das ist ein Angstlöser und Muskelrelaxans, damit Du gleich ein bisschen lockerer und weniger verkrampft bist. War nur in Deinem Interesse.“

„Sie wollten mich unter Drogen setzen, damit ich keine Angst bekomme? Was haben Sie denn mit mir vor, vor dem ich mich so fürchten könnte?“ Deborah hatte tatsächlich große Angst vor dem, was sie mit ihr wohl anstellen würden. Die Ärztin schien aber nicht die Absicht zu haben, es ihr jetzt schon zu erläutern.

„Das erfährst Du noch früh genug. Und wenn Du kein Beruhigungsmittel willst, ist das auch ok. Jedenfalls fangen wir jetzt an, sonst können wir den Terminplan nicht halten und die Kunden werden ärgerlich, wenn sie nur einen schwarzen Bildschirm sehen.“

Kunden? Bildschirm? Was hatten sie bloß mit ihr vor?

Sie führten Deborah nun durch den kühlen, dunklen Flur und eine Treppe hinab, öffneten dort eine metallene Tür und standen dann in einem kargen, durch warmes Halogenlicht jedoch hell beleuchteten Raum. Der war zum Glück gut geheizt, denn ihr war in dem ungeheizten Flur schon wieder richtig kalt geworden.

In dem Raum befand sich nichts außer einem komplizierten Gerät in seiner Mitte. Es sah aus wie ein futuristischer, gut gepolsterter Gyn-Stuhl mit Stützen für die Beine, wie ihn auch Frau Dr. Meier bei ihrer Untersuchung bei Cytopharm verwandt hatte. Nur dass dieser durch viele Elektromotoren wohl in alle Richtungen verstellbar war und außerdem überall Riemen und Gurte hatte, mit denen man Körper, Arme und Beine festschnallen konnte. Sogar eine Kopffixierung mit Polstern war zu sehen. Sicherlich war der für sie gedacht, überlegte Deborah.

Sofort fühlte sie sich an die Bank im Studio erinnert. Dort war sie während der Besamung ja ebenfalls fixiert worden, um die Duldungsstarre der Sau zu imitieren. Jedoch freiwillig. Auf diesem Stuhl, im Sitzen oder Liegen, würde sie freilich kein Eber besteigen können. Für die müsste sie ja auf alle Viere gehen und bräuchte ein Dach, weil sie so schwer sind.

Wahrscheinlich würde die Ärztin sie also mit einem Katheter künstlich befruchten. Das hätte Cytopharm ja auch gemacht, wenn es nicht verboten wäre. Der Ärztin war das aber bestimmt egal und ein Gyn-Stuhl bot sich dafür an, weil sie so direkten Zugang zu ihrem Uterus hätte. Deborah sah aber gar keinen Hocker. Wollte sie das etwa im Stehen machen?

„Setz Dich, Schätzchen. Der Stuhl ist super bequem, fast wie ein Fernsehsessel. Und sogar noch flexibler einstellbar. Wir haben ihn extra für Dich im BDSM-Shop gekauft. Boomer heißt das Ding. So wie bei Baby-Boomer. Passt doch ganz gut, wo wir Dir jetzt gleich ein Kleines machen.“

Ihre Überlegungen waren also richtig gewesen: sie wollten sie tatsächlich schwängern. Deborah hatte aber keine Lust, vergewaltigt zu werden und danach monatelang in diesem Gefängnis Chimären auszutragen und mit der Hilfe der Ärztin zu gebären, damit sie sie verkaufen konnte, nur um danach umgebracht zu werden.

„Hören Sie, sie brauchen mich doch eigentlich gar nicht. Wichtig sind doch nur meine Eizellen. Entnehmen Sie mir einfach ein paar davon, befruchten sie sie in vitro und pflanzen sie dann Schweinen ein. Dann können sie auch gleich mehrere schwängern und haben viel mehr Ware zum Verkaufen.“

Die Ärztin sah sie mit herablassendem Blick an.

„Schätzchen, wir haben doch kein Interesse an solchem medizinischen Kram. Viel zu kompliziert und langwierig. Wir sind Händler und keine Züchter. Was hier verkauft wird bist Du, Schätzchen. Die hübsche Frau, mit der man alle möglichen Mischwesen produzieren kann. Und um zu beweisen, dass es geht, ficken Dich gleich zwei Bonobos richtig durch, bis Du trächtig bist. Meinst Du wirklich, irgendeiner meiner Kunden interessiert sich für Reagenzgläser oder sowas? Die wollen live sehen, wie die Affen Dir ein Baby in die Röhre schieben.“

Sie sollte also gar nicht umgebracht werden. Deborah fiel ein Stein vom Herzen. Trotzdem war sie geschockt. Sie wollten sie tatsächlich verkaufen wie eine Sklavin. Eine Sklavin zur Zucht von Chimären. Deshalb hatte die Ärztin sie vorhin auch als Zuchtstute bezeichnet. Und dazu sollte sie gleich von zwei Affen auf diesem Gyn-Stuhl vergewaltigt werden.

„Aber, das können Sie doch nicht machen. Menschenhandel ist verboten.“

„Hast Du eine Ahnung, was ich alles kann, Schätzchen. Es gibt auf der Welt viele Milliardäre, die gerne exotische Haustiere haben. Solche, die kein anderer hat. Und wir beschaffen die, egal ob schwarzer Panther oder Java-Nashorn. Das ist unser Geschäft. Auch die allerseltensten sind für uns kein Problem und unsere Kunden zahlen uns ein Vermögen dafür. Ich sage Dir, für eine Frau, von der sie einzigartige Kreuzungen bekommen, kriegen wir Millionen. Und den Bastard in Deinem Bauch gibt es dann noch als Bonus obendrauf. Die Bieter werden sich um Dich schlagen, das verspreche ich Dir. Heute Abend hast Du schon einen neuen, reichen Besitzer.“ Sie konnte sich ein freudiges Grinsen an dieser Stelle nicht verkneifen.

„Natürlich muss der Höchstbietende nur bei Erfolg zahlen. Aber daran habe ich keinen Zweifel, nachdem es schon bei Deinem ersten Eber-Bespringer geklappt hatte. Bonobos sind ja genetisch noch viel kompatibler mit Menschen als Schweine. Und Dein neuer Besitzer wird auch die Privatärzte haben, die dafür sorgen, dass alles funktioniert mit dem Baby. Ist dann alles nicht mehr unser Problem.“

Deborah wurde bei dieser Vorstellung ganz übel. Und woher kannte die Ärztin bloß diese ganzen Details von ihrer Besamung?

„Sie versteigern mich?“

„Ja, das machen wir mit unseren ganz seltenen Exemplaren immer so. Dafür habe ich extra diesen alten, verschwiegenen Hof gekauft und eine Satelliten-Internetverbindung installiert. Läuft alles ganz anonym im Darknet. Normalerweise reichen für unsere Waren schöne Fotos, speziell für Dich machen wir diesmal aber einen echten Livestream.“

„Livestream?“

„Ja, alles live. Die Bieter können genau mitverfolgen, wie Du funktionierst. Und alles in HD.“

Sie zeigte stolz an die Decke, an der tatsächlich zwei große Kameras angebracht waren, die Deborah bisher noch gar nicht aufgefallen waren. Eine zeigte den Gyn-Stuhl von vorne, wo die Beinstützen waren, einer von der Seite.

„Sie können also genau mitverfolgen, wie der Bonobo-Bastard entstanden ist, auf dessen Mama sie bieten. So wird das alles noch viel spannender. Und deshalb setzt Du Dich jetzt bitte auf den Stuhl, wir haben nämlich alle informiert, dass wir in 20 Minuten anfangen und da sollen sie ja keinen schwarzen Bildschirm sehen. Die sind bestimmt schon ganz scharf auf die Show, nach dem Filmchen von Deinem Schwangerschaftstest heute Morgen.“

Sie schaute Deborah wieder in das Gesicht.

„Auf die Idee mit den Kameras hast Du mich übrigens selbst gebracht, Schätzchen. Du hast Deine Filme doch auch an Cytopharm verkauft. Warum aber nur einzelne Filmchen verkaufen, wenn der Star selbst so viel Wert ist?“

Deborah verstand wirklich nicht, woher sie alle diese Details kennen konnte. Als wäre sie dabei gewesen. Ihr wurden aber nun auch die Knie weich. Nicht nur, dass sie gleich von Affen vergewaltigt und geschwängert werden sollte, sondern das würde alles auch noch live im Internet übertragen. Deswegen hatte die Ärztin ihr auch die Beruhigungsdrogen verabreichen wollen. Denn ja, sie hatte jetzt in der Tat panische Angst.

Deborah schüttelte den Kopf. „Nein, das mache ich nicht. Da bringen Sie mich lieber gleich um.“

„Eine so wertvolle Ware zerstören. Niemals. Aber wenn Du Dich nicht freiwillig hinsetzt, wird Dimitri das eben erledigen. Dem macht sowas Spaß.“ Die Ärztin wandte den Kopf: „Dimitri.“

Der Riese trat vor, packte Deborah, die sich wild strampelnd wehrte, mit seinen Schraubstockhänden an beiden Armen, hob sie einfach hoch, trug sie zu dem Gyn-Stuhl und setzte sie darauf, als wäre sie eine Puppe. Als er ihren Körper jetzt mit Gurten festschnallen wollte, trat sie ihm jedoch in die Hoden und spuckte ihm ins Gesicht, woraufhin er ihr eine Ohrfeige gab.

„Pass bloß auf, Du Schlampe, sonst reite ich Dich noch selbst ein, bevor die Affen kommen.“ Dabei drückte er sie mit einer Hand fest in den Sitz und schloss die Gurte mit der anderen so fest, dass sie sich kaum noch rühren konnte.

Sofort wies seine Mutter ihn zurecht: „Schlag´ gefälligst nicht so fest, Dummkopf. Ich will keine Spuren von Gewalt auf der Ware. Die ist gleich im Fernsehen.“

Dann wandte sie sich an Deborah: „Mein Sohn hat leider noch immer nicht verstanden, dass man Ware, die man noch verkaufen will, nicht beschädigen und auch nicht benutzen sollte. Mit einem normalen Baby im Bauch wärest Du ja fast nichts wert. Vor allem, wenn es von Dimitri ist.“

Dimitri, der an solche Beleidigungen gewohnt zu sein schien, fixierte nun Deborahs Arme mit Lederschlaufen auf den Armstützen, während die Ärztin ihr gleichzeitig die Kopfpolster so fest an den Schädel schob, dass sie ihren Kopf nicht mehr bewegen und nur noch nach oben schauen konnte.

„Wir wollen ja nicht, dass die Affen noch die Lust verlieren, weil Du sie vielleicht auch anspuckst oder sogar beißt, Schätzchen. Die sollen doch ihren Spaß mit Dir haben, während sie Papa werden.“

Dimitri wollte nun ihre Beine an den Beinstützen befestigen, wogegen Deborah sich jedoch strampelnd wehrte, so gut sie konnte. Der Riese drückte ihre Schenkel aber einfach wie Äste auseinander und kurz darauf saß sie mit weit gespreizten Beinen auf dem Stuhl und konnte sich fast nicht mehr rühren. Ein tiefes Gefühl der Ohnmacht übermannte Deborah.

„Du solltest aufhören, Dich zu wehren, Schätzchen. Dimitri weiß nämlich sehr genau, wie man sich widerspenstige Frauen gefügig macht.“, hörte sie die Ärztin nun sagen. Wie zur Bestätigung fasste ihr Dimitri jetzt auch noch mit seiner groben Hand zwischen die Beine. „Echt geiles Fickstück bist Du. Viel zu schade für die Affen.“ Deborah zuckte angeekelt zusammen, als sie seine dicken Finger auf ihren Schamlippen spürte.

„Dimitri, Du kannst jetzt gehen! Und wie oft soll ich Dir noch sagen, dass Du die Finger von der Ware lassen sollst!“

Er motzte etwas und dann hörte Deborah, wie die Tür sich öffnete und wieder schloss. Die Ärztin holte nun eine Fernbedienung aus ihrer Tasche.

„So, Schätzchen, jetzt fahren wir dich noch in die richtige Position. Sind ja nicht so groß, die Affen.“

Deborah spürte, wie der Stuhl erst elektrisch nach unten fuhr und sich dann die Rückenlehne nach hinten bewegte, bis sie fast flach lag, die weit gespreizten Beine in die Höhe gestreckt, so dass jeder am Bildschirm deutlich ihren völlig ungeschützten, blankrasierten Geschlechtsbereich würde sehen können. Ein tiefes Gefühl der Scham überkam sie.

„So, und jetzt das Becken noch etwas höher, damit ihr Samen in Dich rein und nichts rausläuft. Ihr Lümmel ist ja viel kürzer als der von den Ebern.“ Wieder hörte sie den Motor, der nun ihr Becken etwas anhob, so dass ihre Scheide leicht nach oben zeigte. Es war so erniedrigend, dass sie behandelt wurde wie ein Objekt, das für seine Befüllung optimiert wurde. Bei den Ebern hatte Sarah sie wenigstens noch gefragt. Hätte sie doch nur nie an der Studie teilgenommen.

Die Ärztin verließ nun kurz den Raum. Als sie zurückkam, stellte sie sich zwischen Deborahs gespreizte Beine und dann spürte sie plötzlich einen kalten Strahl auf ihren Schamlippen.

„Was machen Sie da?“ Sie zerrte an ihren Hand- und Fußfesseln und versuchte vergeblich den Kopf zu bewegen, damit sie etwas sah.

„Ich sprühe rote Lebensmittelfarbe auf Deine Muschi. Das imitiert die Genitalschwellung des Bonobo-Weibchens. Dann wissen die Affen gleich, dass Du läufig bist, wenn sie es nicht ohnehin schon riechen. Ist eigentlich zur Dekoration von Torten, die Farbe. Passt doch gut, oder? Schließlich bist Du hier unser Sahnestück, Schätzchen.“ Sie lachte ihr schmutziges Lachen.

„Ist aber eigentlich auch egal. Bonobos haben sowieso dauernd Lust auf Sex. Mit denen wirst Du viel Spaß haben. Immerhin bist Du ihr einziges Spielzeug hier im Raum und sie hatten noch nie ein Weibchen.“

Deborah war kurz davor, in Panik zu geraten. Sie hoffte inständig, die Bonobos verlören die Lust, wenn sie merkten, wie viel Angst sie hatte. So wie Eber es tun.

Da spürte sie, wie die Ärztin etwas an ihrer Rosette ansetzte und dann schnell ganz tief in ihren Po reindrückte und schreckte zusammen.

„Was ist das? Was machen Sie da mit mir?“

„Ist nur ein Diazepam-Zäpfchen zur Beruhigung, Schätzchen. Du hast das Wasser ja nicht gewollt. Weil ich das schon erwartet hatte, habe ich gleich die Zäpfchen mitgenommen. Keine Sorge, gleich wirst Du ganz entspannt sein, das Zäpfchen wirkt schnell. Unsere Kunden sollen doch nicht den Eindruck haben, Du hättest Angst, wenn Du gefickt wirst. Wer bietet denn schon gerne auf ein verängstigtes, prüdes Gänschen? Die wollen eine rassige, geile Tierhure.“

Da spürte Deborah, wie sie wieder ansetzte und noch ein Zäpfchen in sie reindrückte.

„Nach Deiner Einlage eben denke ich, es ist besser, ich verdoppele die Dosis. Dann wirst Du gleich richtig gut drauf sein. Sei froh, dass ich nicht Alpazolam genommen habe. Das hätte Dir den ganzen Spaß am Sex genommen.“

Die Ärztin ging nun zur Tür und öffnete sie. „Übrigens, schreien kannst Du gerne. Hier hört Dich sowieso keiner und die Affen nehmen Dich dann nur noch öfter ran, weil sie denken, das beruhigt Dich.“

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Affen

Es vergingen einige Minuten, in denen gar nichts passierte. Wahrscheinlich starteten sie gerade den Livestream und es würden jetzt irgendwo auf der Welt irgendwelche schmierigen Männer gierig auf ihren nackten, festgeschnallten Körper starren, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte.

Deborah war deshalb tatsächlich froh, dass sie inzwischen schon deutlich die Wirkung des Diazepams spürte. Sie hatte plötzlich überhaupt keine Angst mehr, war vollkommen entspannt, richtig locker, wie die Ärztin es vorhergesagt hatte. So würde sie diese entwürdigende Situation sicher besser überstehen können. Nur eine gewisse Schläfrigkeit verspürte sie.

Die verflog jedoch sofort, als sie hörte, wie sich die Tür öffnete und kurz darauf wieder schloss. Jemand war jetzt im Raum, aber sie konnte durch ihre Fixierung nicht sehen, wer oder was.

„Hallo. Ist da jemand?“

Keine Antwort. An den Schritten hörte sie aber, dass zwei Wesen im Raum waren, die sich nun in ihre Richtung bewegten. Wahrscheinlich die Bonobos. Wenn sie doch nur ihren Kopf drehen könnte. Sie hatte zwar eine ungefähre Vorstellung davon, wie Bonobos aussahen: etwa wie Schimpansen, nur schlanker und graziler. Aber eben auch nur eine ungefähre.

Da tauchten in ihrem Sichtfeld plötzlich zwei dunkle Gesichter auf, eines rechts und eines links von ihrem Kopf, und zwei freundliche, neugierige Augenpaare schauten sie an. Durch die Drogen erschreckte sich Deborah nicht einmal.

Sie wusste, dass Bonobos eigentlich nicht gefährlich waren. Im Gegenteil. Bonobos sollen ja sehr soziale, empathische Wesen sein. Da sie sich ohnehin nicht wehren konnte, hatte Deborah sich deshalb überlegt, alles möglichst gefasst und stoisch über sich ergehen zu lassen. Sie würde die Affen einfach ignorieren und den Voyeuren im Internet nicht auch noch eine Show liefern, egal was die Ärztin später sagte. Das war ihre Art von Widerstand.

Vielleicht würden die Affen ja auch das Interesse an ihr verlieren, wenn sie sich total passiv verhielte und sie merkten, dass sie nichts mit ihnen zu tun haben wollte. „Tut mir bloß nicht weh“, dachte sie nur.

Die Bonobos kamen nun noch etwas näher, beschnüffelten ihr Gesicht und streichelten ihr sanft über die Wange. Der eine, der etwas älter aussah und auch ein bisschen größer war als der andere, befühlte jetzt die Gurte, mit denen sie gefesselt war, und schaute Deborah dann ganz traurig an. Wahrscheinlich musste er selbst schon Fesseln tragen und verstand, dass sie die nicht freiwillig hatte. Jedenfalls fing er an, Deborah ganz zärtlich zu streicheln, als wollte er sie trösten.

Obwohl ihr das Mitgefühl durchaus guttat, bemühte Deborah sich, keine Regung zu zeigen und schaute einfach an die Decke, während die beiden ihr immer wieder ganz sanft über das Gesicht streichelten, wobei der jüngere ihr auch immer wieder den Finger in den Mund steckte. Zumindest schien sie ihnen nicht unsympathisch zu sein.

Um sie auseinander halten zu können, entschied sich Deborah, ihnen Namen zu geben. Den größeren und älteren links von ihr nannte sie Bobo, den etwas kleineren, jüngeren rechts Nono. Das konnte sie sich leicht merken. Bobo war dabei nicht nur der ältere, sondern wohl auch der ranghöhere und überlegtere, während man Nono eine gewisse Verspieltheit noch anmerkte, obwohl er sicher auch schon fast ausgewachsen war. Jedenfalls schaute er immer zuerst, was Bobo tat, bevor er selbst aktiv wurde.

Beide Affen fingen nun an, Deborahs fixierten Körper genauer zu untersuchen. Während Nono sich vor allem für Deborahs lange, dunkelblonde Haare interessierte und dazu hinter ihren Kopf stellte, beschäftigte sich Bobo mit ihrer Brust. Obwohl sie nur ein kompaktes, aber dafür festes B-Körbchen hatte, schienen ihn die Größe und Weichheit ihres Busens zu beeindrucken. Bonobo-Weibchen hatten an dieser Stelle ja fast nichts.

Er streichelte darüber, drückte die Brüste und spielte dann auch mit den Brustwarzen. Erst nur mit den Händen, dann auch mit dem Mund. Dabei war er zwar vollkommen schamlos, aber auch so gefühlvoll, dass er ihr keinen Moment wehtat. Immer wieder schaute er ihr ins Gesicht, um zu sehen, wie sie auf seine körperlichen Annäherungsversuche reagierte. Obwohl sie seine vorsichtigen Berührungen als geradezu angenehm empfand, bemühte Deborah sich jedoch, einen möglichst neutralen Ausdruck beizubehalten. Nur ihre Brustnippel richteten sich etwas auf und wurden hart, was dem Affen sicher nicht entging.

Während Nono weiter mit zärtlichen Händen ihre Haare lauste — offensichtlich wollte er erst einmal nur beobachten, wie weit man bei Deborah gefahrlos gehen konnte — wanderte Bobo in seinem Untersuchungsdrang nun ihren Körper weiter nach unten, betastete vorsichtig ihren Bauch und auch ihr Schambein. Wahrscheinlich faszinierte ihn, dass alles an ihr so glatt, weiß und unbehaart war.

Obwohl sie ihn nur hören und fühlen konnte, spürte Deborah, wie er jetzt um ihr festgeschnalltes Bein herumging und dann zwischen ihren Schenkeln stand. Sie stellte sich vor, wie er gerade auf ihre nackte Scham schaute, die ihm mit ihrer Rotfärbung Paarungsbereitschaft signalisieren sollte. War es wie bei den Ebern, bei denen Hintern und Rauscheduft sofort einen Begattungsreflex auslösten? Würde er sie jetzt einfach nehmen wie eine Sexpuppe, um seinem Fortpflanzungsinstinkt zu folgen?

Da spürte sie auch schon etwas an ihren Schamlippen, das sanft darüber strich, sie vorsichtig etwas spaltete und auch etwas eindrang, dann nach unten weiterwanderte, ihre Rosette betastete und etwas dagegen drückte. Es war aber nicht Bobos Penis, wie sie erwartet hatte, sondern sein Finger.

„Er erforscht mich“, überlegte Deborah. Natürlich, denn er hatte sicher noch nie zuvor die Geschlechtsorgane einer Frau gesehen, die sich von denen eines Bonobo-Weibchens bestimmt deutlich unterschieden. Deshalb erkundete er sie zunächst, um festzustellen, wie sie gebaut war.

Auch wenn sie sich nichts anmerken ließ, musste sie zugeben, dass seine sanften, forschenden Berührungen durchaus erotische Gefühle in ihr auslösten. Sie konnte sogar spüren, wie das Blut in ihre Schamlippen und ihre Klitoris schoss und sie auch feucht wurde, ohne dass sie irgendetwas dagegen tun konnte. Das überraschte Deborah, weil sie wusste, dass das nicht passieren würde, wenn sie Angst hätte oder sich unwohl fühlte. Wie damals bei den Ebern. Aber durch das viele Diazepam war sie wahrscheinlich einfach viel zu entspannt und konnte gar nicht verhindern, dass seine Berührungen ihren Körper stimulierten.

Bestimmt merkte der Affe auch, dass er es geschafft hatte, dass sie auf ihn reagierte, zumindest körperlich. Jedenfalls intensivierte er seine Bemühungen und versenkte jetzt auch wieder einen Finger in ihrer Vagina. Er schob ihn weit vor, wohl um ihre Tiefe und Feuchte zu testen, was ungewollt ein leises Stöhnen bei Deborah auslöste, und zog ihn dann langsam wieder heraus.

Bobo schien jetzt zu wissen, welches die richtige Öffnung war, dass sie für ihn passte und in ihrer warmen Feuchte auch bereit war. Denn als er nun erneut ansetzte, merkte sie sofort, dass es diesmal kein Finger mehr war, was er in sie einführte: seine beiden Hände hielten nämlich jetzt mit festem Griff ihre gespreizten Schenkel.

Es war sein Penis, der ihre Schamlippen spaltete und den er dann langsam und vorsichtig immer weiter in sie schob. Er war wohl nicht sehr groß, aber sehr hart, weshalb er problemlos in sie hineinglitt. Da Deborah sehr eng gebaut und der Penis nicht nur hart, sondern auch sehr warm war, konnte sie ihn doch deutlich in sich spüren. Es fühlte sich etwa so an wie bei Sarah, wenn sie beim Sex zwei Finger in sie einführte.

Sobald er ganz in sie eingedrungen war, begann Bobo heftig atmend mit schnellen Bewegungen zu stoßen. Er kam dabei nicht so tief und dehnte sie auch nicht so sehr wie ein Mann. Dennoch konnte sie genau spüren, wie er sich in ihr bewegte. Nach nur etwa sechzig Sekunden fühlte sie dann auch schon etwas Warmes in ihrer Scheide, das sich rasch verteilte und Richtung Muttermund floss. Er hatte in ihr ejakuliert und wohl ziemlich viel. So schnell, wie es ihre früheren Freunde selbst an ihren schlechtesten Tagen nicht geschafft hatten.

Deborah wusste, sie hatte verloren und gerade die Kontrolle über ihren Körper und ihr Schicksal abgegeben. Der Bonobo-Samen war nun auf dem Weg zu ihrer Eizelle und sie konnte nichts mehr dagegen tun. Sicherlich schwammen seine Spermien gerade schon durch ihren Muttermund und sie würde mit ziemlicher Sicherheit wieder schwanger werden. Diesmal von einem Affen und, anders als bei den Ebern, gegen ihren Willen. Durch das Diazepam war sie nicht einmal geschockt. Es war eher so, als nähme sie es zur Kenntnis wie eine unabänderliche, traurige Wahrheit.

Bobo war inzwischen wieder um den Tisch herumgekommen, schaute ihr ins Gesicht und streichelte ihr die Wange. Ganz so, als wollte er bestätigt haben, dass es ihr gefallen hatte. Das typische „War ich gut?“ eines Mannes, dachte Deborah. Sie hatte jedoch nicht vor, ihn auch noch zu ermutigen, ignorierte ihn und schaute stattdessen weiter ungerührt an die Decke in der Hoffnung, dass er es zumindest kein zweites Mal versuchen würde.

Bobo schien diese Missachtung zu deprimieren. Vielleicht hatte er sich ein Lob erhofft, zumindest aber ein Zeichen, dass sie ihn wenigstens registriert hatte. Er kletterte den Gyn-Stuhl hoch, legte sich breitbeinig auf ihren Bauch und bettete seinen Kopf, wie ein trauriges Kind, auf ihren Busen.

Erst war Deborah etwas überrascht von diesem Bedürfnis nach Nähe, dann aber empfand sie sein weiches Fell und seinen warmen Körper als durchaus angenehm. Irgendwie gab er ihr, so wie er da lag, das Gefühl von etwas Schutz. Wie eine Decke. Mit dem Unterschied, dass sie auf ihrem Unterleib seinen weiterhin erigierten Penis deutlich spüren konnte, obwohl er doch gerade erst gekommen war.

Nono hatte von seiner Position hinter Deborahs Kopf genau beobachtet, was sein Artgenosse getan hatte und wie nahe er und Deborah sich dabei zumindest körperlich gekommen waren. Nun wollte er auch Zuwendung und kletterte deshalb mit einem geschickten Satz ebenfalls auf den Gyn-Stuhl und positionierte sich so, dass er auf allen Vieren über ihr stand und sie seine voll erigierte Männlichkeit direkt vor Augen hatte. Offensichtlich wollte er ihr demonstrieren, dass er bereit war, auf Bonobo-Art Nähe zu geben und zu nehmen.

Sie konnte so sehen, dass sein Penis etwa 7 bis 8cm lang und vielleicht 2 bis 2,5 cm dick war. Er hatte keine Eichel, sondern verjüngte sich nach oben. Damit ähnelte er tatsächlich mehr einem großen Männerfinger als einem Penis, wie sie ihn kannte. Die Hoden waren dagegen überraschend groß, viel größer als bei einem Mann. Aber sie wusste ja, dass Bonobos häufig Sex miteinander hatten. Und wer oft schießt, braucht wohl auch viel Munition.

Nono schaute sie nun von oben herab an und versuchte gleichzeitig, ihr mit einer Hand seinen harten Penis in den Mund zu stecken. Nachdem sie Bobo ignoriert hatte, wollte er wohl direkt sehen, wie sie auf seinen sexuellen Annäherungsversuch reagierte und ihr dazu in die Augen schauen können.

Deborah hatte jedoch sicher nicht vor, den Affen oral zu befriedigen. Sie konnte zwar den Kopf nicht bewegen, presste aber Lippen und Zähne fest aufeinander. Er drückte seine Hüften daraufhin etwas fester nach vorn und schaffte es tatsächlich, ihre Lippen zu öffnen, so dass sie plötzlich einen leicht süßlichen Geschmack im Mund hatte. Wahrscheinlich sein Vorsperma.

An ihren geschlossenen Zähnen kam er jedoch nicht vorbei, auch als er den Druck noch einmal verstärkte. Sobald er das merkte, versuchte er, ihre Zähne mit einem Finger auseinanderzudrücken, doch Deborah hielt sie so fest geschlossen, wie sie konnte, bis er schließlich aufgab.

Nono kletterte daraufhin wieder vom Gyn-Stuhl herunter, ging um ihn herum, und dann fühlte sie auch schon, wie er kurz ihre Schamlippen und ihre Klitoris betastete und dann in sie eindrang und kräftig nach vorne stieß. Hier konnte sie ihm diese Intimität ja nicht verweigern und er nahm sie sich einfach.

Sein Penis fühlte sich, wie der von Bobo, durchaus nicht unangenehm an, nur bewegte er sich deutlich schneller und es dauerte auch nicht einmal so lange wie bei Bobo, bis er zum Höhepunkt kam. Schon nach weniger als dreißig Sekunden spürte sie, wie er sich in kräftigen Schüben warm in sie ergoss, um sie zur Mutter seiner Nachkommen zu machen. Wie schon bei Bobo floss sein Sperma durch ihr erhöhtes Becken wieder schnell Richtung Muttermund, wo es sich mit Bobos vermischte. Genau, wie die Ärztin es geplant hatte.

Millionen Samenzellen von gleich zwei Affen durchwanderten damit jetzt den intimsten Teil ihres Körpers und es gab nichts, was sie dagegen tun konnte. Deborah erinnerte das sofort an ihre letzte Besamung durch die Eber, bei der sie ja auch gleichzeitig das Sperma von zweien in sich gehabt hatte, damals aber bewusst und gewollt.

Sie wusste, die Spermien der beiden Affen lieferten sich in ihrem Unterleib gerade ein Wettrennen um ihre Eizelle. Dass sie die Bonobo-Spermien verschmähte war dabei nicht sehr wahrscheinlich, bedachte man, dass schon der erste Eber ihres Lebens sie erfolgreich befruchtet hatte. Eines der Abermillionen würde also mit ziemlicher Sicherheit von ihr eingelassen und einer der Affen der Vater ihres nächsten Kindes werden.

Ein Gefühl des Fatalismus machte sich in Deborah breit. Eigentlich war es ihr egal, welcher der beiden es wäre, der sie schwängerte. Sie hatte so oder so die Kontrolle über ihren Körper verloren, weshalb ihre Kampfbereitschaft auch etwas nachließ.

Nono zog sich jetzt wieder aus ihr heraus und kam dann wie Bobo um den Bock herum, um ihr ins Gesicht zu schauen und dort ihre Reaktion abzulesen. Scheinbar war das bei Bonobos so üblich.

Sie blickte aber wieder nur regungslos an die Decke und ignorierte den Affen. Wenn sie Glück hatte, war es ja jetzt vorbei und sie käme wenigstens von diesem Stuhl herunter und von den Kameras weg. Es hatten doch jetzt alle deutlich sehen können, wie die Bonobos sie besamt hatten.

Wie zuvor schon Bobo schien es auch Nono zu irritieren, dass sie so gar nicht auf ihn reagierte. Er schlang die Arme um ihren Kopf, was durch die Kopfhalterung etwas schwierig war, und drückte dann sein Gesicht fest auf ihres, während Bobos noch immer auf ihrer weichen Brust ruhte.

Deborah konnte das Verlangen der beiden nach Zuwendung und Aufmerksamkeit förmlich spüren, hatte aber dennoch nicht vor, sie ihnen zu gewähren. Sie war gerade vergewaltigt worden. Zwar eigentlich nicht von Bobo und Nono, die konnten nichts dafür. Aber von der Ärztin. Und dabei würde sie nicht auch noch mitspielen.

Nachdem sie ein paar Minuten regungslos so verbracht hatten, stieg Bobo plötzlich doch von ihr ab und kletterte den Gyn-Stuhl hinunter. Sofort nahm Nono die freigewordene Position ein und nun war er es, der seinen Kopf auf ihre Brust bettete wie ein Kind. Dabei war er jedoch viel unruhiger als Bobo, hatte allerdings wie der eine starke Erektion, die fest auf ihren Unterleib drückte. Das schien offensichtlich ein Dauerzustand bei den beiden zu sein.

Bobo hatte sich mittlerweile zwischen ihre so aufreizend gespreizten Beine gehockt und sie konnte fühlen, wie er erneut anfing, sacht ihre Schamlippen und ihre Klitoris zu betasten und zu streicheln. Ganz vorsichtig wanderten seine Finger dabei immer wieder auch abwärts, strichen über ihren Damm und massierten sanft ihre Rosette.

Er machte das so gefühlvoll und geduldig, dass Deborah nicht verhindern konnte, dass ihr dabei wieder das Blut in die Genitalien schoss, sie schneller atmete und auch feucht wurde. Jetzt steckte Bobo auch noch ganz vorsichtig einen Finger in ihren Po. Das löste so viel Lust in ihr aus, dass sie ein leises Stöhnen nicht mehr unterdrücken konnte. Daraufhin schob er ihn sofort ein Stück tiefer hinein, was bei ihr ein noch lauteres Stöhnen und ein heftiges Zucken ihres Beckens hervorrief.

Bobo hatte wohl vorhin gelernt, dass sie ihn nicht ignorieren konnte, wenn er sie nur an diesen Stellen stimulierte. Nun zwang er sie, mit ihm zu interagieren, indem er ihr erotische Gefühle bereitete, für die sie ihn mit der Lust belohnte, die sie ihm als Reaktion darauf zeigte. Er wollte ihr guttun und sehen, dass es so war.

Als Nono sah, dass Deborah doch kein so kalter Klotz war, wie sie vorgegeben hatte, sondern auf zärtliche Berührungen durchaus ansprach, fing auch er an, vorsichtig an ihren Brustwarzen zu saugen und zu knabbern, was sofort ebenfalls starke erotische Gefühle bei ihr auslöste.

Deborah versuchte, ihre Fassung wiederzugewinnen, indem sie an andere, profane Dinge dachte. Die durch die beiden Affen ausgelösten Reize waren aber so stark und dass Diazepam entspannte sie so sehr, dass sie gegen ihren Willen immer erregter und lüsterner wurde. Ihr Atem ging schneller, die Brustnippel wurden hart, sie stöhnte leise und wurde sehr nass.

Je mehr sie den Affen damit zeigte, dass sie auf ihre Aktionen reagierte, umso intensiver wurden gleichzeitig deren Bemühungen, ihr Lust zu bereiten. Bobo senkte jetzt sogar seinen Mund auf ihre Schamlippen und erkundete sie dort mit seiner kräftigen Zunge, die er dann sogar tief in ihrer Scheide versenkte.

Tat er das nur wegen des Geschmacks der Lebensmittelfarbe oder machte er gerade wirklich Oralsex mit ihr? Egal. Sie spürte, wie sie sich einem Orgasmus näherte, schloss die Augen und schrie dann auch schon ihre Lust aus ihrem vibrierenden Körper heraus: „Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!“ Weil die beiden Affen nicht aufhörten, sie zu streicheln und zu lecken, wollten ihre Höhepunkte gar nicht mehr enden und sie sprang stöhnend von Gipfel zu Gipfel.

Als sie schließlich nach Auslaufen ihrer Orgasmen die Augen wieder öffnete, sah sie Nonos Gesicht direkt über sich, der ihre Mimik intensiv zu erforschen schien. Sie sagte nichts, aber sicher hatte er bereits erkannt, dass es ihr gefallen hatte. Jedenfalls hatte er einen zufriedenen Gesichtsausdruck, ganz so, als hätte er gerade Großartiges geleistet.

In dem Moment spürte Deborah, wie Bobo wieder etwas an ihrer Rosette ansetzte, gegen ihr Zentrum drückte, bis es sich öffnete und dann langsam in sie hineinschob. Diesmal war es aber kein Finger. Es war sein Penis, den er gerade in ihrem Po versenken wollte. Offensichtlich glaubte er, nach den Orgasmen, die er ihr bereitet hatte, wäre das Eis zwischen ihnen so weit gebrochen, dass sie diese überaus intime Art der Annäherung akzeptieren würde.

Deborah mochte diese Art der Vereinigung durchaus. Aber nur bei intimer Zweisamkeit und nicht vor laufenden Kameras. Und bestimmt nicht im Rahmen einer Vergewaltigung durch Tiere. Die Demütigung, sich im Internet von einem Affen gegen den eigenen Willen anal nehmen zu lassen, wollte sie keinesfalls auch noch erleben. Fast schon reflexartig rief sie daher: „Nein! Nicht!“

Obwohl sie nicht wirklich hätte verhindern können, dass er ihren Po penetrierte, zog Bobo sich sofort zurück und auch Nono war mit einem Satz von ihr heruntergesprungen. Zwar konnte sie nicht sehen, dass die beiden nun wie ertappte, schuldbewusste Kinder neben dem Gyn-Stuhl standen, sich ängstlich umarmten und schauten, als würden sie nun ihre Strafe erwarten. Doch war Deborah durch das abrupte Ablassen von ihr klar, dass die beiden wohl dressiert waren. Sie gehorchten also auf Befehle und sie wäre ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Ein Gefühl des Triumphes machte sich in ihr breit. Die Ärztin hatte versucht, ihr die Kontrolle über ihren Körper und ihr Leben vollständig zu nehmen. Gerade hatte sie aber wieder ein Stück zurückgewonnen.

In dem Moment hörte sie auch schon, wie sich die Tür öffnete.

„Du dummes, dummes Ding.“ Die Ärztin klang richtig ärgerlich.

„Was denkst Du Dir eigentlich? Erst liegst Du hier rum wie ein Brett und dann schreist Du die Affen auch noch an. Sowas wollen unsere Kunden nicht sehen, das ist langweilig. Wir mussten deshalb sogar die Übertragung abbrechen. Bei einem Höchstgebot von 600.000,– Euro. Das ist komplett lächerlich und deckt kaum meine Kosten. Und ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Affen Dir schon ein Baby gemacht haben. Die haben Dich ja kaum gefickt. Aber ab jetzt ziehe ich andere Saiten auf.“

Deborah hörte sie rumschreien, bekam durch das Diazepam aber keine Angst. So gesehen hatte die Droge sogar durchaus etwas Gutes. Sollte sie doch schimpfen. Das zeigte nur, was für einen Schlag Deborah ihr gerade versetzt hatte.

Da stand Dimitri auch schon neben ihr und löste ihr erst die Fesseln, dann auch die Kopffixierung, während die Ärztin mit der Fernbedienung den Stuhl in seine Ursprungsstellung zurückfuhr.

„Steh´ auf, Schlampe!“

Etwas steif vom Liegen erhob sich Deborah und sah nun, wie sich die Affen eng umschlungen an die Wand drückten. Sie mussten furchtbare Angst vor Dimitri haben. Gleichzeitig spürte Deborah, wie das Sperma der beiden ihr nun die Beine runterlief. Es war überraschend viel. Trotzdem hatte sie ein Gefühl der Genugtuung. Sie hatte durch ihr „Nein“ die Kontrolle über ihren Körper wiedererlangt und der Ärztin gezeigt, dass ihr Widerstand nicht gebrochen war.

Die Ärztin erkannte diese Befriedigung wohl an ihrem Gesichtsausdruck.

„Freu Dich bloß nicht zu früh, Schätzchen. Wir wiederholen das ganze morgen noch einmal und da wirst Du nicht zicken, das verspreche ich Dir. Und wegen dieser Cytopharm-Pille können die Affen Dir auch morgen ein Baby machen, falls sie es heute noch nicht geschafft haben. Von Dir lasse ich mir doch mein Geschäft nicht kaputtmachen.“ Es war also noch nicht vorbei.

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Kriegsrat

Jessica hatte dafür gesorgt, dass die Wissenschaftler und Pfleger, die wegen der anstehenden Besamung ohnehin schon ausgezogen waren, vorerst nicht zurückkamen. Ganz bewusst hatte sie sie auch nicht informiert, dass die Besamung ausfiel. Auch wenn keiner von ihnen wusste, dass Deborah die Probandin war, hätte das bei Cytopharm zu viel Unruhe und Fragen aufgeworfen, weil jeder wusste, wie wichtig dieses Projekt inzwischen für die Firma war. Möglicherweise hätte sogar jemand den Zusammenhang zwischen ihr und der ausgefallenen Besamung hergestellt, wenn ihre Entführung später bekannt wurde.

Damit waren außer ihr und Sarah nur noch Petra und Olga vor Ort und sie hatten Platz für die Kriminalbeamten der SoKo „Jogging“, die sich nun mit vielen Computern und Geräten im Speiseraum eingerichtet hatte. Falls sich die Entführer doch melden sollten, würden sie sicher bei Sarah anrufen und da wäre es gut, wenn sie gleich vor Ort wäre. „Ich brauche aber eine ordentliche Rechnung, immerhin sind wir Beamte“, war die einzige Bedingung der Kommissarin gewesen.

Um möglichst nah am Geschehen zu sein, hatten Sarah und Jessica auch ihr eigenes „Lagezentrum“ in Sarahs Büro im Gästehaus verlagert. Sarah war das nicht nur lieber gewesen, weil sie auf diese Weise sofort erfuhr, wenn es etwas Neues gab, auch wenn sie nicht selbst im Speiseraum sein durfte. Sie wollte vor allem auch nicht, dass ihre Mutter alles mitbekam. Die war ja immer noch in dem Glauben, dass Deborah und sie sich irgendwo ganz normal kennengelernt hatten und nicht bei Deborahs Besamung durch Eber im Studio, von der sie gar nichts wusste. Sie kümmerte sich jetzt, solange Deborah weg war, sehr liebevoll um Max und Moritz und sollte nicht erfahren, wie sie tatsächlich entstanden waren. Das hätte alles nur noch mehr verkompliziert und ihr Verhältnis zu Deborah und den beiden bestimmt verändert.

Nachdem den ganzen Tag nichts passiert war und alle nur warteten, stieß die Kommissarin am Abend mit einem USB-Stick zu ihnen und steckte ihn sofort in Sarahs Computer.

„Wir haben Kollegen in Frankfurt, die mit Computerprogrammen permanent das Darknet nach pädophilen Videos und Fotos durchsuchen. Dabei sind sie heute Nachmittag auf diesen Stream gestoßen.“

Sie drückte eine Taste auf dem Computer und die drei Frauen sahen nun auf dem Bildschirm aus zwei Perspektiven einen kargen Raum, in dem eine vollkommen nackte Frau in liegender Position auf einer Art Gyn-Stuhl zu sehen war. Offensichtlich war sie mit Gurten auf diesem Stuhl festgeschnallt und ihr Kopf zusätzlich durch eine Halterung fixiert. Man sah sie einmal von der Seite und einmal mit direktem Blick auf ihren Schambereich, der sehr gut zu erkennen war, weil ihre Beine durch gynäkologische Beinstützen weit gespreizt waren. Deshalb war auch gut zu sehen, dass ihre Schamlippen ungewöhnlich rot leuchteten. Auf der Frau lag ein Affe, ein anderer beschäftigte sich mit ihren Haaren.

„Oh, mein Gott. Das ist ja Deborah“, entfuhr es Sarah. Die Kommissarin war nicht überrascht.

„Weil Affen menschlich wirken aber nicht so groß werden, hat die Software das wohl als Kinderporno identifiziert. Als sie es sich dann angeschaut haben, haben sie erst gedacht, es sei ein normaler, perverser Pornostream, von denen es viele im Darknet gibt. Dann fiel ihnen ein, dass wir nach einer Kombination von Frau und Tier suchen und haben sich bei mir gemeldet. Als ich mir daraufhin das Gesicht anschaute dachte ich gleich, das könnte Frau Meuther sein.“

„Ja, das ist sie. Kein Zweifel. Da bin ich mir ganz sicher.“ Es schmerzte Sarah, Deborah in einer solchen Lage zu sehen. Auf der anderen Seite war sie glücklich, dass sie offenbar lebte und konnte, wie die anderen, den Blick nicht vom Bildschirm nehmen.

Dort kletterte der Affe, der sich eben noch mit Deborahs Haaren beschäftigt hatte, nun den Gyn-Stuhl herauf, positionierte sein Genital genau über ihrem Gesicht und versuchte dann auch noch, es in ihren Mund zu stecken. Als er damit keinen Erfolg hatte, stieg er wieder vom Gyn-Stuhl ab, ging um ihn herum, stellte sich zwischen ihre Beine, tastete sie dort ein wenig ab und penetrierte sie dann.

Sarah war geschockt, als sie sah, wie der Affe Deborah völlig hemmungslos begattete. „Was macht der denn da mit ihr? Das ist ja schrecklich.“

„Wir sehen den Stream leider nur ab dem Moment, als der Computer ihn gefunden hat und wissen deshalb nicht, was vorher passiert ist. Für mich sieht es aber so aus, als würde Frau Meuther gegen ihren Willen gezwungen, mit diesen Affen zu kopulieren.“ Die Kommissarin sagte das sehr professionell, ohne merkliche Regung.

„Aber wer tut denn sowas? Und warum?“

„Wir haben keine richtigen Spezialisten für Tierpornographie, aber die Kollegen vom Bereich Pädophilie glauben nicht, dass es ein normaler Pornostream ist. Er war zwar gut versteckt, aber vollkommen frei verfügbar. Unverschlüsselt und ohne Passwort. Ginge es nur um Pornographie, müsste man sich normalerweise kostenpflichtig einloggen, um so etwas sehen zu können.“

„Ich glaube auch nicht, dass es um Pornographie geht.“, ergänzte Jessica. „Kanadische Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen beim Betrachten von Affensex durchaus sexuell stimuliert werden, zumindest körperlich. Männer aber überhaupt nicht. Liegt wahrscheinlich daran, dass Frauen das potente, animalische fasziniert. Die zahlen normalerweise aber nicht für Pornographie.“

„Und was heißt das?“ Sarah konnte sich immer noch keinen Reim auf das machen, was sie da gerade auf dem Bildschirm sah.

„Nun, umsonst treibt bestimmt keiner solchen Aufwand. Die Kollegen glauben daher, dass parallel irgendwo eine Auktion läuft. Das gibt es manchmal auch, wenn Kinder versteigert werden. Der Stream ist dann nur der Appetizer. Und damit man ihn sich überall anschauen kann, ist er unverschlüsselt. So können die Auktionsteilnehmer immer sehen, was mit dem Auktionsgegenstand gerade geschieht. Das geilt manche richtig auf. Und irgendwann loggen sie sich bei der Auktion ein und geben ihr Gebot ab.“

„Und Sie denken, der Auktionsgegenstand ist Deborah? Aber an wen sollte man sie denn verkaufen? Und wozu brauchen sie dann die Affen?“ Sarah verstand es noch immer nicht.

„Dass Frau Meuther mit ihren besonderen Fähigkeiten der Auktionsgegenstand ist, wäre zumindest die plausibelste Erklärung. Die Affen sehen für mich aus wie Schimpansen und für deren Verkauf würde man sich wahrscheinlich nicht so viel Arbeit machen. Für eine Frau, die Chimären gebären kann, schon. Mit den Schimpansen machen sie wahrscheinlich nur eine Live-Demonstration von Frau Meuthers Fähigkeiten. Ich denke, das ist Marketing.“

Jetzt schaltete sich Jessica ein. „Für mich sehen die Affen eher wie Bonobos aus. Für Schimpansen sind die beiden zu schlank und zierlich.“

„Ist das besser oder schlechter?“ Mit Affen kannte Sarah sich überhaupt nicht aus.

„Auf jeden Fall besser, denn Bonobos sind sehr friedfertige, empathische Wesen. Ich denke, wer immer diesen Stream produziert, wusste genau, was er tat, als er Bonobos aussuchte. Das war ein Experte, der viel von Tieren versteht.“

Bei diesen Worten hakte die Kommissarin sofort ein, weil es ein erster Hinweis auf den Täterkreis sein könnte. „Wie kommen sie darauf, Frau Dr. Winter?“

„Nun, es ist ja nicht so, dass es automatisch zum Sex kommt, wenn sie eine nackte Frau mit einem männlichen Menschenaffen in einen Raum stecken. Eher im Gegenteil. Gorillas z.B. kopulieren eher selten, weil das Weibchen dabei meist ohnehin sofort schwanger wird. Da fast jeder Schuss ein Treffer ist, ist der Gorillamann bezüglich Penis und Hoden auch eher sparsam ausgestattet.“

Sie zeigte mit zwei Fingern eine Länge von etwa 4 Zentimetern.

„Dazu noch der Stress mit einer Fremden in einem ungemütlichen Raum wie dem in dem Stream. Die meisten Menschenaffen sind diesbezüglich sehr empfindlich und reagieren dann eher aggressiv. Da würde in so einer Situation deshalb wahrscheinlich gar nichts passieren, denke ich.“

Sie zeigte auf die Affen auf dem Monitor, der gerade sein Becken rhythmisch gegen Deborahs Unterleib stieß.

„Ein Bonobo-Weibchen wird dagegen im Schnitt erst nach mehr als 1.000 Kopulationen schwanger. Deswegen haben die auch dauernd Sex miteinander. Bonobo-Männchen kopulieren locker 20-mal am Tag und sind deshalb auch viel besser ausgestattet, wie man sieht.“ Alle schauten unwillkürlich auf das Becken des Affen, wo man tatsächlich ziemlich große Hoden erkennen konnte und Jessica zeigte mit den Fingern eine Länge von etwa 8-10 Zentimetern.

„Außerdem nutzen speziell Bonobos Sex und Kuscheln sowohl, um ein Gruppengefühl aufzubauen, als auch als Mittel zum Stressabbau. Dabei wird nämlich viel Oxytocin produziert, das sie friedfertig werden lässt und den Zusammenhalt stärkt. Auch wenn sie Fremde sehen, versuchen sie deshalb sofort, mit ihnen Sex zu haben, um freundschaftliche Gefühle zu wecken und Spannung abzubauen. Gerade in einer für sie ungewöhnlichen Situation wie in dem Stream da wird ihr Verlangen nach beruhigendem Sex daher ziemlich hoch sein. Wenn die Betreiber des Streams tatsächlich Livesex mit Tieren zeigen wollten, hätten sie also keine bessere Rasse als Bonobos wählen können. Die wussten meines Erachtens genau, was sie tun.“

Jessica machte eine kurze Pause. „Das Schlechte ist: wenn sie ihn nicht bekommen, können Bonobos fast genauso aggressiv sein wie die anderen Affen.“ Sie schaute auf den Bildschirm, wo der Affe gerade einen wohl sehr starken Orgasmus bekam. „Danach sieht es im Moment aber wohl eher nicht aus.“

„Sie meinen also, all das wussten die Entführer von Frau Meuther und haben es gezielt so eingerichtet?“

„Ich denke schon. Deborah ist nackt und in einer für die Bonobos optimalen Position und Höhe fixiert, was sie ja wohl auch schon ausnutzen, wie man sieht. Warum sonst sollten die Entführer so einen Aufwand mit diesem Stuhl da treiben? Ginge es nur um die Demonstration von Sex mit Bonobos, würden die bestimmt eine finden, die das für Geld freiwillig macht und dafür nicht festgeschnallt werden muss.“

In dem Moment beendete der Affe seinen Begattungsvorgang und gab wieder den ungehinderten Blick auf Deborahs Schambereich frei.

„Sie ist da ja ganz rot. Blutet sie etwa?“ Sarah bekam einen Riesenschrecken.

Jessica trat jetzt sehr nah an den Monitor heran.

„Ich denke nicht. Für mich sieht das eher wie Farbe aus. Das würde aber meine Theorie vom Experten bestätigen.“

„Wieso?“

„Wenn Bonobo-Weibchen empfängnisbereit sind, schwellen ihre Genitalien an und werden rot, um den Männchen ihre Fruchtbarkeit zu signalisieren. Das wirkt auf die dann, wie wenn Rüden eine läufige Hündin riechen.“

„Deborah hat doch auch gerade ihren Eisprung. Glaubst Du etwa, die Affen sollen sie tatsächlich schwängern?“

„Gut möglich. Schaut mal her.“ Jessica zeigte mit dem Finger auf den Gyn-Stuhl.

„Seht ihr, dass ihr Becken leicht erhöht liegt?“ Jetzt, wo sie es sagte, sahen es auch Sarah und die Kommissarin und nickten.

„Wenn ein Bonobo-Penis für einen Menschenaffen auch groß ist, ist er doch deutlich kleiner als der der meisten Männer. Er ejakuliert also nicht am Ende einer weiblichen Scheide. Damit das Sperma sicher bis zum Muttermund gelangt, macht es absolut Sinn, ein kleines Gefälle zu erzeugen, damit alles dahinfließt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung deutlich.“ Sie schaute jetzt wieder die Kommissarin an.

„Also für mich sieht das nach einer Befruchtungsaktion aus. Hier versucht einer, vor laufender Kamera eine Menschenaffen-Chimäre zu erschaffen.“

„Und warum sollte jemand so etwas tun?“ Der Kommissarin war der Zusammenhang noch nicht ganz klar.

„Nun, falls tatsächlich Deborahs besondere Fähigkeit der Hintergrund der Auktion ist, kann das schon Sinn machen. Wenn man beweisen kann, dass ein Bonobo sie geschwängert hat, ist ihr Marktwert natürlich gigantisch.“

„Und wer kauft sie dann? Eine Schwangere mit Bonobo-Baby.“ Für die Kommissarin war das alles noch zu neu und zu unglaublich.

„Bestimmt kein Pharmakonzern wie wir. Die machen das sicher nicht im Darknet und die lassen auch die Finger von Primaten. Da bekommt man nur Ärger. Aber vielleicht ein reicher Spinner, der gerne exotische Chimären hätte. Solche Leute soll es ja geben. Und Deborah ist das Zuchttier.“

„Das ist ja wie auf dem Viehmarkt!“ Die Kommissarin war zum ersten Mal echt schockiert.

„Aber zumindest hätten wir so ein Motiv und wüssten auch, warum die Entführer sich bislang nicht gemeldet haben. Sie holen sich ihr Geld auf diese Weise.“

Sie überlegte kurz. „Das hieße aber, dass die Betreiber des Streams Kontakt zu solchen Leuten haben müssten, die gerne exotische Tiere kaufen. Vielleicht sind sie Tierhändler oder so etwas. Das wäre ja immerhin mal ein Ansatzpunkt.“

Jessica nickte. „Das würde Sinn machen. Mit Bonobos kann nicht jeder umgehen, da muss man sich schon auskennen.“

„Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deborah von den Affen schwanger wird?“ Sarah war schockiert von dem Gedanken, dass ihrer Partnerin gerade von irgendwelchen Affen ein Kind gemacht wurde.

„Tja, die Spermien von Bonobos sind schnell und sehr aggressiv. Das ist bei allen promisken Affen so, weil sie sich ja gegen die Spermien von vielen Mitbewerbern durchsetzen müssen. Deshalb schaffen es sicher auch viele bis zur Eizelle und werden die dann massiv bedrängen. Weil Bonobos mit uns genetisch hochkompatibel sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass eines davon es schafft einzudringen und vielleicht auch mit ihr verschmilzt. Prinzipiell gibt es bei jeder Frau eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es nach einem Geschlechtsverkehr mit einem Bonobo zu einer Schwangerschaft kommen könnte.“

Nun war die Kommissarin überrascht. „Bei jeder Frau? Und warum gibt es dann noch keine Bonobo-Mischlinge?“

„Ganz einfach, weil Frauen normalerweise keinen Sex mit Bonobos haben. Mangels Gelegenheit und weil es verboten ist. Würden jeden Tag Millionen von uns mit Bonobos schlafen, gäbe es bestimmt schon einige, da bin ich mir sicher.“

Sarah wurde inzwischen etwas ungeduldig. „Mach es nicht so wissenschaftlich. Sag´ endlich, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit bei Deborah?“

„Nun, bei ihr wissen wir ja schon, dass sie besonders empfänglich für artfremde Spermien ist. Ich denke deshalb, nicht unter 90%. Du solltest Dich schon mal darauf einstellen, dass Deborah ein Bonobo-Baby im Bauch trägt, wenn wir sie finden.“

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Spuren

„Wenn es so ist, wie Sie sagen, Frau Dr. Winter, dann müssen die Entführer nicht nur von Frau Meuthers besonderer Eigenschaft gewusst haben, sondern auch, dass sie jetzt empfängnisbereit sein würde. Sie brauchten also einen Insider, jemanden der über all das Bescheid wusste. Die Empfängnisbereitschaft ist ihr schließlich nicht auf die Stirn geschrieben. Das können doch nicht so viele Personen sein, wo hier alles so streng geheim ist?“

Sarah antwortete als Erste. „Also bei uns waren es ich, Petra und natürlich Deborah selbst. Die Tierpfleger kannten keine Zusammenhänge und wussten auch nicht, dass Deborah die Probandin war. Das haben wir bewusst geheim gehalten.“

„Also bei Cytopharm denke ich, dass so um die 30 Personen von dem Projekt wissen. Aber höchstens zehn kannten den Termin jetzt. Nur die, die konkret mit der Vorbereitung befasst waren. Und nur eine Handvoll wusste, dass Deborah die Probandin war“, ergänzte Jessica.

„Aber wenn man das Projekt kannte und von Frau Meuther wusste, dann konnte man aus ihren Vorbereitungen hier doch sicher ableiten, dass ihre…“ Sie machte eine Pause, weil sie nach dem richtigen Wort suchte.

„Besamung“, half ihr Sarah.

„Ja, Besamung, danke, kurz bevorstand? Ich meine, der Aufbau der Container, die Beurlaubung der Wissenschaftler und das alles fallen doch auf.“

„Ja, wenn einer das alles in den richtigen Zusammenhang bringt, sicher“, gab Jessica zu.

„Könnten Sie mir dann bitte später mal alle Namen der Personen bei Cytopharm aufschreiben, die von dem Projekt und Frau Meuther wussten?“

„Ja, natürlich, wenn Sie meinen.“ Man merkte, dass es Jessica gar nicht Recht war, ihre Firma so tief in das Thema hineinzuziehen.

Sarah hatte derweil den Bildschirm die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen. Auch wenn es ihr wehtat, musste sie einfach sehen, wie es Deborah erging.

„Deborah ist irgendwie komisch, findet ihr nicht? Normalerweise ist sie doch so sensibel und würde in einer solchen Situation doch bestimmt weinen oder zumindest strampeln, wenn sie sich schon nicht wehren kann. Sie rührt sich aber fast gar nicht, schaut doch mal. Glaubt ihr, es geht ihr schlecht?“

Jessica betrachtete noch einmal in Ruhe Deborahs Gesicht.

„Also, ich denke nicht, dass sie verletzt ist. Soweit man ihren Gesichtsausdruck überhaupt erkennen kann, zeigt sie zumindest keine Angst und keinen Schmerz. Vielleicht ist sie ein bisschen sediert, aber ich vermute eher, sie leistet passiven Widerstand. Damit signalisiert sie den Bonobos, dass sie mit ihnen nichts zu tun haben will.“

„Ist das gut oder schlecht?“

„Da bin ich jetzt auch ein wenig überfragt. So etwas kommt in Bonobo-Gesellschaften ja eigentlich nicht vor. Ich vermute aber, so lange sie noch darum werben, Deborah in ihr Rudel zu bekommen, ist es absolut ok. Männer sind es ja auch gewohnt, von den meisten Frauen eine Abfuhr zu kriegen ohne gleich auszurasten.“

Sie machte eine kurze Pause, um zu überlegen.

„Etwas anderes wäre es sicherlich, wenn sie schon Teil des Rudels wäre. Sich dann der Gemeinschaft zu verweigern, würde ganz sicher als asozial wahrgenommen und könnte zu starker Frustration der anderen Mitglieder führen, weil es den Gruppenzusammenhalt stört. So ein Mitglied würden sie bestimmt ausschließen. Wenn sie ihre Spannungen nicht durch Sex abbauen können, können sie dabei wahrscheinlich sogar recht aggressiv sein. Aber wie gesagt, das ist reine Spekulation. Mir ist in der Literatur kein einziger Fall bekannt, in dem sich ein Bonobo der körperlichen Interaktion mit den anderen aktiv verweigert hat. Ich denke aber, Deborahs Strategie, die Bonobos momentan nicht zu nah an sich ranzulassen, ist völlig richtig. Sollen sie doch ruhig um sie werben. In der Phase sind Männer meist eh am nettesten.“

Sie sahen jetzt, wie der etwas größere Affe sich zwischen Deborahs Beinen platzierte und anfing, mit ihren Genitalien zu spielen, während der kleinere ihre Brüste liebkoste.

„Seht ihr, sie kämpfen um ihre Aufmerksamkeit. Das ist das Besondere an Bonobos. Die tun das jetzt nur für sie, um ihre Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu bekommen. Damit sie ihre Freundin wird. Das findet man nicht oft im Tierreich.“ Auch Jessica sah dieses Verhalten zum ersten Mal live und war fasziniert. Wäre es nicht um Deborah gegangen, hätte sie es sogar richtig spannend gefunden zu sehen, wie Bonobos vorgehen, wenn sie um ein Weibchen werben.

Gebannt sahen sie nun, wie die Affen es tatsächlich schafften, Deborah aus ihrer gewollten Teilnahmslosigkeit immer stärker sexuell zu erregen, bis sie schließlich tatsächlich einen offensichtlich starken Orgasmus bekam.

„Sie ist halt sehr leicht erregbar“, glaubte Sarah sofort, das erklären zu müssen.

„Ist doch ok. Besser so, als wenn Sie Frau Meuther Gewalt antun. Aber, hallo, versucht der da echt gerade Analverkehr?“ Es war die Kommissarin, die diesen für Sie untypischen Ausdruck der Überraschung äußerte.

„Also, verwunderlich wäre es ist es nicht.“ Jessica fand es nicht so ungewöhnlich wie die Kommissarin.

„Bonobos sind beim Sex wie Menschen. Die machen alles. Vaginalverkehr, Oralverkehr und natürlich auch Analverkehr. Und sogar alles durcheinander. Männchen mit Weibchen, Weibchen mit Weibchen und Männchen mit Männchen. Sogar Zungenküsse lieben sie. Hauptsache, man verkehrt miteinander und zeigt so, dass man zusammengehört. Und meistens schauen sie sich dabei ins Gesicht, um zu sehen, ob es dem anderen auch gefällt.“

In dem Moment konnten sie beobachten, wie Deborah offenbar etwas schrie, woraufhin die Affen vollkommen verschreckt von ihr abließen und dann der Stream abrupt endete, so dass der Bildschirm schwarz wurde.

„Was war das denn? Moment, ich wiederhole es nochmal.“ Die Kommissarin setzte sich an den Computer und ließ die letzten Sekunden noch einmal abspielen.

„Ich glaube, sie ruft da ´Nein´ und noch irgendwas. Und dann lassen die Affen ganz verängstigt von ihr ab. Als wäre es ein Befehl für sie.“

„Wenn die danach sofort den Stream abschalten, war es wohl so nicht geplant. Deborah hat ihnen sicher gerade einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es zeigt aber, dass es wahrscheinlich keine wilden, sondern dressierte Affen sind. Ein wilder Affe hätte sich bei ihrem Schrei vielleicht erschreckt, würde aber nicht solche Panik zeigen“, stellte Jessica fest.

Die Kommissarin überlegte.

„Dann sind sie möglicherweise irgendwo gestohlen worden. Bonobos sind doch sehr selten und außerdem geschützt. Deshalb findet man sie normalerweise fast nur in Zoos. Ich lasse gleich mal bei Interpol nachfragen, ob irgendeinem Tierpark in Europa Bonobos fehlen. Das wäre endlich mal eine konkrete Spur. Wenn Sie derweil bitte die Namen der Personen mit Kenntnis von Frau Meuthers Besamungstermin aufschreiben, Frau Dr. Winter.“ Damit eilte Julia Becker zu ihrem Sonderkommando.

Etwas widerwillig setzte sich Jessica an den Schreibtisch, nahm sich ein Blatt Papier und notierte die Namen und Funktionen der Mitarbeiter von Cytopharm, die von Deborah und dem Eberprojekt wussten.

Als sie fertig war, fragte Sarah sie: „Wie kommt es eigentlich, dass Du so viel von Bonobos und ihrem Sexleben verstehst, Jessica? Ich dachte immer, Du hast Psychologie studiert.“

Jessica war sichtlich geschmeichelt, dass Sarah ihr Wissen anerkannte.

„Habe ich auch. Aber weil ihr Sozialverhalten so außergewöhnlich und doch menschenähnlich ist, spielen Bonobos im Psychologie-Studium eine ziemlich große Rolle. Mit ihnen kann man Themen wie die freie Liebe bei den Hippies oder das Verlangen nach Gruppensex ziemlich gut erklären. Sex primär zum Gruppenzusammenhalt, nicht nur für die Fortpflanzung. Es gibt nicht wenige Wissenschaftler, die das sogar für eine überlegene Gesellschaftsform halten. Keine Kraft für Partnersuche, Revierverteidigung und Eifersucht mehr einsetzen müssen, dafür volle Konzentration auf Reproduktion und Brutpflege.“

Sie wurde unterbrochen, weil sich die Tür öffnete und die Kommissarin zurückkehrte. „So, wir suchen jetzt in ganz Europa nach verschwundenen Bonobos. Vielleicht ist das ja mal eine Spur.“

Jessica übergab ihr die Liste mit den Namen, die die Kommissarin schnell überflog.

„Sehr gut, vielen Dank. Wir werden mit jedem auf dieser Liste ein Gespräch führen, um herauszufinden, ob er irgendwie in die Entführung involviert sein könnte. Gleichzeitig machen wir für alle auch einen Background-Check. Vielleicht finden wir da ja etwas.“

„Das hatte ich befürchtet.“ Es war unübersehbar, wie unrecht das alles Jessica war. Immerhin machte sie aber mit.

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Willenlos

Obwohl sie wieder erbärmlich gefroren hatte, schlief Deborah durch das Diazepam und ihre mittlerweile deutlich spürbare Erschöpfung die folgende Nacht eigentlich recht gut durch. Sie hatten sie wortlos wieder eingesperrt und ihr zur Strafe auch kein Abendessen gegeben. Das war ihr aber egal gewesen. Sie hatte geduscht, sich das Affensperma abgewaschen und war dann eigentlich sehr zufrieden über ihren kleinen Triumph gewesen.

Nach dem Aufwachen spürte sie aber nicht nur Hunger, sondern auch, wie ihre Angst und Nervosität langsam zurückkamen, weil die Wirkung der Droge nachließ. Musste sie heute noch einmal da durch, sich noch einmal von den Affen vergewaltigen lassen? Und was würde die Ärztin tun, damit sie es nicht verhinderte? Bekäme sie diesmal vielleicht einen Knebel?

Als die Ärztin ihr kurz darauf das Frühstück brachte, war sie noch immer verärgert und fing sofort an zu schimpfen.

„Wegen Dir mussten wir uns bei allen Kunden entschuldigen. Das ist mir noch nie passiert. Die wollen eine rassige Zuchtstute und keine prüde Zicke sehen. Und ich verzichte doch nicht auf so viel Geld, nur weil das Prinzesschen sich ziert. Deshalb erwarte ich, dass Du Dich anstrengst heute Nachmittag. Du lässt Dich von den Affen ficken, so oft und wie sie wollen, ist das klar?“

Deborah sagte nichts. Sie hatte die Ärztin gestern ausgetrickst und möglicherweise gelang ihr das heute Nachmittag noch einmal. Falls die Affen sie nicht schon geschwängert hatten, hätte sie dann noch einmal mindestens vier Wochen Zeit, in denen die Polizei sie finden konnte. Außerdem wusste sie, dass die Ärztin ihr nichts antun würde. Zumindest nichts, das Spuren hinterlässt. Dafür war sie viel zu wertvoll für sie.

Die Ärztin hakte auch nicht nach, sondern verließ wortlos den Raum.

Die nächsten Stunden lag Deborah auf dem Bett und versuchte, sich abzulenken. Sie hatte so viel Angst und war so traurig, dass sie sich fast darauf freute, gleich das Diazepam zu trinken. Sie wusste, es war eigentlich falsch, sich mit Drogen zu betäuben, aber danach würde sie sich einfach besser fühlen, das hatte sie gestern gemerkt. Ohne die Angst hätte sie viel mehr Mut, sich gegen die Ärztin zu wehren. Und so könnte sie es auch leichter ertragen, wenn die Affen sie doch wieder gegen ihren Willen bestiegen. Heute würde sie es deshalb auch nicht verweigern, sondern sogar freiwillig nehmen.

Als die Ärztin einige Stunden später mit Dimitri und dem Korb mit dem Essen und dem Handtuch wiederkam, war es die gleiche Prozedur wie gestern. Sie sollte etwas Essen, Duschen und sich die Zähne putzen. Nur dass die Ärztin diesmal zwar Dimitri wieder hinausschickte, selbst aber dablieb und alles genau beobachtete. Während Deborah sich im Bad reinigte, nutzte sie die Gelegenheit, dass sie nur zu zweit waren, um vielleicht ein paar Informationen von ihr zu bekommen.

„Wo haben sie die Bonobos eigentlich her? Ich dachte, die sind geschützt.“

„Ach Schätzchen, ich hatte Dir doch gesagt, dass seltene Tiere unser Geschäft sind. Und die beiden hatten wir einmal einem privaten Käufer beschafft. Nun haben wir sie ihm halt wieder weggenommen.“

„Das heißt, Sie haben ihren eigenen Kunden bestohlen?“

„Das weiß er ja nicht. Und zur Polizei geht er ohnehin nicht, weil er dann selbst dran wäre. Außerdem ist er schlimmer Anthropophobiker.“

„Anthropophobiker?“

„Er hat furchtbare Angst vor Menschen, Schätzchen. Der ist ein stinkreicher Einsiedler. Deshalb auch die Affen. Er hat sie abgerichtet, dass sie für ihn putzen und saugen. So brauchte er keine Hausangestellten. Raus aus dem Käfig, putzen und wieder rein in den Käfig. Am liebsten hätte er gehabt, wenn sie auch noch für ihn kochen. Erst hatte er nur den Größeren und als der vor Einsamkeit fast eingegangen wäre, haben wir ihm noch den anderen beschafft.“

Wenn sie so streng dressiert worden waren, wunderte es Deborah nicht, dass die beiden so stark auf ein „Nein“ reagierten. Sicher hatten sie von diesem Menschen auch Schläge bekommen, wenn sie nicht folgten.

„Wollte er denn kein Weibchen als zweites Tier? Das hätte doch gut gepasst.“

„Der? Sicher nicht. Er wollte ausdrücklich keinen weiblichen Bonobo haben. Erstens mag er Frauen nicht und zweitens hätte die ja schwanger werden können und dann hätte er nicht gewusst, was er mit dem Baby tun soll. Aber jetzt komm´ endlich da raus. Zeit ist Geld.“

„Ich muss noch pinkeln.“ Deborah setzte sich auf die Schüssel und überlegte. Sie war also, außer ihren Müttern, wahrscheinlich das erste weibliche Wesen, dem die Affen so nahe kamen. Kein Wunder, dass sie gar nicht mehr von ihr ablassen wollten. Und es erklärte auch ihre Fixierung auf Oral- und Analsex. Die zwei hatten für ihr Bedürfnis nach Nähe bisher ja nur sich gehabt.

Deborah aß jetzt noch etwas, dann blieb nur noch die Wasserflasche übrig, die ganz offensichtlich schon geöffnet worden war. Trotzdem trank Deborah sie heute in einem Zug aus in der Hoffnung, dass die angstlösende Wirkung möglichst schnell einsetzen möge. Außerdem wollte sie von der Ärztin keine Zäpfchen mehr verabreicht bekommen.

Anders als gestern merkte sie aber keine langsam einsetzende Beruhigung, sondern ihr wurde schlagartig warm, ihr Mund wurde trocken und sie fühlte sich irgendwie komisch.

„Das Diazepam wirkt so anders.“

Die Ärztin lächelte nur. „Weil Du so aufsässig bist, Schätzchen, habe ich Dir diesmal gar kein Diazepam gegeben. Das macht Dich doch nur glücklich und Du tust noch weniger, was ich will. Wegen Deiner albernen Zickereien verzichte ich doch nicht auf so viel Geld.“

Sie stellte sich jetzt genau vor Deborah.

„Diesmal hast Du Burundanga bekommen, Schätzchen. Normalerweise verwenden wir das nur für Großkatzen, weil die genauso widerspenstig sind wie Du. Mit dem Zeug gehen die dann ganz freiwillig in den Käfig. Genau wie Du Dich jetzt freiwillig von den Affen ficken lässt und dabei schnurrst wie ein Kätzchen.“

Sie machte eine Kunstpause und schaute Deborah tief in die Augen.

„Ich möchte, dass Du die Affen heute richtig glücklich machst. Egal was sie von dir wollen. Hast Du das verstanden, Schätzchen?“

Deborah sah sich selbst wie aus großer Entfernung den Kopf nicken und hörte sich „Ja, natürlich.“ sagen. Dabei hatte sie das intensive Gefühl, dass das, was die Ärztin sagte, vollkommen richtig und logisch war. Die Affen mussten glücklich sein. Und sie sollte dafür sorgen. Das war genau das, was sie tun musste und in ihrem Kopf war gar kein Platz mehr für einen anderen Gedanken.

Sie war so sehr darauf konzentriert und ihre Wahrnehmung derart eingeschränkt, dass sie kaum mitbekam, wie die Ärztin sie nun in den Raum mit dem Gyn-Stuhl brachte, wo Dimitri schon auf sie wartete. Deborah setzte sich widerstandslos darauf und positionierte ihre Beine freiwillig auf den Beinhaltern, wo die Ärztin sie mit den Fußfesseln fixierte. Anschließend fuhr sie ihn wieder in die Rückenlage und dann auch das Becken wieder in eine leicht erhöhte Position.

Andere Fesseln legte sie ihr heute nicht an und sagte fast entschuldigend: „Eigentlich bräuchten wir nach dem Burundanga gar keine Fesseln mehr, Schätzchen. Aber weil Du Dich gestern so geziert hast, bin ich nicht sicher, ob Du schon schwanger bist. Deshalb müssen wir nochmal sicherstellen, dass das Affensperma zu Deinem Muttermund fließt. Und dafür ist diese Position nun Mal die beste. Wenn Du Dich aber an Deinen Auftrag hältst, werden sie Dir spätestens heute ein niedliches Baby machen. Und das wirst Du doch, oder?“

Deborah nickte. Natürlich würde sie alles tun, was die Ärztin sagte. Die gab ihr jetzt sogar noch ein Lederkissen, das sie unter den Kopf tun konnte. So war die Position richtig bequem und Deborah konnte es kaum abwarten, den Befehl der Ärztin auszuführen.

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Affenorgie

Da sie sich, bis auf ihre zwangsgespreizten Beine, heute frei bewegen konnte, sah Deborah, wie Bobo und Nono sich freuten, als sie durch die Tür kamen und sie erblickten. Sie rannten fast, um zu ihr zu kommen, und eh sie es sich versah, lag Bobo schon auf ihrer Brust, während Nono seine Finger in ihren Haaren vergrub. Die beiden hatten sie wohl tatsächlich vermisst, schienen aber auch das Gefühl zu haben, sich für gestern bei ihr entschuldigen zu müssen. Jedenfalls machte keiner von beiden Anstalten, sie zu penetrieren, obwohl ihre Penisse deutlich sichtbar erigiert waren. Sicher wollten sie Deborah nach gestern nicht wieder verärgern.

Bobo bemerkte als Erster, dass es heute anders war als gestern, weil Deborah nun ihre Arme um ihn legte, ihn zärtlich streichelte und an Kopf und Körper kraulte. Dabei sprach sie leise und mit sanfter Stimme auf ihn ein „Schön, dass Du da bist Bobo. Entschuldige, wenn ich gestern etwas abweisend war. Soll nicht wieder vorkommen. Heute tue ich aber alles, was Du willst. Versprochen.“

Sie konnte Bobo ansehen, wie gut ihm diese Aufmerksamkeit und ihre Zärtlichkeit tat. Er bekam gerade all die Zuneigung, um die er gestern so gebuhlt und die er sich so gewünscht hatte. Wahrscheinlich sogar mehr. An seinem steinharten Penis, den er inzwischen an ihrem Unterleib rieb, merkte sie auch, was er sich sehnlichst wünschte, heute sich einfach zu nehmen aber wohl nicht traute.

Deshalb fuhr ihre Hand nun zwischen ihre Körper, fasste seinen Penis und fing an, ihn sanft zu streicheln und zu drücken. Er sollte merken, dass sie keine Scheu davor hatte, mit ihm in intimen Kontakt zu kommen, es sogar wollte. Sofort wurden die Bewegungen seiner Hüfte heftiger, woraufhin Deborah ihre Hand zurückzog, ihn an den Seiten fasste und leicht nach unten, in Richtung ihres Beckens, drückte.

Bobo brauchte keine weitere Einladung mehr, rutschte ein Stück nach unten und schon fühlte sie, wie sein Penis suchend über ihre Schamlippen glitt. Sie strich ihm aufmunternd über den Kopf und sobald er ihre Öffnung gefunden hatte, spürte sie, wie er mit kurzen, kräftigen Stößen nach vorn drückte, in sie hinein.

Bobo wollte so tief in ihr sein, wie er konnte und diesmal half Deborah, indem sie ihm, soweit es ihr mit den Fußfesseln möglich war, ihr Becken entgegen schob und ihn gleichzeitig mit den Händen auf seinem Rücken fest gegen sich presste. Er ließ dabei keinen Blick von ihrem Gesicht, als bräuchte er die Bestätigung, dass sie es nicht nur geschehen ließ, sondern sich wirklich mit ihm paaren wollte. „Das machst Du gut, Bobo. Es fühlt sich schön an.“, ermutigte sie ihn deshalb und freute sich, als sich sein Gesicht nun verzerrte und er seinen Unterleib fest gegen ihr Becken presste. Er kam, hatte einen offenbar heftigen Orgasmus und Deborah spürte, wie er sein Sperma in kurzen Schüben warm in sie hineinspritzte.

Sie hatte ihn glücklich gemacht, so wie sie es sollte. Sein Höhepunkt schien sogar deutlich stärker zu sein als gestern, jedenfalls pumpte er länger und wohl auch deutlich mehr Sperma in sie. Durch sie ermuntert, hat er ihre Vereinigung wohl nicht nur als Ausdruck der Zusammengehörigkeit, sondern als echten Zeugungsakt verstanden, bei dem er sie gerade tatsächlich zur Mutter seiner Kinder machen wollte und deshalb seine Hoden vollständig in sie entleerte.

„Gut so“, dachte Deborah, als sie das merkte. Wenn er sie schwängerte, erfüllte sie exakt den Auftrag der Ärztin und die würde sehr zufrieden mit ihr sein.

Bobo rutschte nun wieder nach oben, Deborah zog seinen Kopf zu ihrem Gesicht und gab ihm einen Kuss auf den Mund. „Das hast Du gut gemacht, Bobo. Wirklich sehr gut.“ An seinen Augen konnte sie erkennen, wie glücklich ihn das Lob machte. Wahrscheinlich hatte er noch nicht viel Lob in seinem Leben bekommen und nun erhielt er es genau von dem Weibchen, das er so begehrte. Dafür, dass er es begattet hatte. Bobo bettete seinen Kopf selig wieder auf ihre Brust und genoss, wie Deborah ihn zärtlich streichelte.

Nono hatte dies alles genau beobachtet und war nun auch sehr aufgeregt. Die Atmosphäre im Raum war plötzlich sexuell aufgeheizt, was sich natürlich auch auf ihn übertrug. Wenn sie sich ein Stück umdrehte, was mit Bobo auf ihrem Bauch gar nicht so einfach war, konnte Deborah sehen, dass auch sein Penis stand wie eine Eins. Nono wollte sich zweifellos auch mit ihr vereinen, wusste offensichtlich aber nicht, wie er sich verhalten sollte, wo sie von Bobo doch so in Beschlag genommen wurde. Sein Respekt vor Bobo war wohl zu groß, als dass er ihn verdrängen würde.

Deborah lächelte ihn daher aufmunternd an, packte ihn vorsichtig am Arm, zog ihn an ihre Seite und begann mit einer Hand sanft seinen Penis zu streicheln, wie sie es zuvor mit Bobo gemacht hatte. Er sollte ebenfalls wissen, dass sie keine Berührungsängste vor seiner Männlichkeit hatte, den Kontakt mit diesem Teil seines Körpers sogar aktiv suchte.

Nono genoss ihre zärtlichen Berührungen und die Aufmerksamkeit, die sie ihm damit schenkte und begann nun auch sein Becken rhythmisch zu bewegen. Er stand wohl schon kurz vor einem Orgasmus, als er sich plötzlich von ihr löste, um ihre Beine herumging und dann seinen Penis mit etwas Hilfe seiner Hand in ihr versenkte. Er wollte nicht nur befriedigt werden, sondern sie dabei unbedingt auch befruchten, wie es zuvor auch Bobo getan hatte. Sofort begann er mit schnellem Rhythmus zu stoßen und schon kurz darauf spürte sie, wie auch sein Sperma sie warm füllte, wobei er, wie zuvor Bobo, das Gesicht in großer Lust verzog.

Deborah hatte auch ihn glücklich gemacht und dabei seinen Samen aufgenommen. Die Ärztin konnte wirklich nicht klagen. „Komm her, mein Kleiner“, streckte sie jetzt die Hand aus und Nono kam wieder zu ihr nach vorne.

„Das hast Du auch gut gemacht, Nono.“ Ihre Stimme war wieder ganz warm und weich, als spräche sie zu einem Kind. Als sie dann auch noch mit beiden Händen seinen Kopf an sich heranzog und ihm einen Kuss auf den Mund gab, schlang er sofort die Arme eng um ihren Hals und schmiegte sich an sie.

Dabei drückte er wieder seine Lippen auf ihre und sie spürte, wie er versuchte, mit seiner Zunge in ihren Mund zu gelangen. Bereitwillig öffnete sie ihn ein wenig und schon begannen ihre Zungen miteinander zu spielen. Deborah stellte fest, dass Nono das sehr gefühlvoll und zärtlich machte und er dabei gar nicht schlecht schmeckte, so dass diese Intimität gleich wieder erotische Gefühle bei ihr auslöste.

Deborah beobachtete sich bei diesen Handlungen, als würde sie über sich schweben. Sie lag nackt, eng umschlugen mit zwei Affen, die sie gerade genommen und mit ziemlicher Sicherheit inzwischen geschwängert hatten. Bobo und Nono schienen dabei die Zuwendung und Zärtlichkeit, die sie ihnen gab, aufzusaugen wie Schwämme und waren unendlich glücklich. Nichts in Deborah signalisierte ihr deshalb, dass sie das alles nicht wollte oder tun sollte. Im Gegenteil. Sie tat das, was ihre Aufgabe war, und sie tat es gut. Die Ärztin hatte Recht gehabt und sie würde ihren Befehlen natürlich weiter folgen, um die Affen glücklich zu machen.

Bobo schien allerdings nicht zu gefallen, wie viel Aufmerksamkeit Deborah plötzlich für Nono erübrigte und dass sie sich auch ihm hingegeben hatte. Weil er nie richtig im Rudel gelebt und deshalb niemals hatte teilen müssen, spürte er wohl doch Bonobo-untypisch so etwas wie Eifersucht.

Sie merkte, wie er ihren Körper wieder ein Stück runterrutschte und dann auch, wie er seinen Penis erneut tief in sie einführte. Diesmal begann er jedoch nicht zu stoßen wie zuvor, sondern blieb einfach so auf ihr liegen, ganz so als wollte er sie nur für sich reservieren, verhindern, dass Nono sie noch einmal penetrieren konnte.

Deborah fand es ein durchaus angenehmes Gefühl, ihn so in sich zu spüren. Jede kleine Bewegung ihres oder seines Beckens löste wunderbare, erotische Reize aus, ohne jedoch klar zu einem sexuellen Höhepunkt zu führen. Es war eher so, als ob er sie vorsichtig fingerte. Sie kraulte weiter Bobos Kopf und genoss es einfach. Wenn es ihm gefiel, gefiel es ihr auch.

Nono schien dies indes gar nicht zu stören. Er nutzte den Platz, den Bobo so freigemacht hatte, kletterte geschickt den Gyn-Stuhl hinauf und hockte sich auf den oberen Teil ihrer Brust. Aus dieser Position schaute er Deborah nun genau ins Gesicht und fing an, sie dort ganz vorsichtig zu streicheln, während er den Blick nicht von ihren Augen ließ. Er hatte jetzt ihre volle Aufmerksamkeit und Deborah konnte sehen, wie hart sein Penis schon wieder war, dessen Spitze, beabsichtigt oder unbeabsichtigt immer wieder gegen ihr Kinn stieß. Er wollte wohl ausprobieren, ob sie sich heute vielleicht auch hier für ihn öffnen, seinen Samen auch an dieser Stelle aufnehmen würde.

Warum war er dabei aber nur so schüchtern, überlegte Deborah. Sie war doch hier, um ihn glücklich zu machen. Wenn er es gerne wollte, dann würde sie ihm die Freude natürlich machen, denn das war ihr Auftrag. Mit ihrer freien Hand fasste sie deshalb ganz vorsichtig den Penis an seiner Wurzel, brachte ihn in die richtige Position, öffnete den Mund ein wenig und strich dann mit der Zunge ganz vorsichtig über die Spitze, ohne den Blick von Nonos Augen zu nehmen. Sofort huschte ein erfreuter Ausdruck über sein Gesicht und er rückte ein Stück vor, so dass sie ihn tiefer nehmen konnte.

Deborah umschloss Nonos Männlichkeit daraufhin mit den Lippen, presste sie fest zusammen und begann leicht zu saugen, während ihre Zunge weiter die Spitze umspielte. Diese Zärtlichkeit, die er so wahrscheinlich noch nie erfahren hatte, erregte Nono so sehr, dass er nun beide Hände ganz vorsichtig an ihre Wangen legte und begann sein Becken vorsichtig nach vorne und hinten zu bewegen. Gleichzeitig versuchte er, dabei immer tiefer in ihren Mund zu gelangen, was sie ihm bei seiner überschaubaren Größe gerne gewährte.

Damit er sie auch spüren konnte, merkte, dass sie ihn wirklich wollte, hielt sie die Lippen weiter fest geschlossen und ließ auch ihre Zunge langsam im Mund um seinen Penis kreisen. An seinem Blick konnte sie erkennen, wie sehr ihm das gefiel und wie sehr er genoss, dass sie gerade voll auf ihn und seine Lust konzentriert war.

Das merkte wohl auch Bobo, den auch er begann nun wieder langsam zu stoßen, wohl um nicht Nono allein das Feld zu überlassen.

Der hatte seinen Penis inzwischen bis zum Anschlag in Deborahs warmem Mund versenkt. Sie packte daraufhin mit beiden Händen fest seine Hüften, um seine schneller werdenden Bewegungen etwas steuern zu können und kurz darauf spürte sie auch schon, wie es warm ihren Gaumen hinablief. Nono ejakulierte und sie stellte fest, dass er gar nicht schlecht schmeckte. Sogar etwas süß. An seinen glasigen Augen und der überraschend großen Menge konnte sie erkennen, wie heftig sein Orgasmus war. Deborah musste richtig schnell schlucken, was ihn sogar noch mehr zu motivieren schien. Er wollte gar nicht mehr aufhören, Samen in sie zu geben. Und sie nahm ihn auf bis zum Schluss und saugte sogar begierig, um ihm zu zeigen, dass sie es wollte.

Erst als er geendet hatte, öffnete Deborah langsam den Mund, verhinderte mit den Händen, dass Nono sich zu schnell zurückzog und streichelte mit der Zunge noch einmal langsam über die Penisspitze, aus der nun noch die letzten Tropfen kamen. Dabei merkte sie, dass zwischenzeitlich wohl auch Bobo gekommen war. Jedenfalls hatte sie ein ganz warmes Gefühl in der Scheide und auch er zog sich nun wieder aus ihr heraus.

Sie hatte also beide Affen gleichzeitig glücklich gemacht. Was konnte die Ärztin mehr von ihr verlangen?

Die Intensität ihrer Vereinigung mit den Affen hatte aber auch Deborah selbst erregt. Ihr Atem ging jetzt schneller, ihre Brustwarzen hatten sich aufgerichtet und sie war ganz feucht geworden. Für einen Orgasmus hatte es aber nicht gereicht, dafür kamen die Affen immer zu schnell.

Offensichtlich war Bobo ihre starke körperliche Reaktion aber nicht entgangen. Jedenfalls rutschte er von ihr runter, positionierte sich wie gestern zwischen ihren Beinen und fing an, sie dort vorsichtig zu streicheln.

Nono rutschte dafür weiter nach unten, nahm Bobos jetzt freie Position auf ihrem Bauch ein und begann, sanft über ihre Brüste zu streicheln und leicht an ihren Nippeln zu saugen. Offenbar wollten sie ihr auch noch einmal so viel Freude bereiten wie gestern, sie auch zu einem Höhepunkt bringen, wie Deborah es gerade für sie getan hatte.

Wenn das ihr Wunsch war, war es ja wohl richtig, es auch zu genießen. Deborah schloss die Augen, legte die Arme auf Nonos Rücken, konzentrierte sich auf die unglaublich gefühlvollen Berührungen der beiden und fing bald darauf auch schon an, leicht zu stöhnen.

„Das macht ihr gut“, flüsterte sie leise und kraulte Nonos Kopf, der weiter ganz behutsam an ihrer Brust saugte und knabberte. Das Lob, wie auch die sichtbare Reaktion ihres Körpers, ermunterten die Affen und sie intensivierten ihre Anstrengungen sogar noch. Bobo versenkte nun einen Finger in ihrer Scheide, zog ihn wieder heraus und drückte die feuchte Spitze dann leicht gegen ihre Rosette, die ihn nach kurzem Widerstand und begleitet von einem lustvollen Stöhnen Deborahs ein Stück einließ. Ganz offensichtlich hatte dieser Teil ihres Körpers es ihm besonders angetan.

„Ooooooh, oooooh, oooooh.“ Die beiden taten ihr so gut. Noch nie war sie an so vielen erotischen Stellen gleichzeitig stimuliert worden.

Bobo senkte, während er seinen Finger langsam noch ein Stück tiefer in sie hineinschob, nun seinen Mund auf Deborahs Klitoris und streichelte sie dort mit seiner kräftigen Zunge. Schon kurz darauf bekam sie einen heftigen Orgasmus. „Jaaah, jaaaaaaaah, jaaaaaaaaaaaaaahhhhh“, schrie sie ihre Lust heraus, bäumte den Oberkörper auf und presste Nono dabei fest an sich. Weil Bobo und Nono in ihren Bemühungen nicht nachließen und ihr Denken durch die Droge vollkommen auf die beiden fixiert war, schien ihr Orgasmus gar nicht mehr aufhören zu wollen.

Nachdem er schließlich doch ausgeklungen war, ging ihr Atem vor Anstrengung schwer, ihr Gesicht war gerötet und ihre Haut war feucht geworden. Deborah öffnete die Augen und sah in Nonos neugieriges Gesicht ganz nah vor ihrem, der wohl erforschen wollte, ob es ihr wirklich gefallen hatte und ihre Mimik deshalb genau beobachtete. Sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund, sagte ganz leise: „Ja, das habt ihr wirklich gut gemacht“, und streichelte ihm dabei über den Kopf. Das Lob und die sichtbaren Zeichen ihrer Erregung schienen ihm als Bestätigung zu reichen. Sofort sprang er von ihr herunter und begann erneut, ihre Haare zu lausen. So lange ruhig zu liegen war wohl nicht seine Sache.

Deborah konnte dafür nun Bobo sehen, der noch immer zwischen ihren Beinen stand und sie fragend ansah. Dabei strich sein Penis, wie sie erst jetzt bemerkte, langsam und vorsichtig, aber doch deutlich spürbar, ihre Pospalte entlang. Sie wusste genau, was er jetzt wollte: die Enge und Wärme ihres Pos spüren, ihr auf diese Weise nahe sein und seinen Samen auch dort platzieren, wo sie doch heute ganz offensichtlich sehr viel Nähe durch Nono und ihn zuließ. In der langen Zeit allein mit Nono war dies für ihn sicher stets die ultimative Form der körperlichen Intimität gewesen, so wie für Nono wohl die orale Zärtlichkeit.

Nach der Erfahrung von gestern traute er sich aber nicht mehr, es einfach auszuprobieren, weil er fürchtete, sie damit wieder zu verärgern oder traurig zu machen.

Heute sah Deborah das jedoch anders. Wenn er es wollte und es ihn glücklich machte, warum nicht? Nur darum ging es doch. Er sollte sich wohlfühlen. Das war der Auftrag der Ärztin. Sie lächelte Bobo deshalb zu, nickte und legte ihren Kopf dann wieder auf das Kissen, um ihm zu zeigen, dass sie bereit war, ihn aufzunehmen. Auch dort.

Offensichtlich verstand er, was sie meinte, denn sofort veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Deborah hatte ihm die Erlaubnis gegeben, in sie zu gehen und so spürte sie nun, wie er seinen Penis an ihrer durch seinen Finger bereits vorgedehnten und angefeuchteten Rosette ansetzte, sie mit leichtem Druck gegen ihre Mitte öffnete und dann auch schon ganz vorsichtig und langsam in sie eindrang.

Dadurch, dass ihre Beine gespreizt auf den Beinstützen ruhten und das Becken durch die Ärztin etwas erhöht worden war, bot sie ihm dazu den optimalen Winkel, viel günstiger noch als die durch die Ärztin so künstlich nach oben gerichtete Scheide. Durch die Vorbereitung mit seinem Finger waren auch ihre Muskeln vollkommen entspannt, so dass das vollkommen problemlos und schmerzfrei geschah. Er glitt einfach in sie hinein, als sollte es so sein.

Trotz ihrer Erlaubnis ließ er jedoch den Blick nicht von ihrem Gesicht, wohl um sofort abbrechen zu können, falls es ihr doch nicht mehr gefiele. So sehr er begehrte, mit ihr auf diese Weise vereint zu sein, saßen Schreck und Schuldgefühl von gestern wohl noch tief.

Deborah wollte aber, dass er sich gut dabei fühlte, ohne Furcht und Schuldgefühle. Es sollte ihm Freude machen, das war ihr Auftrag. Sie richtete sich deshalb wieder etwas auf, stütze sich auf den linken Arm und streichelte ihm mit der rechten Hand sanft über den Kopf. Dazu sprach sie mit sanfter Stimme auf ihn ein „Ist gut Bobo. Wenn Du es willst, will ich es auch. Du brauchst Dich nicht schämen. Nimm mich, so tief Du magst.“ Dann drückte sie ihm das Becken etwas entgegen, um ihre Bereitschaft auch auf diese Weise zu demonstrieren.

Nach dieser eindeutigen Ermunterung verloren Bobos Züge schlagartig jeden Zweifel. Er packte sie jetzt mit beiden Händen an den Schenkeln, drückte sich langsam bis zum Anschlag in sie hinein, so dass sein Fell sie an den Schamlippen kitzelte, und fing dann an, sanft zu stoßen. Seine Mimik dabei ließ keinen Zweifel daran, dass es ihm in ihrer analen Enge gefiel und er gerade große Lust verspürte. Und auch Deborah fand die Gefühle, die sein schmaler Penis bei ihr auslöste, durchaus angenehm. Wohl aufgrund seiner konischen Form fühlte es sich an wie eine sanfte Massage, wie sie auch Sarah gerne mit dem Finger bei ihr praktizierte. Sie ließ sich wieder zurückfallen, genoss dies Gefühl und ließ es geschehen.

„Gut Bobo. Mach nur, mir gefällt es auch“, ermunterte sie ihn gleichzeitig leise und begann nun auch, ihre Rosette zusammenzupressen, damit er sie noch enger, noch intensiver spürte.

Ihre Bereitschaft, ihn nicht nur einzulassen, sondern sogar aktiv dazu aufzufordern, sich auf diese spezielle Weise mit ihr zu vereinen und seinen Samen auch hier zu empfangen, brachten Bobo wohl über die Klippe. Er presste sich nun fest gegen sie, um seinen heftigen Höhepunkt möglichst tief in sie hineinzuspritzen. Schon spürte Deborah das Pulsieren seines Pumpens an der Rosette und die Wärme, die sich nun wohlig in ihr ausbreitete. Ohne Zweifel war dies sein stärkster Orgasmus heute gewesen und sein Gesicht nahm richtig glückliche Züge an. Deborah hatte ihren Auftrag ohne jeden Zweifel erfüllt.

„Das hast Du gut gemacht, Bobo, wirklich gut“, lobte sie ihn, als er sich nun ganz selig wieder aus ihr herauszog.

Noch während Deborah das sagte, kletterte er schon wieder auf den Gyn-Stuhl und legte sich auf sie, diesmal jedoch so, dass er den Kopf an ihren Hals schmiegen konnte. Deborah schlang sofort ihre Arme fest um ihn und begann, ihn an Kopf und Körper zu kraulen und zu streicheln. „Das was sehr schön, Bobo. Du brauchst keine Sorge haben, es hat mir gut gefallen. Du bist ein guter Bonobo“, flüsterte sie ihm dabei samtweich ins Ohr und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.

Ihr Lob und diese zärtliche Intimität schienen Bobo unendlich gut zu tun und Deborah merkte, dass er seinen Körper ganz fest an ihren presste. Er konnte ihr jetzt gar nicht nahe genug sein und hätte diesen Platz wahrscheinlich für lange Zeit nicht mehr verlassen, wenn in diesem Moment nicht die Tür aufgerissen worden wäre.

„Genug geschmust, die Auktion ist beendet.“

Die Ärztin war in den Raum gekommen, gefolgt von Dimitri. Sobald die Affen den Riesen sahen, ließen sie von Deborah ab, flüchteten an die gegenüberliegende Wand und umarmten sich mit ängstlichem Blick gegenseitig. Sie schienen wirklich furchtbare Angst vor Dimitri zu haben.

„Bring die Affen raus“, befahl die Ärztin ihm nun. Er packte ziemlich unsanft die ängstlich kreischenden Affen und nahm sie unter den Arm. Während er sie aus dem Raum brachte, stellte sie sich neben Deborahs Kopf.

„Ich denke, das war´s. Schätzchen. Heute warst Du richtig gut, wie eine Professionelle. Warum nicht gleich so. Wenn die Dir jetzt kein Kind gemacht haben, wäre ich schon sehr überrascht.“ Sie sah richtig zufrieden aus und Deborah war glücklich. Offenbar hatte sie alles richtig gemacht.

Da kam Dimitri auch schon wieder zurück und stellte sich zwischen Deborahs Beine.

„Mach unsere Prinzessin hier los, ich hole schon mal den Fotoapparat.“

Die Ärztin verließ wieder den Raum und Dimitri begann damit, an ihren Beinfesseln herumzunesteln. Kaum war allerdings die Tür hinter der Ärztin zugefallen, legte er seine Hand auf ihre Scham und schob seinen großen, kräftigen Mittelfinger bis zum Anschlag in ihre so offen dargebotene und von Lust und Sperma noch ganz feuchte Scheide. Deborah konnte ihn fest an ihrem Muttermund spüren, was einen Schauer der Lust durch ihren Körper jagte.

„Ich kriege Dich auch noch, Affenhure.“ Sie lächelte ihn an. Wenn er sie wollte, war es bestimmt richtig und sie würde sich nicht widersetzen. Sie würde es so gut machen, wie bei den Affen, damit auch er glücklich ist.

„Dimitri! Bist Du verrückt? Die Ware ist verkauft und wird nicht mehr angefasst, verstanden!“ Die Ärztin war zurückgekommen und wies ihren Sohn energisch zurecht.

Widerwillig zog Dimitri seinen Finger aus Deborah heraus und löste ihre Beinriemen.

„Jetzt bring sie auf ihr Zimmer, ich muss die Passfotos machen. Und dann verschwindest Du. Du kommst ihr nicht mehr zu nahe, verstanden.“

Beim Aufrichten merkte Deborah, wie ihr das Sperma von Bobo und Nono die Beine herunterlief. Es störte sie jedoch überhaupt nicht, war es doch der Beweis, dass sie es gut gemacht hatte.

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Kommissarin

„Das ist doch nicht Deborah“, entfuhr es Sarah. „So würde die sich nie verhalten. Nie! Das weiß ich!“ Sie starrte erschüttert auf den Bildschirm, auf dem Deborah sich gerade lustvoll einem Affen hingab und ihn geradezu dazu aufforderte, sie zu nehmen.

„Vielleicht haben sie ihr irgendwelche Drogen gegeben, GHB oder Liquid Ecstasy. Das ist nicht selten in Missbrauchssituationen“, überlegte die Kommissarin, die sofort zu ihr und Jessica geeilt war, nachdem ihre Leute sie über den neuen Stream informiert hatten. Da sie die IP-Adresse jetzt kannten, hatten sie ihn diesmal von Anfang an aufgezeichnet.

„Kann sein. Ich glaube aber nicht, dass es GHB oder Liquid Ecstasy ist“, schaltete sich jetzt Jessica ein. „Die wirken ja beide auch stark sedierend und Deborah macht eigentlich einen recht klaren und wachen Eindruck auf mich. Sie scheint ihre Handlungen, so ungewöhnlich die auch sind, ganz bewusst zu steuern. Für mich sieht das deshalb mehr nach Scopolamin aus.“

„Scopolamin? Das ist doch diese südamerikanische Droge, die willenlos macht, oder?“ Die Kommissarin erinnerte sich, dass es mal eine Warnmeldung gab. „Damit haben die damals in Paris Leute dazu gebracht, sie mit in die Wohnung zu nehmen und ihnen freiwillig alle Wertsachen auszuhändigen. Und danach konnten sie sich an nichts mehr erinnern.“

„Ja, genau. Am häufigsten wird es aber in Kolumbien eingesetzt, wo auch das meiste davon hergestellt wird. Die pusten es Leuten ins Gesicht und dann gehen die mit ihnen munter zum Geldautomaten, heben Geld für sie ab und grinsen dabei auch noch fröhlich in die Sicherheitskamera. Wie ferngesteuerte Zombies tun die alles, was man ihnen sagt und sind auch noch glücklich dabei. Devil´s Breath nennt man es darum auch.“

„Und Du glaubst, sowas haben sie Deborah verabreicht?“ Sarah war schockiert.

„Schon möglich. Wenn das Tierhändler sind, haben die bestimmt gute Kontakte nach Kolumbien. Immerhin leben 10% aller weltweiten Arten dort. Es gibt kein Land mit mehr Artenvielfalt. Und an Drogen zu kommen ist dort bekanntermaßen nicht besonders schwer. Weil Scopolamin auch bei Tieren wirkt, würde das für mich durchaus Sinn machen. So kann man mit wenigen Leuten auch Großwild kontrollieren.“

Es gefiel Sarah nicht, dass Jessica Deborah gerade mit Großwild verglich, aber im Moment hatte sie viel zu viel Sorge, als dass sie sich mit ihr streiten wollte. „Ist das nicht gefährlich?“

„Es kann diverse Nebenwirkungen haben, das weiß ich. Aber nicht mehr welche. Überdosiert ist es wohl auch tödlich, aber das passiert selten. Wie die Kommissarin schon gesagt hat, kann man sich aber an nichts mehr erinnern, was man unter dem Einfluss von Scopolamin getan hat.“

Sarah schaute wieder auf den Bildschirm, wo Deborah gerade genüsslich den Penis eines der Affen mit der Zunge verwöhnte. „Vielleicht wäre es dann sogar am besten, wenn es dies Scopolamin ist. Ich weiß, dass Deborah sich sonst bis an ihr Lebensende für das schämen würde, was sie da gerade im Internet tut.“ Ihr traten die Tränen in die Augen. „Kann man das nicht abschalten? Einfach irgendwie lahmlegen?“, fragte sie die Kommissarin.

„Meine Kollegen sagen, weil es eine feste IP-Adresse ist, könnten wir sie grundsätzlich sperren lassen. Es würde allerdings ein paar Stunden dauern. Aber dann wüssten die Entführer natürlich, dass wir ihnen auf der Spur sind und würden wahrscheinlich schnell noch alle Hinweise verwischen. Möglicherweise einschließlich dem Entführungsopfer. Das ist doch wahrscheinlich nicht in ihrem Sinne, Frau Meister?“

Sarah schüttelte den Kopf.

„Ich würde es lieber weiterlaufen lassen. Es ist so gut versteckt im Darknet, dass es wahrscheinlich höchstens ein Dutzend Zuschauer gibt, die gezielt eingeladen wurden. Wenn einer von denen einen Fehler macht, kommen wir möglicherweise auch an die anderen ran und können den Ring zerschlagen. Vielleicht liefert uns der Stream ja auch einige Hinweise, wo Frau Meuther sein könnte. Unsere Spezialisten suchen schon.“

„Was ist mit diesem Stuhl da, auf dem Deborah festgeschnallt ist? Das ist doch kein normales Gerät für eine Gynäkologen-Praxis, sondern passt viel besser in ein SM-Studio. Sowas ist doch bestimmt eine Spezialanfertigung, mit den ganzen Verstellmöglichkeiten.“, stellte Jessica nun fest.

Sarah schaute durch ihren Tränenschleier etwas genauer hin. Bisher hatte sie immer nur auf Deborah geachtet und den Rest gar nicht richtig wahrgenommen.

„Ich glaube, ich habe so etwas schon einmal gesehen. Als ich damals das Studio einrichtete, brauchte ich ja auch etwas, auf dem man jemanden für die Besamung fixieren konnte. Da habe ich natürlich zuerst bei SM-Möbeln geschaut, weil es da richtig gute Modelle gibt, die man sogar nach seinen Wünschen anpassen kann. Das Problem war nur, dass man darauf keinen Rücken montieren konnte. Braucht man wohl in einem SM-Studio nicht. Deshalb habe ich nachher doch die Bank bauen lassen. Das Design von diesem Stuhl hier kommt mir aber sehr bekannt vor. Ich glaube, in dem Stil baut ein deutscher Hersteller seine Geräte.“

„Studio, Bank, Rücken? Ich verstehe gerade kein Wort.“, sagte die Kommissarin. „Aber Sie glauben, Sie können den Hersteller identifizieren, Frau Meister? Dann müssten wir ja feststellen können, wer in den letzten Monaten so ein Gerät gekauft hat und wo es dann verblieben ist.“

„Ja, ganz sicher. Es gibt da nämlich gar nicht so viele Anbieter, wie man denkt. Ich müsste nur kurz googlen.“ Sie hielten den Stream an, Sarah setzte sich an den Rechner, rief den Browser auf und begann zu suchen.

Schon nach einer Minute hatte sie die Homepage des Herstellers, den sie meinte, gefunden und kurz darauf war auf dem Bildschirm bereits das Foto eines Gyn-Stuhls zu sehen, der dem im Film sehr ähnelte.

„Ja, das ist er. Ganz sicher. Und er ist auch elektrisch höhenverstellbar. Den haben die bestimmt bewusst ausgewählt, weil die Bonobos kleiner sind und die normalen Gyn-Stühle nicht gepasst hätten. Warten Sie, ich schreibe mir den Hersteller auf und dann soll der uns eine Liste geben, an wen er diese Geräte im letzten Jahr verkauft hat.“

„Sechs Monate sollten auch reichen“, warf Jessica ein. „Vorher gab es bei Cytopharm das Thema mit Frau Meuther noch nicht.“

„Ok, dann sechs Monate. Das macht es umso leichter.“ Julia Becker telefonierte noch einmal, diesmal etwas länger, dann konnten sie nichts tun als abwarten.

Auch wenn es Sarah unendlich wehtat, ließen sie den Stream nun weiterlaufen in der Hoffnung, noch weitere Hinweise zu bekommen. Sie sahen, wie die Bonobos Deborah nun einen scheinbar sehr heftigen Orgasmus bereiteten, den sie sichtlich genoss, und der ältere sie direkt anschließend anal nahm, was sie heute nicht nur bereitwillig zuließ, sondern ihr sogar zu gefallen schien.

„Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man meinen, das sei ein richtig guter Pornofilm und Deborah eine hochbezahlte Professionelle, so wie sie mitgeht“, merkte Jessica beim Betrachten an.

„Ich habe Dir schon einmal gesagt, dass Deborah da nicht sie selbst ist. Freiwillig würde sie so etwas nie tun!“ Sarah standen vor Mitleid und Zorn schon wieder die Tränen in den Augen.

Jessica merkte, dass sie mit der Formulierung etwas zu weit gegangen war und versuchte, es wieder gut zu machen. „Das Gute ist, dass die Bonobos ihr sicher nicht wehtun werden. So wie die Deborah anschauen und behandeln, kann man davon ausgehen, dass sie sie jetzt in ihr Rudel aufgenommen haben und es mit ihr vergrößern wollen. Die werden ihr deshalb bestimmt nichts antun, sondern sie eher beschützen.“

„Meinst Du wirklich?“

„Ja. Und in Bonobo-Rudeln dominieren in der Regel die Weibchen. Bestimmt ist Deborah jetzt für Sie sogar eine Art Anführerin.“

Die Worte beruhigten Sarah tatsächlich etwas. Immerhin schien Deborah nicht in akuter Lebensgefahr. Die Kommissarin machte dagegen ein besorgtes Gesicht.

„Es mag ja sein, dass die Affen keine Gefahr für Frau Meuther darstellen. Die Betreiber des Streams aber schon. Heute scheint es ja ganz in ihrem Sinne zu laufen und wenn es sich bei dem Stream wirklich um die Präsentation für eine Auktion handelt, könnte die gar nicht besser sein. Erotischer als das geht ja gar nicht. Das heißt, sie dürften die Auktion heute beenden und den Stream dann abschalten, womit wir die bislang einzige konkrete Spur und das einzige Lebenszeichen von Frau Meuther verlieren. Bestimmt übergeben sie Frau Meuther dann bald an die Käufer, was es sicher nicht einfacher macht, sie zu finden.“

Als sie Sarahs bedrücktes Gesicht sah, ergänzte sie schnell „Zumindest haben wir mit den dressierten Bonobos und diesem SM-Möbel jetzt aber zwei Hinweise, denen wir nachgehen können.“

Nach etwa einer Stunde, in der sie sich die beiden Streams noch mehrfach genau anschauten, klingelte das Telefon der Kommissarin. Sie nahm ab und führte dann ein relativ kurzes Gespräch „Nicht? In ganz Europa. Und das ist sicher? Ok. Vielen Dank für die schnelle Antwort.“ Danach wandte sie sich wieder an Sarah und Jessica.

„So, das waren die Kollegen von Interpol. Sie sagen, in ganz Europa sei kein Diebstahl von Bonobos gemeldet worden. Sie haben sogar extra noch einmal bei allen Zoos angerufen, die welche haben. Aber alle melden Vollständigkeit. Mit der Spur kommen wir also nicht weiter.“

„Aber woher bekommt man dann zwei ausgewachsene Bonobos? Die darf man privat doch gar nicht halten und müsste man auch erst einmal am Zoll vorbei ins Land schmuggeln. Die Haltung ist nicht ganz einfach und wenn man mit denen auf die Straße geht, meldet das doch bestimmt jemand der Polizei.“ Jessica wunderte sich.

„Das spricht für eine gewisse kriminelle Energie und die These vom Tierschmuggelring. Ich werde bei den Kollegen vom Zoll mal nachhorchen, ob da in letzter Zeit etwas mit Bonobos gelaufen ist.“ Julia Becker nahm wieder ihr Telefon.

Kaum hatte sie aufgelegt, klingelte es wieder.

„Ja? Fünf? Das ist ja gar nicht so viel. Ja, tut das. Aber sofort.“ Sie wandte sich wieder an Sarah und Jessica.

„Das waren die Kollegen, die die Firma besucht haben, die die SM-Möbel herstellt. Sie haben ihren Gyn-Stuhl auf dem Screenshot des Streams tatsächlich wiedererkannt und gesagt, sie hätten in den letzten 6 Monaten fünf dieser Modelle verkauft. Drei an SM-Studios und zwei an Privatpersonen. Sie haben uns alle Adressen gegeben, nachdem die Kollegen ihnen zugesichert hatten, sehr diskret vorzugehen und ihre Firma rauszuhalten. Vier davon sind in Deutschland, einer ist nach Polen gegangen. Wir schicken nun sofort Kollegen hin, um festzustellen, ob sie noch da sind und ob auf einem vielleicht Frau Meuther festgeschnallt ist.“

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Kommune

Als Deborah am nächsten Morgen aufwachte, hatte sie nicht nur furchtbare Kopfschmerzen, sondern fror auch wieder erbärmlich. Sie entschied deshalb, erst einmal unter die Dusche zu gehen, um sich aufzuwärmen.

Kaum hatte sie angefangen sich abzubrausen, stellte sie fest, dass ihre Beine voll waren von Flecken, die aussahen wie Sperma, das an ihnen heruntergelaufen war. Irgendjemand hatte sie also offensichtlich in den letzten Stunden besamt. Und zwar in großen Mengen. Sie konnte sich aber beim besten Willen nicht erinnern, wer und wie. Das letzte was sie noch wusste war, dass sie gestern das Wasser getrunken hatte, das die Ärztin ihr angeboten hatte. Danach war völliger Blackout, als wäre sie bewusstlos gewesen.

Wahrscheinlich waren es die Affen gewesen, aber woher sollte sie das wissen. Vielleicht würde sie es sogar nie erfahren. Hoffentlich war ihr der eklige Dimitri nicht zu nahe gekommen. So oder so fühlte sie sich aber schrecklich bei dem Gedanken, ohne Bewusstsein derart missbraucht worden zu sein.

Kaum hatte sie sich abgetrocknet, kam auch schon die Ärztin herein, um ihr das Frühstück zu bringen. Offensichtlich war sie bester Laune. So kannte Deborah sie gar nicht.

„Was haben Sie gestern mit mir gemacht? Ich kann mich an nichts mehr erinnern, nachdem ich das Wasser getrunken habe. Und mein Kopf tut auch weh.“

„Das ist ganz normal nach Burundanga, Schätzchen. Die Kopfschmerzen gehen bald wieder weg, keine Sorge. Das mit der Erinnerung bleibt aber. Eigentlich schade, denn Du hast gestern wirklich eine tolle Show abgeliefert und hattest echt Spaß dabei.“

„Was ist dieses Burundanga? Und was für eine Show soll ich abgeliefert haben?“ Die Worte der Ärztin und dass sie nicht wusste, worüber sie sprach, machten Deborah Angst. Hoffentlich würde sie ihr sagen, was passiert war. Die Ärztin schien aber gar nicht die Absicht zu haben, ihr irgendetwas zu verheimlichen.

„Das Burundanga hat dafür gesorgt, dass Du nicht mehr so verklemmt rumgezickt hast mit den Affen, Schätzchen. Und es hat sogar viel besser gewirkt, als ich erwartet hatte. Du warst super aktiv und echt hingebungsvoll. Richtiger Girlfriendsex war das. Meinen Kunden hat es jedenfalls sehr gefallen. Besonders als Du dem einen Affen einen geblasen hast und der andere Dich in den Arsch gefickt hat, sind die Gebote geradezu explodiert.“

Deborah zuckte entsetzt zusammen, als sie das hörte. „Das habe ich nicht gemacht! Niemals!“ Sie konnte sich nicht vorstellen, so etwas getan zu haben. Selbst unter Drogen nicht. Ihr traten Tränen in die Augen.

„Doch, das hast Du, Schätzchen. Und Du bist dabei richtig abgegangen, das sage ich Dir. Wie Schmitz´ Äffchen. So sehr, dass das Höchstgebot schließlich bei 3,4 Millionen Dollar lag. Wo ich doch nur mit zwei Millionen gerechnet hatte. Aber ich wusste ja, Du bist ein gutes Investment.“ Das war also der Grund für ihre gute Laune.

Deborah dagegen fühlte sich unendlich elend und beschämt. Sie hatten sie wie einen Sexroboter benutzt und missbraucht, beobachtet von wildfremden Leuten im Internet? Was hatte sie wohl noch alles getan? Es war ein furchtbares Gefühl, dass sie es nicht einmal wusste. Aber wenn die Ärztin heute so gut drauf war, würde sie ihr vielleicht noch ein paar Informationen geben. Sie musste nur geschickt fragen.

„Und gehe ich jetzt nach Südamerika?“

„Südamerika? Nein. Dafür warst Du am Ende zu teuer. Dich hat ein Scheich gekauft, Du gehst nach Arabien. Als quasi königliches Eigentum. Dann brauchst Du auch nicht mehr frieren. Du bekommst einen schönen schwarzen Schleier und warm ist es da unten eh immer.“

Arabien? Deborah rutschte das Herz in die Hose. „Und wann verschiffen Sie mich dahin?“

„Verschiffen schon mal gar nicht. Du wirst geflogen und zwar mit einem Privatjet, wie es sich für königliches Eigentum gehört. Und wir wollen ja die offiziellen Kontrollen vermeiden. Freu Dich aber nicht zu früh. Erst müssen wir wissen, dass Du wirklich schwanger geworden bist. So ist der Deal. Keiner zahlt doch so viel, wenn er nicht sicher sein kann, dass Du tatsächlich einen Bonobo-Mischling ausbrütest. Der Scheich zahlt die erste Hälfte erst nach dem positiven Schwangerschaftstest, die zweite, wenn Du angekommen bist. Ab dann bist Du dann nicht mehr mein Problem.“

Deborah überlegte. Da die Ärztin sicher nicht das Risiko eingehen würde, ihr Blut an ein Labor zu schicken, müsste sie also wieder einen Urintest machen. Das heißt, ihr blieben noch mindestens zwei Wochen, die man sie in Europa finden könnte.

„Und wenn ich nicht schwanger geworden bin?“

„Das glaube ich kaum, so wie die Affen Dich gestern rangenommen haben. Das hat für drei Schwangerschaften gereicht. Aber wenn doch, mache ich eine künstliche Befruchtung. Wir brauchen ja keine Verkaufsshow mehr und die Insemination funktioniert bei Dir bestimmt. Ohne diese Pille hätten wir ja auch nicht so viel Zeit für Deine Befruchtung und dann ist es sicherer, wir bringen die kleinen Schwimmer gleich vor Ort.“

Damit hatte sie wahrscheinlich Recht und Deborah hatte auch keinen Zweifel, dass sie das tun würde. Sie sah sich schon wieder mit gespreizten Beinen und gefesselt auf dem Gyn-Stuhl, während die Ärztin ihr Bobos und Nonos Samen direkt in die Gebärmutter injizierte. Eine furchtbare Vorstellung. Was war aber eigentlich mit den beiden, die ihr gestern offensichtlich so nahe gekommen waren?

„Was geschieht jetzt mit Bobo und Nono?“

„Deinen Affenstechern? Bis Du sicher schwanger bist, brauche ich die ja noch als eventuelle Samenspender. Danach werde ich sie wahrscheinlich auch verkaufen. Zwei- bis dreihunderttausend Dollar sollte jeder von denen schon bringen. Ist natürlich kein Vergleich mit Dir Schmuckstück.“

Nachdem die Ärztin gegangen war, fühlte sich Deborah unendlich allein und verloren. Sobald sie in irgendeinem Harem verschwände, würde man sie nie mehr finden. Sie wäre eine Sklavin mit dem einzigen Zweck, immer wieder neue Chimären auszutragen. Wer weiß, was sie alles mit ihr ausprobieren würden. Sie wäre ein lebender Brutschrank, damit andere sich am Ergebnis ergötzen könnten.

Selbst wenn es ihr gelänge zu fliehen, käme sie ohne Sprachkenntnisse, Geld und Pass aus einem arabischen Land bestimmt nicht mehr lebend raus. Vor allem wenn die Gefahr bestünde, dass sie gegen ihren prominenten „Besitzer“ aussagen könnte. Wahrscheinlich würde sie Sarah, Max und Moritz nie wiedersehen.

Ihre einzige Chance war, dass sie gefunden wurde, so lange sie sich noch in Europa befand. Zwei Wochen blieben der Polizei dafür. Vielleicht sogar sechs, wenn sie nicht schon schwanger war.

Das hieße aber auch zwei Wochen allein, nackt und frierend in diesem Zimmer ohne jede Abwechslung. Mit der Ärztin und dem schmierigen Dimitri vor der Tür, die sie die ganze Zeit beobachteten und Dinge mit ihr machten, von denen sie danach nicht einmal wusste. Deborah merkte, wie gerade ihr ganzes Leben zusammenbrach. Eigentlich hatte sie gar keines mehr. Alles bestimmten jetzt andere für sie und sie war nur noch ein Objekt, das man benutzen konnte, wie man wollte. Im Grunde konnte sie sich auch gleich umbringen.

Sie hatte versucht, stark zu sein. Aber jetzt brachen bei ihr alle Dämme. Sie kauerte sich auf dem Bett zusammen und fing hemmungslos an zu weinen. Auch als Dimitri ihr mittags wortlos ein Tablett mit Essen hereinstellte, ließ sie es unangerührt. Nur von dem Wasser trank sie etwas, weil sie solchen Durst hatte und es ihr inzwischen egal war, ob sie ihr etwas reintaten. Letztlich konnten sie doch sowieso mit ihr machen, was sie wollten.

Das einzige, was sie von ihrem Leid etwas ablenkte, waren Schreie von Bobo und Nono, die sie in gewissen Abständen hören konnte. Nicht schmerzerfüllt oder ängstlich, eher sehnsüchtig, als würden sie nach jemandem rufen. Sie hatte richtig Mitleid mit Ihnen, denn sie waren auf ihre Art ja eigentlich gut zu ihr gewesen und außerdem in der gleichen Situation wie sie selbst. Gefangene, die gegen ihren Willen verkauft wurden. Am liebsten hätte sie die beiden getröstet.

Als sie am Abend auch das Abendessen nicht anrührte, das Dimitri ihr gebracht hatte, stand eine halbe Stunde später plötzlich die Ärztin im Raum und schaute sie ärgerlich an.

„Schätzchen, was ist los? Erst fressen die Affen nicht und jetzt fängst Du auch noch an. Wenn das so etwas wie ein Hungerstreik werden soll, kann ich Dich nur warnen. Wir können Dich auch zwangsernähren. Lustig ist das aber nicht, das verspreche ich Dir.“

An Hungerstreik hatte Deborah gar nicht gedacht. Warum auch? Freilassen würde die Ärztin sie ohnehin nicht. Könnte sie ja gar nicht. Sie fühlte sich nur so schlecht, dass sie keinerlei Appetit hatte. Aber was hatten die Affen?

„Warum fressen denn Bobo und Nono nicht?“

„Weil Sie Dich vermissen, Du dummes Ding. Die haben Liebeskummer. Hörst Du sie denn nicht? Die sitzen nur in der Ecke, umarmen sich und rufen nach Dir. Selbst Dimitri bekommt sie nicht zum Fressen.“

Deborah war überrascht, das zu hören. Hier gab es also tatsächlich zwei Lebewesen, die sie nicht nur als Zuchtobjekt wahrnahmen, sondern als Individuum und sogar mochten. Irgendwie fand sie das sehr tröstlich und fühlte sich sofort nicht mehr so allein. Da kam ihr eine Idee.

„Wenn sie mir nachtrauern, dann bringen Sie sie doch zu mir. Bestimmt werden sie dann wieder fressen.“ So hätte sie wenigstens Ansprache und Ablenkung und würde sich nicht mehr so allein fühlen.

„Du meinst hier mit rein?“

Die Ärztin überlegte.

„Vielleicht wirklich keine schlechte Idee. Besser, als wenn sie mir verhungern. Dann kannst Du Dich auch um die Viecher kümmern. Dimitri hat da wirklich kein Händchen für, vor dem haben sie nur Angst. Ich mache das aber nur, wenn Du dann auch vernünftig isst und keinen Ärger mehr machst.“

„Ja, versprochen.“ Deborah freute sich, dass sie jetzt Gesellschaft haben würde. Ein Hund wäre ihr zwar lieber gewesen, aber die Affen hatten ja auch schon mit einem Menschen zusammengelebt. Sogar einem, den sie nicht mochten. Es sollte also gut mit ihnen funktionieren. Und viele Alternativen gegen ihre Einsamkeit hatte sie nicht.

Eine Viertelstunde später öffnete sich die Tür und die Ärztin kam herein, gefolgt von Dimitri, der mit jeder Hand einen der verängstigten Affen brutal am Arm festhielt wie Spielzeug. Deborah konnte sofort erkennen, wie sehr die beiden sich freuten, als sie sie sahen.

„Du brauchst eigentlich gar nicht viel machen mit den Viechern, die versorgen sich ziemlich allein. Sogar stubenrein sind sie. Ich will gar nicht wissen, wie der alte Einsiedler das in sie reingeprügelt hat, aber sie gehen tatsächlich alleine auf die Toilette und lassen nicht einfach alles fallen wie andere Affen.“

Dann schaute sie Deborah mahnend an. „Ich beobachte Dich aber. Wenn es nicht klappt, kommen die beiden sofort wieder raus, ist das klar? Ich riskiere doch nicht meine wertvolle Ware.“

Als Deborah nickte, gab sie Dimitri ein Zeichen. Der ließ daraufhin die Affen los, die sofort zu Deborah liefen und ihren nackten Körper umarmten. Sie hörte Dimitri noch „Eklig“ sagen, dann verschwanden er und die Ärztin wieder durch die Tür.

Deborah streichelte die Köpfe von Bobo und Nono und sprach dann leise auf sie ein, damit die Ärztin, die sie bestimmt noch durch den Spion beobachtete, sie nicht hören konnte. „Na, ihr beiden. Wir sitzen doch im gleichen Boot und da ist es besser, wir halten zusammen. Ich verspreche Euch, wenn ich gerettet werde, sorge ich dafür, dass ihr auch ein vernünftiges Zuhause bekommt. Dafür muss das hier aber unbedingt gut funktionieren mit uns dreien.“

Die Affen waren ganz ruhig, während sie sprach. Immer wieder küssten sie dabei ihren nackten Körper. Ihre Zuneigung und Herzlichkeit waren geradezu greifbar und die Atmosphäre im Raum gleich eine ganz andere. Deborah fühlte sich sofort besser und vor allem nicht mehr so allein und verloren.

Sie setzte sich aufs Bett, streichelte und kraulte die beiden und sprach weiter leise auf sie ein, wie auch die beiden sehr zärtlich mit ihr schmusten. Bald lagen sie alle drei auf der Matratze und streichelten sanft und ausgiebig ihre Körper. Es war richtig schön nach all den Tagen allein in diesem Raum. Sie kuschelten und schmusten lange miteinander und Deborah war dadurch so abgelenkt, dass sie tatsächlich ab und zu vergaß, dass sie im Gefängnis saß und verkauft worden war.

Ihr entging aber auch nicht, dass beide Affen die ganze Zeit einen erigierten Penis hatten und unablässig versuchten, damit in die Nähe ihres Schrittes oder ihres Gesichtes zu kommen. Auch ihre Hände griffen permanent nach ihrem Busen und ihrem Schritt. Ganz offensichtlich wollten sie nicht nur gestreichelt und gekrault werden, sondern auch Sex als Zeichen der Zusammengehörigkeit, wie es für Bonobos normal war.

So hatte Deborah sich das aber nicht vorgestellt. Sie genoss das Kuscheln und Schmusen mit den beiden und dass sie dabei ihren Busen streichelten oder küssten, war auch in Ordnung. Mehr wollte sie aber nicht. Sie hielt ihre Beine deshalb geschlossen und schob die beiden immer wieder fort, wenn sie ihr dort zu nahe kamen.

„Hört mal, ihr beiden“, sagte sie mit ganz weicher, sanfter Stimme, um die beiden nicht zu erschrecken. „Ich weiß ja, dass Bonobos da anders ticken. Aber wir sind hier jetzt nur eine Wohngemeinschaft. Wir können uns streicheln und miteinander schmusen, das mache ich gerne mit euch beiden Lieben. Aber das mit dem Poppen könnt ihr Euch abschminken. Wir sind hier kein Gangbang.“

Bobo und Nono ließen sich davon freilich nicht beirren. Im Gegenteil. Je öfter und heftiger Deborah ihre Kopulationsversuche ablehnte, umso mehr bedrängten sie sie und umso frustrierter schienen sie gleichzeitig zu werden. Es war ganz offensichtlich, dass sie nicht verstanden, warum sie sich ihnen heute verweigerte, nachdem sie sich ihnen gestern noch so gerne und freizügig hingegeben, sie geradezu zum Koitus ermuntert hatte.

Als Deborah Bobo schließlich bei einem besonders aufdringlichen Versuch, in sie einzudringen, mit einem energischen „Nein, lass das jetzt endlich!“ etwas unsanft von sich wegschob, sprang der vom Bett, verkroch sich in eine Ecke des Raumes, kauerte sich zusammen und würdigte sie keines Blickes mehr. Sofort war Nono bei ihm, umarmte und streichelte Bobo und versuchte, ihn zu trösten.

Das hatte Deborah nicht gewollt und es tat ihr sofort leid. Sie stand ebenfalls auf, um sich bei Bobo zu entschuldigen. Als sie sich ihm näherte und versuchte, ihn am Kopf zu streicheln, schlug der jedoch ihre Hand weg und bleckte sogar drohend die Zähne, als wollte er sie beißen.

Deborah schreckte zurück. So etwas hätte sie bei diesen friedfertigen Wesen niemals erwartet. Die beiden waren nun wohl der Ansicht, sie wolle nicht mehr zu ihrem Rudel gehören und nichts mehr mit ihnen zu tun haben, weshalb sie sich wieder ganz auf sich selbst konzentrierten. Sie hatten sie aus ihrem Kreis ausgeschlossen und wehrten sie nun als Eindringling ab.

Diese Ablehnung tat Deborah richtig weh, vor allem, weil die beiden doch ihre einzigen Freunde hier in ihrem Gefängnis waren. Sie setzte sich wieder aufs Bett und überlegte. Zwar hatte sie keine Erinnerung mehr an gestern, nach den Schilderungen der Ärztin waren Bobo und Nono ihr jedoch so nahe gekommen, wie es ihrer Natur entsprach, und sie hatte die beiden dabei wohl auch noch ermutigt und ermuntert. Und heute wies sie sie kategorisch ab, verweigerte jede körperliche Intimität. Kein Wunder, dass sie die Welt nicht mehr verstanden. Aber was sollte sie denn machen?

Deborah wusste nicht weiter. So würde sie mit den beiden Affen jedenfalls sicher nicht in diesem Raum bleiben können, das war ihr klar. Sobald die Ärztin morgen früh dies Bild sähe, würde sie Bobo und Nono sofort wieder rausholen und sie sähe sie wahrscheinlich nie wieder. Dann wäre sie für die nächsten Wochen wieder ganz allein mit ihren Gedanken und ihrer Angst. Dabei hatte ihr die Nähe und Zärtlichkeit der beiden in den letzten Stunden doch so gut getan und sie mochte sie inzwischen auch wirklich gern.

Mittlerweile war es sicher schon Mitternacht und sie spürte bereits die aufsteigende Kühle im Raum. Deborah fürchtete sich vor der nächsten Nacht, in der sie wieder allein, ängstlich und fröstelnd auf ihrem Bett liegen würde. Und all den einsamen, kalten Nächten danach.

Sie wog noch einmal ihre Alternativen ab. Eigentlich hatte sie nur zwei, das war ihr schnell klar. Entweder wurde sie Teil des Rudels, mit all der Zuwendung und Nähe, die Bobo und Nono ihr geben, aber auch einfordern würden. Oder sie wurde es nicht und würde sie unweigerlich verlieren. Dann wäre sie wieder allein.

Kurz darauf hatte sie sich entschieden. Nein, sie wollte nicht mehr allein sein. Sie wollte jemanden um sich haben, der sie mochte, sie streichelte, tröstete und wärmte. Und war es nicht ohnehin egal? Die Affen hatten doch sowieso schon alles von ihr bekommen und einer von beiden sie wahrscheinlich sogar bereits geschwängert. Faktisch waren sie damit doch schon so etwas wie ein Rudel oder eine Familie.

Sie legte sich aufs Bett, spreizte als Zeichen ihrer Bereitschaft die Beine ein wenig, streckte die Hand aus und sagte leise „Komm´ zu mir Bobo. Kuscheln.“ Sie wusste, wenn Bobo sie wieder akzeptierte, täte Nono es auch. Der aber schaute sie zwar an, als er sie so sprechen hörte, rührte sich aber nicht von der Stelle. „Komm´ Bobo, nicht mehr böse sein, bitte. Ich habe es ja verstanden. Es ist ok für mich. Ich will in Eurem Rudel sein.“

Bobo zögerte jedoch weiter. Wahrscheinlich hatte er Angst, sie würde ihn doch nur wieder abweisen, sobald er sich ihr näherte. Oder später. Er traute ihr wohl nicht mehr, nachdem sie ihn vorgestern mit einem harschen „Nein“ abgelehnt hatte, ihn gestern vorbehaltlos und ohne Tabus annahm und heute wieder mit einem strikten „Nein“ von sich wies. Das muss für ihn eine Achterbahn der Gefühle gewesen sein, die er nicht wiederholen wollte.

Als sie das merkte, drehte Deborah sich um, kniete sich auf alle Viere, den Po Richtung Bobo und Nono, senkte den Oberkörper und vergrub den Kopf in ihren Armen, um ihre bedingungslose Paarungsbereitschaft anzuzeigen. Ganz offen und ungeschützt bot sie den Affen das an, was sie von ihr begehrten. Keine Augen, die sie beobachteten, keine Hände, die sie abwehren würden. Wie bei der Duldungsstarre für die Eber vertraute sie sich Bobo und Nono vollkommen an, überließ ihnen ihren Körper, um davon Gebrauch zu machen, wie die Natur es von ihnen verlangte. Genau so, wie sie es für die Eber getan hatte.

Bobo verstand das Signal tatsächlich. Er war mit einem Sprung auf dem Bett, dann spürte Deborah auch schon, wie er ihre Hüfte packte, schnell in sie eindrang und dann sein Becken rhythmisch fest gegen ihres presste, damit sein Penis möglichst tief in sie gelangte. Um ihm zu zeigen, dass sie diese Vereinigung vorbehaltlos akzeptierte, hielt sie bei jedem Stoß dagegen, drückte sich ihm sogar entgegen, bis sie schließlich merkte, dass er einen starken Orgasmus bekam, bei dem er überraschend viel Sperma in sie gab, das sie nun warm in sich fließen spürte.

Er blieb danach noch einen Moment in ihr, ganz so als genieße er ihre Vereinigung, zog sich dann heraus und überließ seinen Platz Nono, der inzwischen ebenfalls auf das Bett gesprungen war und jetzt genau so schnell in sie eindrang, dann aber nach viel kürzerer Zeit, allerdings ebenso heftig, ejakulierte.

Erst jetzt, nachdem beide sie wieder zu ihrem Weibchen gemacht hatten, hob Deborah den Kopf, drehte sich um und schaute die beiden Affen an, die nun auf dem Bett neben ihr hockten. Sie erkannte sofort, dass sich mit dieser Aktion wieder alles geändert hatte. Auch wenn ihre Vereinigung rein mechanisch gewesen war, ohne jede Emotion, war die Tatsache, dass sie widerspruchslos ihren Samen und damit Babys von ihnen akzeptiert hatte, für Bobo und Nono wohl das klare Zeichen gewesen, dass sie doch zusammengehörten, ein Rudel waren.

Die beiden Affen schauten sie nicht nur wieder liebevoll an, sie fielen ihr auch sofort um den Hals und fingen an, sie zu streicheln und zu küssen. Die Spannung, die eben noch den Raum dominiert hatte, war vollkommen verschwunden und einem starken Gefühl der Zusammengehörigkeit gewichen. Es war unverkennbar, dass Deborah nun wieder eine der ihren war.

Die verstand jetzt, dass die große körperliche Nähe des Rudels unverzichtbarer Bestandteil des Gemeinschaftsgefühls der Bonobos war und merkte, wie gut auch ihr das Gefühl tat, nicht nur Objekt zu sein, sondern wieder zu jemandem zu gehören, der sie begehrte und mit ihr zusammen sein wollte. Auch wenn es so ultimativ nah war.

Weil es so unbequem war, ließ sie sich auf den Rücken zurückfallen und sofort positionierten sich die beiden Affen links und rechts an ihrer Brust, den Kopf an ihrem Busen. Deborah legte ihre Arme um sie, streichelte sie und flüsterte „Es tut mir leid, dass ich Euch frustriert habe. Das wollte ich nicht. Ab jetzt machen wir es auf Bonobo-Art, ok? Ich werde mich da halt ein wenig an Euch anpassen.“

Eine Weile lagen sie alle drei nur so da und genossen die Nähe und Wärme der anderen, froh ihrem tristen Gefangenendasein auf diese Weise zumindest für einen Moment zu entrinnen.

Dann merkte Deborah plötzlich, dass Bobo ein Stück nach unten rutschte und versuchte, mit seiner Hüfte zwischen ihre Beine zu kommen. Er brauchte wohl noch eine Bestätigung. Erst zögerte sie, dann zog Deborah, obwohl Nono ihr wenig Platz ließ, die Beine etwas an und machte sie etwas breiter, damit er mit seinem schmalen Körper dazwischen passte. Da spürte sie auch schon, wie sein Penis über ihre Schamlippen streifte, in sie eindrang und Bobo dann heftig anfing zu stoßen, während sein weiches Fell über die Innenseiten ihrer Schenkel strich. Dabei schaute er sie unverwandt an, wohl um zu prüfen, ob sie es wirklich wollte, es ihr tatsächlich gefiel oder ob sie es vielleicht nur tolerierte. Diesmal wollte er ihre echten Emotionen sehen.

Deborah freute sich über diese Empathie, dieses Interesse an ihren Gefühlen. Sie streichelte ihm sanft über den Kopf und sagte ganz leise „Es ist gut, Bobo. Ich will es wirklich.“ Was auch nicht gelogen war, denn jetzt, nachdem sie sich freiwillig darauf eingelassen hatte und es vorbehaltlos akzeptierte, löste Bobos Penis in der Tat schöne erotische Gefühle in ihr aus, wie ihr auch die Nähe und das sich aufbauende Vertrauen zu den beiden wohltaten.

Kurz darauf spürte sie, wie Bobo sich fest gegen sie presste und dann auch schon, wie er warm in sie spritzte. Diesmal konnte sie zum ersten Mal an seinem Gesicht erkennen, wie sehr er den Orgasmus genoss, den sie ihm gerade bereitete. Er zog eine Grimasse und entblößte vor Lust stöhnend seine großen, weißen Zähne, bis er schließlich wieder einen gelösten, befriedigten Ausdruck annahm.

Und Deborah fühlte sich auch gut dabei, wie sie feststellte. Zärtlich legte sie die Hand auf seine schwarze Wange, streichelte darüber und genoss den seligen Blick, mit dem er darauf reagierte.

Bobo rutschte jetzt wieder nach oben und legte sich neben Nono, der die ganze Aktion aufmerksam beobachtet hatte, ohne jedoch seinen Kopf von ihrem Busen zu nehmen. Kein Zweifel, sie waren jetzt ein Rudel, mit allen Konsequenzen.

Die beiden glücklichen Affen, die sie jetzt an ihrer Brust hatte, erinnerten Deborah an die Zeit, als sie noch Max und Moritz gestillt hatte. Zwei Lebewesen, die sie liebten und mit denen sie Momente höchster körperlicher Intimität erlebte. Sie wusste in der Tat nicht, ob es sich mehr nach Kindern oder Liebhabern anfühlte, was sie da gerade in ihren Armen hielt. Auf jeden Fall aber irgendwie nach Familie.

Allerdings verspürte sie inzwischen auch eine deutliche Müdigkeit, die durch die Wärme und das wohlige Gefühl, das die beiden ihr bereiteten, noch verstärkt wurde. Als sie deshalb versuchte, in eine bequeme Schlafposition zu gelangen, musste Deborah jedoch feststellen, dass das gar nicht so einfach war, weil sowohl Bobo als auch Nono ihr auch dabei sehr nah sein wollten.

Nach einigem Üben arrangierten sie sich schließlich so, dass sie auf der Seite lag mit dem etwas kleineren Nono an der Brust und Bobo im Löffelchen am Rücken, die Arme fest um sie geschlungen. So wurde sie von beiden gewärmt und fühlte sich auch gut behütet.

Die folgende Nacht war die erste, in der Deborah in ihrem Gefängnis nicht fror und sich auch nicht allein fühlte. Sie konnte das beruhigende Atmen der Affen hören und spürte manchmal sogar das Schlagen ihrer Herzen auf ihrer Haut und schlief erstmals fast sofort ein, nachdem sie die Augen geschlossen hatte.

Mehrmals in der Nacht wachte sie allerdings auf, weil sie spürte, dass einer der beiden seinen Penis in sie eingeführt hatte. Sie hatten das ganz vorsichtig und langsam getan, aber doch bis zum Anschlag, was ihnen aufgrund der Form und Dicke problemlos gelang, obwohl Deborah nicht feucht gewesen war. Bobo war auf diese Weise einmal sogar tief in ihren Po eingedrungen. Daran, dass ihr Eindringen jeweils nur kurz war und beide dabei nicht kamen, erkannte Deborah, dass es nicht primär Lust war, die sie trieb, sondern sie sich damit nur ihrer Nähe und Zuneigung vergewissern wollten, als hätten sie Angst, sie wieder zu verlieren. Was kein Wunder war bei dem, was sie durchgemacht hatten.

„Eigentlich ist diese unkomplizierte, vertraute Intimität doch etwas Schönes“, dachte Deborah, weshalb es sie auch nicht weiter störte. Es war fast so, als küsste jemand sie liebevoll im Schlaf. Sie hatte sich darauf eingelassen, mit den beiden ein Bonobo-Rudel zu bilden, und würde sie daher ab sofort auch nicht mehr abweisen, wenn sie das körperlich bestätigt haben wollten. Deshalb streichelte und drückte sie sie jeweils nur kurz und schlief dann einfach weiter.

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Affenhure

Als Deborah am nächsten Morgen erwachte, war sie von den beiden noch immer eng umschlungen und musste sich erst einmal aus der Umarmung lösen, um ins Bad gehen zu können. Es war schön, nicht mehr allein zu sein, aber auch noch völlig ungewohnt, dass die beiden ihr dabei so nahe kamen. Unter der Dusche erkannte sie, dass ihr Körper, wie am Tag zuvor, von Spermaflecken übersät war. Aber diesmal wusste sie, warum, und fand es völlig in Ordnung.

Als die Ärztin später das Frühstück für sie und die Affen brachte, hatte sie ein süffisantes Lächeln auf den Lippen.

„Du bist ja eine richtige Tiernutte, Schätzchen. Und Spaß scheint es Dir auch zu machen. Warum hast Du Dich dann vorher so angestellt? Aber fick ruhig noch einmal richtig. Dein neuer Besitzer steht eher auf Großkatzen. Löwen und Leoparden und so. Ich glaube nicht, dass der Dich mit denen ficken lässt. Viel zu gefährlich und das würde auch gar nicht funktionieren. Wahrscheinlich wirst Du durch seine Privatärzte künstlich befruchtet. Dann machst Du einfach ein oder zwei Würfe im Jahr und alles ist gut.“

Deborah war nicht überrascht, dass die Ärztin sie durch den Türspion weiter beobachtete. Wahrscheinlich nutzte auch Dimitri ihn als Peep-Show. Sie konnte sich jetzt gut vorstellen, wie es für Affen im Zoo war, wo das ganze Leben hinter Glasscheiben stattfand, vor denen viele Menschen standen und jede noch so intime Handlung fotografierten und filmten.

Aber sollte sie deswegen auf das Einzige verzichten, was ihr hier guttat? Dann hätten die Ärztin und Dimitri ja schon wieder gewonnen. Außerdem hatten sie ja sowieso schon alles von ihr und den Affen gesehen.

„Stinkt auch schon fast wie im Stall hier drin“, stellte die Ärztin im Rausgehen fest und rümpfte die Nase. Eigentlich war das aber nicht einmal überraschend. Immerhin waren das Zimmer und das Bad seit ihrer Ankunft nicht mehr gereinigt worden und sie lebten jetzt schließlich zu dritt hier auf kleinstem Raum.

Kurz darauf öffnete sich die Tür noch einmal und Dimitri stellte wortlos, aber mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen, einen Eimer mit Wasser, Lappen und Putzmittel hinein. Dann schloss er die Tür wieder.

Überraschenderweise griffen sich Bobo und Nono sofort die Lappen, machten sie nass, taten Reinigungsmittel darauf und fingen an zu putzen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Deborah hockte sich amüsiert auf das Bett und schaute ihnen zu, wie sie das machten. Es sah lustig aus und war alles andere als perfekt, insgesamt aber gar nicht mal schlecht, fand sie.

Als die Ärztin ihr erzählt hatte, dass ihr Besitzer Bobo und Nono zum Putzen abgerichtet hatte, hatte sie sich das wie eine brutale Dressur vorgestellt. Tatsächlich schien es für Bobo und Nono aber eher eine Art Spiel zu sein, das ihnen sogar Spaß machte. Sie bespritzten sich zwischendurch gegenseitig mit Wasser oder warfen sich ihre Lappen ins Gesicht und lachten und kreischten dabei aufgeregt, wobei sie ihre weißen Zähne weit entblößten. Wahrscheinlich war es damals ihre schönste Abwechslung gewesen, wenn sie zum Putzen aus dem Käfig geholt wurden.

Nachdem sie fertig und der Raum wieder einigermaßen sauber war, stellte Deborah die beiden Affen unter die Dusche, trocknete sie ab und legte sich dann mit ihnen zusammen wieder auf das Bett. Einen anderen Ort, um sich niederzulassen, hatten sie ja nicht.

Da es außer dem Reinigen keine Abwechslung für die Affen gab, verbrachten sie die nächsten Tage meist damit, Deborah zu streicheln, sie zu kraulen oder ihre Haare zu lausen. Die genoss diese Zuwendung und gab Bobo und Nono auch viel Zärtlichkeit zurück. Regelmäßig versicherten sich die beiden dabei ihrer Gunst, indem sie sie kurz penetrierten, was Deborah schon nach kurzer Zeit als völlig normal und sogar ganz angenehm empfand, weil es nicht nur erotische Gefühle bei ihr auslöste, sondern auch jedes Mal Ausdruck der großen Zuneigung war, die Bobo und Nono ihr entgegenbrachten. Es war ein bisschen wie der zärtliche Kuss, den man im Vorbeigehen bekam und nach dem man sich irgendwie besser fühlte.

Deborah merkte auch, dass ihr Verhältnis zu Bobo und Nono völlig verändert hatte. Der Umstand, dass sie in einem Raum mit ihnen wohnte und sich ihnen freiwillig hingab, war auch für die beiden das Signal gewesen, sich vollkommen auf sie einzulassen, ihr absolut zu vertrauen. Deborah war für Bobo und Nono jetzt der Mittelpunkt ihres Lebens. Die beiden waren vollkommen auf sie fixiert, ihr vollkommen ergeben. Es war fast so, wie ein Hund auf seinen Herrn geprägt wird. Deborah sah sich selbst dabei allerdings nicht als ihre Anführerin, sondern mehr wie eine fürsorgliche Geliebte.

Sie gab Bobo und Nono keine Befehle, sondern leitete sie an und sorgte dafür, dass es ihnen gut ging, indem sie sie regelmäßig reinigte oder dafür sorgte, dass sie ihr Essen nicht so schnell herunterschlangen. Dabei gab sie ihnen durch ihre körperliche Vereinigung Nähe und Vertrautheit, wie sie es zuvor mit Max und Moritz beim Säugen gemacht hatte, damit sie sich in ihrem tristen Gefängnis besser fühlten.

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Spurlos

„Auch nichts.“ Die Kommissarin sah betrübt aus, als sie Sarah und Jessica vom Ergebnis der Befragung im polnischen Lagerhaus berichtete.

„Die Lagerarbeiter wussten nur, dass das SM-Möbel von einem kräftigen Mann in einem weißen Lieferwagen mit deutschem Kennzeichen abgeholt wurde. An die Nummer konnten sie sich nicht mehr erinnern. Dafür aber daran, dass er fast nichts gesagt hatte und so stark war, dass er es ohne ihre Hilfe in den Lieferwagen geladen hatte. Wir wissen also nicht mehr als vorher.“

Das war nun schon die zweite Hiobsbotschaft, nachdem sie ihnen schon gesagt hatte, dass sich bei den Nachforschungen in Deutschland auch nichts ergeben hatte. Die Gyn-Stühle standen alle an den Orten, an die sie auch versandt worden waren, und bei keinem gab es einen Hinweis, dass der Besitzer etwas mit der Entführung von Deborah zu tun haben könnte.

Auch die Befragung und Überprüfung der Cytopharm-Mitarbeiter hatte nichts ergeben, was ein Hinweis oder eine Spur hätte sein können. Nicht einmal eine Verbindung nach Polen hatte man gefunden.

„Und was machen Sie jetzt? Irgendwas müssen Sie doch tun können, oder?“, fragte Sarah, die inzwischen richtig Angst bekam, Deborah vielleicht nicht mehr wiederzusehen.

Die Kommissarin verzog das Gesicht. „Die Untersuchung der IP-Adressen hat leider auch nichts ergeben, unsere Experten sind immer im Darknet-Nirwana gelandet. Wenn ich ehrlich bin, bin ich momentan selbst etwas ratlos. Die einzige Hoffnung sind die polnischen Kollegen, die vielleicht doch noch etwas zu dem weißen Lieferwagen herausfinden. Wenn er überhaupt noch in Polen ist. Und Frau Meuther.“

„Aber es kann doch nicht sein, dass wir Deborah so einfach aufgeben!“ Sarah traten die Tränen in die Augen. „Sie wird irgendwo in einem Loch mit diesen Affen festgehalten und verlässt sich darauf, dass wir nach ihr suchen.“

„Ich verstehe ihre Erregung, Frau Meister. Und wir tun auch, was wir können. Aber ohne jede Spur sind wir momentan leider auf Zufallsfunde angewiesen.“

Nun schaltete sich Jessica in das Gespräch ein. „Wenn es den Entführern wirklich darum ging, Deborah durch die Bonobos schwängern zu lassen, werden sie medizinische Unterstützung brauchen. Laien können sowas nicht. Vielleicht sollten Sie auch in die Richtung recherchieren.“

Die Kommissarin nickte. „Das tun wir bereits. Und wir haben auch alle Labore in Deutschland und Polen kontaktiert, die Schwangerschaftstests machen. Sollte dort unter ungewöhnlichen Bedingungen eine Blutprobe eingehen oder komische Werte aufweisen, werden die sich sofort bei uns melden. Und an jeder Grenzstation in der EU liegt ein Foto von Frau Meuther aus für den Fall, dass sie sie außer Landes bringen wollen. Wenn sie tatsächlich verkauft wurde, ist es ja unwahrscheinlich, dass der Käufer irgendwo hier sitzt. Das wäre ja viel zu gefährlich.“

Bei dem Gedanken, dass Deborah möglicherweise mit einem Affenbaby im Bauch ins Ausland verkauft wurde, wurde Sarah wieder ganz schlecht.

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Wohngemeinschaft

Nach wenigen Tagen hatte Deborah sich ganz auf Bobo und Nono eingestellt und verstand, was die Kultur der Bonobos so besonders machte. Dadurch, dass sie permanent nackt war, war eine wichtige zivilisatorische Schranke als Zeichen körperlicher Distanz und Selbstbestimmtheit gefallen. Die Affen hatten deshalb keinerlei Hemmung, sie jederzeit überall, auch an den intimsten Stellen, zu berühren, als handele es sich um ihren eigenen Körper.

Jegliche Distanz, Befangenheit und Schamhaftigkeit zwischen ihnen war aufgehoben. Es fühlte sich wirklich an, als gehörten sie schon ewig zusammen und hätte intimer nicht sein können. Hatte sich Deborah mit dieser völlig unbefangenen, unkomplizierten und bedingungslosen körperlichen Nähe anfangs noch etwas schwergetan, akzeptierte sie sie mittlerweile vollkommen und fand sie sogar gut.

Obwohl sie zu dritt ununterbrochen auf kleinstem Raum zusammenlebten, gab es zwischen ihr, Bobo und Nono keinerlei Spannungen. Es gab keinen Neid, keine Aggression und keine Frustration. Wenn einer von Ihnen Nähe brauchte, holte er sie sich und der andere gewährte sie problemlos und gerne. Säße sie nicht in einem Gefängnis mit düsteren Zukunftsaussichten, hätte Deborah diese Lebensform richtig gut gefallen.

Auch sie war inzwischen dazu übergegangen, Bobo und Nono aktiv zu signalisieren, wenn sie Nähe und Streicheleinheiten brauchte, weil sie vielleicht gerade voller Trauer an Sarah und ihre Kinder dachte, die sie so furchtbar vermisste, oder Angst bekam vor dem, was ihr in Arabien bevorstand. In Anlehnung an das, was Jessica ihr erklärt hatte, nannte sie das für sich selbst „einen Oxytocin-Rausch“ holen.

Bobo war dabei meist der sanftere, gefühlvollere und ausdauerndere der beiden. Er liebte es immer noch, auf ihrem Bauch zu liegen, den Kopf auf ihrem Busen, wo er mit seinen Fingern zärtlich mit ihren Brüsten spielte oder sanft an ihren Brustwarzen saugte. Sicher hatte man ihn als Kind ganz früh seiner Mutter entrissen, weshalb er dieses Gefühl vermisste und nun nachholte. Aber auch Sarah genoss diese Zärtlichkeit, die sie an das Saugen von Max und Moritz erinnerte, dabei seinen warmen Körper und sein weiches Fell auf ihrem Körper, das sich so wunderbar kraulen ließ.

Wenn sie ihm durch das Öffnen ihrer Schenkel signalisierte, dass sie bereit war, drang Bobo dabei gerne tief in sie ein, nicht aber zwingend, um schnell zu ejakulieren, sondern vor allem, um ihr nahe zu sein und ihr seine Zuneigung zu zeigen. In diesen Momenten ihrer ultimativen Vereinigung gehörte Deborah ganz ihm, war sein Weibchen, das ihm erlaubte, ihren Körper zu betreten und sich dort gemeinsam mit ihr fortzupflanzen.

Er bewegte sich dabei oft nur langsam, manchmal auch gar nicht, und erinnerte Deborah wieder an Sarahs Finger, der sie sanft und zärtlich von innen massierte. Sie schlang dann die Beine um Bobo, drückte ihn fest an sich, schloss die Augen und genoss diese Mischung aus Intimität und Erotik. Nur wenn sie den anderen intensiver spüren wollten, stieß Bobo leicht vor oder Deborah bewegte ihr Becken etwas.

Es war fast so, als wollte er sicherstellen, dass sie bei ihm blieb. Auch dies Verhalten erklärte sich Deborah mit der viel zu frühen Trennung von seiner Mutter und der Kindheit bei dem komischen Mann, der ihm sicher nicht viel Zuneigung geschenkt, sondern ihn nur mit brutalen Methoden erzogen hatte. Bobo hatte seitdem sicher große Verlustängste und daher ein hohes Bedürfnis an unbedingter, vertrauensvoller Zuwendung.

Weil er wirklich keine Erektionsprobleme hatte, auch nicht nach einem Orgasmus, blieb er häufig 15 Minuten oder länger in ihr, stets darauf bedacht, ihr dabei immer wieder ins Gesicht sehen und ihre Reaktionen beobachten zu können. Häufig spürte Deborah, wie Bobo dabei schließlich doch in ihr kam, nicht selten lösten sie ihre Vereinigung aber auch, ohne dass er zum Höhepunkt gekommen war.

Obwohl sie diese Vereinigungen sehr genoss und starke erotische Gefühle dabei bekam, reichten sie jedoch nur selten, auch Deborah zu einem Höhepunkt zu bringen. Weil Bobo das inzwischen genau wusste, hatte er es beibehalten, sie regelmäßig und oft unterstützt von Nono, mit seinen Fingern und seiner Zunge zu verwöhnen, bis auch sie einen, durch die permanente Erregung meist sehr starken, Orgasmus bekam.

Er war dabei nicht ganz so gut wie Sarah, erwies sich aber als sehr gelehrig und experimentierfreudig und spielte schon bald geschickter und einfallsreicher mit ihrer Klitoris, ihren Schamlippen und ihrer Rosette als ihre männlichen Freunde es je getan hatten. Es schien ihm größte Freude zu bereiten, wenn sie unter seinen geschickten Fingern immer intensiver anfing zu Stöhnen und zu zucken, bis er sie schließlich zum Herausschreien ihrer Lust brachte. Stärker konnte sie auf ihn kaum reagieren.

Gerne drang er danach noch in ihre nasse, geschwollene Hitze ein, baute seine eigene Spannung ab und kuschelte dann mit ihr, was auch für Deborah jedes Mal ein sehr schöner Ausklang ihrer Erregung war.

Er kam ihr auf diese Weise körperlich so nahe und sie hatte mittlerweile so viel Vertrauen zu ihm, dass Deborah auch nichts dagegen hatte, wenn er ihr signalisierte, dass er gerne wieder die Enge und Wärme ihres Pos spüren wollte. Sie war ja nicht grundsätzlich dagegen und hatte es auch mit ihren Freunden gerne praktiziert, wenn sie ausreichend entspannt war und sie sie richtig vorbereitet hatten, so dass es ihr nicht weh tat. Sarahs zärtlicher Finger war sogar immer ein Höhepunkt in ihrem Liebesspiel, wenn er sanft ihre Rosette streichelte und massierte, vorsichtig weitete und dann langsam in sie eindrang. Es gehörte aber sehr viel Vertrauen und Vertrautheit dazu, jemandem an dieser Stelle seinen Körper vollkommen zu öffnen und ihn dort tief in sich einzulassen.

Bobos Penis war ja nicht viel größer als ein Finger und sie war jedes Mal überrascht, wie viel Feingefühl und Geduld er beim Eindringen an dieser delikaten Stelle an den Tag legte, um sicherzustellen, dass er ihr nicht wehtat und sie es auch genoss. Sie hatten hierzu diverse Varianten und Stellungen ausprobiert und festgestellt, dass für ihn, genauso wie damals für ihre Freunde, die Hündchenstellung optimal war.

Eigentlich mochte Deborah die ja nicht besonders, aber sie war eindeutig die beste, wenn Bobo ihren Po wollte. Wenn sie sich ihm mit gespreizten Beinen so anbot, konnte er sie, weil er alles sah und erreichte, problemlos mit den Fingern vorbereiten. Setzte er dann seinen Penis an, war es auch leichter, den Größenunterschied auszugleichen und den Winkel zu optimieren. Zudem konnte sie so sein Tempo leichter steuern, indem sie ihm das Becken entgegendrückte oder von ihm wegbewegte.

War er dann tief in ihr, glitt sie gerne nach vorne, so dass er auf ihr zu liegen kam und sie seinen Körper und sein Fell warm und weich auf dem Rücken spürte. Ein schönes, auch durchaus erotisches Gefühl, das die massierenden Bewegungen seines Penis an ihrer Rosette und ihrem Schließmuskel wunderbar ergänzte, bis sie schließlich merkte, wie die sanften Bewegungen durch rhythmisches Zucken ersetzt wurden, weil er ejakulierte. Während es für sie, trotz aller Erotik, nie zu einem Orgasmus reichte, kam er in ihrem Po fast immer und auch in großer Menge. Sicher, weil es so eng war, wie es ein Bonobo eigentlich erwartete.

Den Gedanken, auch hier sein Sperma aufzunehmen und dann in sich zu behalten, fand Deborah dagegen sehr aufregend. Sie sehnte sich zwar nicht nach einem Mann und konnte sich nicht vorstellen, jemals wieder von Sarah getrennt zu sein. Sie stellte aber fest, dass der Gedanke an Sperma, sein Geruch und sein Geschmack für sie noch immer irgendwie erregend waren und hocherotische Gefühle bei ihr auslösten. Irgendwie steckte das wohl tief in ihren Genen und sie würde wahrscheinlich nie eine richtige Lesbe werden.

Nono war dagegen ganz anders als Bobo. Er war auch sehr lieb und sanft, jedoch deutlich weniger verschmust und geduldig. Überhaupt war er beim Sex viel agiler als Bobo. Wahrscheinlich hatte er als Kind nicht so ein Liebesdefizit gehabt wie der, weil Bobo ja schon da war, als er zu dem Mann kam. Froh, endlich jemanden zu haben, hatte Bobo sich sicher intensiv um ihn gekümmert.

Wenn sich Nono mit ihr vereinen wollte, was durchaus oft vorkam, dauerte es oft nur neunzig Sekunden, in denen er dann fast immer in ihr kam. Ihm ging es viel stärker um das rein körperliche, das sexuelle Erleben, als um die Zweisamkeit. Wenn er es auch liebte, sie dabei anzuschauen, stieg er deshalb anschließend meist schnell wieder ab und widmete sich anderen Dingen.

Immer wieder versuchte er allerdings auch, mit seinem Penis in ihren Mund zu gelangen. Weil es ihr nicht viel gab, mochte Deborah das eigentlich nicht so gern und lenkte ihn häufig in Richtung ihres Beckens. Manchmal tat sie ihm aber den Gefallen und verwöhnte ihn dann auch intensiv mit der Zunge. Selten dauerte es aber länger als 60 Sekunden, bis sie sein Sperma schmeckte und dann auch stets herunterschluckte, um ihm eine Freude zu bereiten.

Ihm schien nämlich vor allem dieser letzte Schritt wichtig zu sein. Wohl, weil sie seinen Samen nicht nur passiv, durch ihn injiziert, sondern bewusst und aktiv wie Nahrung aufnahm und ihm so ein besonders starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit sandte. Jedenfalls umarmte er sie danach jedes Mal ausgiebig.

Viel mehr Zeit als zum Schmusen ließ Nono sich dafür bei der Pflege ihres Körpers, die es ihm ja auch erlaubte, aktiver zu sein. Er liebte es, Deborahs Haare zu lausen oder sie am Körper zu kraulen. Dabei war er durchaus zärtlich, weshalb Deborah seine Liebkosungen auch sehr genoss. Es war aber weniger erotisch als bei Bobo, eher so, als wenn man von einer Masseuse verwöhnt wird.

Nachdem er gesehen hatte, wie stark und lustvoll Deborah auf Bobos Berührungen reagierte, versuchte er ebenfalls, sie durch das Streicheln an Klitoris und Schamlippen zu stimulieren und machte das auch nicht schlecht. Er hatte dabei aber nicht die Geduld von Bobo und hörte nicht selten schon auf, bevor sie zum Höhepunkt gekommen war. Jeder von beiden hatte halt seine Individualität und Vorteile.

Obwohl sie Nono sehr mochte, baute sie zu ihm deshalb auch nicht die gleiche Verbundenheit auf wie mit Bobo, der ihr Zusammensein auch über das Sexuelle hinaus so wunderbar verschmust genoss.

Das schönste für Deborah war, wenn Bobo auf ihr lag und sie mit seinem Fell spielte, während er seinen Penis sanft in ihr bewegte und gleichzeitig Nono hinter ihrem Kopf saß, mit ihren Haaren spielte und ihre Kopfhaut massierte. Dann schloss sie die Augen, genoss den Moment und fühlte sich für einen Moment nicht wie eine Gefangene mit ungewissem Schicksal.

Da es, außer Putzen, nicht viel zu tun gab, hatte sie mit jedem der beiden sicher 20 bis 30-mal Sex am Tag und dabei sicher schon alle Position des Kamasutras durch. Weil die Affen so gelenkig waren, was ungeahnte Möglichkeiten eröffnete, vielleicht sogar ein paar mehr.

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Der Test

Wenn sie nicht ihre Körper vereinten oder miteinander schmusten, reinigten Bobo und Nono das Zimmer, betrieben bei ihr oder sich Körperpflege oder sie spielten miteinander. Deborah brachte ihnen mit viel Geduld sehr einfache Kinderspiele bei und war überrascht, wie gelehrig sie sich dabei anstellten und wie viel Freude es ihnen machte. Allerdings hatten sie die Tendenz, Regeln mit feixendem Grinsen sehr großzügig zu ihren Gunsten auszulegen, so dass Deborah sie regelmäßig liebevoll ermahnen musste, nicht zu mogeln. Sie waren inzwischen fast wie eine kleine Familie.

Wenn sie ihnen das Essen brachte, machte die Ärztin zwar regelmäßig gehässige Bemerkungen über den Sex, den Deborah mit den Affen hatte, sie schien aber trotzdem nicht unzufrieden. Immerhin entwickelten sich Bobo und Nono prächtig. Sie aßen wieder richtig, hatten ein schönes Fell und waren so sanft, wie es ihrer Natur entsprach.

Außerdem hatte sie keine Arbeit mehr mit den Affen, weil Deborah sich um alles kümmerte. Auch die war viel ausgeglichener und hatte jede Aufsässigkeit aufgegeben, allein schon, damit sie ihr Bobo und Nono nicht wieder wegnahm. Dimitri sah sie hingegen kaum noch, wahrscheinlich hatte die Ärztin ihm gesagt, er solle sich von ihr fernhalten. Es lief also, übersah man die unangenehmen Umstände, eigentlich nicht schlecht.

Die ganze Zeit aber hoffte Deborah, dass plötzlich Polizeiwagen vorfahren und sie, Bobo und Nono befreien würden. Sie war sich ganz sicher, dass mit Hochdruck nach ihr gesucht wurde, dafür würden Sarah und Cytopharm schon sorgen. Bestimmt brauchte man nur mehr Zeit, weil sie in Polen war.

Nachdem die Ärztin ihr gesagt hatte, dass die erste Rate ihres „Kaufpreises“ direkt nach einem positiven Schwangerschaftstest gezahlt werden würde, wusste sie, wie viel Zeit ihr blieb: etwa zwei Wochen, nachdem sie zum ersten Mal von Bobo und Nono begattet worden war. Und die lief allmählich ab. Sie glaubte inzwischen zu spüren, dass ihre Brüste empfindlicher geworden und vielleicht auch etwas gewachsen waren, genau wie damals bei Max und Moritz. Das hieße, sie wäre tatsächlich schwanger.

Deborah überlegte deshalb fieberhaft, was sie tun konnte um sicherzustellen, dass der Schwangerschaftstest negativ ausfiel. Das würde ihr dann noch einmal zwei Wochen verschaffen, bis die Ärztin merkte, dass sie ihre Periode nicht bekam. Zwei Wochen mehr, in denen sie gefunden werden konnte.

Sie war sicher keine Spezialistin auf dem Gebiet, wusste aber, dass ein Schwangerschaftstest irgendwelche Hormone in ihrem Urin maß. Am einfachsten wäre es daher natürlich, wenn sie es schaffte, den Teststreifen kurz ins Wasser zu halten, nachdem sie draufgemacht hatte. Damit wären die Hormone weggespült. Bestimmt würde die Ärztin aber wieder ganz genau hinschauen oder sogar filmen, so dass das schwierig werden könnte.

Deshalb entschied sie sich zu versuchen, ihren Urin durch vieles Trinken so stark zu verdünnen, dass der Test vielleicht nicht anschlug und begann daher am 12. Tag ihrer vermuteten Befruchtung sehr viel zu trinken. Damit es nicht so auffiel, trank sie dazu alle paar Minuten das schreckliche Wasser aus dem Wasserhahn. Danach musste sie natürlich sehr oft auf die Toilette, aber der Versuch war es ihr wert. Nur nachts trank sie etwas weniger, weil sie nicht schlafen konnte, wenn sie alle halbe Stunde musste und außerdem jedes Mal Bobo und Nono wecken würde.

Genau am vierzehnten Tag, nachdem die Affen sie zum ersten Mal besamt hatten, wurden sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, als plötzlich die Ärztin im Raum stand. Bobo und Nono, die eben noch eng an sie gekuschelt geschlafen hatten, waren so verängstigt, dass sie sich gleich in eine Ecke verdrückten und furchtsam umarmten.

„Los, aufstehen Schätzchen. Zeit für Deinen Test.“

Deborah war noch nicht richtig wach und konnte kaum denken. Sie war seit Stunden nicht auf der Toilette gewesen und fühlte, dass ihre Blase recht voll war. Wie sollte sie so den Test fälschen?

„Muss das denn mitten in der Nacht sein? Können wir den nicht später machen?“

„Morgenurin ist der Aussagekräftigste. Und so weiß ich wenigstens, dass Du nichts manipuliert hast.“

Die Ärztin war wirklich mit allen Wassern gewaschen, dachte Deborah. Sicher hatte sie mitbekommen, wie oft sie in den letzten Tagen gemusst hatte. Das mit dem vielen Trinken hatte also nicht funktioniert. Vielleicht konnte sie den Streifen aber noch ins Wasser tauchen, nachdem sie darauf gepinkelt hatte. Sie stand auf und streckte der Ärztin die Hand entgegen.

„Ok, geben Sie her. Dann mache ich halt den Test. In einer Minute haben sie ihn.“

„Das hast Du Dir so gedacht, Schätzchen. Nichts da. Ich werde wieder genau aufpassen, wie Du ihn machst.“

Sie begleitete Deborah in das kleine Bad und zwang sie, sich auf die WC-Schüssel zu setzen. Dann reichte sie ihr ein Teststäbchen.

„Mach Die Beine wieder richtig breit. Ich will sehen können, wie Du draufpinkelst. Und nicht gleich alles. Ich habe noch einen zweiten Test.“

Die Ärztin hatte wohl damit gerechnet, dass sie versuchen würde, zu schummeln. Deborah überlegte verzweifelt, was sie tun könnte, um den Test zu manipulieren. Es fiel ihr aber nichts ein.

„Nun mach schon. Ich will nicht den ganzen Tag hier stehen.“

Deborah machte schließlich die Beine breit, fing an Wasser zu lassen und hielt dann unter den wachsamen Augen der Ärztin das Stäbchen in den gelben Strahl.

„Stop, das reicht. Gib her.“ Deborah gab ihr den Test, woraufhin die Ärztin ihr einen zweiten, anderen reichte.

„Warum zwei, reicht denn nicht einer?“

„Urintests sind nicht so sicher wie Bluttests. Und Dein Käufer kann ziemlich unangenehm werden, wenn er das Gefühl hat, dass man ihn betrügt. Es ist für uns beide besser, wenn ich sicher bin, dass ich Dich schwanger zu ihm schicke, glaub mir.“

Deborah spreizte wieder die Beine und hielt das zweite Stäbchen in den Strahl, den sie nun wieder laufen ließ. Nachdem sie der Ärztin auch den zweiten Test gereicht hatte, drehte die sich um und ging wortlos zur Tür.

„Hey, wollen Sie mir nicht sagen, ob er positiv ist?“

„Warum sollte ich? Das erfährst Du schon noch früh genug.“

Nachdem sie weg war, ging Deborah zurück zu Bobo und Nono, die jetzt in ängstlicher Umarmung auf dem Bett hockten und auf sie warteten. Was würde mit ihnen passieren, wenn sie schwanger wäre? Hoffentlich könnten sie zusammenbleiben und ihr Käufer wäre gut zu ihnen. Von ihr und gleichzeitig voneinander getrennt zu werden, wäre wahrscheinlich zu viel für die beiden.

Ihr würde es auch richtig wehtun, denn sie hatte Bobo und Nono inzwischen sehr liebgewonnen. Nicht so, wie man einen Menschen liebt, eher so, wie man einen Hund lieben konnte. Sie waren so herzlich und gütig und ihr so sehr zugetan. Außerdem würde sie von einem der beiden wahrscheinlich sogar ein Kind bekommen.

Sie überlegte, dass, selbst wenn sie es schaffte, zu Sarah zurückzukommen, es damit wahrscheinlich ihr einziges Kind mit jemandem wäre, den sie wirklich mochte. Mit Sarah würde sie kein eigenes haben können und für Moritz, der Vater ihrer ersten Kinder, war sie damals nur ein rauschiger Hintern mit einer Öffnung gewesen, in die er seinen Samen spritzen konnte. Wer sie war und was mit den Kleinen passierte, die er gezeugt hatte, war ihm völlig egal gewesen.

Sie hatte ihn nach der Schwangerschaft mehrfach im Stall besucht und war sich sicher, dass er sich ohne die Eicheln, die sie ihm zum Fressen mitgebracht hatte, nicht einmal an sie erinnert hätte. Auch Max und Moritz hatte er nicht als seine Kinder erkannt, als sie die beiden zu ihm in den Stall gebracht hatte. Jedenfalls hatte er keine besondere Regung gezeigt.

Das wäre bei Bobo und Nono bestimmt anders. Die würden ihr Baby, egal wer der Vater war, beide lieben und zusammen wären sie bestimmt ein liebevolles, zärtliches Rudel, wenn sie jetzt nicht auseinandergerissen würden.

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Theorie

Die Sonderkommission arbeitete noch immer intensiv, man konnte aber merken, wie sich bei den Polizisten allmählich Frust breitmachte, weil sie in den mittlerweile zwei Wochen überhaupt nicht weitergekommen waren. Die ersten Spezialisten waren auch schon wieder zu anderen Fällen abgezogen worden, weil es für sie ohne neue Spuren nichts zu tun gab. Nur die Kommissarin war noch genauso engagiert wie am ersten Tag und sogar am Wochenende im Gästehaus, um zu arbeiten.

Weil sie gerne in der Nähe bleiben wollte, hatte auch Jessica sich ein Büro in einem der Zimmer des Gästehauses eingerichtet, von dem aus sie jetzt arbeitete. So musste sie nicht nach Berlin zurück, während noch nach Deborah gesucht wurde.

Sarah wusste nicht, ob es ihr dabei wirklich um Deborah oder nur darum ging, nah an der Kommissarin zu bleiben um sofort mitzubekommen, falls etwas bedrohlich für Cytopharm und ihr Forschungsprojekt werden könnte. Bis jetzt war zum Glück noch nichts an die Presse durchgesickert, aber das konnte sich täglich ändern.

Es war ihr aber auch nicht Unrecht. Sie war froh über jede Unterstützung und Ablenkung. Viele Menschen gab es ja nicht, mit denen sie über das Thema reden konnte. Andere Abwechslung hatte sie wenig, denn die Wissenschaftler waren noch nicht zurückgekommen, dafür hatte Jessica gesorgt. Wahrscheinlich wollte sie nicht, dass sie irgendwie in die Ermittlungen involviert und am Ende noch von der Kommissarin befragt wurden.

Gemeinsam hatten sie sich anfangs immer wieder die Mitschnitte der Videostreams angeschaut, um vielleicht doch noch eine kleine Spur zu finden. Aber nichts. Der Lieferwagen, die Bonobos und der Gyn-Stuhl waren immer noch die einzigen Hinweise, die sie hatten, und alle waren Sackgassen. Jessica hatte es daher inzwischen aufgegeben, die Streams wieder und wieder zu betrachten.

Sarah wollte aber nicht aufgeben. Sie musste irgendetwas tun, um Deborah zu helfen. Auch wenn es jedes Mal weh tat, schaute sie sich deshalb weiterhin mehrmals täglich die Streams an und überlegte, ob sie etwas übersehen hatte. Vielleicht würde ihr ja noch etwas auffallen. Außerdem waren sie ja das letzte Lebenszeichen, das sie von Deborah hatte.

Sie spulte immer wieder vor und zurück, vergrößerte und verglich. Ohne Erfolg. Bis ihr etwas auffiel. Etwas, an das sie bisher nicht gedacht hatte. Sofort rief sie Jessica an.

„Jessica, Du musst sofort herkommen, ich habe was in den Streams gefunden.“

„In den Streams? Die haben wir uns doch schon tausendmal angeschaut. Und die Polizei auch.“ Sie klang nicht sehr überzeugt, kam aber trotzdem sofort rüber.

Sarah spielte ihr nun noch einmal den Stream vom ersten Tag vor.

„Fällt Dir nichts auf?“

„Nein, was denn?“ Jessica sah wirklich nichts, was sie nicht schon viele Male zuvor gesehen hatte.

„Das Becken! Deborahs Becken liegt höher als ihr Rumpf! Und sie ist festgeschnallt!“ Sarah war ganz aufgeregt.

„Ja, aber das wissen wir doch. Das haben sie gemacht, damit das Sperma sicher Richtung Muttermund läuft. Weil der Affenpenis kürzer und dünner ist als der eines Mannes und sonst alles rausläuft. Deswegen sollte sie auch in dieser Stellung bleiben. Das ist doch nichts Neues.“ Jessica klang etwas enttäuscht und genervt, dass sie deswegen extra ihre Arbeit unterbrochen hatte.

„Ja, wenn man nur den einen Stream anschaut“, stellte Sarah jetzt fest. „Wenn man beide zusammennimmt, gibt es dagegen plötzlich Sinn.“

Sie spielte Jessica nun kurz den zweiten Stream vor. „Siehst Du, der Stuhl ist etwas anders eingestellt, wahrscheinlich weil sie ihn am ersten Tag aufrichten mussten, damit sie absteigen konnte. Und Deborah ist auch nicht mehr richtig festgeschnallt, weil sie wegen der Drogen ja sowieso mitgemacht hat. Trotzdem ist ihr Becken erhöht, man kann es genau erkennen.“ Sie zeigte mit dem Finger auf den Bildschirm.

„Auch ihre Beine sind fixiert, damit sie in genau der Stellung bleibt. Jemand hat den Gyn-Stuhl also bewusst so eingestellt, obwohl es für die Bonobos damit eigentlich viel schwieriger ist, aus dem Stehen in Deborah reinzukommen. So müssen sie ihren Penis immer ein Stück runterdrücken, was für die Affen bestimmt unangenehm ist und auch komisch aussieht. Für sie wäre es viel besser gewesen, wenn Deborah flach gelegen hätte oder ihr Becken sogar ein bisschen abgesenkt gewesen wäre, oder?“

„Ja, natürlich. Aber aus dem gleichen Grund. Die mussten halt wählen zwischen Befruchtung und optimalem Porno und haben sich für Befruchtung entschieden. Das ist doch nicht neu.“

„Der zweite Tag war aber doch wahrscheinlich gar nicht eingeplant. Eigentlich sollte sie bestimmt schon am ersten befruchtet werden. Den zweiten mussten sie nur machen, weil Deborah die Affen erschreckt hatte. Das heißt, wer immer sie auf den Stuhl gesetzt hat, wusste, dass Deborah Eure Pille genommen hatte und auch am zweiten Tag noch empfängnisbereit war.“

Sie schaute Jessica nun direkt ins Gesicht. „Wenn es solche Fachleute waren, wie Du sagst, wäre denen doch sonst klar gewesen, dass die Eizelle normalerweise nur ein paar Stunden lebt und am zweiten Tag gar keine Befruchtungschance mehr bestand. Wenn man nur guten Sex zeigen wollte, hätte man das mit dem Fixieren also nicht machen müssen, oder? Wäre doch viel interessanter gewesen. Deborah hätte an dem Tag doch sowieso jede Stellung akzeptiert.“

Jetzt verstand Jessica, worauf Sarah hinauswollte.

„Ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber ich verstehe, was Du meinst.“

„Wie viele Leute bei Cytopharm wussten, dass Deborah diese Pille nahm?“

Jessica zögerte einen Moment. „Eigentlich nur ich.“

Sarah machte ein erstauntes Gesicht.

„Wie, nur Du?“

„Na ja. Wir haben die Pille ja nie bis zur Zulassung gebracht. Deshalb hätte ich sie nach den Vorschriften eigentlich nicht verwenden dürfen. Ich habe mir deshalb einfach etwas von den Restbeständen aus den klinischen Studien geben lassen und die dann an die Probandinnen verteilt. Ohne diese Verlängerung hätten die in den paar Stunden ja maximal drei Eber geschafft. Deshalb hatten wir ja auch diese Sonderprämie für drei Besamungen ausgeschrieben. Weil das echt Stress gewesen wäre.“

„Dann wussten Deine Vorgesetzten gar nicht, dass Du die Pille verteilt hattest? Und hatten sich nicht gewundert, dass Deborah sogar sechs geschafft hatte?“

„Nein. So genau schaut von denen keiner hin, oder glaubst Du, die lesen irgendwelche Stundenzettel? Und es hat doch prima funktioniert.“

„Aber Du hast Deborah ein Medikament gegeben, das nicht zugelassen war! Wenn die das gewusst hätte, hätte sie es nie genommen.“

„Ist doch das gleiche drin wie in der Infusion. Und die ist zugelassen.“ Jessica verstand nicht, warum Sarah sich so aufregte.

„Ich hätte ihr ja auch die Infusion geben können. Aber die Pille war halt einfacher. Und wer lässt sich schon gerne eine Infusion legen?“

Sarah war immer noch ärgerlich, es machte jetzt aber keinen Sinn, darauf herumzureiten. Sie brauchte ja noch Informationen von Jessica.

„Also, ich finde es nicht in Ordnung, was Du da gemacht hast! Tatsächlich macht es das aber noch einfacher. Wenn Du bei Cytopharm keinen informiert hattest, wussten also nur Du und ich, Deborah und Petra von der Pille. Mehr fallen mir jedenfalls nicht ein.“

„Petra auch?“ Jetzt war Jessica überrascht.

„Natürlich. Die hat doch das Studio vorbereitet und danach gereinigt und sich um die Probandinnen gekümmert. Logisch, dass sie gefragt hat, warum das mit der Besamung zwei Tage funktioniert. Die ist ja nicht doof. Und irgendwas musste ich ihr ja sagen.“

„Und warum schaust Du mich jetzt so komisch an?“

„Einer von uns muss den Entführern das mit der Pille ja gesagt haben. Ich war es nicht, Deborah bestimmt auch nicht. Und Petra vertraue ich voll und ganz. Die würde sowas niemals tun.“

„Ach, so. Vielen Dank auch für Dein Vertrauen. Ich glaube aber, Du solltest jetzt zur Kommissarin gehen und ihr Deine Theorie erzählen.“

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Spur

Sarah stand auf und ging zusammen mit Jessica in das Lagezentrum im Speiseraum, wo die Kommissarin gerade an ihrem Tisch telefonierte. Als sie sah, wie aufgeregt Sarah war, beendete sie schnell ihr Gespräch und hörte sich an, was sie zu sagen hatte. Dann ging sie mit den beiden wieder zurück in Sarahs Büro und ließ sich die Streams noch einmal vorspielen.

„Jetzt, wo sie es sagen, ist es natürlich schon komisch. Könnte aber auch Zufall sein. Vielleicht haben sie vergessen, den Stuhl zurückzustellen und das Fesseln gehörte einfach zur Show.“

Sie überlegte kurz.

„Da wir keine andere Spur haben, sollten wir sie aber auf jeden Fall verfolgen. Es schadet bestimmt nichts, wenn ich noch einmal mit Petra Müller spreche. Und anschließend wahrscheinlich auch mit Ihnen beiden.“ Sie schaute Sarah und Jessica an.

Während Jessica daraufhin etwas pikiert dreinschaute, lief Sarah sofort los, um Petra zu suchen. Endlich passierte wieder etwas.

Nachdem sie sie gefunden hatte, brachte sie Petra sofort in ihr Büro zur Kommissarin und verließ dann auf deren Wunsch mit Jessica den Raum, damit die Polizistin allein mit ihr reden konnte.

Sobald die beiden draußen waren, kam die Kommissarin sofort zur Sache.

„Ich muss Ihnen noch ein paar Fragen stellen, Frau Müller. Ist das ok?“

„Gerne, wenn es hilft, dass Deborah zurückkommt. Wobei ich ihnen eigentlich schon alles erzählt hatte, was ich weiß. Was ja leider nicht wirklich viel ist.“

„Ja, aber hier geht es nicht nur um das Verschwinden an sich. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Probandinnen der Studie zwei Tage empfängnisbereit waren?“

„Natürlich. Ich habe ja immer alles vorbereitet und saubergemacht.“

„Und hat es Sie nicht gewundert, dass ihre Empfängnisbereitschaft so lange dauerte?“

„Nein, wieso? Sarah hatte mir gesagt, dass sie eine Pille genommen hatten, mit der die Zellen länger leben. So ein Lebensverlängerungszeug. Würde ich auch gern Mal nehmen. Natürlich nicht um schwanger zu werden.“ Sie kicherte bei den Worten.

„Wussten Sie auch, dass Frau Meuther diese Pille kurz vor ihrer Entführung genommen hatte?“

„Sarah hatte mir nichts gesagt, aber ich hatte es mir gedacht. Als ich nach dem Mittagessen am Tag vorher abgeräumt habe, hat Jessica ihr nämlich ein Pillendöschen gereicht, das sie aus ihrer Handtasche geholt hat. Deborah hat es sofort geöffnet und eine Tablette geschluckt. Da habe ich mir gedacht, dass es vielleicht diese Pille war. Was sollte sie denn sonst von Cytopharm bekommen? Die Probandinnen dürfen während der Besamung doch sonst gar keine Medikamente nehmen.“

„Haben Sie dann jemand anderem von dieser Beobachtung erzählt?“

„Äh, nein. Wieso? Ist das wichtig?“

Die Kommissarin stellte noch ein paar weitere Fragen, dann bat sie Petra im Raum zu warten und ging hinaus zu Sarah und Jessica.

„Frau Müller wusste tatsächlich Bescheid. Ich müsste mich aber sehr täuschen, wenn sie Mitglied eines internationalen Menschenhändlerrings wäre und hier spioniert hätte. Sie ist so offenherzig und gutmütig, dass das einfach nicht passen würde.“

„Aber wer denn dann? Einer muss es doch gewesen sein und viel Auswahl haben wir ja nicht“, warf Jessica nun ein.

„Nun, vom Intellekt her halte ich Sie tatsächlich für den wahrscheinlicheren Kandidaten, Frau Dr. Winter“, antwortete die darauf und Jessica wusste nicht genau, ob sie das als Kompliment verstehen sollte.

„Oder das mit dem Becken und den Fesseln war halt doch nur Zufall.“

„Kann ich vielleicht noch mal mit Petra reden? Ich kenne sie ja am besten und kann sie deshalb wahrscheinlich auch gut einschätzen.“ Sarah wollte noch nicht aufgeben.

Die Kommissarin zuckte mit den Schultern. „Von mir aus, gerne. Wobei ich nicht wüsste, was sie Ihnen erzählen sollte, das sie mir nicht schon gesagt hat.“ Sie gingen nun wieder zu dritt ins Büro und Sarah übernahm die Gesprächsführung.

„Petra, hast Du wirklich mit niemandem über die zwei Tage Empfängnisbereitschaft und die Pille gesprochen? Auch mit Deiner Familie nicht? Oder Deinem Freund?“

Petra war jetzt wirklich entrüstet.

„Habe ich nicht. Ich sollte doch nicht mit Fremden darüber sprechen hast Du gesagt. Und dann halte ich mich auch daran, das weißt Du.“

„Natürlich weiß ich das. Aber es ist wirklich wichtig. Wenn Du es jemandem erzählt hast, könnte es eine Spur sein, die uns zu Deborah führt.“

Petra überlegte einen Moment. „Mit Olga habe ich manchmal gesprochen, wenn ich ihr in der Küche geholfen habe oder auf unserer Fahrt zum Ort. Aber die gehört ja zu uns.“

„Olga?“ Die Kommissarin schaute Sarah an.

„Unsere Köchin. An die haben wir tatsächlich noch nicht gedacht. Olga war natürlich auch immer hier und wusste, wann die Besamung stattfinden würde. Und wie lange. Musste Sie ja, weil sie in der Zeit für Deborah und mich kochen sollte und wir bei der Besamung einen festen Zeitplan haben.“

„Wo kommt Sie her, bei dem Namen? Vielleicht aus Polen?“

„Nein. Aus Weißrussland glaube ich, oder Petra?“

„Olga ist aus der Ukraine, aber schon vor zwanzig Jahren hierher gekommen.“ Petra kannte sie natürlich besser.

„Und versteht sie was von Tieren?“

Sarah schüttelte den Kopf. „Olga? Nur tot im Kochtopf. Aber wenn ich mich recht erinnere, hat sie uns vorletztes Jahr mal ihre Schwester als Tierärztin empfohlen, als wir hier eine schlimme Epidemie auf dem Hof hatten.“

Sarahs fasste sich an den Kopf. „Genau. Ich erinnere mich. Die ist doch Tierärztin in Berlin, nicht? Muss wohl ziemlich erfolgreich sein und eine ganze Menge Geld haben.“

„Ja. Olga sagt immer, sie sei die Einzige in der Familie, die studiert hat und aus der richtig was geworden ist. Sie ist richtig stolz auf ihre Schwester.“

Für die Kommissarin fügte sich gerade einiges zusammen. „Vielleicht sollte ich mal mit ihr reden. Wie heißt sie mit Nachnamen?“

„Schukowa. Olga Schukowa.“

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Familienbande

Als Olga der Kommissarin kurz darauf gegenübersaß, war sie sehr nervös. Polizei machte sie immer nervös, das war noch ein Kindheitstrauma aus Sowjetzeiten.

„Frau Schukowa, ich habe gehört, Sie haben eine Schwester.“

„Ja, Natalia. Und einen Bruder. Aber der ist gestorben. In der Ukraine.“

„Und ihre Schwester ist Tierärztin in Berlin, ist das richtig?“

„Ja, woher wissen Sie das alles? Und warum ist es wichtig? Suchen Sie nicht Deborah, die junge Frau mit den Schweinebabys?“

„Doch, das tue ich. Und vielleicht kann ihre Schwester uns helfen?“

Ein Leuchten huschte über Olgas Gesicht.

„Das kann sie bestimmt. Natalia versteht viel von Tieren. Und sie hat Kontakte auf der ganzen Welt. Meine Schwester kennt ganz viele wichtige Leute.“ Man konnte Olga den Stolz auf ihre Schwester deutlich anmerken.

„Hat sie vielleicht auch einen Sohn?“

„Ja, Dimitri. Ein großer, stattlicher Mann. Wie sein Großvater. Nur leider nicht sehr klug. Auch wie sein Großvater.“

„Sprechen Sie eigentlich ab und zu mit Ihrer Schwester?“

„Normalerweise so alle paar Wochen. In der letzten Zeit aber öfter, weil Dimitri bald dreißig wird. Und ich bin ja seine Patentante. Im Moment telefonieren wir aber nicht, weil sie gerade verreist ist und ich keine Mobilnummer von ihr habe. Die gibt sie niemandem. Soll ich vielleicht für Sie bei ihr anrufen, wenn sie zurück ist? Sie will in spätestens einer Woche wieder da sein, hat sie gesagt.“

„Noch nicht, vielen Dank. Weiß ihre Schwester eigentlich, dass hier ein Labor ist?“

„Ich habe ihr mal erzählt, dass ich nicht mehr für Touristen koche, sondern für Wissenschaftler, die was mit Schweinen machen. Das fand sie ganz interessant, weil sie Tierärztin ist. Ich hab´ sie auch manchmal gefragt, wenn Petra mir etwas erzählt hatte, was ich nicht verstanden habe. Meine Schwester kann das dann immer so toll erklären. Sie ist wirklich klug.“ Sie bekam einen etwas versonnenen Blick. „Ich verstehe gar nicht, warum Dimitri davon nichts abbekommen hat. Aber ich kenne natürlich den Vater nicht.“

„Hat ihre Schwester eigentlich irgendeine Immobilie in Polen?“

„Das kann ich nicht genau sagen. Sie erzählt mir eigentlich nie, was sie macht. Hat sie schon als Kind nicht getan, wissen Sie. Sie ist so eine Verschwiegene, die alles gern für sich behält. Aber Dimitri hat mir mal gesagt, dass sie einen Hof hätten und er ganz alleine viele Ställe und so eingebaut hätte. Brauchen die wahrscheinlich für die Tiere. Und er kann das gut. Er ist vielleicht nicht so klug, aber sehr geschickt und hat starke Hände, der Dimitri. Wie sein Großvater.“

Die Kommissarin fand, dass sie inzwischen genug wusste. Sie beendete das Gespräch und ging zu Sarah und Jessica. „Eine Tierärztin aus Berlin, die Insiderinformationen bekam und einen sehr großen Sohn um die dreißig hat. Ich denke, das ist eine heiße Spur und werde die Namen Natalia und Dimitri Schukowa jetzt mal ins System geben. Bei uns und über Interpol bei den Polen.“

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Gewalt

Die nächsten Stunden waren für Deborah furchtbar. War sie nun schwanger oder nicht? Würde man sie jetzt verschicken? Und wenn ja, wann und wie? Vielleicht heute noch? Was machten die Ärztin und Dimitri da draußen alles gerade?

Bobo und Nono merkten, wie viel Angst sie hatte, und versuchten sie zu trösten. Heute konnten sie Deborah jedoch nicht von ihren Sorgen ablenken. Dafür war ihre neue, schreckliche Zukunft plötzlich zu konkret und greifbar.

Da hörte sie, wie die Tür sich öffnete. Hoffentlich würde die Ärztin sie jetzt aus ihrer Ungewissheit erlösen, so oder so.

In der Tür stand aber nicht die Ärztin, sondern Dimitri. Sofort verschwanden Bobo und Nono im Nebenraum und versteckten sich in der Dusche, so viel Angst hatten sie immer noch vor ihm. Aber auch Deborah fürchtete sich, allein und nackt mit diesem Ungeheuer, und sprang sofort vom Bett auf.

„Was wollen Sie? Sie dürfen doch gar nicht hier rein. Wo ist Ihre Mutter?“

„Mama organisiert gerade Deinen Flug, Affenhure. Das wird ein bisschen dauern. Und in der Zeit hast Du sicher Lust auf einen richtigen Schwanz, nicht immer nur diese winzigen Affenpimmel. Wirst ja lange keinen mehr bekommen.“

Das war es also, was er wollte. Und schwanger war sie wohl auch, sonst würde die Ärztin keinen Flug organisieren. Deborah spürte Panik in sich aufsteigen.

„Wenn ihre Mutter das erfährt, werden sie ein echtes Problem haben! Sie hat klar gesagt, dass Sie mich nicht anfassen dürfen.“

„Ach was. Du brütest doch sowieso schon einen Bonobo-Bastard aus. Was macht es da, wenn wir noch ein wenig Spaß haben. Merkt doch keiner.“

Er kam ihr nun immer näher, machte dabei seinen Gürtel auf und zog dann seine Hose ein Stück herunter, um sein Genital freizulegen. Deborah konnte sehen, dass er einen riesigen, ziemlich behaarten Penis, aber auch eine starke Erektion hatte. So ein Monsterding hatte sie noch nie gesehen.

„Nein, ich will das nicht. Wenn sie nicht sofort wieder gehen, rufe ich Ihre Mutter.“

In dem Moment spürte sie, wie Dimitri ihr eine so heftige Ohrfeige verpasste, dass sie ganz benommen wurde.

„Gar nichts wirst Du, Schlampe. Den ganzen Tag lässt Du Dich von den Affen durchficken, ich habe Euch genau beobachtet. Dann kannst Du ruhig auch für mich die Beine breit machen, Affenhure.“

Er packte sie an den Handgelenken, drängte sie nach hinten, bis sie am Bett war und warf sie rücklings darauf, als sei sie ein Spielzeug. Deborah wehrte sich mit aller Kraft, doch er drückte sie nach unten und legte sich dann auf sie, so dass sie sich kaum mehr bewegen konnte. Sein Körper war so schwer, dass er ihr fast die Luft nahm. Dabei roch er auch noch furchtbar unangenehm nach Schweiß.

Sie spürte seinen harten Penis nun feucht auf ihren Oberschenkeln, zwischen die Dimitri ihn jetzt zu drücken versuchte. Offenbar war er so erregt, dass ihm schon Vorsamen kam, der ihre Haut benetzte. Deborah ekelte sich so sehr, dass ihr fast schlecht wurde. Nein, ein solches Monstrum sollte sie nicht bekommen. Sie versuchte mit aller Kraft, ihre Beine geschlossen zu halten, aber das schien Dimitri nur noch mehr zu motivieren. Er presste sein Knie kraftvoll zwischen ihre Beine und drückte sie langsam auseinander. Seiner unbändigen Kraft hatte sie einfach nicht genug entgegenzusetzen.

Sobald er ihre Beine weit genug auseinandergedrückt hatte, schob er seinen Körper dazwischen und schon spürte sie seine nasse Eichel auf ihrer Scham. Nun war sie ihm ausgeliefert, es gab keine Barriere mehr zwischen seiner Lust und ihrer Weiblichkeit. Dimitri versuchte jetzt keuchend und stoßend ihre Öffnung zu finden, was gar nicht so einfach war, weil seine Hände noch Deborahs weiterhin kämpfende Handgelenke hielten und die sich gleichzeitig bemühte, ihr Becken ganz flach zu halten.

Sie wusste, dass er sein Ziel trotzdem irgendwann finden und in sie eindringen würde. Bei der Größe und weil sie absolut trocken war, würde das sicher furchtbar wehtun, was ihm aber egal wäre. Dimitri würde trotzdem sofort versuchen, bis zum Anschlag in sie zu gelangen, um endlich tief in ihrem Körper seinen Samen zu platzieren und sie so zu unterwerfen. Auch wenn er sie nicht mehr schwängern konnte, hätte er sie sich zumindest gefügig gemacht.

Jeden Moment erwartete sie diesen körperlichen und seelischen Schmerz und wusste, dass sie sich dann den Rest ihres Lebens beschmutzt fühlen und vor sich selbst ekeln würde.

In dem Moment erfüllte lautes Kreischen den Raum. Bobo und Nono hatten es wohl nicht mehr ertragen können, wie Dimitri Deborah quälte. Sie hatten ihre eigene Angst überwunden, waren aus ihrem sicheren Versteck gekommen und auf Dimitris Rücken gesprungen, den sie jetzt unter lautem Kreischen mit den Fäusten traktierten.

„Scheiß Viecher!“ Dimitri versuchte die beiden abzuwehren, was ihm jedoch schwerfiel, weil er sich in seiner Position mit einer Hand abstützen musste und ihn außerdem die halb heruntergelassene Hose behinderte, während Deborah gleichzeitig mit der nun freien Hand ebenfalls auf ihn einschlug.

Er schob sich daher vom Bett, bis er stand und hieb dann kräftig nach hinten auf die Affen ein, die sich revanchierten, indem sie ihn in die Schulter bissen. Dimitri raste inzwischen vor Wut. Er packte erst Nono am Arm und schleuderte ihn so fest gegen die Wand, dass er nur noch wimmernd am Boden liegen blieb. Dann zog er Bobo nach vorne und schlug ihm mit der Faust so fest auf die Brust, dass Deborah die Knochen brechen hören konnte. Anschließend ließ er den röchelnden Affen fallen wie einen Sack.

Als sie sah, was er den beiden angetan hatte, vergaß Deborah ihre Angst, sprang auf, hämmerte wutentbrannt mit ihren kleinen Fäusten gegen seine Brust und schrie ihn an. „Herzlose Bestie.“

Dimitri packte sie jedoch problemlos an den Handgelenken und schleuderte sie zurück aufs Bett.

„Umso besser, wenn Du Dich wehrst, Schlampe. Das macht mir umso mehr Spaß.“, versetzte er ihr noch eine Ohrfeige.

„DIMITRI!“

In dem Getümmel hatte Deborah gar nicht bemerkt, dass die Ärztin in den Raum gekommen war.

„Sofort hörst Du auf, Du verdammter Idiot. Und zieh die Hose hoch, das ist ja ekelhaft.“

Dimitri war plötzlich wie verwandelt. Wie ein erwischter Dieb ließ er von Deborah ab, blickte auf den Boden und zog sich die Hose hoch.

„Ich dachte, Mama…“

„Nichts hast Du gedacht. Du denkst nie. Das ist ja das Problem. Sonst hättest Du gewusst, dass die Kleine inzwischen verkauft ist. Und wenn sie ihrem neuen Besitzer erzählt, dass Du sein Eigentum angefasst hast, macht er uns beide einen Kopf kürzer.“

Dimitri sah nun trotz seiner Größe aus wie ein geprügelter Hund. „Eigentlich erbärmlich“, dachte Deborah.

„Und die Affen? Die sind eine halbe Million wert und Du machst sie einfach kaputt, du Kretin. Deinen Anteil kannst Du vergessen. Du kannst froh sein, wenn Du künftig überhaupt noch mitmachen darfst. Vielleicht ist es wirklich besser, Du arbeitest auf dem Bau. Da kannst Du Deine Kraft wenigstens sinnvoll einsetzen. Und jetzt hau ab, ich will Dich nicht mehr sehen.“

Deborah, die sich inzwischen neben den röchelnden Bobo gesetzt hatte und ihn streichelte, war fasziniert, wie dieser Mann, der sie eben noch brutal vergewaltigen wollte, zu einem kleinen Schulbuben wurde. Gerade wollte er mit gesenktem Kopf aus dem Raum schleichen, als die Ärztin ihn noch einmal anfuhr: „Und nimm gefälligst den Schrott mit, den Du produziert hast!“

Dimitri sammelte den röchelnden Bobo und den regungslosen Nono ein, nahm jeden wie Spielzeug auf einen Arm und verließ dann wortlos den Raum.

Die Ärztin wandte sich nun an Deborah.

„Warum hast Du nicht geschrien, Du dummes Ding? Zum Glück habe ich die Affen gehört. Die scheinen hier wirklich die einzigen mit Hirn zu sein.“ Als wäre Deborah schuld an Dimitris Verhalten.

„Was passiert jetzt mit den beiden?“ Deborah hatte immer noch das Bild der beiden leidenden Affen vor Augen.

„Was wird schon passieren? Ich werde versuchen, sie wieder zusammenzuflicken. Viel zu wertvoll die beiden, als dass ich sie einfach verrecken lassen könnte.“ Damit verließ auch sie den Raum und Deborah hörte, wie die Tür wieder abgeschlossen wurde.

Die nächsten Stunden waren furchtbar. Die Fast-Vergewaltigung durch Dimitri, ihre bevorstehende Verschleppung und jetzt auch noch die Angst um Bobo und Nono waren einfach zu viel für sie. Sie fühlte sich so unendlich einsam und verloren. Deborah verlor komplett die Fassung und brach immer wieder in Tränen aus.

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Die Reise

„Hör auf zu flennen, Schätzchen, es geht los.“ Durch ihr Weinen hatte sie gar nicht bemerkt, wie die Ärztin wieder in den Raum getreten war und ihr jetzt Kleidung zuwarf, die sie wohl irgendwo gekauft hatte. Sie war in ihrer Größe und sogar einigermaßen schick. Die Ärztin wollte sie wohl nicht in den Jogging-Klamotten, die sie bei ihrer Entführung getragen hatte, zu ihrem noblen Kunden reisen lassen. Die Verpackung war bei dem Preis, den sie für Deborah erzielt hatte, ja nicht unwichtig.

Deborah wischte sich die Tränen aus den Augen. „Wie geht es Bobo und Nono?“

„Was schert´s Dich, wie es den Affen geht. Die siehst Du sowieso nie wieder. Zieh Dich jetzt lieber an, wir reisen gleich ab. Und schau noch einmal aus dem Fenster. Das ist der letzte Schnee, den Du jemals sehen wirst. Ab jetzt hast Du nur noch Sand und Sonne.“

Deborah zog sich an und wunderte sich, was für ein ungewohntes Gefühl das nach der langen Zeit der Nacktheit plötzlich war. Nachdem sie sich auch noch ein wenig frisiert hatte, hielt die Ärztin ihr eine Halbliterflasche Wasser hin, die ganz offensichtlich schon geöffnet worden war.

„Trink das!“

„Da haben Sie doch wieder was reingetan.“

Die Ärztin machte gar kein Hehl daraus, dass sie ihr wieder Drogen untergemischt hatte: „Ja, da ist Burundanga drin. Ist besser für die Passkontrolle, wenn Du nicht so aufsässig bist. Sagen musst Du ohnehin nichts, Du bist jetzt Russin. Alternativ könnten wir Dich in eine Kiste packen, aber das wäre nicht so bequem für Dich und Du sähest bei der Ankunft ziemlich zerknittert aus. Bei den Tieren ist das egal, aber Du willst doch bei Deinem neuen Besitzer sicher nicht gleich den ersten Eindruck versauen? Mit dem Burundanga wird er Dich lieben. Araber mögen Frauen, die folgen.“

„Und wenn ich es nicht trinke?“

„Dann bitte ich Dimitri, es Dir einzuflößen. Der wartet ja nur darauf, Dich mit Flüssigkeit zu füllen.“

Deborah nahm die Flasche und trank sie in einem Zug leer. Sie hatte inzwischen resigniert und würde ja sowieso irgendwie betäubt. Auf keinen Fall aber wollte sie Dimitri noch einmal in ihrer Nähe haben. Und so würde sie sich zumindest an nichts mehr erinnern.

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Fahndung

„Das war ein Volltreffer.“ Schon eine Stunde später bekam Kommissarin Becker einen Anruf von ihren Kollegen und setzte sich danach sofort mit Sarah und Jessica zusammen.

„Natalia Schukowa hat tatsächlich eine Tierarztpraxis. Die Kollegen vermuten aber seit langem, dass sie irgendwie in den Handel mit seltenen Tieren verwickelt ist, weil ihr Name in diesem Zusammenhang schon mehrfach aufgetaucht war. Sie konnten ihr aber nie etwas nachweisen. Die Praxis scheint dabei nur als Tarnadresse zu fungieren, damit sie an all die Medikamente und Geräte kommt, die sie für die geraubten Tiere braucht. Außerdem kann sie so selbst Gesundheitsdokumente für den Zoll ausstellen. Jedenfalls ist sie nur ein paar Stunden die Woche geöffnet und das auch zu Zeiten, an denen bestimmt keiner mit seinem kranken Wellensittich vorbeikommt. Damit könnte sie ihren aufwändigen Lebensstil jedenfalls nicht finanzieren, sagen die Kollegen. Und auf die Praxis ist auch ein weißer Lieferwagen zugelassen.“

Das klang doch schon einmal gut, fanden Jessica und Sarah. Wenn sie die Tierärztin fänden, wüssten sie sicher auch, wo Deborah ist.

„Und ihr Sohn?“, wollte Jessica wissen.

„Ein kleines Licht. Diverse Anzeigen wegen Gewalttätigkeit. Verprügelt wohl gerne Prostituierte beim Sex. Irgendwie ist es aber nie zu einer Anklage gekommen, weil seine Mutter das mit denen immer außergerichtlich geregelt hat. Wahrscheinlich mit Geld.“

Das beunruhigte Sarah schon wieder. Da klingelte das Telefon der Kommissarin.

„Becker… Ja. Wo ist das? Können Sie das buchstabieren? Ok. Und die machen das jetzt? Gut. Sie melden sich dann sofort, ja? Sofort!“

Sie wandte sich jetzt wieder an Sarah und Jessica.

„Das waren die Kollegen, die Kontakt mit den Polen halten. Schukowa hat wohl einen alten Bauernhof mitten im Wald in der Nähe von Bytnica. Bestimmt parkt sie da die Tiere, bis sie an den Käufer gehen. Das wäre natürlich ein ideales Versteck für Deborah. Es ist auch nicht weit von dem Lagerhaus, an das der Gyn-Stuhl geliefert wurde. Die polnische Polizei schickt gerade ein Team da hin und meldet sich sofort, wenn sie vor Ort sind.“

Sarah schaute im Internet nach, wo Bytnica lag. Gar nicht so weit von Berlin entfernt. Das würde tatsächlich viel Sinn machen. Sie saß jetzt wie auf glühenden Kohlen. Hoffentlich würde die Polizei Deborah gleich befreien.

Eine dreiviertel Stunde später klingelte wieder das Telefon der Kommissarin.

„Ja. Sind sie ganz sicher? Zwei sagen sie? Und sonst nichts? Nein, im Moment nicht. Ich muss jetzt erst einmal überlegen.“

Sarah zersprang fast vor Anspannung.

„Sie haben den Hof jetzt gestürmt. Außer zwei verletzten Affen war aber keiner da. Wahrscheinlich die beiden aus den Streams. Sie haben auch einen Raum gefunden, in dem Deborah eingesperrt gewesen sein könnte. Da stand noch frisches Essen und auch die Dusche war noch feucht. Die polnischen Kollegen glauben deshalb nicht, dass sie schon lange weg ist. Sie fahnden jetzt nach dem weißen Transporter. Das Kennzeichen haben wir ja inzwischen.“

„Wenn sie merken, dass die Polizei sie verfolgt, beseitigen sie Deborah bestimmt.“ Auch wenn sie sich über die guten Nachrichten freute, hatte Sarah jetzt richtige Angst.

„Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Dafür ist sie zu wertvoll und die Beseitigung einer Leiche ist nicht ganz einfach. Außerdem dürften sie noch nicht wissen, dass wir hinter ihnen her sind. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie gerade den Transfer zu ihrem Käufer durchführen. Sonst würden die mit Frau Meuther doch nicht ihr Versteck verlassen.“

Die Kommissarin setzte sich an den Computer und rief eine Karte von der Gegend um Bytnica auf. Dann telefonierte sie wieder mit ihren Kollegen. Als sie geendet hatte, zeigte sie auf den Bildschirm.

„Der Bauernhof liegt nicht weit von Zielona Góra-Babimost. Da ist ein ganz winziger Flughafen, der nur ein paar Stunden am Tag geöffnet und die restliche Zeit ziemlich verlassen ist. So bringen sie bestimmt die Tiere rein. Mit ein paar Scheinen kriegt man die dort sicher ganz diskret in die EU. Ich vermute, jetzt wollen sie auch Deborah so rausbringen. Die Kollegen prüfen gerade, welche Flüge angemeldet sind. Da die sowieso nie mehr als zwei oder drei am Tag haben, sollte das schnell gehen.“

Da klingelte auch schon das Telefon. Die Kommissarin sagte ein paar Mal „Ja, ja“, dann legte sie auch schon wieder auf.

„Da ist tatsächlich vor wenigen Minuten ein privater Learjet mit einer russischen Schauspielerin an Bord gestartet. Wahrscheinlich eine Tarnidentität für Deborah. Ziel ist der Flughafen Turaif in Saudi-Arabien. Wenn er Deborah da auslädt, wird es schwierig. So richtig kooperativ sind die saudischen Kollegen nämlich nicht.“

„Ja, aber dann ruft ihn doch einfach zurück. Er muss doch noch über Europa sein.“ Sarah war jetzt ganz aufgeregt.

„Schon. Aber ich denke, der Pilot fliegt sicher öfter für die Schukowa. Der hat bestimmt einen Notfallplan für den Fall, dass er auffliegt. Vielleicht schmeißt er dann einfach alle Beweismittel ins Meer, einschließlich Deborah. Wir sollten uns besser eine bombensichere Story überlegen.“

Sie schaute wieder auf die Karte im Computer, überlegte einen Moment, dann rief sie erneut ihre Kollegen an. „Die Bodenkontrolle soll dem Piloten bitte durchgeben, dass der Flughafen Turaif wegen Raketenbeschuss gesperrt ist. Er soll zum Startflughafen zurück, bis er wieder freigegeben wird. Ja, sie sollen es dramatisch machen.“

Sie drehte sich zu Sarah und Jessica um. „Turaif ist nicht weit von Syrien und Irak. In der Gegend weiß doch heute niemand, wer gerade von wem beschossen wird. Und so kurzfristig bekommt der in Saudi-Arabien auch keine andere Landegenehmigung. Außerdem reicht sein Funk nicht so weit. Ich glaube nicht, dass er Verdacht schöpft.“

Eine Stunde später kam die Meldung, dass der Pilot in der Tat umgekehrt sei und nach der Landung sofort verhaftet wurde. Er hatte tatsächlich keinen Verdacht geschöpft und war wohl völlig überrascht gewesen. Deborah hatte auch im Flugzeug gesessen. Sie wirkte wohl etwas geistesabwesend, war aber, mit Ausnahme einiger Blutergüsse im Gesicht und an den Armen, wohlauf. Jetzt kümmerten sich gerade noch die Flughafensanitäter um sie, danach würde man sie ins nächstgelegene Krankenhaus bringen.

Als sie das hörte fiel Sarah erst der Kommissarin, dann sogar Jessica um den Hals. Deborah lebte und sie würde sie bald zurückbekommen. Sarah konnte ihr Glück kaum fassen.

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Artgerecht

Nachdem Deborah am nächsten Tag im Krankenhaus aufgewacht war und realisierte, dass sie frei war, fiel eine ungeheure Last von ihr ab. Sie hatte keine Erinnerung an den Flug oder wie sie hierhergekommen war. Das letzte, was sie erinnerte, war das Wasser, das sie getrunken hatte. Aber das war ihr jetzt alles egal. Sie ließ sich ein Telefon geben und telefonierte erst einmal lange mit Sarah, um ihr zu sagen, dass es ihr gut geht und um sich nach Max und Moritz zu erkundigen. Sobald sie Sarahs Stimme hörte, brachen beide in Tränen aus. Diesmal aber waren es Freudentränen vor Glück, sich bald wiederzusehen.

Das Krankenhaus hatte eigentlich beabsichtigt, noch einige Untersuchungen mit ihr zu machen, aber Deborah wollte jetzt nur noch nach Hause zu Ihrer Familie. Lange genug hatten andere ihren Körper kontrolliert und manipuliert. Außerdem hatte sie Angst vor Fragen, falls ihre Schwangerschaft entdeckt würde. Sie hatte diese Tatsache ja selbst noch gar nicht richtig realisiert.

Allerdings hatte sie außer dem falschen russischen, den die Ärztin hatte anfertigen lassen und die polnische Polizei sofort konfisziert hatte, keinen Pass. Ohne den würden die polnischen Behörden sie aber nicht ausreisen lassen, immerhin war sie in einen internationalen Kriminalfall verstrickt. Sie wollten erst ihre Identität geklärt haben, um sie später als Zeugin vernehmen zu können.

Die Kommissarin organisierte deshalb für sich und Sarah für den nächsten Morgen einen Flug nach Warschau und auch, dass sie dort von einem Polizeiwagen abgeholt und zum Krankenhaus gefahren wurden, wo dann auch schon ein polnischer Kriminalbeamter auf sie wartete, dem sie als erstes Deborahs richtigen Ausweis übergaben.

Während die Kommissarin dann noch mit ihrem polnischen Kollegen und dem Krankenhaus das Formelle erledigte, stürmte Sarah sofort weiter und ließ sich zu Deborahs Zimmer bringen. Die war überglücklich, als Sarah plötzlich im Krankenzimmer stand und sagte: „Komm, Schatz. Wir fahren nach Hause.“ Sie fielen sich in die Arme, küssten sich innig und dann zog Deborah sich auch schon an. Viel einzupacken hatte sie ja nicht, weshalb sie kurz darauf schon in der Empfangshalle des Krankenhauses standen, wo ein paar Minuten später bereits die Kommissarin mit einigen Dokumenten und auch Deborahs Pass in der Hand zu ihnen stieß.

„So alles erledigt, wir können abreisen.“ Sie schaute Deborah an. „Ich vermute, Sie sind Frau Meuther?“

Deborah nickte und Sarah übernahm jetzt die Vorstellung. „Das ist Kommissarin Julia Becker. Ohne ihren guten Riecher hätten wir Dich bestimmt nicht gefunden und Dich ohne ihre Hilfe auch nicht so schnell hier rausgekriegt.“

Die Kommissarin wehrte ab. „Ohne Ihre Partnerin und deren Hartnäckigkeit hätten wir den entscheidenden Hinweis gar nicht gefunden und wären vielleicht zu spät gekommen. Ich habe dann nur noch meinen Job gemacht.“

Deborah dankte ihr herzlich und folgte der Kommissarin und Sarah nach draußen. Gepäck hatte sie ja keines. Im Auto fragte sie dann: „Was ist eigentlich mit Bobo und Nono?“ Deborah musste unbedingt wissen, was mit den Affen passiert war und ob sie noch lebten. Die ganze letzte Nacht hatte sie darüber nachgedacht und die Kommissarin müsste das doch wissen.

„Wem?“

„Den Bonobos.“

„Ach, Sie haben ihnen Namen gegeben. Die sind noch hier in Polen. In einem Tierheim, glaube ich. Mein polnischer Kollege sagte gerade, sie seien verletzt, aber gut versorgt worden.“

„Aber, holen Sie sie denn nicht auch nach Deutschland?“ Deborah stellte sich vor, wie die beiden in einem engen Käfig in einem dunklen, dreckigen Tierheim neben Hunden und Katzen hockten.

„Würden wir gerne machen, immerhin sind sie Beweismittel. Aber die beiden haben leider keine Papiere und wir wissen ja nicht, wer der eigentliche Besitzer ist. Bonobos sind auch in Polen geschützt und können nicht so einfach ausgeführt werden. Vielleicht kommen sie gar nicht aus Deutschland. Wir bemühen uns aber.“

„Ja, bitte. So ein Tierheim bringt die beiden um. Sie brauchen unbedingt Ablenkung und Zuwendung.“ Deborah wollte wirklich, dass es den beiden gut geht. Immerhin waren sie ein Rudel gewesen und einer von beiden der Vater ihres Babys.

„Und die Ärztin und Dimitri, wo sind die?“ Sie verspürte noch immer Angst, wenn sie an die beiden dachte.

„Frau Schukowa und ihr Sohn sind noch auf der Flucht, wir sind ihnen aber auf den Fersen.“

„Schukowa heißt die? Der Name passt zu ihr. Klingt wie die Aufseherin in einem russischen Arbeitslager.“ Es beunruhigte Deborah, dass die Ärztin und Dimitri noch immer frei herumliefen.

Als die Kommissarin ihr besorgtes Gesicht sah, ergänzte sie: „Wir haben ihnen aber alle Konten gesperrt, die wir gefunden haben. Außerdem haben wir alle Unterlagen und Computer in ihrer Praxis in Berlin beschlagnahmt. Auf ihrem PC sind viele Dateien, die zu ihren dunklen Geschäften gehören könnten. Leider alle stark verschlüsselt. Aber unsere Verschlüsselungsexperten arbeiten bereits daran. Ich denke, wir sollten sie bald finden.“

Das beruhigte Deborah wieder etwas. Der Gedanke, dass sie den beiden noch einmal begegnen könnte, machte ihr furchtbare Angst. Besonders Dimitri, dem es ja nicht bloß um das Geld gegangen war.

Weil sie nie allein waren, erzählte Deborah auf der Rückreise nur in groben Zügen und mit etwas verschlüsselten Worten, was ihr alles widerfahren war. Es sollte ja nicht alle Welt erfahren. Und in Deutschland würde sie ja noch genug Zeit haben, darüber zu reden. Besonders eine Botschaft wollte sie aber auch ganz in Ruhe und allein mit Sarah besprechen, weil sie Angst vor deren Reaktion hatte.

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Rückkehr

Nachdem sie gegen Mittag wieder auf dem Flughafen in Deutschland gelandet waren, verabschiedete sich die Kommissarin dann von den beiden und übergab sie einem jungen, freundlichen Polizeibeamten, der sie weiter nach Hause fahren sollte. Deborah dankte ihr nochmals herzlich für die Hilfe und die Kommissarin versprach, sie über die Fahndung nach Frau Schukowa und ihrem Sohn und auch dem Schicksal von Bobo und Nono auf dem Laufenden zu halten.

Kurz bevor sie auf dem Hof ankamen, rief Sarah bei ihrer Mutter an und erfuhr, dass auch Jessica zu Hause auf sie wartete, um Deborah zu begrüßen. Die wollte aber zuerst zum Stall beim Gästehaus, um Max und Moritz zu sehen, weshalb sie dort noch einen kurzen Stopp einlegten.

Deborah war dann ziemlich überrascht, wie groß die beiden inzwischen geworden waren und wie viel Gewicht sie in ihrer dreiwöchigen Abwesenheit schon wieder zugelegt hatten. Obwohl noch keine sechs Monate alt, wog jeder von ihnen jetzt bereits um die 100kg.

Die beiden freuten sich sichtlich, als sie sie sahen, trotzdem war es jetzt ganz anders. Sie waren fast erwachsen, sehr selbständig und alles andere als knuddelig. Bald wären sie selbst zeugungsfähig und könnten Papa werden. Außerdem hatten sie sich inzwischen sehr an das Leben im Stall mit den anderen Ebern gewöhnt und hatten, das erzählten ihr die Pfleger, aufgrund ihrer Intelligenz sogar schon so etwas wie eine Führungsrolle in ihrer kleinen Herde übernommen.

Wenn das Deborah auch stolz machte, war sie doch traurig, dass ihre Kindheit so schnell vergangen war und sie auch noch einen großen Teil davon verpasst hatte. So musste es sich anfühlen, wenn Kinder volljährig wurden und von zu Hause auszogen. Hoffentlich hätte sie etwas mehr von dem Baby, das sie jetzt unter dem Herzen trug.

Als sie kurz darauf im Haupthaus ankamen und aus dem Auto stiegen, fiel ihr sofort Sarahs Mutter um den Hals. „Wie schön, dass Du wieder da bist, Kind. Ich habe mir ja solche Sorgen um Dich gemacht.“ Diese Herzlichkeit tat Deborah richtig gut. Auch Jessica begrüßte sie sehr herzlich und sprach zu Sarahs Überraschung den ganzen Nachmittag nicht von Cytopharm, Ebern und Bonobos. Wahrscheinlich lag es aber nur daran, dass Sarahs Mutter dauernd in der Nähe war, wenn sie nicht gerade wieder neuen Kaffee oder Kuchen holte, von denen sie Unmengen vorbereitet haben musste.

Als sie schließlich am Abend allein mit Sarah war, erzählte Deborah ihr genauer von dem, was ihr widerfahren war, und war sehr überrascht zu erfahren, dass Sarah die Streams gesehen und sogar Aufzeichnungen davon hatte.

„Das heißt, ihr und die ganze Polizei habt gesehen, was die mit mir gemacht haben?“ Bisher waren die Zuschauer ihrer Vergewaltigung für sie nur eine anonyme Masse im Internet gewesen, für die sie nur irgendein Körper ohne Namen war. Jetzt, wo die Zuschauer konkrete Personen waren, die sie kannten, fühlte es sich für sie plötzlich noch viel unangenehmer und peinlicher an und ihr wurde ganz Übel.

„Ist schon ok, Deborah. So viele Leute waren es ja nicht. Und ohne die Streams hätten wir Dich niemals gefunden“, versuchte Sarah sie zu trösten, doch ohne großen Erfolg.

Deborah hatte das Gefühl, sie würde sich bis zum Lebensende schämen, wenn sie Leute traf, die sie so gesehen hatten. Immerhin wusste Sarah dadurch aber, was passiert war und warum. Deshalb sprach sie jetzt auch das Thema an, vor dem sie sich am meisten fürchtete, weil sie nicht wusste, wie Sarah darauf reagieren würde: „Ich bin auch tatsächlich wieder schwanger geworden. Von einem der Bonobos.“ Sie hatte etwas Angst vor Sarahs Reaktion, weil es ja diesmal ganz anders war als bei Max und Moritz. Sie war nicht mit Sarahs Hilfe bewusst schwanger geworden, um etwas Gutes zu tun, sondern man hatte sie missbraucht. Sarah hatte mit diesem Baby also nichts zu tun.

Sarah aber blieb ganz ruhig. „Das habe ich mir schon gedacht. Jessica sagte gleich, dass das passieren würde.“ Deborah fiel ein Stein vom Herzen. Zumindest war Sarah vorbereitet und nicht schockiert. Sie erzählte ihr deshalb, worüber sie ununterbrochen nachgedacht hatte, seit sie wusste, dass sie wieder schwanger war.

„Auch wenn ich es nicht wollte, ist es doch jetzt mein Baby. Und Bonobos wachsen viel langsamer auf als Schweine, mehr wie Menschen, und brauchen in der Zeit ganz viel Zärtlichkeit und Fürsorge. Die können doch noch nichts. Und auch wenn sie groß sind, brauchen sie unbedingt ihr Rudel. Die kann man später nicht einfach irgendwo alleine lassen, wie Max und Moritz. Die brauchen mich ja nicht mehr. Das Baby wird mein Leben deshalb vollkommen verändern. Jetzt muss ich richtig Mama sein, für viele Jahre.“

Sie machte eine Pause, schluckte, und fuhr dann fort.

„Ich weiß, dass Du diesmal gar nichts damit zu tun hast und dass ich nicht von Dir verlangen kann, dass Du dabei mitmachst und Dein Leben auch so an ein fremdes Bonobo-Baby hängst. Ich würde es total verstehen, wenn Du sagst, dass Du das nicht möchtest. Ich finde dann schon eine Lösung für das Baby und mich.“

Bei diesen Worten traten ihr die Tränen in die Augen.

Sarah hatte sich das in Ruhe angehört und nahm sie jetzt zärtlich in die Arme.

„Schatz, wenn es Dein Baby ist, ist es natürlich auch meines. Wir sind doch eine Familie und es wäre auch nicht anders, wenn sich eine von uns künstlich befruchten ließe, wie meine Mutter es gern hätte. Wir müssen uns halt einstellen auf unser neues Baby und wahrscheinlich auch eine ganze Menge lernen. Bei Schweinen kannte ich mich ja noch aus, von Bonobos habe ich aber keine Ahnung.“ Sie verdrehte die Augen. „Wahrscheinlich muss ich Lesbe jetzt auch Wickeln und Kinderlieder lernen.“

Bei diesen Worten fiel Deborah ihr um den Hals. Sie hatte sich also völlig umsonst Sorgen gemacht. Sarah war der Mensch auf der Welt, der sie am besten verstand und immer zu ihr hielt, egal was passierte. In diesem Moment hätte sie keine Worte gehabt, um auszudrücken, wie sehr sie sie liebte.

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Ein Mädchen

Am nächsten Tag schaute Deborah sich zusammen mit Sarah die Streams an, die die Ärztin von ihr gemacht hatte. Vor allem der zweite, an den sie keine Erinnerung hatte, interessierte sie brennend, weil sie es unerträglich fand, dass alle um sie herum etwas so Intimes von ihr gesehen zu hatten und nur sie den Inhalt nicht kannte. Sie wusste nicht einmal, was sie alles gemacht hatte.

Sarah hatte vergeblich versucht, sie davon abzuhalten, weil sie wusste, wie sensibel Deborah bei diesen Dingen war und einen heftigen Gefühlsausbruch erwartete. „Warum willst Du Dir das antun? Du warst doch nicht Du selbst. Und am Ende schämst Du Dich nur den Rest Deines Lebens für etwas, für das Du nichts konntest.“

„Ihr alle habt es gesehen, nur ich weiß nicht, was ich getan habe. Immer kriege ich nur Andeutungen. Das halte ich einfach nicht mehr aus.“

Tatsächlich hatte sie nach den ganzen Beschreibungen ihres Verhaltens aber auch selbst erwartet schockiert zu sein, wenn sie sich so mit Bobo und Nono sah. War sie aber nicht, denn sie sah ja nichts, was sie später nicht freiwillig und häufig mit den beiden getan hatte. Im Gegenteil überkam sie beim Anschauen sogar eine tiefe Sehnsucht nach den schönen Gefühlen, die sie dabei immer verspürt hatte. Es war wie eine Art Heimweh nach dem ungezwungenen Hippie-Leben im Bonobo Rudel, der Zärtlichkeit und dem dauernden Körperkontakt, die ihr so gutgetan hatten.

Obwohl sie merkte, wie überrascht Sarah von ihrer Gefasstheit war, behielt sie ihre Gefühle aber lieber für sich, weil sie nicht wusste, wie Sarah darauf reagieren würde, dass sie nach dieser Vergewaltigung sehr gerne und oft mit den Affen Sex gehabt hatte. Auch wenn das etwas ganz anderes als die Liebe zu ihr war, war es doch nicht ganz einfach zu erklären. Warum sollte sie es daher riskieren, ihr davon zu erzählen? Im Grunde war es jetzt doch sowieso egal.

Jessica hatte zwischenzeitlich organisiert, dass Deborah zusammen mit Sarah in Cytopharms Klinik an der Ostsee gebracht wurde, um gründlich untersucht zu werden. Niemand hatte ja Erfahrung mit Bonobo-Schwangerschaften. Sie selbst flog auch mit, sicher um alle Informationen aus erster Hand zu bekommen. Die Ärzte freuten sich richtig, Deborah wiederzusehen, und führten dann mehrere Stunden diverse Untersuchungen mit ihr durch.

Als Dr. Brüggemann danach die Ergebnisse mit ihnen besprach, konnte man merken, wie aufgeregt er war. „Die Befruchtung einer menschlichen Eizelle durch einen Hominiden ist natürlich wahnsinnig spannend für einen Mediziner wie mich“, begann er seine Ausführungen. „Viele haben ja geglaubt, dass das möglich ist, aber nun haben wir endlich den Beweis. Das ist der Lebenstraum eines jeden Forschers.“

„Den wir natürlich vertraulich behandeln und keinesfalls publizieren, Herr Brüggemann!“, ermahnte Jessica ihn sofort.

„Ja, natürlich, Frau Winter“, sagte er, aber man konnte sehen, wie leid Dr. Brüggemann es tat, diese wissenschaftliche Sensation nicht teilen zu dürfen.

„Inzwischen bin ich gar nicht mehr so glücklich, dass ich solche Kunstwesen gebären kann“, stellte Deborah fest. Immerhin hatte ihre Fähigkeit zu ihrer Entführung, Vergewaltigung und Gefangenschaft geführt.

„Kunstwesen?“ Dr. Brüggemann klang geradezu entrüstet. „Die Natur hat Ihnen diese Möglichkeit ganz bewusst gegeben, Frau Meuther, weil sie gerne ausprobiert. Das ist der Kern der Evolution: Neues schaffen und dann schauen, wie erfolgreich es sich behauptet. Das macht die Natur völlig wertfrei. Die Bewertung, ob etwas normal oder abnormal, natürlich oder künstlich ist, kommt nur von uns Menschen. Und sie basiert auf dem moralischen Gerüst, das wir uns selbst geschaffen haben. Die Natur kennt solche Moralvorstellungen nicht. Im Gegenteil. Sie haben sich ohne medizinische Unterstützung mit einem Bonobo gepaart und heraus kommt eine neue Art. Das ist nicht künstlich, sondern genau das, was die Natur wollte, als sie Ihnen diese Eigenschaft gab. Ihr Baby ist daher bestimmt kein Kunstwesen.“

So hatte Deborah es noch nicht gesehen und fand Dr. Brüggemanns Worte sehr tröstlich und ermutigend. Ihr Baby wäre nicht abnorm, sondern etwas ganz Besonderes.

„Und ich kann Sie beruhigen, Frau Meuther. Die Entwicklung des Embryos verläuft völlig normal. Da uns die Bonobos genetisch und physiologisch sehr verwandt sind, erwarten wir auch keine nennenswerten Komplikationen und gehen davon aus, dass sie in etwa sieben Monaten ein gesundes Mädchen zur Welt bringen werden.“

Sie würde ein Mädchen bekommen. Als Deborah dies hörte, veränderte sich schlagartig noch einmal die Beziehung zu dem kleinen Wesen in ihrem Bauch. Es war plötzlich viel konkreter und sie konnte anfangen, sich sein Aussehen und sein Leben vorzustellen. Deborah sah ein kleines, behaartes niedliches Püppchen mit langen Armen vor sich, die sie um ihren Hals legte oder wie sie sanft und schläfrig an ihrer Brust saugte. Weil Bonobos so langsam heranwuchsen, würde sie die Kindheit ihrer Tochter viel mehr genießen, ihr viel mehr geben können.

„Gerne würde ich Sie natürlich hierbehalten, um die Schwangerschaft zu begleiten. Aber ich weiß ja, dass Sie das nicht mögen. Und diesmal haben wir ja auch keinen Vertrag, der das von Ihnen verlangt.“ Man konnte Dr. Brüggemann ansehen, wie leid ihm das tat.

„Ehrlich gesagt, ist es aber auch nicht wirklich nötig. Sie sollten nur alle paar Wochen zur Untersuchung bei uns vorbeischauen und natürlich sollten wir auch die Geburt hier durchführen. Allein schon aus Diskretionsgründen.“

An dieser Stelle schaltete sich wieder Jessica ein. „Natürlich unterstützen unsere Ärzte Dich während der Schwangerschaft so gut sie können. Cytopharm darf aber nicht in den Verdacht kommen, irgendwie in die Zeugung einer Primaten-Chimäre involviert zu sein. Das gäbe einen Riesenskandal, wobei wir diesmal mit der Schwangerschaft ja tatsächlich nur wenig zu tun haben. Deswegen werden wir auch keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, nur normale Schwangerschaftsdiagnostik.“ An dieser Stelle rollte Dr. Brüggemann mit den Augen.

„Du bist hier ausdrücklich nur als normale Schwangere, die wir betreuen, nicht als Probandin. Deshalb wirst Du auch etwas für die Behandlung bezahlen müssen, sonst unterstellt man uns doch noch Eigeninteresse. Und Security können wir Dir auch nicht stellen. Jedenfalls nicht über die hinaus, die sowieso im Gästehaus ist.“

Sarah ärgerte sich schon wieder darüber, wie kalt Jessica die Interessen ihrer Firma vertrat. Deborah sah das hingegen viel pragmatischer. Diesmal gehörte ihr Baby allein ihr und sie konnte es gebären und aufziehen, wie sie wollte. Das war ihr viel lieber, als wenn Cytopharm wieder mitgeredet hätte. So konnte sie die Schwangerschaft und die Geburt viel mehr genießen.

„Das ist völlig ok für mich. Ich habe ja Geld von meiner Besamung durch die Eber. Und ich wüsste nicht, wie ich es besser investieren könnte, als in mein Baby.“

Jessica nickte zufrieden.

„Gut. Dann wäre das geklärt. Ihr werdet Euch aber auch eine Story ausdenken müssen, wo das Baby herkommt. Und wie ihr es positioniert.“

„Positioniert? Was meinst Du mit ´positioniert´?“, hakte Sarah ein.

„Nun, wir wissen ja noch nicht genau, wie das Baby aussieht und was es kann. Es wird aber höchstwahrscheinlich mit seinem Aussehen und seinen Fähigkeiten irgendwo zwischen einem Bonobo und einem Menschen liegen. Es ist also entweder ein sehr menschlicher Affe oder ein haariger Mensch und ihr müsst Euch entscheiden, wie ihr es sehen und was ihr anderen sagen wollt.“

Darüber hatte Deborah noch gar nicht nachgedacht, aber Jessica hatte Recht. Da Jessica sich offensichtlich schon Gedanken gemacht hatte, hakte sie deshalb nach.

„Ja, und was denkst Du, sollten wir machen?“

Es schien, als hätte Jessica nur auf die Frage gewartet.

„Meine Empfehlung ist, dass ihr es als sehr begabten und fähigen Affen anseht und nicht als kleinen Menschen. Und ich sage Euch auch warum.“ Sie holte noch einmal Luft, bevor sie fortfuhr.

„Wenn ihr es als Menschen anseht und behandelt, wird es immer einen Malus haben. Trotz seiner bestimmt tollen Fähigkeiten wird es als Mensch missgestaltet und eher dumm wirken. Im direkten Vergleich kann es nur verlieren. Seht ihr es hingegen als besonderen Bonobo, wird es glänzen und ihr werdet Euch jeden Tag freuen, wie begabt, schön und intelligent Euer Kind ist. Viel hängt natürlich auch von den Sprachfähigkeiten ab, das heißt, ob der Gaumen und die Zunge entsprechend ausgestaltet sind. Ich wäre aber überrascht, wenn Euer Baby später sprechen könnte.“

So hatte Deborah das noch gar nicht gesehen, weil sich die Frage bei Max und Moritz überhaupt nicht gestellt hatte. Es stimmte aber, was Jessica sagte, und sie war ihr dankbar, dass sie darauf hinwies.

„Ja, Du hast sicher Recht. Aber was heißt das Deiner Meinung nach konkret?“

„Wenn ihr es als begabten Bonobo anseht, solltet ihr ihm ein entsprechendes Umfeld schaffen und es nicht zwanghaft vermenschlichen. Da nämlich fangen die Probleme dann an. Idealerweise hätte es auch Bonobo-Artgenossen, bei denen es mit seinen Fähigkeiten dann automatisch eine Führungsrolle einnehmen würde und viel Gutes für die Gruppe tun könnte. Ich denke, das wäre für das Baby dann das schönste Leben, das es haben kann.“

Deborah ließ diese Worte auf sich wirken und beschloss, später noch einmal intensiv darüber nachzudenken. Bisher war sie immer davon ausgegangen, dass die Kleine mit ihr und Sarah zusammenleben würde. Aber Jessica hatte Recht. Vielleicht reichte das nicht.

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Fahndung

Nach einer Woche schaute die Kommissarin noch einmal bei ihnen vorbei, um mit ihnen, wie versprochen, die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

„Bislang haben wir Frau Schukowa und ihren Sohn nicht auffinden können. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt. Aber ihren PC haben wir mittlerweile knacken können. Das Verschlüsselungsprogramm war zwar sehr gut, sie hatte als Passwort aber ´Dimitri´ gewählt. Um das herauszufinden, haben unsere Experten natürlich nicht besonders lange gebraucht. Wir haben dann Unmengen Dokumente gefunden: über die Tiere, die gefangen wurden, ihre Kunden, die Helfershelfer und auch den Spezialisten, der die gefälschten Dokumente für die Tiere und auch den russischen Pass hergestellt hat. Sogar ihren Käufer haben wir inzwischen identifiziert, Frau Meuther. Ging alles schon an Interpol.“

Deborah freute sich zwar, dass man die Organisation der Ärztin zerschlagen hatte, trotzdem war ihr unwohl bei dem Gefühl, dass sie immer noch frei herumlief. Und auch der „Käufer“ besorgte sie.

„Aber, wenn sie mich oder meine Kinder noch einmal entführt? Oder wenn der Käufer seine Ware doch noch haben will. Er hat ja schon etwas für mich bezahlt. Wir können uns doch nicht das ganze Leben verstecken.“

„Ich denke, die Schukowa hat jetzt andere Sorgen“, versuchte die Kommissarin sie zu beruhigen. „Sie und ihr Sohn dürften jetzt ziemlich mächtige Feinde haben, die sich gar nicht darüber freuen, dass es so viele belastende Dokumente gegen sie gibt und sie eventuell auch gegen sie aussagt, sobald wir sie haben. Wenn wir sie nicht finden, tun es sicher die. Und Kunden, an die sie etwas verkaufen kann, um sich Geld zu beschaffen, hat sie bestimmt nicht mehr. Mit ihr wird bestimmt keiner mehr Geschäfte machen, wo weltweit die Polizei hinter ihr her ist.“

Sie machte eine kurze Pause und schaute dann Deborah direkt an.

„Und ihrem Käufer schuldet sie ja nicht nur die Anzahlung. Gegen den gibt es einen internationalen Haftbefehl wegen Menschenhandel und es läuft auch ein Auslieferungsersuchen. Das heißt, er kann Saudi-Arabien nicht mehr verlassen, weil er sofort festgenommen würde. Das gefällt dem sicher nicht und er versucht bestimmt Frau Schukowa zu erwischen, bevor wir es tun, damit sie nicht gegen ihn aussagen kann.“

Das beruhigte Deborah ein wenig, denn es klang in der Tat so, als hätte die Ärztin aktuell ganz andere Probleme, als sich um sie und ihre Kinder zu kümmern.

„Sie können es auch positiv sehen, Frau Meuther. Wenn wir Frau Schukowa schnappen, wird ihr hier in Deutschland der Prozess gemacht, weil die Entführung in Deutschland stattfand. Dann werden Sie aussagen müssen und die ganze Geschichte kommt in die Presse. Das wäre, bei aller moralischen Genugtuung, für Sie wahrscheinlich ziemlich unangenehm, denn dann wäre die Hexenjagt der Presse auf Sie und ihre Kinder eröffnet.“

Da hatte die Kommissarin natürlich Recht. Wahrscheinlich wäre es sicher besser, einer ihrer Kunden kümmerte sich um die Ärztin und Dimitri.

„Und Olga? Das gibt doch bestimmt auch einen Prozess, bei dem dann alles auf den Tisch kommt?“

„Das liegt an Cytopharm. Sie hat ja deren Geschäftsgeheimnisse ausgeplaudert, allerdings ohne Vorsatz und ohne diesbezüglich zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen zu sein. Wenn ich Frau Dr. Winter richtig verstanden habe, werden die es aber wohl lieber auf sich beruhen lassen, als einen Skandal zu riskieren. Echter Schaden ist Cytopharm ja nicht entstanden und viel zu holen wäre bei der Köchin ohnehin nicht.“

Vielleicht war es tatsächlich besser so, überlegte Deborah. So könnte sie wenigstens mit Sarah, Max und Moritz in Ruhe weiterleben. Wenn die Presse sie einmal entdeckt hätte, würde sie die bestimmt den Rest ihres Lebens nicht mehr los.

Eine wichtige Frage hatte sie aber noch.

„Und was ist mit Bobo und Nono?“

„Da haben wir tatsächlich Fortschritte gemacht. Aus den Unterlagen von Frau Schukowa konnten wir nämlich ihren vorherigen Besitzer identifizieren. Damit konnten wir auch belegen, dass sie aus Deutschland nach Polen verschleppt wurden. Daraufhin haben wir einen Antrag an die polnischen Behörden gestellt, die beiden freizugeben, weil sie wichtiges Beweismittel in einem Kriminalfall sind, der in Deutschland seinen Ursprung hatte. Ich denke, sie werden bald an uns überstellt.“

„Aber sie kommen doch nicht zu ihrem alten Besitzer zurück, oder?“ Deborah wusste, dass die beiden das nicht überstehen würden.

„Nein, natürlich nicht. Den erwartet sowieso ein Strafverfahren wegen illegaler Tierhaltung. Wir suchen daher schon einen Platz für sie bei einem Zoo oder einem Tierpark. In die freie Wildbahn kann man sie ja nicht mehr entlassen, dafür sind sie zu sehr domestiziert. Und bis dahin kommen sie in ein Tierheim.“

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Wiedersehen

Etwa eine Woche später brachte Sarah eine Zeitung aus dem Gästehaus mit, deren Schlagzeile lautete „Polizei zerschlägt internationalen Tierhändlerring“ mit der Unterzeile „Internationale Fahndung: viele hochrangige Persönlichkeiten involviert“. Deborah las den Artikel schnell durch. Er war erstaunlich gut recherchiert, nannte viele bekannte Namen und beschrieb sogar den Hof der Ärztin in Polen. Zum Glück handelte er aber tatsächlich nur vom Tierhandel. Von ihr, Bobo und Nono stand dagegen nichts darin. Es schien also in der Tat glimpflich für sie abzulaufen. Sicher dank der Kommissarin.

Nur wenige Tage später meldete die sich auch bei ihr und teilte ihr mit, dass Bobo und Nono jetzt in einem Tierheim in Berlin seien, wohin die Polizei sie gebracht habe, nachdem sie noch keinen aufnahmewilligen Zoo gefunden hatte. Deborah wollte natürlich sofort dahin und sehen, wie es den beiden geht, woraufhin sowohl Sarah als auch die Kommissarin anboten, sie zu begleiten.

Schon zwei Tage später waren Deborah und Sarah auf dem Weg nach Berlin. Nachdem sie von der Reise erfahren hatte, wollte Jessica unbedingt auch mit dabei sein und hatte sie sogar mit dem Auto vom Flughafen abgeholt. Für sie war es schließlich nicht weit. Sarah war sich sicher, dass sie nur sehen wollte, was für ein Wesen Deborah geschwängert hatte. Wäre es nicht verboten, wäre die Schwangerschaft für Cytopharm ja ein sehr spannendes Thema.

So trafen sie sich zu dritt mit der Kommissarin, die schon auf sie wartete, vor dem Tierheim. Das Gebäude war ein schlichter 50er-Jahre-Bau, sehr dunkel und überhaupt nicht einladend. Eher wie ein Gefängnis. Als die Kommissarin Deborahs skeptischen Blick sah, sagte sie fast entschuldigend: „Die Polizei hat halt kein eigenes Tierasyl. Und es ist gar nicht so einfach, eines zu finden, das zwei Menschenaffen aufnehmen kann und will. Da hatten wir wenig Auswahl.“

Sie meldeten sich bei der Leiterin des Heimes, einer älteren, mürrischen und nicht sehr gesprächigen Frau, und wurden von ihr zu Bobo und Nono geführt. Dort verstand Deborah, warum die Kommissarin so vorgebaut hatte. Bobo und Nono saßen in einem dunklen, vergitterten Raum ohne jede Einrichtung auf nacktem Boden und klammerten sich eng aneinander. Auf dem Boden stand eine Schüssel mit Wasser, daneben lagen einige Bananen. Das war alles. Die beiden blickten dabei so traurig und verloren, dass es Deborah fast das Herz zerriss.

Als die Affen sie erkannten, huschte ein Funken Freude über ihr Gesicht und sie kamen ganz langsam ans Gitter und streckten die Hände hindurch. An ihren Bewegungen konnte man erkennen, dass die Verletzungen, die Dimitri ihnen zugefügt hatte, noch immer schmerzen mussten, auch wenn man äußerlich nichts mehr sah. Als Deborah sie durch das Gitter streichelte, schauten sie sie fast flehentlich an, als wollten sie sagen: „Hol´ uns bitte hier raus.“

Bei diesem Anblick brach Deborah in Tränen aus. „Das könnt ihr doch nicht machen. Bobo und Nono sind intelligente und empfindsame Lebewesen. Sie haben ihr Leben für mich riskiert und ihr sperrt sie in so ein Loch.“

Man konnte sehen, dass es der Tierheimleiterin selbst unangenehm war, wie die Affen untergebracht waren.

Es war aber die Kommissarin, die versuchte, sich zu entschuldigen: „Ja, ich weiß. Aber die Vorschriften. Wir sind auf einen solchen Fall doch gar nicht vorbereitet.“

„Ich will da jetzt rein.“

„Das Besucher in die Gehege gehen, ist in den Vorschriften leider nicht vorgesehen. Aus Sicherheitsgründen.“ Die Heimleiterin klang sehr formal.

„Ihre Vorschriften sind mir egal. Ich will da jetzt rein. Sofort!“

Die Kommissarin gab der Heimleiterin ein Zeichen und die öffnete tatsächlich die Tür. Sofort war Deborah drinnen, ging in die Hocke und nahm Bobo und Nono in den Arm, die sie gar nicht eng genug an sich drücken konnten und Deborah unablässig streichelten und küssten. Als sie diese herzzerreißende Szene sah, folgte Sarah ihr in den Käfig, ging auch in die Hocke und begann die Affen ebenfalls zu streicheln.

Irgendwie schienen die zu merken, dass Deborah und Sarah zusammengehörten. Jedenfalls löste sich Nono von Deborah und umarmte nun Sarah. Die war erst überrascht, dann legte sie ihre Arme um den zitternden Affen und drückte ihn fest an sich, wie wenn sie ein kleines Kind tröstete.

Mehrere Minuten blieben sie so, in denen sich Bobo und Nono sichtlich beruhigten. Als sie sich schließlich verabschieden musste und dabei in die traurigen Augen der beiden blickte, brach Deborah fast das Herz.

Als sie wieder auf der Straße waren, ging sie die Kommissarin daher scharf an.

„Was passiert nun mit den beiden? Hier können sie ja wohl ganz offensichtlich nicht bleiben. Sonst sterben sie.“

Die Kommissarin druckste herum.

„Nun, wir haben schon alle europäischen Zoos angesprochen. Eigentlich sollte man ja meinen, die würden sich um Bonobos reißen. Tatsächlich haben uns aber alle abgesagt. Sie meinen, weil die beiden bislang nur unter Menschen gelebt haben, würden sie wahrscheinlich das soziale Gefüge ihrer Bonobo-Gruppen stören, das im Zoo ohnehin nur schwer aufrecht zu erhalten ist. Außerdem mussten wir ihnen ja zumindest andeutungsweise erzählen, was die beiden erlebt haben. Natürlich ohne Namen und Details. Und da hatten alle gleich Angst, dass irgendwann mal was von Affen, die Sex mit Menschen hatten, in der Presse steht. Das wäre ganz schlecht für deren Ruf. Zoos sind ja eher etwas für Kinder.“

„Ja, und was machen Sie dann mit ihnen? Irgendwo müssen sie doch hin.“

„Na ja, sie sehen ja, Frau Meuther: das Tierheim ist für Affen nicht wirklich eingerichtet und wird sie nicht ewig behalten können. Im schlimmsten Fall werden sie wohl eingeschläfert werden müssen.“

Deborah war geschockt.

„Was! Eingeschläfert? Das kommt überhaupt nicht in Frage. Dann nehmen wir sie lieber zu uns.“

Sie schaute Sarah an, die neben ihr saß. „Oder?“

Die war etwas überrascht, nickte aber mit dem Kopf, weil sie wusste, wie wichtig Deborah das Schicksal der beiden war. „Natürlich, wenn Du meinst, Schatz.“

Die Kommissarin schüttelte den Kopf.

„Das ist leider nicht so einfach, Frau Meuther. Voraussetzung für das Halten von Menschenaffen ist der Nachweis der Möglichkeit zur artgerechten Haltung. Der ist selbst für viele Zoos schwierig. Für Privatpersonen ist er fast unmöglich.“

Deborah schrie nun fast.

„War das hier vielleicht artgerecht? Oder ist es artgerecht, wenn sie umgebracht werden?“

Sie wandte sich nun an Jessica, die sich bisher bewusst bedeckt gehalten hatte.

„Jessica, Du musst unbedingt mit Eurem genialen Dr. Schulze reden. Der kann doch da bestimmt was machen. Das schuldet ihr mir. Bobo und Nono haben doch bisher sowieso nur unter Menschen gelebt. Und wenn sie umgebracht werden, geht es ihnen sicherlich auch nicht besser als bei uns. Das müssen doch selbst die Bürokraten verstehen.“

Man konnte merken, wie unangenehm Jessica das Thema war und wie ungern sie Cytopharm involvieren wollte. Sie wusste aber auch, dass Deborah recht hatte mit der Aussage, dass sie ihr etwas schuldeten. Schließlich war sie nur wegen Cytopharm in diese Lage gekommen. Außerdem war ihr klar, dass sie mit Deborah über eine Besamung durch die Eber gar nicht mehr reden musste, wenn sie ihr jetzt Hilfe verweigerte. Sie sagte deshalb „Ich werde mein Bestes versuchen.“

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Affenrudel

Nachdem Jessica sie wieder am Flughafen abgesetzt hatte, sprachen Deborah und Sarah zunächst fast gar nicht, weil sie das Erlebte erst verarbeiten mussten. Außerdem waren sie zu sehr mit Einchecken und dem Finden des Gates verbunden, denn es war nun später Nachmittag und viele Geschäftsflieger wollten nach Hause, weshalb die Schlange vor der Sicherheitskontrolle lang war. Man merkte deutlich, dass der Flughafen an seine Grenze kam.

Auch im Flugzeug konnten sie kaum miteinander reden, weil zu viele Zuhörer dabei waren. Erst als sie schon wieder zuhause waren, sagte Deborah daher fast entschuldigend: „Ich hoffe, ich habe Dich nicht überfahren mit dem, was ich vorhin gesagt habe? Aber die beiden haben so viel für mich getan. Und einer von ihnen ist ja auch der Vater des Babys, das ich in mir trage.“

„Na, ja. Überrascht war ich schon. Ist ja doch ein großes Ding, wenn man zwei Menschenaffen aufnimmt. Das wird unser Leben sicher ganz schön verändern. Aber ich verstehe Dich vollkommen. Wir können die beiden ja nicht umbringen lassen.“

Nach einer kleinen Pause fügte sie hinzu.

„Außerdem ist es für das Baby wahrscheinlich besser, wenn es auch unter Affen und Männern aufwächst. Und nicht nur unter Frauen.“

Bei diesen Worten fiel ihr Deborah um den Hals. „Ich wusste, dass Du zu mir hältst. Ich habe Dich so lieb, Sarah.“

Sie zögerte einen Moment, dann fuhr sie fort: „Ich glaube, ich muss Dir aber noch was sagen zu den Affen und zu mir.“

Sarah ahnte, was nun kommen würde.

„Das brauchst Du nicht, ich habe die Streams ja gesehen. Aber da standest Du doch unter Drogen und wusstest nicht, was Du tust.“

„Ja, das stimmt. Aber da war noch mehr und dabei stand ich nicht unter Drogen.“ Deborah hatte entschieden, Sarah jetzt die ganze Wahrheit zu sagen und erzählte ihr nun von ihrer Wohngemeinschaft mit Bobo und Nono, wie sie sich gegenseitig getröstet und aufgemuntert haben und wie nah sie sich dabei gekommen waren. Und wie oft.

Sarah hörte konzentriert zu, war überraschenderweise aber nicht schockiert. „Aber das ist doch verständlich. Ihr brauchtet halt alle drei Trost. Und wenn Euch der Sex dabei geholfen hat, ist das für mich ok. So wie ich die beiden im Tierheim erlebt habe, war es sicherlich gefühlvoller, als es mit den Ebern gewesen wäre. Und die Spermamenge war sicher auch nur ein Bruchteil von dem, was Du von denen bekommen hättest.“

Deborah war dankbar für ihr Verständnis, offensichtlich hatte sie ihren Punkt aber noch nicht rübergebracht.

„Um den Sex geht es mir gar nicht, Sarah. Natürlich war das irgendwie schon Sex. Aber auch anders. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll. Es war fast so wie beim Stillen von Max und Moritz. Wir sind uns ganz nahe gekommen und haben dabei ein ganz starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit entwickelt. Der Sex war eigentlich nur Nebensache. Bestimmt, weil da auch wieder so viel Oxytocin im Spiel war, ich weiß. Aber wir haben es vor allem gemacht, weil ein Bonobo-Rudel, das zusammengehört, das halt so macht und sich gut dabei fühlt. Jede kann mit jedem Kinder machen und es ist egal, wer der Vater ist. Ihre Babys gehören immer zum Rudel und damit zu allen. Verstehst Du, was ich meine?“

„Ich denke schon. Aber soll das heißen, Du willst das auch machen, wenn die beiden hier einziehen?“

„Das ist es ja eben. Ich weiß, dass Bobo und Nono sich schlecht fühlen, wenn wir es nicht machen. Für sie ist es dann kein richtiges Rudel. Es wären wir und sie. Und ich glaube fast, ich fühle mich auch besser, wenn ich es mache. Es ist einfach ein schönes Gefühl. Auf jeden Fall fühle ich mich schlecht, wenn ich die beiden leiden sehe, da bin ich mir sicher. Und ich muss ja auch an die Kleine denken.“ Sie legte die Hand auf ihren Bauch.

„Wenn noch viel Bonobo in ihr ist, wird ein zärtliches, liebevolles Rudel wichtig für sie sein. Sobald ich als ihre Mama aber nicht mehr zu Bobo und Nono gehöre, wird sie es sicher auch nicht. Ich wüsste gar nicht, wie das funktionieren soll.“

Einen Moment war Stille.

„Wow, das ist jetzt natürlich schon starker Tobak, wenn ich immer dabei zuschauen müsste, wie ihr Sex miteinander habt, weil ihr ein Rudel seid. Und dann auch noch gleich zwei Männchen. Wäre bestimmt ein komisches Gefühl für mich, wenn die dauernd ihr Ding in Dich reinstecken. Auch wenn du sagst, es ist kein richtiger Sex.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Lass mich einfach drüber nachdenken, ja?“ Damit gab sie Deborah einen Kuss und sie sprachen erst einmal nicht mehr darüber.

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Einzug

Sarah wollte wegen der erst so kurz zurückliegenden Entführung und der Schwangerschaft eigentlich, dass Deborah sich erst einmal erholen sollte. Die wollte aber nach der langen Zeit in der Zelle keinesfalls allein sein, sondern unbedingt etwas tun. Ihr würde sonst die Decke auf den Kopf fallen. Außerdem müsste sie dann dauernd an Bobo und Nono im Tierheim denken. Nicht nur, weil sie Mitleid mit den beiden hatte, sondern auch weil sie, wenn sie alleine war, immer das schöne, heimelige Gefühl vermisste, dass das permanente Kuscheln mit den beiden ihr in Polen gegeben hatte. Das war kein Problem, so lange Sarah bei ihr war, mit ihr sprach, sie streichelte und küsste. Aber die musste tagsüber ja arbeiten und da wäre sie dann allein.

Die beiden arrangierten sich schließlich so, dass Deborah weitgehend die Aufgaben von Sarah im Gästehaus übernahm, während die ihre Mutter stärker auf dem Hof entlastete. Da Deborah sich mit den Schweinen und ihrer Besamung, abgesehen von ihrer passiven Rolle im Studio, überhaupt nicht auskannte, war dies die sinnvollste Aufteilung gewesen. Das Management des Gästehauses und der Umgang mit den Gästen lagen ihr dagegen richtig gut. Außerdem konnte sie auf diese Weise unauffällig weiter Max und Moritz sehen, deren Betreuung sie nun voll von Sarah übernommen hatte.

Von Olga hatte Sarah sich bereits getrennt, weil sie der Ansicht gewesen war, dass ihre Anwesenheit für Deborah unangenehm und wahrscheinlich auch zu gefährlich sein würde. Wer konnte schon wissen, ob ihre Schwester sie nicht noch einmal anriefe? Olga arbeitete jetzt in einem russischen Restaurant, bezeichnenderweise in Berlin.

Mit der neuen Köchin, einer Italienerin, kam Deborah sehr gut zurecht und auch die Betreuung der Mitarbeiter von Cytopharm machte ihr richtig Spaß. Sie musste planen, organisieren, Probleme lösen und manchmal auch die Männer beruhigen, wenn etwas schieflief. Das war alles viel spannender, als nach Anweisung von arroganten Regisseuren irgendwelche Rollen zu spielen. Und es würde ja noch viel spannender, wenn Cytopharm irgendwann auszöge und wieder Touristen kämen, vielleicht auch mit Kindern, die sie inzwischen so mochte. Nur das mit dem ganzen Papierkram musste sie noch lernen, aber das würde sie auch noch schaffen. Deborah hatte das Gefühl, dass sie ihren Platz gefunden hatte und vermisste die Schauspielerei kein bisschen.

Obwohl sie aus ihrer Beziehung zu Sarah inzwischen kein Hehl mehr machte, versuchten manche der Wissenschaftler sogar, etwas mit ihr zu flirten. Auch wenn sie natürlich nicht darauf einging, tat ihr dies Interesse an ihr als Frau und nicht als Zuchtobjekt richtig gut.

Innerlich musste sie immer schmunzeln, wenn sie daran dachte, wie anders es wäre, wenn die Männer wüssten, dass sie die Mutter von Max und Moritz war und gerade eine Bonobo-Chimäre in ihrem Bauch trug, nur wenige Meter von dem Labor entfernt, in dem sie genau das erforschten. Schlagartig wäre sie nur noch ein aufregendes Forschungsobjekt, wie für Dr. Brüggemann in der Klinik. So aber war sie nur eine hübsche junge Frau, die ein Gästehaus führte und nett zu ihren Gästen war.

Nachdem Sarahs Mutter gesehen hatte, wie gut die Arbeitsaufteilung zwischen ihnen funktionierte, teilte sie ihnen überraschend mit, dass sie kurzfristig als Teil einer Reisegruppe eine große Rundreise durch Südamerika gebucht habe. Immerhin hatte sie seit Jahren keinen Urlaub mehr machen können und Lateinamerika habe sie schon immer fasziniert. Zwei Monate wäre sie insgesamt weg und würde dabei fast den gesamten Kontinent bereisen.

Sarah und Deborah freuten sich sehr für sie. So würde Sarahs Mutter endlich mal etwas anderes als immer nur den Hof sehen und auch neue Leute kennen lernen. Sie waren sich aber auch sicher, dass sie den Hintergedanken hatte, die Beziehung zwischen ihnen zu festigen, indem sie sie als Paar eine Weile ganz alleine agieren ließ.

Die Hoffnung auf ein Enkelkind hatte sie ja noch nicht aufgegeben und so könnten Sarah und Deborah endlich einmal ganz in Ruhe ausprobieren, ob es auch im Alltag zwischen ihnen beiden funktionierte, was sie gar keine schlechte Idee fanden. Auch wenn kaum jemand es wusste, hatten sie so richtig „normale“ Tage in ihrer Beziehung bislang ja tatsächlich noch nicht gehabt.

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Ankunft

Schon ein paar Tage nachdem Sarahs Mutter, ausgestattet mit zwei großen Koffern und einem großen Sonnenhut, den sie sich extra gekauft hatte, abgereist war, rief Jessica bei Deborah an.

„Schulze hat sich gekümmert. Es war ihm sogar richtig wichtig und er hat seine Kontakte spielen lassen. Hätte ich dem Kerl gar nicht zugetraut.“

„Und?“ Deborah konnte kaum erwarten zu hören, was er erreicht hatte.

„Nun, ihr dürft Bobo und Nono tatsächlich zu Euch nehmen. Mit einer Einschränkung: wenn sich ein Zoo findet, der sie haben will und ihnen artgerechte Bedingungen bietet, müsst ihr sie wieder abgeben. Ich weiß, das macht bei den beiden nicht viel Sinn. Aber so können sie wenigstens dem Gesetz Genüge tun.“

Deborah war das im Moment egal. Bobo und Nono würden nicht eingeschläfert und sie würde sich um die beiden kümmern können, um sie wieder aufzupäppeln. Das reichte ihr.

„Wann können sie kommen?“ Es konnte ihr jetzt gar nicht schnell genug gehen, die beiden aus dem Tierheim herauszuholen.

„Nachdem das jetzt entschieden ist, steht einem Umzug eigentlich nichts mehr im Wege. Wenn Du willst, organisiere ich den Transport, dann sind die beiden spätestens übermorgen bei Euch. Wir haben ja gute Kontakte zu Tierspeditionen wegen unserer Tierversuche.“

„Oh, ja, das wäre wirklich toll!“ Deborah ignorierte einfach die letzten Worte, dankte Jessica noch und sagte ihr, sie solle bitte auch Dr. Schulze herzlich danken. Dann beendete sie das Gespräch und rief Sarah im Gästehaus an, um ihr die tolle Neuigkeit mitzuteilen. Sie würden ja noch so viel vorbereiten müssen bis übermorgen.

Sarah freute sich tatsächlich auch über die Nachricht und kam sofort nach Hause, um mit ihr gemeinsam zu planen und ein Zimmer für Bobo und Nono vorzubereiten. Es war fast wie damals bei Max und Moritz und Deborah war so aufgeregt, dass sie permanent redete.

„Das Gute ist, dass die beiden stubenrein sind. Wenn sie es im Tierheim jetzt nicht verlernt haben. Aber dann bringe ich es ihnen wieder bei. Und sie können saugen und putzen. Damit haben sie Beschäftigung und wir weniger Arbeit. Sie sind wirklich ganz pflegeleicht. Und ganz lieb. Es wird alles wunderbar funktionieren. Das verspreche ich Dir. Du wirst kaum merken, dass sie da sind.“

Nach zwei Tagen stand dann tatsächlich der Tiertransporter mit der großen Holzkiste, in die man Bobo und Nono gesteckt hatte, vor der Tür. Der Fahrer klingelte, sagte über die Sprechanlage, wer er war und entlud schon seinen Hubwagen, als Deborah ganz aufgeregt nach draußen kam. Sie hatte sich heute extra freigenommen und nur noch schnell bei Sarah angerufen, um ihr Bescheid zu sagen.

„Wo soll ich die Kiste hinstellen? Ich bringe sie sonst immer bis hinter die Labortür.“ Er war sichtlich überrascht, als Deborah ihm sagte, er solle sie einfach nur öffnen und die Affen herauslassen.

„Wirklich? Hier draußen? Wenn die Biester abhauen, bin ich dann aber nicht verantwortlich, das ist klar, gell?“

„Nein, natürlich nicht. Aber die beiden hauen bestimmt nicht ab.“

Er holte eine Brechstange und öffnete den Deckel mit den Luftlöchern. Sobald er entfernt war, steckten Bobo und Nono blinzelnd den Kopf hinaus und schauten sich um. Als sie Deborah sahen, waren sie mit einem Satz draußen, rannten auf sie zu und flogen ihr um den Hals, überglücklich sie wiederzusehen. In dem Moment fuhr auch schon Sarah vor und sprang aus dem Auto.

„Das ist das erste Mal, dass ich in einem Labor bin und die Affen fliegen den Mitarbeitern um den Hals. Sonst sind sie immer total verängstigt“, stellte der Fahrer überrascht fest.

Es war Sarah, die antwortete: „Das ist hier kein Labor, sie sind hier zuhause. Und wir sind keine Mitarbeiter, sondern ihre Familie.“

Der Fahrer sagte nun nichts mehr, kratzte sich am Kopf und holte einen Zettel aus dem Fahrerhaus. „Sie müssen mir den Empfang noch quittieren.“

Sarah unterschrieb den Lieferschein und Deborah fragte „Haben die beiden denn genug zu essen und zu trinken bekommen?“

Der Fahrer zeigte wortlos auf Bananenschalen und leere Wasserflaschen in der Kiste, lud sie dann wieder auf seinen Wagen und verabschiedete sich.

Sarah und Deborah nahmen nun jede einen der Affen an die Hand und Deborah sagte: „Kommt mit, wir zeigen Euch Euer neues Zuhause.“

Im Haus kamen sie dann aber nicht weiter als bis zum Wohnzimmer. Bobo und Nono waren momentan nämlich gar nicht neugierig auf ihr neues Heim. Alles was sie interessierte war, dass sie wieder mit Deborah zusammen waren. Sie suchten nur ihre Nähe und konnten gar nicht aufhören, sie zu streicheln und zu küssen.

Wie schon in Polen belegte Bobo dabei Deborah ziemlich mit Beschlag, so dass Nono entschied, sich wieder, wie schon im Tierheim, auf Sarah zu konzentrieren. Die war auch ganz offen, ließ sich von ihm umarmen und drücken und kraulte und streichelte ihn zurück, was er sichtlich genoss.

„Die sind ja wirklich furchtbar lieb, die beiden“, stellte Sarah kurz darauf fest. „Ein bisschen streng riechen sie aber schon, nicht? Und das Fell fühlt sich auch ziemlich filzig an.“

„Ist ja auch kein Wunder, die hat bestimmt seit Wochen keiner mehr richtig gewaschen. Und dünn sind sie geworden. Ich denke, wir duschen sie erst einmal ab und machen ihnen dann etwas zu essen. Vorher sollten wir aber schauen, ob sie mal müssen nach der langen Fahrt. Ich hoffe, sie sind noch stubenrein nach der ganzen Zeit in den Käfigen.“

Sie führte die beiden zur Gästetoilette, die sie ab jetzt für sie reserviert und deshalb alles Unnötige entfernt hatten. Tatsächlich schienen Bobo und Nono richtig erfreut, sie benutzen zu können. Sarah war überrascht, als sie sah, dass die beiden tatsächlich wussten, wie man ein WC benutzt und sogar die Spülung betätigten. „Die sind ja wirklich wie Kinder.“

„Toll, nicht. Ich möchte aber nicht wissen, mit welchen Methoden ihr erster Besitzer es ihnen beigebracht hat.“ Deborah fühlte gerade so etwas wie stolz auf Bobo und Nono, weil sie Sarah offensichtlich beeindruckten.

Nachdem die Affen fertig waren, nahmen die Frauen die beiden mit ins Badezimmer.

„Nono scheint Dich ja richtig zu mögen, Sarah. Dann kannst Du ihn auch gleich abbrausen. Vielleicht am besten in der Badewanne, da habt ihr beide mehr Platz. Ich packe Bobo derweil in die Dusche, das ist er aus Polen ohnehin so gewohnt.“

Sie platzierten die Affen in Dusche und Badewanne, ließen die Brausen etwas warm vorlaufen und fingen dann an, Bobo und Nono abzuduschen, was denen nicht besonders gefiel, sie aber trotzdem mit sich machen ließen.

Weil sie Bobo in Polen immer nackt abgeduscht hatte, merkte Deborah erst jetzt, wie nass sie selber dabei wurde. Dauernd bewegte er sich, fasste sie an oder versuchte, sie zu drücken, wobei sie die ganze Nässe seines Fells abbekam. Sie legte deshalb schnell ihre Kleidung ab und stieg, wie in Polen, nackt zu ihm in die Dusche, was es auch viel einfacher machte, ihn mit Shampoo einzuseifen.

Sarah, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatte, schaute sich das an, tat es ihr dann gleich und stieg ebenfalls nackt zu Nono in die Wanne. Weil so viel herausspritzte, nachdem sie das Wasser aufgedreht hatte, ging sie sogar in die Hocke und seifte Nono auf Augenhöhe ein. Dabei stellte sie fest, dass er offenbar eine Dauererektion hatte und sein Penis direkt vor ihren Augen steil nach oben ragte.

„Du, Deborah. Ist sein Pimmel eigentlich immer so steif?“

„Das ist absolut normal bei Bonobos. Die haben eine unglaubliche Potenz und bieten auch Fremden sofort Sex an als Zeichen ihres guten Willens. Ist also ein positives Zeichen. Kannst Du aber ruhig so mitwaschen, du wirst ihn eh selten schlaff sehen.“

Sarah bezog seine Geschlechtsorgane daraufhin in ihre Reinigungsbemühungen mit ein, was Nono sichtlich zu gefallen schien. Während seine großen Hoden sie gar nicht so sehr überraschten, immerhin waren die der Eber noch viel größer, beeindruckte sie doch die Härte und Wärme seines Penis, die sie so zum ersten Mal fühlte. Die der Eber waren ja nur weiche Schläuche.

Nachdem sie den ganzen Schaum wieder abgespült hatten, trockneten Deborah und Sarah die Affen und sich selbst gründlich ab und sahen sich zufrieden an. „Sehen doch gleich viel besser aus, die beiden. Und vor allem riechen sie jetzt gut.“ Weil sie ihr eigenes Shampoo verwendet hatten, verströmten Bobo und Nono jetzt nämlich Sarahs und Deborahs Lieblingsduft.

Immer noch standen aber ihre Phalli wie eine eins und nun begannen sie auch noch, sie an Deborahs nackten Beinen zu reiben. Die wusste genau, was das hieß, hatte sie es doch in Polen oft genug erlebt. Und sie wusste auch, was es bedeutete, wenn sie es verweigerte.

Einen Moment zögerte sie noch, dann fragte sie mit vorsichtiger Stimme: „Sarah, hättest Du etwas dagegen, wenn ich mit den beiden etwas kuschele? Ich weiß, sie brauchen das jetzt nach der langen Zeit in Gefangenschaft. Ich verschwinde mit ihnen auch ins Schlafzimmer, damit Du nicht zuschauen musst.“

Sarah war überrascht. „Du meinst so richtig kuscheln? Wie Du mir erzählt hast?“

Deborah nickte „Ja. Bonobo-Kuscheln halt. Ich denke, sie brauchen jetzt körperliche Nähe, damit sie wissen, dass wir immer noch zusammengehören und sie jetzt hier bei uns zuhause sind.“ Sie machte eine kurze Pause. „Es sei denn natürlich, es macht Dir etwas aus. Dann tue ich es selbstverständlich nicht.“

Sarah zögerte. „Ich weiß, ehrlich gesagt nicht, ob es mir etwas ausmacht. Bei den Ebern fand ich es ja sogar spannend, aber das war auch reine Besamung. Vielleicht erotisch, aber ohne jedes Gefühl. Die beiden hier lieben Dich aber abgöttisch und Du magst sie auch. Das ist schon anders.“ Sie machte eine kurze Pause. „Kann ich vielleicht mitkommen, um es mir anzuschauen? Danach kann ich Dir genau sagen, was ich dabei empfinde.“

Ein Lächeln huschte über Deborahs Gesicht. Das hatte sie nicht erwartet. Es war schön, dass Sarah das jetzt mit ihr teilen wollte und dabei ganz offen und vorbehaltlos war. Bei ihren Besamungen durch die Eber war es gerade Sarahs Mitwirken gewesen, die sie zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht hatten. Sie gab ihr einen Kuss.

„Natürlich, gerne. Dann siehst Du auch, warum es eigentlich mehr Kuscheln als Sex ist. Und wenn Du dann trotzdem ein Problem damit hast, müssen wir uns halt etwas einfallen lassen. Ich mache nichts, das Dich verletzt.“

Nackt wie sie waren, gingen sie mit den beiden Bonobos an der Hand ins Schlafzimmer. Dort schob Deborah mit wenigen Handbewegungen die Decken von Sarahs und ihrem eigenen Bett, legte sich rücklings auf die Matratze, so dass ihr Kopf bequem auf ihrem Kissen gebettet war, und spreizte dann die Beine ein wenig, wie sie es in Polen so oft als Zeichen an die beiden getan hatte.

Die Affen wussten, dass sie jetzt bereit war, ihren Körper mit ihnen zu teilen. Sofort waren auch sie auf der Matratze, doch wie so oft war Bobo der schnellere und drängte sich sofort zwischen ihre Schenkel. Deborah hob das Becken ein wenig und dann spürte sie Bobo auch schon eindringen und mit sanften Stößen vordrängen. Dabei drückte er seinen weichen Körper fest gegen ihren, wobei er bemüht war, Augenkontakt mit ihr zu halten, um bloß keine Regung in ihrem Gesicht zu verpassen.

Dieses Gefühl, wie er ihre warme, enge Weiblichkeit begehrte und genoss, hatte sie richtig vermisst. Sie schloss die Augen, streichelte zärtlich seinen Kopf und seinen Körper und genoss ihre intime Verbundenheit. Bobo zeigte ihr gerade wieder, wie sehr er sie mochte und brauchte und sie konnte und wollte es ihm zurückgeben. Deshalb schloss sie jetzt ihre Beine um seinen schlanken Körper, streichelte und kraulte ihn weiter mit beiden Händen und redete leise und sanft auf ihn ein.

Kurz darauf spürte sie auch schon, wie er sich heftig atmend in kräftigen, pulsierenden Schüben, die gar nicht mehr aufzuhören schienen, in sie ergoss. Er gab seinen Samen in sie und sie ließ es bereitwillig zu. In diesem Moment wussten beide, dass sich nichts geändert hatte und sie weiterhin ein Rudel waren. Bobo gehörte zu ihr und sie gehörte zu ihm. Näher hätten sie sich in diesem Augenblick nicht sein können.

Nachdem er auf diese Weise wieder dies beruhigende Gefühl der Zusammengehörigkeit bekommen hatte, zog sich Bobo jedoch nicht aus ihr heraus, sondern blieb tief in ihr, legte sich auf ihren Bauch und bettete seinen Kopf auf ihre Brust. Offensichtlich wollte er ihr noch einen Moment ganz nah sein und sie allein für sich haben. Aber auch Deborah genoss diese Nähe und wollte sie noch nicht beenden.

Abgesehen davon, dass sie seine Zärtlichkeit ohnehin genoss, ging sie intuitiv davon aus, dass er der Vater des Babys war, das gerade in ihrem Bauch heranwuchs. Er hatte in Polen als Erster seinen Samen in sie gegeben und auch bei den Ebern war ja Moritz, der sie als Erster besamt hatte, der Vater ihrer Kinder gewesen. Irgendwie waren sie sich also gerade als Familie so nah, wie man sich nur sein konnte. Das war unglaublich schön und sie wollte es genießen, so lange sie konnte.

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Sarah

Sarah hatte fasziniert beobachtet, wie Bobo erst von Deborahs Körper Besitz ergriff und dann in einem heftigen Orgasmus den Inhalt seiner großen Hoden so kraftvoll und in so großer Menge in sie hineinpumpte, als wollte er ihr Rudel mit diesem einen Akt verzehnfachen. Sie sah aber auch, dass Deborah dabei zwar keinen Höhepunkt bekam, aber dennoch deutlich erregt war und ihre körperliche Vereinigung sichtlich genoss.

Nun, nachdem der sexuelle Teil vorbei war, schienen die beiden in ihre eigene, völlig entspannte Welt der körperlichen Nähe abzutauchen. Dass ihre Geschlechtsorgane vereinigt waren und sie sicher auch erotische Gefühle hatten, war dabei nur ein Aspekt ihres Zusammenseins. Es ging gerade nicht vorrangig um Sex, sondern sie genossen vor allem die Berührung und Vertrautheit des anderen. Nur ab und zu bewegte einer von beiden das Becken, um den anderen zu spüren und ihm schöne Gefühle zu bereiten. Und keiner machte den Eindruck, als wolle er es schnell beenden.

Sie verstand jetzt, was Deborah meinte, wenn sie sagte, das sei auch jenseits von Sex der ultimative Ausdruck von Rudelzusammengehörigkeit. Näher konnten sich zwei Lebewesen nicht kommen. Zum Glück verspürte sie jedoch keine Eifersucht. Es war eher so, als wenn sie eine Mutter beobachtete, die nackt ihr Kind stillte und herzte, das auf ihrem Bauch liegt. Unglaublich intim, aber auch zärtlich und gefühlvoll. Ein bisschen beneidete Sarah Deborah sogar um diese Erfahrung und konnte auch nicht verhehlen, eine gewisse sexuelle Erregung zu verspüren. Jessica hatte Recht gehabt. So komisch es klang, auch sie fand Sex mit Affen durchaus erotisch.

Sarah sah aber auch, wie der arme Nono verzweifelt versuchte, ebenfalls Teil dieses Gemeinschaftsgefühls zu werden, indem er sich seitlich an Deborah ankuschelte und immer wieder vergebens bemühte, zumindest etwas Aufmerksamkeit von ihr zu bekommen. Wie so häufig zuvor spielte er aber wieder nur die zweite Geige.

Er tat Sarah richtig leid, wie er da so verloren saß und dabei mit seinen traurigen, dunklen Augen abwechselnd zwischen ihr und Deborah hin und her schaute, als könnte sie ihm helfen. Plötzlich verspürte sie den intensiven Drang, ihn zu trösten, setzte sich auf den Rand ihres eigenen Bettes und streckte die Arme aus.

„Komm zu mir, kleiner Nono, Deborah ist im Moment zu beschäftigt. Gib´ ihr einfach noch etwas Zeit.“

Mit zwei Sätzen war der Affe auf ihrem Schoß, legte seine Arme um ihren Hals und drückte sich dann so fest an sie, dass sie seinen Herzschlag spüren konnte. Sein warmer, weicher Körper mit dem wohlriechenden, noch etwas feuchten Fell fühlte sich dabei richtig angenehm auf ihrer nackten Haut an. Sarah schloss ebenfalls ihre Arme um Nono, er legte den Kopf auf ihre Schulter und sie konnte die Zuneigung förmlich spüren, die er ihr gerade entgegenbrachte.

„Ist ja gut, kleiner Nono. Ich mag Dich doch auch“, streichelte sie ihm über den Kopf und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Weil er ihr schwer wurde und es so auch etwas unbequem war, ließ sie sich mit Nono im Arm langsam nach hinten sinken und drehte ihren Körper etwas, so dass sie ihren Kopf auf das Kissen betten konnte. Nono lag nun, wie Bobo bei Deborah, auf ihrem Körper, den Kopf auf ihrer Brust. So war es richtig bequem und sie empfand sein Gewicht sogar als sehr angenehm. Nicht zu leicht und nicht zu schwer.

Deborah, die die Bewegung auf dem Bett neben ihr bemerkt hatte, öffnete kurz die Augen und schaute sie an. „Das ist lieb von Dir, danke. Ich habe immer so ein schlechtes Gewissen wegen Nono. Er braucht das doch auch.“ Dann schloss sie die Augen wieder und versank erneut in ihre intime Zweisamkeit mit Bobo.

Sarah schloss daraufhin ebenfalls die Augen und spürte nun intensiv den warmen, weichen Körper von Nono, der sich weiter fest an sie schmiegte, das Kitzeln seines Fells und das Schlagen seines Herzens. Es war wirklich so, als hätte sie ein kleines Kind auf dem Bauch, das gemocht und liebkost werden wollte. Wie Deborah begann sie, ihn sanft zu streicheln und zu kraulen und ihm leise und liebevoll ins Ohr zu flüstern.

Sie fühlte sich plötzlich irgendwie verantwortlich für Nono und wollte ihm die Nähe geben, das Empfinden von Zuneigung und Sicherheit, das er so brennend suchte. Es war ein Gefühl der Fürsorge, wie bei einem Kind, das man liebte, dem man eine Freude machen und dessen glückliches Lachen man sehen wollte. Nono genoss ruhig atmend ihre Liebkosungen und schien unendlich glücklich zu sein, dass es nun auch jemanden allein für ihn und sein Bedürfnis nach Zuwendung und Zärtlichkeit gab, ohne die dauernde Konkurrenz zu Bobo. Das war wohl die Rudelbildung durch Kuscheln, die Deborah versucht hatte, ihr zu beschreiben, und Sarah merkte, wie sie dabei selbst völlig entspannte.

Gleichzeitig spürte sie aber auch den Druck seines warmen, harten Penis auf ihrem Unterleib, den Nono immer wieder sachte, aber doch sehr deutlich an ihr rieb. Er war halt kein Kind, sondern ein sexuell aktiver und besonders potenter Affe und sie für ihn ein Weibchen, das er gerne in seinem Rudel gehabt hätte, was er ihr damit deutlich zeigte.

Noch nie war ihr ein männliches Genital so nahe gekommen und dieses drückte auch noch zweifellos sexuelles Verlangen aus. Nono wollte ihr noch näher kommen, in sie eindringen, den ultimativen Beleg, dass sie zu ihm gehörte. Gleichzeitig begann er vorsichtig an ihren Brustnippeln zu spielen, wie sie es auch auf dem Videostream beobachtet hatte, als er es bei Deborah getan hatte, um sie sexuell zu stimulieren. Nono wollte wohl auch ihr schöne Gefühle bereiten und so ihre Bereitschaft zur Paarung erhöhen. Er warb um sie.

Diese Berührungen und die körperliche Nähe, kombiniert mit dem gerade entstehenden Gefühl der Bindung, lösten bei ihr tatsächlich starke erotische Gefühle aus und sie merkte, wie sie sogar etwas feucht wurde.

Just in diesem Moment fing Bobo neben ihr wieder an sich schneller zu bewegen und dabei auch heftig zu atmen, während Deborah ihn ebenfalls schnell atmend fest an sich presste. Offensichtlich bekam er gerade einen weiteren starken Orgasmus und ejakulierte in Deborah, die ihm dies Höchstmaß an Verbundenheit nochmals gewährte, als wäre es das normalste von der Welt.

Sarah blickte auf Nono, der sein Genital nun noch fester gegen sie drückte und auch ihre Brüste intensiver liebkoste. Die Vereinigung von Bobo und Deborah schien ihn deutlich zu erregen, so dass er sein Werben um sie noch einmal verstärkte. Aber auch Sarah ließ nicht kalt, was ihre geliebte Partnerin da gerade mit dem haarigen Wesen auf ihr erlebte und spürte, wie das Blut in ihre Genitalien schoss.

Vielleicht war es die so entstandene erotische Atmosphäre im Raum, vielleicht ihr Verlangen, ihm noch mehr Nähe zu geben, möglicherweise aber auch einfach nur Neugier und Abenteuerlust. Jedenfalls spreizte sie, ohne viel darüber nachzudenken, wie automatisch ihre Beine ein wenig und zog sie auch etwas an, so dass sich der Zugang zu ihrer anschwellenden Weiblichkeit öffnete.

Nono kannte dies Zeichen von Deborah und zögerte keinen Moment. Er brachte seine Beine geschickt zwischen Sarahs Oberschenkel, rutschte ein Stück nach unten und dann fühlte sie auch schon, wie sein Penis suchend über ihre Schamlippen und ihre Klitoris strich. Instinktiv hob Sarah ihr Becken ein wenig und dann spürte sie bereits, wie er in sie eindrang. Sie gewährte Nono Nähe und er nahm sie dankbar an.

Nie hatte sich Sarah vorstellen können, mit einem Mann zu schlafen, und nun war es ausgerechnet ein knuddeliger Affe, groß wie ein zehnjähriges Kind, der als erstes männliches Wesen ihren Körper bis zum letzten bekam. Und sie fand es in diesem Moment sogar vollkommen richtig und konsequent. Nicht, weil sie unbedingt Sex wollte, sondern als Teil ihrer gegenseitigen Zuneigung. Sie streichelte Nono den Kopf und zog die Beine noch etwas an, damit er tiefer in sie gelangen, sie ihn noch deutlicher spüren konnte. Wenn es schon geschah, sollte ihre Vereinigung so intensiv wie möglich sein.

Nono wandte seinen Blick nicht von ihrem Gesicht, als er sich jetzt vollständig in ihr versenkte und begann, rhythmisch zu stoßen, während er sie mit seinen kräftigen Armen überraschend fest an der Hüfte hielt. Sarah stellte fest, dass es ein sehr angenehmes Gefühl war, wie sein warmer, harter Penis sich in ihr bewegte. Er war wie ein großer, massierender Finger, genau wie Deborah gesagt hatte. Dazu Nonos warmes, weiches Fell, das ihre Haut und ihre Klitoris streichelte und das warme Gewicht seines Körpers, der sich gegen sie presste, während seine massiven Hoden rhythmisch gegen ihren Damm schlugen. Zum ersten Mal fühlte Sarah sich beim Sex als die rein Nehmende und fand diese ungewohnte Passivität durchaus aufregend. Sie war gerade die weiche Scheide, die sein stoßendes Schwert aufnahm.

Mit geschlossenen Augen drückte sie ihm ihr Becken entgegen, um ihre Sinne all diese neuen Eindrücke aufnehmen zu lassen. Kurz darauf spürte sie dann auch schon, wie er sich schneller bewegte und dabei versuchte, bei jedem Stoß möglichst tief in sie zu gelangen. Sarah wusste, dass er gleich kommen und Abermillionen hochaktiver Spermien in sie geben würde. Und sie wusste auch, dass es gerade die Zeit ihres Eisprungs war, er sie damit also, zumindest theoretisch, befruchten konnte, wie Jessica gesagt hatte. Sie könnte ein Kind von Nono bekommen. Was für ein spannender Gedanke.

Noch könnte sie es verhindern, ihn aus sich herausrutschen lassen. Aber das wollte sie gar nicht. Im Gegenteil schlang sie ihre Beine um Nonos Körper und drückte ihn noch etwas fester gegen sich, damit er keinesfalls herausglitt, sondern möglichst tief in ihr blieb, wenn er explodierte. Sie, die Lesbe, die schon hunderte Sauen besamt hatte, wollte jetzt endlich erleben, wie es ist, selbst besamt zu werden. Und zwar richtig. Mit allen Konsequenzen.

Da spürte sie auch schon, wie Nono heftig zuckte und es tief in ihr pulsierte. Er kam und das, nach der langen Zeit der Abstinenz, wohl ziemlich heftig. Sie konnte jeden Pumpstoß, mit dem er seinen Samen in sie gab, ganz deutlich in ihrer Scheide spüren und dann auch, wie sich sein Sperma warm in ihr verteilte.

Sarah fand dieses Gefühl unglaublich aufregend. Sperma aufzunehmen war schließlich etwas völlig Ungewohntes, Neues für sie. Es fühlte sich aber durchaus nicht unangenehm oder falsch an. Im Gegenteil. Sie stellte fest, dass ein Liebesakt mit Sperma ganz anders war, als wenn sie mit Deborah oder einer ihrer früheren Liebhaberinnen zusammen gewesen war. Er war noch intensiver, noch aufregender. Dabei war es nicht so sehr das Gefühl des Penis selbst, das sie so erregend fand. Das war ihr nicht neu, schließlich hatten Deborah und sie diverse Vibratoren und sogar einen Umschnalldildo in Penisform, die sie oft und gerne in ihr Liebesspiel einbezogen. Es war das Sperma selbst.

Weil die Sauen ihre Besamung stets völlig stoisch und unaufgeregt über sich hatten ergehen lassen, hatte sie bislang nie richtig nachvollziehen können, warum Deborah und die anderen Probandinnen es so aufregend gefunden hatten, so viel Ebersperma aufzunehmen und in ihrem Körper zu halten. Nun fing sie an, es zu verstehen.

Nono hatte gerade etwas in sie gegeben, aus dem in ihr ein Kind entstehen konnte. Seine Spermien machten sich gerade auf den Weg zu ihrer Eizelle, um zu versuchen, mit ihr zu verschmelzen und neues Leben zu schaffen. Sie hatte es ihm gewährt und konnte nun nichts mehr dagegen tun.

Was, wenn er sie gerade tatsächlich geschwängert hatte? Ihr Körper würde eine ganz neue Funktion bekommen und das Sperma war der Auslöser. Es war dieses „Mehr“ über die Lust hinaus, das es so anders und spannend machte, sie aber auch etwas irritierte. Irgendwie fühlte sie sich noch einmal auf ganz spezielle Weise entjungfert, aber auch fraulicher. Zum ersten Mal in ihrem Leben war es beim Sex um Fortpflanzung, die eigentliche, natürliche Funktion ihrer Geschlechtsorgane gegangen. Ihr erster echter Geschlechtsverkehr.

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Rudel

Anders, als es sonst für ihn so typisch war, zog Nono sich nach seinem Erguss nicht wieder aus Sarah heraus, sondern blieb hart und tief in ihr, wie es sonst Bobo bei Deborah tat. Dabei legte er sich wie der auf ihren Körper, bettete seinen Kopf auf ihre Brust und schaute sie sehnsüchtig von unten an. Er wollte Sarah wohl für sich reklamieren und dies ihr, aber auch Bobo deutlich zeigen. Der mochte Deborah haben, aber Nono hatte jetzt Sarah.

Die tat ihm gerne den Gefallen, streichelte und liebkoste ihn und sprach leise auf ihn ein, während sie weiter das Gefühl des harten, warmen Penis in ihr genoss, der sie bei jeder Bewegung sanft stimulierte und eine schöne Ergänzung zu dem warmen, weichen Körper auf ihr war. Wie Deborah bekam sie dabei keinen Orgasmus, es war aber eine sehr schöne, erotische Erfahrung.

Ihr war klar, dass es Nono gerade nicht nur um Sex oder Fortpflanzung gegangen war. Er hatte sie mit seinem Samen auch „markiert“, ein klares Zeichen gesetzt, dass sie jetzt ein Rudel bildeten und zusammengehören.

Das war ihr überraschenderweise gar nicht unangenehm. Nono machte ja keinen Besitzanspruch geltend oder wollte sie dominieren. Es fühlte sich eher an, wie wenn ein Hund sie gerade zu seinem Frauchen erkoren hätte und von nun an treu zu ihr hielt. Und das war doch etwas Schönes. Allerdings hatte man, wenn einem so viel Vertrauen und Zuneigung entgegengebracht werden, auch Verantwortung, das wusste Sarah.

Deborah, die nun wieder die Augen öffnete, realisierte ungläubig, was da offensichtlich gerade geschehen war, während sie in ihren eigenen sexuellen Akt mit Bobo abgetaucht gewesen war.

„Ist er echt in Dir drin?“, fragte sie leise, aber mit erkennbarer Überraschung in der Stimme.

Sarah öffnete gleichfalls die Augen und antwortete ebenfalls ganz leise: „Ja. Und er ist sogar in mir gekommen. Ganz viel. Ich habe sein Sperma ganz deutlich gespürt, als er gespritzt hat. Gerade bin ich zum ersten Mal selbst besamt worden.“ Es war unüberhörbar, wie sehr dies Erlebnis Sarah aufwühlte.

Bei dem Wort „besamt“ musste Deborah schmunzeln, zeigte es doch, wie Sarah als Lesbe und professionelle Züchterin das Thema Sperma bisher gesehen hatte. Sie hatte deshalb aber auch Sorge, dass Sarah ein Problem damit haben könnte, weil sie es zu mechanisch sah, wie bei den Sauen. Wie sollte es ohne zumindest etwas Zuneigung und Spaß daran aber funktionieren mit ihr, dem Baby, Bobo und Nono? Um ein bisschen Bonobo-Leben kam sie doch gar nicht herum.

„Und? War es schlimm?“, fragte sie daher vorsichtig.

Sarah überlegte kurz. „Nein, überhaupt nicht. Nur neu und ungewohnt. Ich glaube, weil er kein Mann ist, sondern ein Tier, habe ich überhaupt kein Problem damit. Ich habe ja auch schon hunderte Eberschläuche in der Hand gehabt und gemolken. Es war sogar irgendwie sehr schön und aufregend und ich glaube, ich könnte mich an den Gedanken eines Rudels mit Nono und Bobo durchaus gewöhnen.“

Bei diesen Worten durchfloss Deborah ein Glücksgefühl. Sarah hatte Nonos Zärtlichkeit und die körperliche Vereinigung mit ihm nicht nur akzeptiert, sie fand es sogar schön. Und sprach bereits von ihrem Rudel. Das heißt, sie würden mit Bobo und Nono so leben können, wie die es brauchten, ohne sich voreinander verstecken oder schämen zu müssen. Sarah, Bobo, Nono und dann auch noch das Baby zum Kuscheln und Liebhaben. Ihr Leben würde wunderbar sein.

Sie rückte ein bisschen auf Sarah zu, so dass sie ihr einen zärtlichen Zungenkuss geben konnte. „Du bist wirklich unglaublich, Sarah und ich habe so ein Glück, dass ich mit Dir zusammen sein darf.“

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Gangbang

Als Bobo nach einigen Minuten selig von Deborah abstieg, tat Nono es ihm kurz darauf gleich. Die beiden Affen setzten sich nebeneinander auf das Bett und betrachteten ausgiebig die beiden hübschen Weibchen ihres Rudels, die nackt und von ihnen begattet vor ihnen lagen und ihnen damit klar gezeigt hatten, dass sie zu ihnen gehören wollten. Die Traurigkeit, die ihre Gesichter im Tierheim angenommen hatten, war jetzt einem sehr zufriedenen, ausgeglichenen Ausdruck gewichen. Sie schienen in ihrem neuen Zuhause und bei ihrem neuen Rudel angekommen.

Deborah und Sarah waren aber auch glücklich, dass alles so gut passte. Da sie es, trotz aller Lust und der Erotik des Geschehenen, beide nicht bis zu einem Orgasmus geschafft hatten, fingen sie nun an, sich zärtlich zu streicheln, zu küssen und mit Händen und Mündern am ganzen Körper zu stimulieren, ohne sich dabei im Geringsten an der Anwesenheit der Affen zu stören. Im Gegenteil. Deren neugierige, interessierte Augen, wie auch das Sperma der beiden in ihren Körpern, das sie jetzt gegenseitig mit ihren Fingern fühlen und mit den Zungen schmecken konnten, machten ihr Liebesspiel nur noch exotischer und spannender.

Durch die sehr erotische Zärtlichkeit, die Sarah und Deborah sich zeigten, fühlten sich Bobo und Nono sogar animiert, wieder aktiv an diesem Liebesakt teilzunehmen, was die Frauen ihnen in ihrer aufgestauten, unbändigen sexuellen Begierde gerne und ohne jede Einschränkung gewährten.

Die Einbindung der überaus potenten, dauererigierten Penisse, der zwei zärtlichen Münder und der vier zusätzlichen geschickten Hände der Affen gaben ihnen ganz neue Möglichkeiten, ihr Liebesspiel zu gestalten und zu kombinieren. Sie konnten sich an schönen Stellen gegenseitig verwöhnen und gleichzeitig an ein oder zwei anderen stimulieren und penetrieren zu lassen, was Bobo und Nono nur zu gerne ausnutzten. Unterbrochen nur von kurzen Phasen des Schmusens und Knuddelns vereinigten sie sich vollkommen tabulos immer wieder in unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Positionen von Mensch und Affe und hatten dabei jeder mehrere heftige Orgasmen.

Deborah war überrascht, wie ungezwungen und frei von allen Berührungsängsten dabei Sarah Bobo und Nono ihren Körper öffnete, sie in aller Konsequenz einließ und jedem von ihnen erlaubte, tief in ihr mehrere Höhepunkte zu erleben. Tatsächlich war sie sogar die aktivste von allen und forderte geradezu ein, dass sie in all ihren Öffnungen kamen, je öfter, umso besser.

Es war fast, als wollte sie alle Erfahrungen, die Deborah in zwei Wochen gemacht hatte, an einem einzigen Tag nachholen und alle Varianten der Aufnahme von Sperma bis zum letzten auskosten. Dass Sarah das Gefühl eines Penis durchaus genoss, wusste Deborah ja bereits von ihren Dildospielen. Nun lernte sie aber, dass sie auch Sperma genauso aufregend fand wie sie selbst. Es ging also tatsächlich nur um den Kerl dazu, den Sarah nicht brauchte, ansonsten waren sie gar nicht so verschieden. Deborah war froh darüber, denn einen Kerl brauchte sie ja auch nicht mehr, seit sie Sarah hatte, doch den Penis und das Sperma wollte sie nicht unbedingt missen.

Erst nach fast zwei Stunden lagen die beiden Frauen schließlich schweißgebadet nebeneinander, um zu pausieren, jede einen glücklichen, erschöpften Affen im Arm.

Sarah war die erste, die die Sprache wiederfand. „Wow, das war ja unglaublich. Total irre. Ich hätte nie gedacht, dass Sex im Rudel so schön sein kann. Und dass es mir so gefällt, wenn sie in mich spritzen. Es ist so ganz anders, wenn es einem passiert, als wenn man es nur organisiert.“ Sie streichelte Nono über den Kopf. „Ich werde dadurch zwar bestimmt nicht hetero, aber ich mag die beiden wirklich gern und der Sex mit ihnen ist total aufregend. Die können ja einfach immer. Und so viel.“

Sie hatte also gerade die gleiche Erfahrung wie Deborah in Polen gemacht und erlebt, wie es ist, wenn sich Lebewesen wirklich mögen und ohne Schranken, Schamgefühl, Egoismus und Hintergedanken gegenseitig guttun. Nur weil sie es wollen. Deborah war sehr glücklich darüber, würden sie doch völlig unkompliziert zusammenleben können, wenn Sarah genauso empfand wie sie.

„Ich glaube, was wir hier machen, nennt man Polyamorie.“, stellte sie deshalb fest.

„Ein schönes Wort. Und so treffend.“ Sarah betrachtete Nonos schon wieder erigierten Penis und streichelte sanft darüber, worauf der sich sofort wieder enger an sie schmiegte. Sie fand den Gedanken hocherotisch, jederzeit spontan Sex mit ihm oder Bobo haben zu können, ohne sich besonders verpflichten oder dafür schämen oder vor irgendjemandem rechtfertigen zu müssen. Es war eine neue, schöne und aufregende Erweiterung ihrer Partnerschaft mit Deborah.

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Zukunft

Als sie später beim Abendessen zusammensaßen, unterhielten sie sich darüber, wie ihr Leben zusammen mit Bobo und Nono wohl künftig funktionieren würde.

„Ich denke, wir werden ab jetzt viel nackt rumlaufen und kuscheln in der Wohnung. Da muss ich meiner Mutter auf jeden Fall den Schlüssel wegnehmen. Sie wäre bestimmt schockiert, wenn sie überraschend reinkäme und uns so mit den Affen sähe. Das ist bestimmt nicht die Art künstliche Befruchtung, die sie meinte, als sie von Enkeln und Erben für den Hof und das Gästehaus sprach.“, sagte Sarah halb scherzhaft. Aber sie hatte nicht ganz Unrecht, weil Bobo und Nono natürlich viel Sehnsucht nach Nähe hatten. Und sie würden ja den ganzen Tag arbeiten, manchmal auch am Wochenende. Da würden sie in ihnen in der freien Zeit viel Nähe geben müssen.

In Polen hatte sich das Problem nicht gestellt, weil Deborah sowieso stets verfügbar und nackt gewesen war. Aber auch hier würden sie sich ja nicht jedes Mal erst ausziehen können, wenn Bobo oder Nono kuscheln wollte. Außerdem ginge so jede Spontaneität und Unkompliziertheit des Rudels verloren, die es ja gerade erst so schön machte.

„Wahrscheinlich hast Du Recht, Sarah. Und ich denke, wenn das Baby da ist, fange ich auch an, die Pille zu nehmen. Wir wollen ja nicht unendlich viele Bonobo-Babys hier haben. Und außerdem habe ich auch erst einmal keine Lust mehr auf Chimären-Schwangerschaften.“

„Das verstehe ich vollkommen, nach dem, was Du durchgemacht hast. Du wirst Dich aber noch mit Jessica arrangieren müssen. Mit der hast Du schließlich einen Vertrag, dass Du für Cytopharm noch einmal Schweinebabys bekommst.“

„Verdammt, Du hast Recht. Den hatte ich schon ganz vergessen.“

Deborah überlegte einen Moment. Eigentlich wollte sie keine dritte Schwangerschaft, aber sie hatte ja auch eine Verantwortung den vielen kranken Menschen gegenüber, denen damit geholfen werden konnte. Außerdem hatte sie durchaus Lust, sich noch einmal von den Ebern besamen zu lassen, ihr Sperma in ihrem prall gefüllten Uterus zu spüren und Zervix-Orgasmen zu erleben. Und das Geld wäre natürlich auch nicht schlecht, immerhin war der Unterhalt von drei Affen nicht billig.

„Ach, das ist kein Problem. So eine Schwangerschaft dauert ja nur 4 Monate und sobald ich von den Ebern befruchtet bin, kann ja erst einmal sowieso nichts mehr passieren und wir merken gar keinen Unterschied. Nur am Schluss wirst Du Dich dann alleine um Bobo und Nono kümmern müssen, weil ich wahrscheinlich zu dick bin.“

Sarah stellte sich kurz vor, wie es wäre, wenn sie über Wochen allein mit den Affen kuscheln würde und fand den Gedanken durchaus reizvoll. Deshalb sagte sie: „Das geht sicher in Ordnung. Und ich denke, ich werde die Pille nicht nehmen. Bei mir ist es ja sowieso unwahrscheinlich, dass etwas passiert. Es macht den Sex mit den beiden aber irgendwie viel aufregender. Und wenn es doch geschieht, hätten wir vielleicht zwei Kinder, die nicht einmal miteinander verwandt sind und selbst Eltern werden könnten.“

Lana Cusceni (©2018)

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7 Kommentare

  1. Avatar majo

    Danke für diese grossartige Geschichte – etwas vom besten, das hier publiziert wurde! Ich hoffe, du schreibst weiter.

    Antworten
  2. Avatar Chris

    Ich kann mich nur anschließen.
    Würde mich auch freuen wenn es weiter ginge!
    Les deine Geschichten sehr gerne.
    Vllt ist ja Sarah auch schwanger 🙂

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    • Avatar Lana

      Sarah ist im ersten Teil “Das Studio” ausführlich charakterisiert. Es wäre für viele Leser langweilig gewesen, das noch einmal zu wiederholen. Liebe Grüße Lana

      Antworten
  3. Avatar Manu

    Was ich gerne von dir geschrieben haben möchte, wäre wenn Sarah auch von den Ebern besteigen lässt und das sie auch schwanger wird wie Deborah.

    Mit besten Grüßen

    Manu

    Antworten
  4. Avatar Günny

    Ich hoffe das du weiter an der Geschicht weite Fortsetzungen schreibs.
    Deine geschichten sind sehr gut geschieben und lassen sich auch git lesen. Ich hoffe es geht bald weiter.

    Antworten

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