Zurück zum ersten Teil

Wer den ersten Teil bereits abartig fand, kann beruhigt wegklicken, denn auch wenn es insgesamt etwas weniger wild zugeht und ich in diesem Teil erst so richtig für die geballte Ladung Werwölfe Anlauf nehme, wird es doch nicht viel weniger glitschig und feucht-fröhlich.

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Dornröschen

Schnell eilte Claudia durch den Regen in Richtung ihres neuen Zuhauses. Sie umklammerte die beiden Papiertüten mit ihren Einkäufen und versuchte, sie mit ihrem Körper ein wenig abzuschirmen. Wenn sich ihre Einkäufe auf dem regennassen Gehsteig verteilen würden, wäre das ärgerlich.

Sie hielt den Kopf gesenkt und starrte auf den vor ihr liegenden Weg. Nur ab und zu sah sie auf, um zu schauen, ob sie ihren Eingang schon erreicht hatte. Sie wohnte noch nicht lange genug hier, um die einzelnen Vorgärten aus dem Augenwinkel auseinanderzuhalten.

Ach wem wollte sie etwas vormachen? Ihr eigener Vorgarten war sehr wohl auch mit gesenktem Kopf zu erkennen. Er hatte als Einziger keinen ordentlich gemähten Rasen.

In Wahrheit wollte sie niemanden aus ihrer neuen Nachbarschaft sehen. Sie wollte die Blicke nicht wahrnehmen, die man ihr zuwarf. Seitdem sie hierher gezogen war. Und in den Wochen zuvor. Seit … jener Nacht …

Passenderweise donnerte es genau zu diesem Gedanken. So als wäre ihr Leben ein Film. Der dritte Teil von Sieben Zwerge. Dort donnerte es ja auch bei jeder Erwähnung von jener Nacht.

Nur gab es in ihrem Leben kein Happy End. Es war kein Märchen, sondern eine Art Alptraum, aus dem sie einfach nicht erwachen konnte. Sie war Dornröschen und ihr Schlaf dauerte an, weil sich ganz einfach niemand an ihrer Dornenhecke versuchen wollte.

Ein Blitz zuckte über den grauen Himmel und Claudia blickte wieder auf. Sie war beinahe angekommen. Aber das war nicht der Grund, aus dem sie den Kopf nicht sofort wieder senkte.

Auf ihrer Einfahrt stand ein Lieferwagen. Ein einfacher Mietwagen mit dem Logo eines bekannten Autoservices darauf. Und mit geöffneter Hecktür. Kisten und Teile von Möbeln waren darin zu erkennen.

Verdammt …

Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die andere Hälfte des Reihenhauses, das sie bewohnte, wieder vermietet wurde. Aber es hätte nach ihrem Geschmack ruhig etwas mehr Zeit sein dürfen.

Die letzten Mieter waren erst vor einer Woche ausgezogen. Nachdem sie es nicht mehr ausgehalten hatten. Was – wie Claudia sehr genau wusste – ganz allein ihr Verdienst war.

Es war ihre Bürde, dass es niemand mehr in ihrer Nähe aushielt. Es war ein Preis, den sie für etwas zahlte, an das sie sich nicht mehr erinnern konnte. Nur ein ganz vages Gefühl von Hoffnung war geblieben. Hoffnung darauf, dass sie die Bürde nur tapfer lange genug tragen musste, um …

Nun, sie wusste nicht, was dann geschehen würde. Ob überhaupt etwas geschehen würde. Aber sie klammerte sich daran und wagte nicht loszulassen, denn ihr blieb sonst nichts mehr im Leben.

Unwillkürlich sah sie auf ihr Handgelenk. Der lange Streifen roten Stoffs war genau dort. Mehrfach um den Arm geschlungen und fest verknotet. Und man sah ihm an, wie lange er schon getragen wurde.

Claudia konnte sich ihre fast schon an Irrsinn grenzende Besessenheit von diesem Fetzen selbst nicht erklären. Er war ein Symbol für etwas. Etwas Verlorenes. Etwas Wichtiges. Und er roch noch immer danach, wenn sie ihn sich dicht an die Nase hielt. Er beruhigte sie. Und noch ein wenig mehr …

Aber niemand außer ihr schien dieses Gefühl zu teilen. Jeder andere, den sie kannte, fand im Gegenteil den Stoffstreifen abstoßend und manche nahmen einen widerlichen Gestank wahr, der davon ausging.

Es war natürlich absurd, aber irgendwie schien alles, was in den letzten Monaten schief gegangen war, mit diesem Stück Stoff in Verbindung zu stehen.

Nein. Das war wirklich absurd. Unwillig schüttelte Claudia den Kopf, während sie die Straße überquerte.

Nicht ihr ungewöhnliches Armband hatte ihre Beziehung zerstört und sogar ihre beste Freundin in die Flucht geschlagen. Es waren Ignoranz und Besserwisserei, die daran die Schuld trugen.

Claudia hatte ihr Bestes getan, um allen Menschen in ihrer Umgebung zu erklären, dass mit ihr alles in Ordnung war. Sie war weder traumatisiert noch geistesgestört. Und vor allem war sie nicht Opfer einer Vergewaltigung geworden. Aber niemand glaubte ihr.

Sicherlich wäre es hilfreich gewesen, wenn sie sich selbst an die Ereignisse im Park erinnern könnte. Wenn sie wüsste, wie es dazu gekommen war, dass sie völlig verschmiert mit allen möglichen Körperflüssigkeiten von einem Ausflug zurückkehrte, der eigentlich eine etwas seltsame Geburtstagsüberraschung hatte werden sollen.

Aber auch wenn sie sich zugegebenermaßen in der Zeit danach ein wenig seltsam verhalten hatte, war sie doch diejenige, die am besten wissen musste, ob sie traumatisiert war. Oder nicht?

In Gedanken versunken bemerkte sie zu spät, dass eine Person sich rückwärts aus dem Transporter schob. Die eher kleine Gestalt trug eine riesige Kiste und trat der Blondine direkt in den Weg. Die Kollision war unvermeidlich und hart.

Wie in Zeitlupe sah Claudia die Frau nach vorne stolpern und den Halt an der Kiste verlieren, während sie fühlte, wie ihre Einkaufstüten rissen und sich in Wohlgefallen auflösten. Obst, eingepackte Lebensmittel und ein paar andere Kleinigkeiten verteilten sich auf dem Gehsteig. Dann schlug der Karton klirrend auf und gab die darin befindlichen Geschirrteile frei, der sich fröhlich unter die Einkäufe am Boden mischte.

„Scheiße!“, fluchte die Fremde.

Claudia lag etwas Ähnliches auf der Zunge, aber Anblick und Stimme der Frau brachten sie völlig aus dem Konzept. Ihre Kehle schnürte sich zu und sie konnte nur noch starren.

Vor ihr stand eine junge Brünette in schwarzer Jeans und grauem T-Shirt. Sie war offenbar schon ein paar Mal durch den Regen geeilt, denn das Shirt war völlig durchnässt und lag am Körper an wie eine zweite Haut. Ein flacher Bauch und kleine, feste Brüste zeichneten sich deutlich ab. Ebenso wie die vom kühlen Regen sichtbar verhärteten Nippel.

Aber obwohl diese Dinge der verblüfften Blondine durchaus auffielen – und auch gefielen, wie sie eingestehen musste – war es das Gesicht der Fremden, das ihre Aufmerksamkeit fesselte. Sie war einfach wunderschön …

Ein wenig irritiert blickte die Frau sie aus ihren grauen Augen an, die beinahe ein wenig silbrig zu schimmern schienen. Und in diesem Blick lag eine Tiefe, die Claudia die Knie weichmachte.

In der Zeit nach jener Nacht hatte sie ihren Frieden damit gemacht, dass Frauen sich plötzlich auf ihrem Radar zu befinden schienen. Aber noch keine hatte sie so schlicht und einfach umgehauen, wie diese. Es fühlte sich beinahe so an, als würde sich die schreckliche Leere in ihrem Herzen ein klein wenig füllen und nicht mehr ins Bodenlose reichen.

„Tut mir leid“, sagte die Frau nach einer kleinen Weile, in der sie Claudias Blick ganz ruhig ertrug. „Ich hab nicht aufgepasst.“

Nur mit Mühe schaffte es die Angesprochene, sich von der Betrachtung loszureißen. Ziemlich neben der Spur bemerkte sie die ausgestreckte Hand ihres Gegenübers und ergriff sie, ohne nachzudenken.

Erst dann zuckte die Erkenntnis durch ihren Geist, dass sie damit einen Fehler machte. Und sofort versuchte sie, sich gegen die unvermeidliche Reaktion zu stählen.

Sie hatte Wochen Zeit gehabt, bei den verschiedensten Menschen die gleiche Reaktion zu beobachten, wenn sie ihr gegenübertraten. Irgendetwas an ihr war anders. Und es schien eine verstörende Wirkung auf ihre Mitmenschen zu haben.

Ihre Bürde war, dass es – von ihrer besten Freundin bis zum wildfremden Passanten – niemand lange in ihrer Nähe aushielt. Und das Händeschütteln war besonders schlimm. Es ließ die meisten Leute zurückschrecken, als wäre sie eine Giftschlange. Die wenigen, die sich beherrschen konnten, brachen den Körperkontakt so schnell wie möglich ab. Und alle suchten dann möglichst bald das Weite.

Es war kein schönes Gefühl, wenn die Menschen einen auf diese Weise mieden. In etwa so mussten sich Aussätzige im Mittelalter gefühlt haben.

Claudia versuchte, irgendwo noch ein paar Kraftreserven zu finden, um das unvermeidliche Entsetzen im Blick der Frau zu ertragen. Es würde gleich in der nächsten Sekunde Einzug halten und die schönen Augen verschleiern. Und dann würde sie ihre Hand fortreißen, als hätte sie in einen Haufen Scheiße gegriffen.

Und obwohl sie es bereits kommen sah, konnte die Blondine ihren Blick einfach nicht lösen oder ihre Hand selbst zurückziehen. Die Hoffnung starb wohl wirklich erst nach einem langen Todeskampf.

Oder auch nie …

„Ich bin Hilda“, verkündete die Brünette lächelnd und schüttelte fest, aber sanft die Hand. „Ich ziehe gerade ein.“

Claudia konnte wieder nicht antworten. Sie konnte nur auf ihre Hand starren und sich wundern. Während ihr Herz von einem rasenden Panikpuls auf ein hoffnungsvolles Flattern beschleunigte.

„Oh, Shit!“, fluchte Hilda dann, nachdem sie zunächst auf eine Erwiderung gewartet hatte. „Die Sachen. Deine Einkäufe. Das wird ja alles dreckig.“

Schon im nächsten Moment hockte sie sich hin und fing damit an, alle möglichen Dinge auf dem Boden einzusammeln. Aber für Claudia zählte nur, dass sie keine Anzeichen von Furcht zeigte. Kein Ekel. Keine Ablehnung. Sie verhielt sich ganz … normal.

Wie in Trance beugte sie sich hinunter und half fahrig dabei mit, irgendwelche Dinge aufzuheben. Sie machte dabei keinen Unterschied zwischen in Zeitungspapier eingeschlagenen Tassen, Stücken zerbrochener Teller und Äpfeln. Sie wusste nicht einmal, was sie da eigentlich tat.

„Warte“, meinte Hilda plötzlich. „Ich weiß was!“

Und damit sprang sie auf, kletterte in den Transporter und rumorte kurz in dessen Innerem. Noch bevor Claudia zur Besinnung kam, war sie mit einem leeren Wäschekorb wieder draußen. Und gleich darauf sammelte sie die Einkäufe dort hinein.

„Ich helfe dir den Kram nach Hause zu tragen“, verkündete sie fröhlich. „Wo wohnst du?“

Claudia konnte nur langsam den Arm heben und auf ihre Haustür zeigen. Und dann hätte sie sich beinahe auf den Hosenboden gesetzt, als auf dem Gesicht der seltsamen Frau ein strahlendes Lächeln erblühte.

Es huschte nur kurz über die Züge, aber es hatte eine nachhaltige Wirkung auf die Blondine. Sie fühlte ein Kribbeln in ihrem Bauch, dass entweder eine wirklich schlimme Magen-Darm-Grippe werden würde, oder von einer Horde prähistorischer Riesenschmetterlinge stammte.

„Cool“, meinte Hilda und richtete sich auf. „Ich hatte schon befürchtet, meine Nachbarn wären übermäßig redselig.“

Nach einer Verzögerung von einer knappen Sekunde hatte Claudia die Worte verarbeitet. Das verschmitzte Lächeln auf dem Gesicht ihres Gegenübers ergab damit einen Sinn. Sie wurde fast augenblicklich rot.

„Tut … tut mir leid“, stotterte sie. „Ich … ich bin nur … Ich war … Ich hab …“

„Schon okay. Ich find dich auch süß.“

Mit diesen Worten lief Hilda los und steuerte auf die Haustür zu. Und Claudia setzte sich nun tatsächlich auf den Hosenboden.

Natürlich rappelte sie sich sofort wieder auf und schaffte es dann sogar, der anderen hinterherzugehen. Und sie kam auch schnell mit sich überein, sich diesen Wortlaut nur eingebildet zu haben. Bestimmt hatte die Brünette etwas ganz anderes gesagt.

Und außerdem war süß nicht ganz die richtige Formulierung, wie Claudia sich dann mit einem Blick auf den sportlichen Knackarsch ihrer neuen Nachbarin eingestehen musste. Sie fand diese Frau nämlich einfach anbetungswürdig.

Mit zittrigen Fingern schloss sie die Tür auf und ließ die andere Frau eintreten. Nach einer kurzen Orientierungspause steuerte die dann zielstrebig die Küche an. Vermutlich hatte sie schnell realisiert, dass ihre Haushälfte im Prinzip spiegelverkehrt angeordnet war.

Schnell war Hilda daher auch wieder im Flur. Claudia riss sich zusammen und schaffte es inzwischen wenigstens selbst durch die Haustür.

„Falls was verdorben ist, ersetze ich es dir natürlich. Sag einfach Bescheid“, erklärte ihre Nachbarin lächelnd. „Aber jetzt muss ich erst meinen Kram ausladen. Vielleicht können wir ja die Tage mal einen Kaffee trinken, wenn ich mich ein wenig eingerichtet habe?“

Claudia konnte nur wie betäubt nicken. Und dann war die andere Frau auch schon wieder in den Regen verschwunden und ließ eine schmerzende Leere zurück.

Zuerst fühlte sie sich von der tonnenschweren Last der plötzlichen Einsamkeit und Niedergeschlagenheit fast erdrückt. Dann schaltete ihr Gehirn endlich wieder auf normale Geschwindigkeit und sie rief sich zur Ordnung.

Die Frau war nett zu ihrer zukünftigen Nachbarin gewesen. Aber mehr war da ganz sicher nicht. Auch wenn sie nicht so reagiert hatte, wie sonst jeder Mensch mittlerweile auf die Blondine reagierte. Und Claudia selbst war einfach unendlich einsam, weswegen sie sich sofort an diesen einen Hoffnungsschimmer klammerte.

Aber in Wahrheit war da nichts Außergewöhnliches. Sie redete sich nur etwas ein, wenn sie an Interesse seitens der anderen Frau glaubte.

Missmutig, aber wenigstens wieder bei Vernunft, ging sie in ihr Schlafzimmer, um sich die nassen Sachen auszuziehen. Und auf der Treppe hielt sie noch einmal inne, rieb sich kurz die Schläfen und sagte dann zu sich selbst: „Scheiß drauf. Und wenn schon …“

Als sie gleich darauf nach draußen in den Regen trat, musste sie dann keine ihrer schnell zurechtgelegten Aussagen verwenden. Hilda verschwand gerade mit den Resten des großen Kartons im Haus, der ihr heruntergefallen war. Ein wenig erleichtert ging Claudia zum Transporter und sah hinein. Dann atmete sie tief durch und schnappte sich selbst einen der Umzugskartons.

Als sie auf dem Weg ins Haus ihrer neuen Nachbarin begegnete, zog die nicht einmal eine Augenbraue hoch. Stattdessen strahlte sie Claudia an und … warf ihr einen Luftkuss zu.

Fast wären der Blondine daraufhin die Beine eingeknickt. Aber sie fing sich noch rechtzeitig.

Was sich daran anschloss, war ein wunderbarer, feuchter Traum. Auch wenn das vermutlich kein anderer Mensch so gesehen hätte.

Einträchtig und völlig ohne Probleme, sich aufeinander abzustimmen, entluden Claudia und Hilda den Transporter. Kleine Scherze über Hinkelsteine in diesem oder ein Kilo Feder in jenem Paket hätten vermutlich niemanden zum Lächeln gebracht, der sich nicht an der Plackerei beteiligte. Aber bei den beiden Frauen funktionierte es prima.

Claudia kam gehörig ins Schwitzen und entledigte sich ohne das geringste Zögern nach einer Weile ihres Pullovers. Darunter trug sie nur ein dünnes Top, und schon der erste Weg zurück durch den Regen machte dessen Untauglichkeit als Bikinioberteil klar. Aber das war völlig gleichgültig, denn Hilda gefiel es ganz offensichtlich sehr. Sie kam nämlich nicht nur selbst kurz aus dem Tritt, sondern pfiff ihrer neuen Nachbarin auch leise hinterher.

Für Claudia war es ein unwahrscheinlich befreiender Nachmittag im frühsommerlich kühlen Regen, der ihr ganz bestimmt einen schrecklichen Muskelkater und vielleicht auch eine Erkältung einbringen würde. Aber dafür hatte sie zum ersten Mal seit Wochen das Gefühl, kein einsames Alien auf der Erde zu sein. Sie erlebte endlich wieder ein wenig lange vermisste Normalität.

Oder was man so Normalität nennen mochte …

In Hildas Gegenwart taute sie nämlich nicht einfach auf. Sie schmolz wie ein Eiswürfel in der Mikrowelle. Und ihr Verhalten schwankte objektiv betrachtet zwischen kindlicher Gelöstheit und einem eher pubertären Verhaltensmuster.

Sicherlich war sie sich zu einem Teil der Tatsache bewusst, dass sie eine wildfremde Frau immer wieder geradezu anhimmelte. Aber diese Frau nahm ihr das weder krumm, noch zeigte sie Anzeichen von Ablehnung. Es war im Gegenteil so, dass Hilda ganz offensichtlich mit ihr flirtete. Kein Irrtum möglich.

„Wie schaffst du diese megaschweren Kisten bloß?“, fragte Claudia einmal erstaunt. Sie hatte eine davon zu heben versucht und völlig versagt.

„Wenn du so dicke Beine und Arme hättest wie ich, würde dir das leichtfallen“, lautete die Antwort.

„Ich finde deine Beine zum Anbeißen“, murmelte Claudia daraufhin, sobald Hilda ein Stück weit weg war.

„Und ich deinen Arsch“, rief die jedoch gutgelaunt.

Das war doch ziemlich unmissverständlich, oder nicht?

Alle Zweifel vertrieb dann ein Gespräch bei einer kurzen Pause vor den allerletzten Kisten im Transporter.

„Wohnst du allein?“, wollte Hilda wissen.

Claudia nickte und wischte sich die Mischung von Scheiß und Regenwasser aus dem Gesicht.

„Kein Freund, der dir die Nächte versüßt?“, erkundigte sich die Brünette, während sie betont gleichgültig auf ihre Schuhe sah.

„Kein Freund“, bestätigte Claudia. „Und auch keine Freundin.“

Hildas Kopf schnellte hoch und ihre Blicke trafen sich für einen langen, vielsagenden Moment. Ihr Herz schlug Purzelbäume, als sie das feine, zufriedene Lächeln auf den Lippen der anderen sah. Und noch mehr, als deren Blick sich durch ihre Augen einen Weg direkt in ihren Unterleib bahnte.

„Gut“, hauchte Hilda sehr leise. Und sehr entschlossen.

Eine halbe Stunde später waren sie leider fertig mit dem Ausladen. Erschöpft ließ sich Claudia auf eine der Kisten sinken und bedauerte, dass dieser Nachmittag, der eigentlich schon ein früher Abend war, sich dem Ende zuneigte.

„Ich bin dir wirklich sehr dankbar“, erklärte Hilda ernsthaft. „Ohne dich hätte ich viel länger gebraucht und … es wäre sehr viel … langweiliger gewesen.“

„Es war mir ein Vergnügen dir zu … helfen“, antwortete die Blondine und benutze ihre Pause und einen langen Blick auf das nasse Shirt der anderen, um ihren Worten eine eigene Zusatzbedeutung zu geben.

Ein kurz aufblitzendes, wissendes Lächeln war ihr Lohn.

„Ich würde dich gerne auf einen Tee oder sowas einladen“, erklärte Hilda dann. „Aber leider habe ich weder Lebensmittel noch Strom oder Wasser.“

„Aber…“ Claudia stutzte. „Es ist doch Freitag. Dann können die dir das ja erst am Montag anstellen.“

„Dienstag, wurde mir gesagt.“

„Wie soll das … Also das ist doch …“, ereiferte sie sich. „Ich lasse dich keinesfalls ohne Strom und Wasser in diesem Chaos zurück. Das kommt überhaupt nicht infrage. Du kommst mit zu mir und morgen fangen wir bei Licht an, deine Sachen auszuräumen.“

Entschlossen sprang sie bei ihren Worten auf und streckte ihrer neuen Nachbarin die Hand entgegen. Die reagierte nicht sofort, sondern sah Claudia einen langen Augenblick lang durchdringend an.

„Du musst das nicht tun“, saget sie dann eindringlich.

„Aber ich will das tun“, entgegnete Claudia mit einem Mal ganz und gar nicht mehr energisch, sondern sehr leise und scheu.

Statt einer Antwort nickte Hilda nur und stand auf. Fest ergriff sie die ihr angebotene Hand.

In ihrem Haus angekommen fühlte sich Claudia ein wenig, als brächte sie ein Date mit nach Hause. Ein verschwitztes, nasses Date, das ihr den Teppich volltropfte. Und vielleicht auch ganz erbärmlich fror, denn Claudia ging das nur deswegen nicht so, weil sie mächtig aufgeregt war. Schnell stürzte sie sich in die Organisation des Abends, um sich abzulenken.

„Du gehst duschen und ich koche und einen Tee und mache etwas zu essen“, erklärte sie. „Das Bad ist da hinten.“

„Ich nehme die erste Dusche, wenn du dich auf eine Pizza einladen lässt“, widersprach Hilda entschlossen. „Und wenn du den Tee fertig hast, gehst du auch duschen.“

Die Gastgeberin in ihr wollte sich erst sträuben, aber dann dachte Claudia daran, wie wenig zu essen sie eigentlich im Haus hatte. Und der Zustand ihrer Einkäufe war noch ungeklärt. Also kapitulierte sie und nickte.

Was dann geschah, verschlug ihr die Sprache für die nächsten Minuten nachdrücklich.

Im Weggehen zog sich Hilda ihr Shirt über den Kopf und legte es sich über den Arm. Sie zeigte keine Scheu und dachte sich vielleicht nicht einmal etwas dabei, dass Claudia nun ihren nackten Rücken sehen konnte.

Oder dachte sie sich sehr wohl etwas dabei? Ihr Gang hatte jedenfalls etwas sehr Provokantes und lenkte den Blick automatisch auf ihren prachtvollen Hintern. Auch wenn der noch verhüllt war.

Claudia schluckte mehrmals hart, während Hilda im Bad verschwand und die Tür halb offen ließ. Es wirkte wie eine Einladung. Oder eben völlige Unbefangenheit. Und die Blondine brachte einfach nicht den Mut auf, es auf die Probe zu stellen.

Mit zitternden Händen setzte sie Teewasser auf und legte alles bereit, um daraus ein heißes Getränk zum Aufwärmen zuzubereiten. Dann lenkte sie sich damit ab, dass sie ein Stövchen und Tassen auf den Tisch stellte, Löffel und Zucker hinzufügte und schließlich anfing, die Sofakissen umzudekorieren.

„Bist du wegen mir nervös?“, fragte Hilda völlig unerwartet und bedrohlich dicht hinter ihr.

Claudia richtete sich kerzengerade auf und verfiel in eine Starre. Wie ein Katzenbaby, das man im Nacken packte, versteifte sich ihr gesamter Körper. Nur in ihrem Inneren bewegte sich noch etwas. Und dieses etwas raste mit mindestens 180 Schlägen in der Minute einem Infarkt entgegen.

Sie spürte die andere Frau in ihrem Rücken. Nah, – sehr nah. Alle Härchen an ihrem Körper stellten sich auf. Und Schauer liefen ihr in Wellen über die Haut.

Nur angedeutet konnte sie mit einem Nicken die Frage beantworten. Zu mehr war sie einfach nicht in der Lage.

„Und ist das … gut?“, hauchte die Frau mit der unwiderstehlichen Anziehungskraft ihr dann sachte ins Ohr.

Wieder nickte Claudia. Diesmal allerdings ohne das geringste Zögern. Es bestand kein Zweifel. Bei aller Unsicherheit. Das war auf so vielen Ebenen gut, dass man aus den einzelnen, dünnen Lagen einen Fernsehturm hätte bauen können.

„Dann kann mich einfach … wie Zuhause fühlen?“, wisperte die verführerische Stimme nur Millimeter von ihrem Ohr entfernt. „Ich muss dich nicht um etwas zum Anziehen bitten?“

Der heiße Atem ließ sie erzittern und beinahe hätte Claudia leise gestöhnt. Dann drang der erste Teil der Botschaft zu ihr durch und ihr Herz beschleunigte auf locker 280 Schläge.

‚Ja!‘, hätte sie am liebsten geschrien. ‚Sei hier zuhause!‘

Bevor ihr das allerdings entschlüpfen konnte, realisierte sie den zweiten Satz. Und diesmal stöhnte sie tatsächlich leise. Allein die Vorstellung …!

Ihr Puls sprengte nun sicherlich den messbaren Bereich.

Die Blondine konnte nicht mehr klar denken. Sie konnte sich nur noch wünschen, die Lippen, die ihr so süß ins Ohr flüsterten, endlich auf ihrem Körper zu spüren. Sie meinte fast, sich ganz genau daran zu erinnern, wie sich das anfühlte.

Kurz zuckte ihr durch den Kopf, dass bei der Hitze, die sie im Inneren spürte, ihre Kleidung eigentlich dampfen müsste. Dann war sie wieder im Hier und Jetzt und gleich im nächsten Augenblick bereit, jeden Hauch von Würde über Bord zu werfen und Hilda anzuflehen, sie endlich … zu berühren.

Doch die kam ihr unmittelbar zuvor.

„Geh duschen“, hauchte sie nicht mehr ganz so dicht am Ohr.

Dieses eher freche Kommando und der aufmunternde Klaps auf Claudia Po hatten eine gerade so ausreichend ernüchternde Wirkung. Sie holten die Blondine nicht unbedingt auf den Boden zurück, aber sie kühlten sie eben gerade so weit ab, dass sie noch haarscharf bei Verstand blieb.

„Und wehe, du lässt dich von mir stören und fühlst dich nicht auch… wie Zuhause.“

Haarscharf! Ganz, ganz knapp noch eben so bei Verstand. Um Schamhaaresbreite …

Claudia dachte nicht mehr. Sie handelte. Zunächst wie angewiesen, indem sie ein wenig steif in Richtung Bad stakste. Einen Blick zurückzuwerfen wagte sie nicht, denn der Anblick, den sich ihre Fantasie jede Sekunde neu ausmalte, hätte sie völlig die Beherrschung verlieren lassen.

Trotzdem war sie sich des Blickes bewusst, der ihr folgte. Und gerade wegen dieser Aufmerksamkeit tat sie, was sie schon lange nicht mehr getan hatte: Sie zog sich auf dem Weg im Gehen bereits aus.

Sie registrierte das leise, zischende Einatmen, als sie ihr Top über den Kopf streifte und achtlos auf den Boden warf. Und sie vernahm erfreut die etwas lautere Version davon, als sie sich geschickt die Hose über den Hintern streifte und einfach im Weitergehen aus dem Stoff hinaus schlüpfte. Nur ihren String behielt sie noch lange genug an, um erst in der Badezimmertür kurz innezuhalten und sich für die Entledigung von diesem letzten Kleidungsstück mit durchgestreckten Beinen zu bücken.

Nervosität hin oder her – dieses Spiel beherrschte sie noch. Und das leise Keuchen aus dem Wohnzimmer gab ihr Recht.

Alle Zweifel der vergangenen Monate waren wie weggewischt. Die Frage nach ihrem Geisteszustand, die Einsamkeit und sogar die schreckliche Sehnsucht nach etwas, was sie einfach vergessen zu haben schien, existierten nicht mehr. Eine völlig pubertäre Leichtigkeit hatte von ihr Besitz ergriffen.

Sie realisierte, dass sie offenbar verknallt war. Und diese Verliebtheit heilte scheinbar alle Wunden ihre Seele in Windeseile. Anders ließ es sich nicht erklären.

Aber welcher Invalide stellte jemals die Methode infrage, wenn der Schmerz endlich nachließ und die verkrüppelten Körperteile wieder funktionierten?

Richtiggehend gutgelaunt trat Claudia in ihre Dusche und stellte das Wasser an. Nicht kalt, wie sie es ganz vernünftig betrachtet vielleicht besser tun sollte, sondern schön mollig warm ließ sie sich berieseln. Und sie genoss es. In vollen Zügen.

Wann hatte sich das Leben zum letzten Mal so gut angefühlt?

Sie konnte sich nicht erinnern. Aber das lag jetzt hinter ihr. Zumindest für diesen flüchtigen Moment, der viel zu schnell vorbei sein mochte. Also stürzte sie sich kopfüber in das Wohlgefühl und dachte nicht weiter nach.

Nach einer nicht schätzbaren Weile der völligen Entspannung wusste sie dann, dass sie beobachtet wurde. Und es fühlte sich … wunderbar an.

Claudia hatte die Badezimmertür sperrangelweit offen gelassen. Ohne darüber zu grübeln, hatte sie ihre ganz eigene Einladung ausgesprochen. Und es ließ ihr Herz hüpfen, dass diese angenommen wurde.

Betont langsam drehte sie sich um. Nicht etwa, um Hilda Gelegenheit zur Flucht zu geben, sondern ganz bewusst, um ihren Körper dabei in Szene zu setzen. Sie fühlte keine Spur von Scheu.

Die brünette Fremde war ihr nicht fremd. Sie war Claudia auf einer instinktiven Ebene so vertraut, dass es einfach Schicksal sein musste. So wie es sich kleine Mädchen in Märchen vorstellten. So wie es schließlich – nach ewig scheinendem Schlaf – auch Dornröschen ergangen war. Nur war ihr Prinz eine Prinzessin. Aber das war kein Grund zur Klage. Ganz bestimmt nicht.

Durch die beschlagene Scheibe konnte sie die Frau, die ihr den Verstand raubte, schemenhaft erkennen. Sie schien im Türrahmen zu lehnen. Lässig mit leicht überkreuzten Beinen und ohne eine Spur von Scham ihre Nacktheit präsentierend. Und mit irgendetwas Buntem in der Hand.

Ohne lange Gedanken daran zu verschwenden, nahm sie die Brause und spülte die Scheibe ab. Aber dann schloss sie sofort die Augen, bevor ihr der Anblick zu Kopf steigen konnte, der sie zweifelsfrei erwartete.

Ja. Sie wollte Hilda ansehen, Sie wollte jedes Detail des Körpers der anderen Frau mit den Augen erkunden. Und mit den Händen, den Lippen und der Zunge. Aber allein der Gedanke daran machte sie so wild, dass sie Hitze aus ihrem Schoß austreten fühlte und kaum verhindern konnte, laut und hemmungslos zu stöhnen.

‚Geduld!‘, sagte ein Stimmchen in ihr, dessen Existenz sie fast schon vergessen hatte. ‚Mach sie so fuchsig, wie sie es mit dir macht. Verführe sie zum ersten Schritt. Spiel mit ihr, wie sie mit dir spielt.‘

Es war das alte Spiel von Dominanz und Unterwerfung. Der Balztanz der Menschheit. Und als Frau war sie diejenige, die erobert wurde, indem sie die Eroberung provozierte.

Lange würde sie sich vermutlich nicht beherrschen können, aber zum Glück würde es bei diesem Spiel keine Verlierer geben. Nur Gewinnerinnen. Aber sie konnte es zumindest versuchen. Weil es … Spaß machte. Weil es für sich genommen schon ein Rausch der Sinnlichkeit war.

Und deswegen schloss Claudia ihre Augen und konzentrierte sich mit aller Kraft.

Ohne zu sehen und durch das Rauschen der Dusche auch von akustischen Signalen abgeschirmt konnte sie sich ganz dem Gefühl hingeben, sehr genau beobachtet zu werden. Sie fühlte sich wie Beute. Und das ließ sie sich so fraulich fühlen wie lange nicht.

Draußen vor der Duschkabine lauerte ein Raubtier. Wie der böse Wolf aus dem Märchen.

‚Himmel!‘, schoss ihr durch den Kopf, als diese Metapher einen Blitzschlag der Lust durch ihren Körper zucken ließ. Nur mit einem festen Biss auf die Lippe konnte sie einen kleinen Schrei unterdrücken und ihr Kitzler schien von ganz allein beinahe zu zucken.

Schnell tastete sie nach dem Shampoo und fing an, sich die Haare einzuschäumen. Langsam und sorgfältig. Ohne Hast. Obwohl sie am liebsten aus der Dusche und direkt ihrer lauernden Wölfin in die Fänge gesprungen wäre.

Diesmal konnte sie das beinahe orgiastische Gefühl genießen, das ihr bei dem Gedankenspiel durch den Körper fuhr. Ihre Faszination für Wölfe schien doch tiefer zu gehen, als sie geahnt hatte …

Noch schwerer fiel Claudia die Beherrschung, als sie sich daran machte, ihren Körper langsam und sorgfältig mit Duschgel einzureiben. Jede Berührung ihrer eigenen Finger steigerte ihren Puls, und wenn sie sich auch nur in die Nähe ihrer Brüste oder ihres Schoßes wagte, war sie dem Wahnsinn nah.

Sie wusste, wie deutlich sich diese Lustgefühle auf ihrem Gesicht abzeichnen mussten. Sie tat schließlich nichts dafür, sie zu verbergen. Immerhin wollte sie zeigen, wie erregt sie war.

Als sie es schließlich geschafft hatte, sich ihre Brüste einzuseifen, war sie näher an einem Höhepunkt als jemals zuvor durch Berührungen an diesem Körperteil. Ihr war, als würde sie sich nur noch einmal fest an einem Nippel zupfen müssen, um die Schwelle zu überschreiten.

Wie sie es schaffen sollte, sich zwischen den Beinen zu reinigen, ohne laut, hart und schnell zu kommen, war ihr schleierhaft. Aber sie musste es versuchen. Sie durfte nicht kommen. Noch nicht. Nicht als Erste vor Hilda …

Sicherlich hätte Claudia mit ein wenig kaltem Wasser ihr Ziel leichter erreichen können. Aber es war ein Teil des Spiels genau das nicht zu tun. Wenn sie es nicht schaffte, hätte sie eine Schlacht in diesem kleinen, süßen Krieg verloren. Und dieses Risiko einzugehen war einfach unwiderstehlich.

Mit einer fast losgelösten Amüsiertheit betrachtete sich die Blondine ein wenig selbst, als sie sich unendlich langsam daran machte, den letzten Teil ihres Körpers zu reinigen. Ihre Finger brauchten sich ihrer Muschi nur zu nähern und schon flatterten ihre Bauchmuskeln von der Anstrengung, ihre Reaktion unter Kontrolle zu halten.

Ihr Gesicht war verzerrt und hoch konzentriert. Sie war so nah davor und sehnte sich nach der Erlösung. Aber sie gab dem Drängen nicht nach.

Stattdessen gab sie auf. Nicht die Schlacht, sondern diesen Kampf. Sie ließ es gut sein und richtete sich einfach auf, ohne sich völlig eingeseift zu haben. Wasser und Schamreste würden ausreichen. Zumal sie am Morgen bereits geduscht hatte. Und irgendwie wusste sie, dass sie Hilda damit noch weit mehr zu schaffen machen konnte.

Ein über das Rauschen hörbares, tiefes und frustriertes Stöhnen gab ihr Recht.

Gemütlich, aber nicht übertrieben langsam duschte sie sich ab. Ihre Erregungskurve viel von etwa einem Fingerbreit vor dem Gipfel auf anderthalb und wurde zwar nicht erträglicher, aber zumindest ein klein wenig ungefährlicher. Nun bräuchte sie wohl doch zwei Zupfer an einem Nippel bis zum Orgasmus.

Erst als Claudia dann die Dusche abstellte, öffnete sie die Augen. Und natürlich suchte sie sofort nach Hilda. Was sie fand, gefiel ihr ausnehmend gut …

Die Brünette lehnte nicht mehr lässig im Türrahmen, sondern presste ihren Oberkörper fest dagegen. Sie hatte sich ihr zugewandt und sie offenbar sehr genau beobachtet. Und scheinbar brauchte sie den Halt und die Kühlung, die das Holz ihr bieten konnte. Auch wenn sie sich wahrscheinlich selbst mit dem rauen Gefühl an ihrer Haut folterte.

In der Hand hielt sie eine Tasse. Die Knöchel waren weiß, so fest war der Griff. Claudia musste kurz lächeln. Aber dann traf sie der Ausdruck der Augen, die nun wirklich wirkten, wie polierte Silberscheiben.

Die Frau im Türrahmen war ganz sicher um keinen Deut weniger erregt als Claudia. Und sie rang selbst um Beherrschung. Ihr Blick war der eines ausgehungerten Wolfs im Angesicht eines saftigen, schlafenden Schafs. Anders ließ sich das nicht beschreiben.

Und dieses Schaf trat mühsam beherrscht aus der Dusche und nahm sich ein Handtuch, um sich trocken zu tupfen. Reibung stand für den Moment ganz klar nicht zur Debatte.

Vage war sich Claudia bewusst, dass die Intensität des Blicks sie eigentlich einschüchtern sollte. Hätte irgendwann früher einmal ein Mann sie so angestarrt, hätte sie Polizeischutz beantragt und eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Aber bei Hilda fühlte sie sich sicher. Die andere würde ihr kein Leid antun. Jedenfalls keines, das ihr nicht ekstatische Gefühle bescheren würde. Die Intensität der Gier war vielmehr fast wie das passende Gegenstück zu Claudias bodenloser Sehnsucht. Wie der Schlüssel zu ihrem Schloss.

Unwillkürlich leckte sie sich über die Lippen.

Hilda zuckte so sehr zusammen bei dieser beiläufigen Geste, dass Claudia beinahe gekichert hätte. Was das kleine Spiel zwischen ihnen anging, stand sie kurz vor einem endgültigen und totalen Sieg. Aber ihre Mitspielerin war kein leichter Gegner.

Hilda richtete sich ruckartig auf und blickte zur Seite. Dreimal musste sie tief durchatmen, bevor sie nur ein wenig rau herausbrachte: „Pizza?“

Nun grinste die Blondine tatsächlich. Offenbar ging das Match doch in die Verlängerung.

„Okay…“, hauchte sie.

Die Mischung in ihrem Tonfall war fast perfekt: ein wenig enttäuscht und sehr ergeben.

Als Hilda sich dem Flur zuwandte und über die Schulter nach dem Belag fragte, blickte Claudia wieder auf. Und was sie nun direkt und nicht mehr nur aus dem Augenwinkel sah, verschlug wiederum ihr die Sprache.

Die Brünette ging langsam. Ganz und gar nicht fluchtartig räumte sie das Terrain. Und entweder war sie Claudia in einigen Bereichen Millionen Jahre an Erfahrung voraus, oder sie war schlicht der von Haus aus graziöseste Mensch, den sie je gesehen hatte.

Die braunen Haare hingen ihr zwar bis hinab auf den Hintern, aber sie konnten nicht verbergen, dass die Frau sich bewegte, wie ein Raubtier. Sie schlich, hatte dabei aber gleichzeitig die Eleganz einer Tänzerin. Muskelspiel, Hüftschwung und Schrittmuster bildeten ein Gesamtbild, das zum Weinen schön war. Sie wünschte sich von ganzem Herzen eine Kamera herbei.

Und dann sah sie noch etwas und schluchzte unwillkürlich vor Überraschung, weil sie unkontrolliert einatmete.

Da war ein Rinnsal deutlich sichtbarer Nässe am Innenoberschenkel von Hilda. Er reichte schon fast bis ans Knie und schien sich langsam zu verlängern. Und seinen Ausgangspunkt hatte er in ihrem Schoß.

Sie lief aus …!

„Dich!“, keuchte sie, ohne es verhindern zu können.

Und im nächsten Moment war sie froh darüber, die Waffen gestreckt zu haben. Sie war froh, den Krieg zu verlieren, denn nun konnte die Siegerin ihren Preis einfordern. Und zwar bitte so schnell wie möglich.

Aber zu ihrem Schrecken ignorierte Hilda das Wort. Obwohl ihr leichtes Zusammenzucken bewies, dass sie es gehört hatte.

„Also Salami“, sagte sie stattdessen rau. Es klang gepresst.

Claudia antwortete nicht. Der Belag der Pizza war ihr gleichgültig. Sie wollte etwas völlig anderes. Und sie hatte nicht mehr genug Selbstbeherrschung, um auch nur noch eine Runde in diesem Spiel zu überstehen.

„Ich will dich, Hilda“, rief sie und schluckte, weil es völlig hilflos und verzweifelt klang.

„Dann komm und hol mich“, lautete die Antwort und Hilda verschwand um die Ecke.

Eine lange Minute lang war Claudia wie erstarrt. Dann ließ sie das Handtuch fallen und setzte sich in Bewegung.

Sie wäre am liebsten gerannt, aber ihre Beine fühlten sich an wie Gummi. Deswegen musste sie bei jedem Schritt Halt suchen. An der Ecke angelangt, hörte sie bereits die Wahltöne des Telefons. Fast schon ängstlich schob sie ihren Kopf um die Ecke.

Hilda stand mitten im Raum und blickte ihr entgegen. Sie hob das Telefon ans Ohr und trotzdem funkelten ihre Augen vor Erwartung und Erregung. Als sie Claudia sah, biss sie sich auf die Unterlippe. Es war offensichtlich, wie sehr Faszination und Anziehung auf Gegenseitigkeit beruhten.

Langsam wagte es die Blondine, den Raum ganz zu betreten. Bis sie fast ein wenig schüchtern im Durchgang stand und vor lauter Verlegenheit ihre Hände vor ihrem Schoß zusammenhielt.

„Gott, bist du schön“, keuchte Hilda leise. Und dann: „Oh! Ja … Hallo … Ich … ähm … wollte Pizza bestellen.“

Obwohl sie versuchte, sich auf die Stimme am anderen Ende der Leitung zu konzentrieren, verschlang sie Claudia mit ihren glänzenden Augen. Und Claudia trank ihren Anblick ebenfalls.

Hilda war ein Bild von einer Frau. Unter ihrer Haut zeichneten sich die Muskeln ab und gaben ihren Gliedern Volumen, ohne ihre Weiblichkeit einzuschränken. Sie war kleiner als Claudia. Vielleicht ganze zehn Zentimeter. Aber sie war eindeutig die körperlich Überlegene.

Sie war stark, wo Claudia ich schwach fühlte. Auch wenn die Blondine spürte, dass Hilda in ihr etwas anderes sah, als sie selbst im Spiegel. Dennoch wollte sie sich der anderen Frau in diesem Moment unterordnen. Sie wollte sich in ihre Hände begeben, gehalten, umarmt und beschützt werden. Und berührt! Ohja … Sie wolle berührt werden, wie sich nur Liebende berühren. Für den Rest ihres Lebens ohne Unterbrechung.

Den letzten, spärlichen Rest von Vernunft und Stolz am Wegesrand zurücklassend ging sie auf die Knie. Hildas Augen wurden groß und ihre Nasenflügel fingen an, leicht zu beben. Nur mühsam brachte sie Worte hervor.

„Z-zwei Pizzen, b-bitte. S-salami und Sch…“

Ihre Stimme erstarb langsam, als Claudia wie im Zeitlupentempo auf sie zu krabbelte und dabei für keine Sekunde den Blick von den Augen der anderen löste. Ein ganz klein wenig spürte die Blondine in diesem Moment doch eine gewisse Überlegenheit zurückkehren. Trotz ihrer Geste schlich sie gerade selbst wie ein Raubtier auf ihre Beute zu. Und diese Beute stand im Scheinwerferlicht und wagte nicht, auch nur einen Muskel zu rühren.

„Ja genau“, presste sie dann bemüht heraus. „Schinken. Viel Schinken. Bitte …“

Das letzte Wort war in flehendem Unterton an Claudia gerichtet, die immer näher kam. Sie wussten beide, was aus der Bestellung werden würde, wenn sie einander auch nur hauchzart berührten. Auch wenn der vermutlich männliche Gesprächspartner sicherlich keinen Grund zur Klage haben würde.

„D-das wäre die… die D-deichstrasse“, stotterte Hilda zur Antwort auf die naheliegende Frage aus dem Hörer. „Nummer siebzehn. Nein … fünfzehn.“

Claudia hatte das Bein ihrer Beute erreicht und die verstummte. Ganz deutlich konnte sie sehen, wie sich vor ihren Augen die Poren zu einer Gänsehaut formten, auch wenn keine Haare zum Aufrichten vorhanden waren. Aber noch viel wichtiger als diese unwillkürliche Reaktion war der betörende Geruch der Lust, den sie in die Nase bekam.

Mit aller Kraft hielt sich die Blondine selbst davon ab, sich auf die Quelle dieses Duftes zu stürzen. Irgendwie gelang es ihr, trotz des übermächtigen Verlangens sogar eine Berührung zu vermeiden. Nur ihr Atem streifte die Haut von Hilda.

Aber das reichte auch schon aus.

„Gott!“, stöhnte die Brünette und ein Schauer überlief sie. „Was? Der Name? Engel, vermute ich.“

~~~~

Claudia blickte an dem traumhaften Körper hinauf und musste eine Augenbraue hochziehen. Aber wo dieses Kompliment sonst aufgesetzt hätte klingen können, war es in dieser Situation und in seiner Spontanität einfach nur hinreißend.

„Römer…“, hauchte sie und sachte an dem Oberschenkel hinauf auf das Zentrum der Weiblichkeit zu.

„Rö-römer!“, echote Hilda japsend.

Während Claudia sich langsam in eine kniende Position erhob und dabei sorgsam einen Abstand von nicht mehr als einem Fingerbreit zwischen ihren Körper hielt, sah sie einige Dinge aus nächster Nähe.

Sie bemerkte zum ersten Mal, dass Hilda auch im Schambereich keine Haare hatte. Und irgendwie irritierte sie das. Sie war sich völlig sicher gewesen, dort einen dichten, kurzen und wunderbar weichen Pelz vorzufinden. Warum auch immer …

Ebenfalls interessant waren das fast sichtbare Pulsieren in diesem Bereich und die erkennbar austretende Flüssigkeit, von der dieser unglaubliche Duft ausging. Es roch … unbeschreiblich. Wild, animalisch und so vertraut, als wäre es Claudias eigener Körpergeruch.

In der Frage, ob sie die andere Frau riechen konnte, bestand jedenfalls kein Zweifel. Sie liebte deren Duft.

Weiter oben konnte sie dann erkennen, wie sich Brust und Bauch ihres Gegenübers mit den kurzen, abgehackten Atemstößen hoben und senkten. Und wie die Brustwarzen sie einladend aufzufordern schienen, in sie hineinzubeißen. Aber sie beherrschte sich.

Als sie endlich wieder nach oben zum Gesicht sah, ruhte Hildas Blick fest auf ihr. Und darin stand etwas, was Claudia die Tränen in die Augen trieb. Es war ein Gefühl, dessen Namen sie aus Angst vor dessen möglicher Zerbrechlichkeit nicht einmal zu denken wagte. Aber es war dort. Unzweifelhaft.

„Hör mal“, schnaufte Hilda energisch ins Telefon. „Nein, ich will dich nicht verarschen. Wir wollen Pizza essen. Die Nummer kannst du dir vom Display abschreiben. Und ich werde jetzt auflegen, weil meine Freundin gerade vor mir kniet und mir in die Augen sieht. Und wenn ich sie nicht sofort küsse, dann raste ich aus. Also tschüss.“

Damit ließ sie das Gerät einfach auf die Couch fallen und sank ihrerseits in die Knie. Aber Claudia konnte das Gefühl gar nicht richtig genießen, als sich unwillkürlich ihrer beider Brüste aneinander rieben. Ihr Geist kam nicht von einem Wort los, dass sie gerade gehört hatte.

„Freundin?“, schluchzte sie. „Wirklich?“

Woher kamen nur plötzlich diese Tränen und der Kloß in ihrer Kehle und … dieses schmerzhafte Gefühl der Angst? Warum zerriss es sie fast, sich vorzustellen, dieses Wort könne nur für den Pizzaboten bestimmt gewesen sein?

Hilda antwortete nicht mit Worten. Aber ihre Taten sprachen eine deutliche Sprache.

Fest nahm sie Claudias Gesicht in die Hände und sah ihr tief in die Augen, bis sich ihre Lippen trafen. Danach sah die Blondine nichts mehr, denn die Intensität der Emotionen und körperlichen Empfindungen überwältigte sie.

Der Kuss war wie ein erstes Mal. Und gleichzeitig war er auch wie etwas, was sie bereits kannte und elendig missen musste. Es war wie ein Synonym für das, was sie verloren und vergessen hatte. Und das nun wieder da war.

Tränen liefen ihr über die Wangen und zugleich griff sie immer wieder sachte mit den Lippen nach dem Mund, der ihr sehnsüchtig begegnete.

„Hildi“, schluchzte sie, „wo warst du so lange?“

Es war keine Anklage. Wie sollte es auch? Es war die Erleichterung, die ihr wie ein Haufen Steine vom Herzen fiel.

„Ich bin jetzt da, Süße“, wisperte die Frau, die sie, ohne es zu wissen, so lange vermisst hatte, ebenfalls unter Tränen. „Ich bin da…“

Es war, als wüsste Hilda genau, wovon Claudia sprach. Es war wie Schicksal. Und es war wunderbar.

Mit allem, was sie hatte, warf sich Claudia nun ihrer Freundin entgegen. Fest packte sie deren Nacken und Kopf und verschaffte sich mit der Zunge Zugang zu deren Mund. Es gab keine Gegenwehr. Nur einen herzlichen Empfang.

Nichts war unvertraut. Nichts musste sich erst einspielen. Ihre Körper schmolzen ineinander, als wären sie schon seit Jahren ein Liebespaar. Und genauso fühlte es sich auch an, wenn man davon absah, dass der euphorische Rausch der neuen Liebe nicht fehlte.

Als Hildas Oberschenkel zwischen ihre Beine glitt und sie endlich den ersehnten Druck auf ihrem Kitzler spürte, raubte die Intensität des unmittelbar über sie hereinbrechenden Orgasmus ihr den Atem. Aber sie konnte trotzdem nicht von dem wilden Kuss ablassen.

Und sie war nicht allein, denn ihr Bein zwischen Hildas Schenkeln löste offenbar wie bei einem Spiegelbild den gleichen Sturm aus. Und auch die andere ließ nicht ab, obwohl sie beide nicht mehr zu atmen imstande waren.

Es war wie ein Zwang, dem sie nicht widerstehen konnten. Sie konnten nicht loslassen und deswegen waren sie wie ein Geist, der einen unglaublich intensiven Höhepunkt erlebte. Sie waren so sehr eins, wie Claudia es noch nie erlebt hatte.

Ewigkeiten lang sah sie nur noch bunte Lichter vor den geschlossenen Augenlidern und schien nur aus einem wild küssenden Mund und einem explodierenden Zentrum ihres Seins zu bestehen.

Dann waren da nur noch die Dunkelheit und das Gefühl, endlich in Sicherheit und nicht mehr allein zu sein.

Mit dem Gefühl, aus einem dunklen Tunnel ans Licht zurückzukehren, kam Claudia wieder zu sich. Ihr Atem ging keuchend und stoßweise. Sie konnte also nur Sekunden weggetreten gewesen sein. Aber ein süßeres Erwachen hätte sie sich mit aller Fantasie nicht ausmalen können.

Fest in Hildas Umarmung geschmiegt ruhte sie mit dem Kopf auf der Schulter der anderen. Sanfte Hände streichelten ihren Rücken und jagten einen wohligen Schauer nach dem anderen darüber. Und die Stimme der anderen wisperte beruhigend in ihr Ohr: „Ist ja gut, Süße. Alles ist gut. Ich bin bei dir. Ich lasse dich nicht mehr allein. Du bist in Sicherheit. Alles ist gut..“

Noch immer liefen Tränen aus Claudias Augen. Aber sie fühlte sich dabei unendlich gelöst und frei. Es waren gute Tränen. Endlich einmal.

Entspannung und Befriedigung brachten sie zum Lächeln. Auch wenn die Tränen davon unbeeindruckt blieben. Tief in ihrem Inneren fühlte sie, dass es in Ordnung war. Hilda störte sich nicht daran. Sie störte sich auch nicht an der schmierigen Feuchtigkeit, die aus Claudias Schoß auf ihren Schenkel geflossen war. Ebenso wenig wie die sich daran störte, dass sie fast schon in einer Pfütze zu knien schien, die von ihrer Freundin stammte.

Unwillkürlich schoss ihr durch den Kopf, dass Hildi sich nicht einmal daran stören würde, wenn sie … noch andere … Flüssigkeiten produzieren würde. Im Gegenteil …

Leicht irritiert runzelte sie die Stirn und versuchte, den Gedanken zu packen zu bekommen. Aber er verschwand in dem schwarzen Loch, das in ihrem Kopf anstelle der Erinnerung an jene Nacht zu sitzen schien. Mit einem leichten Schaudern, dem wie immer jeder unangenehme Beigeschmack fehlte, schob sie die Überlegung beiseite.

Stattdessen atmete sie – nun etwas ruhiger – tief den einzigartigen Duft ihrer Partnerin ein. Schon nach so kurzer Zeit machte er sich an ihrem Hals auch durch den Hauch von Abendsonne – ihrem Duschgel – bemerkbar. Und sie konnte ganz klar sagen: „Ich liebe deinen Geruch…“

Upps, das hatte sie laut gedacht.

„Ich wüsste nicht, wo ich mit der Aufzählung anfangen sollte, was ich an dir liebe“, lautete die Antwort, die gleich wieder wie ein wärmender Sonnenstrahl direkt in Claudias Herz traf.

„Sagst du das jeder neuen Eroberung?“, fraget sie leise.

Und woher war das jetzt gekommen? Zweifel und Misstrauen, die sie gar nicht spürte, lagen in ihren eigenen Worten.

Hilda zuckte zusammen. Nicht schuldbewusst, sondern irgendwie getroffen klang ihre Stimme bei der Antwort: „Glaubst du wirklich, du wärst nur eine Eroberung für mich? Denkst du, ich würde mein Herz herumgehen lassen? Wölfe lieben ein Leben lang.“

Beinahe bekam Claudia keine Luft mehr bei diesen Worten. Liebe. Das, was sie selbst nicht einmal zu denken gewagt hatte, hörte sie nun von Hilda. Und ihr Tonfall ließ keinen Zweifel am Ernst ihrer Aussage.

„Dann bin ich auch ein Wolf“, seufzte sie glücklich. „Aber wie kannst du dir sicher sein? Nach so wenigen Stunden …“

Verdammt noch eins! Wieso kamen ihr immer wieder Worte voller Zweifel über die Lippen, die gar nicht erst den Umweg durch ihr Hirn machten?

Sanft, aber bestimmt griff Hilda ihren Nacken und zog ihren Kopf nach hinten. Ihr Gesicht war ernst und auch ein wenig traurig. Aber der Blick ihrer faszinierenden Augen war tief und hielt nichts zurück.

„Ich kann mir sicher sein, weil ich sehr lange auf dich gewartet habe“, erklärte sie mit belegter Stimme. Neue Tränen schimmerten in ihren Augen. „Ich habe so lange darauf gewartet, zu dir zu können, dass es mir wie ein ganzes Leben vorkommt.“

‚Ich auch!‘, wollte Claudia rufen, aber ihre Stimme gehorchte ihr nicht.

„Mein Herz gehört dir. Nicht einmal mein eigen Fleisch und Blut ist mir so wichtig, wie du es mir bist. Und deswegen stehe ich auch allein und nackt vor dir und habe niemanden mehr, zu dem ich zurückkehren kann. Aber wenn du mich nicht willst, dann…“

Claudia sah das Licht in Hildas Augen schwächer werden. Sie sah einem Stern beim Sterben zu und wollte so viel sagen und tun, dass sie in Panik geriet. Und dann tauchte einer dieser seltsamen Gedanken wieder aus der Schwärze auf und eröffnete ihr einen Ausweg.

Und so seltsam ihr der auch erscheinen mochte, in ihrer Angst ergriff sie ihn.

Irgendetwas in ihr sagte Claudia, dass Hilda ihr keine Fremde war. Nie war sie sich einer Sache, die eigentlich nicht sein konnte, so sicher gewesen. Und die spürte deutlich, dass es der anderen ebenso ging.

Vielleicht war es Schicksal. Oder sie kannten einander aus einem anderen Leben. Sie waren jedenfalls füreinander bestimmt und ihre Vertrautheit reichte tiefer als alles, was die Blondine jemals empfunden hatte.

Sie reichte so tief, dass sie etwas Ursprüngliches hatte. Etwas fast schon Primitives. So wie das, was sie nun tat, etwas war, was nicht weiter von irgendeiner Zivilisiertheit hätte entfernt sein können.

Hilda rang sichtlich mit sich und sehnte ganz offenbar eine Antwort herbei. Sie suchte in Claudias Gesicht. Ihr Blick irrte immer wieder von einem Auge zum anderen.

Dann spürte sie es und runzelte für einen Sekundenbruchteil die Stirn. Und im Anschluss daran erstrahlte eine neue Sonne in ihren Augen.

„Warum tust du das`“, wisperte sie tief bewegt und kaum hörbar.

„Ich… Ich weiß es nicht“, stammelte Claudia verwirrt. „Es tut mir …“

„Schhh“, machte Hilda und unterbrach sie mit einem sanften Kuss. „Du könntest mir kaum deutlicher sagen, dass wir zusammengehören.“

„Noch tun wir das nicht“, erwiderte die Blondine, ohne nachzudenken. „Du musst auch …“

Ein Teil von Claudias Bewusstsein stand völlig losgelöst in einem dunklen Raum und starrte fassungslos auf das, was gerade geschah. Es passte nicht in das Weltbild eines modernen Menschen. Oder irgendeines Menschen in der aufgezeichneten Geschichte, was das anging.

Aber es gab auch einen primitiven Teil in der jungen Frau, der die Geste sehr wohl verstand. In all ihrer Tragweite. Und dieser Teil streifte seine Furcht ab. Er kam hervor und war bereit, mit den Wölfen zu heulen, vor denen er sich seit Jahrtausenden im tiefsten Winkel des menschlichen Geistes verkroch.

Und er zerriss den Schleier, der um die Erinnerungen in Claudias Geist lag. Auch wenn die Details erst nach und nach wieder an die Oberfläche kommen würden.

~~~~

Im bewussten Denken war der Blondine zunächst nur klar, dass sie aus einem Impuls heraus ihrer Blase gestattete, sich zu entleeren. Nicht vollständig, aber auch nicht nur tröpfchenweise.

Sie wusste nicht warum, aber sie pinkelte ihrer Freundin aufs Bein. Anders ließ sich das nicht formulieren.

Und Hilda folgte ihrer seltsamen Aufforderung und tat kurz darauf das Gleiche. Was eigentlich einen Anfall von Ekel und Abscheu bei einer weitgehend normalen Frau des einundzwanzigsten Jahrhunderts hätte verursachen sollen. Jedenfalls, wenn man bedachte, dass sie nur vage und vom Hörensagen her von sexuellen Spielarten in dieser Hinsicht wusste, zu denen sie sich eigentlich keineswegs hingezogen fühlte.

Aber dem war nicht so …

Claudias Herz machte einen gewaltigen Sprung, als sie die nasse Hitze fühlte, wie sie sich auf ihrer Haut ausdehnte. Sie wusste einfach, wie gewaltig die Bedeutung dieser seltsamen Geste war. Sie wusste, dass sie und ihre wundervolle Wölfin einander markierten.

Und sie erneuerten damit einen vergessenen Bund, den sie schon einmal geschlossen hatten. Weil sie schon längst wussten, dass sie zusammengehörten.

„Verlass mich nie wieder, Hildi“, schluchzte sie haltlos.

„Erinnerst du dich?“, staunte die andere.

„Ich … Ich weiß nicht. Ja … Da ist etwas. Vor Monaten …“ Sie stockte und kämpfte mit einer Welle des Zorns, die sich gegen jemanden richtete, der noch im Nebel ihrer Erinnerungen verborgen lag. „Und seitdem habe ich jede Sekunde geschrien vor Einsamkeit, aber niemand hat mich gehört.“

„Ich habe dich gehört“, widersprach Hilda ebenfalls mit einem Unterton unbestimmter Wut. „Ich habe ebenfalls geschrien. Jede Nacht habe ich dem Mond mein Leid geklagt. Bis ich es nicht mehr aushielt. Und nun wird niemand sich mehr zwischen uns stellen. Nur der Tod kann dich von meiner Seite reißen.“

Die tödliche Kälte, die bei diesen Worten im Blick ihrer Wölfin lag, hätte Claudia vielleicht eingeschüchtert. Aber sie war nicht gegen die Blondine gerichtet. Im Gegenteil. Sie war eine Kampfansage gegen die ganze Welt.

‚Wolf verliert keinen Kampf, außer seinem Letzten‘, sagten die amerikanischen Ureinwohner über den mächtigen Tiergeist, den sie als Schutzpatron verehrten. Es war eines der Dinge, die sie im Laufe der Wochen in Erfahrung gebracht hatte, seitdem ihre plötzliche Faszination für das in Europa fast ausgerottete Tier erwacht war.

Und bis zu diesem letzten Kampf würde Hilda an ihrer Seite sein. Daran bestand kein Zweifel.

Einer neuen Eingebung folgend, brachte Claudia ihren Unterarm zwischen ihre beiden Körper. Sie wusste nun, dass es etwas mit ihrem Armband auf sich hatte. Und das sie es diesem Stück Stoff zu verdanken hatte, eine Ausgestoßene zu sein.

Hilda blickte darauf und sah ihr dann in die Augen. Sie verstand die unausgesprochene Frage.

„Nimm es ab. Es markiert dich als einer Familie zugehörig, der du nicht angehörst.“

Ohne das geringste Zögern machte sich die Blondine daran, das Tuch abzuwickeln. Der Drang daran festzuhalten, war vollkommen vergangen. Sie hatte nun ihre Gefährtin gefunden und mehr Halt brauchte sie nicht. Ihr Geist arbeitete derweil fieberhaft und folgte halb Ahnungen und vagen Erinnerungsfetzen, halb ihrem Instinkt.

„Es gibt Wesen dort draußen. Wesen wie dich“, überlegte sie leise. „Die Menschen fürchten euch und deswegen vertreibt sie euer Geruch.“

„Er treibt sie in den Wahnsinn. Wenn auch nur vorübergehend. Die Angst vor meinesgleichen ist so fest in den Menschen verankert, dass sie Beweise für unsere Existenz wegrationalisieren müssen. Sie würden sonst dem Irrsinn verfallen.“

„Warum?“

„Alles zu seiner Zeit, mein Herz“, zügelte Hilda ihre Wissbegier. „Wichtig ist für heute nur, dass du nicht mehr die Markierungen anderer tragen musst. Vor anderen von meinesgleichen schütze ich dich und um mein Geheimnis sorge ich mich nicht. Es war nicht mein Wunsch, dich den Menschen zu entfremden. Und das hat nun ein Ende.“

„Nein.“

Claudia musste nicht erst nachdenken, bevor sie diese Antwort gab. Sie wusste es sofort.

„Nein?“

„Nein. Ich will deine Markierung tragen. Und auf die Menschen scheiße ich. Sie haben mir nichts zu geben. Ich brauche nur dich.“

Ergriffen küsste Hilda sie einen Moment lang tief und innig. Ihr stolzes und glückliches Lächeln war Antwort genug.

„Aber würdest du nicht gerne die Freiheit haben, dich unter Menschen zu bewegen, ohne sie vor dir zurückweichen zu sehen?“, versuchte es das Wolfsmädchen noch einmal mit Vernunft.

„Ich will deine Markierung auf mir tragen“, erwiderte Claudia fest. „Welchen Preis auch immer ich dafür zahlen muss.“

Das Funkeln in Hildas Augen bewies, wie glücklich sie über die Worte war, auch wenn sie rein vernunftmäßig einen anderen Standpunkt vertreten wollte. Sie setzte dazu an, ein neues Argument vorzubringen, als es an der Tür klingelte.

„Wer kann das sein?“, wunderte sich die Blondine. „Bei mir klingelt nicht mal der Postbote.“

„Die Pizza! Also haben sie uns nicht vergessen.“

„Liebe Güte“, murmelte sie mehr zu sich selbst. „Wie lange haben wir uns denn geküsst?“

„Nicht ansatzweise lange genug“, meinte Hilda grinsend.

Ein wohliger Schauer lief Claudia bei diesen Worten über den Körper.

Dann stutzte sie und blickte Hilda irritiert an. Ihre Freundin stand auf und wandte sich der Tür zu. Und sie streckte die Hand nach ihr aus.

„Was …?“

„Vertraust du mir?“, wollte ihre Wölfin wissen.

„Bedingungslos“, stieß sie sofort aus.

„Dann nimm meine Hand und komm. Ich will dir etwas zeigen.“

Es war absurd. Und der mittlerweile langsam in Rente gehende Rest von Claudias Vernunft war sich dessen auch völlig bewusst. Aber der Rest von ihr war so vollkommen von Hilda und ihrer Liebe eingenommen, dass sie sich ohne weiteres Zögern auf die Beine ziehen ließ und ihr zur Haustür folgte.

Ja, sie war nackt. Ebenso wie ihre Freundin. Aber an ihrer Seite spielte das keine Rolle. Es war unwichtig.

Nun … Eigentlich war es sogar aufregend. Ganz besonders, weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, einem Mann gegenüberzustehen. Auch wenn der instinktiv vor ihnen zurückweichen würde, was ihr wiederum ein Gefühl der zusätzlichen Sicherheit vermittelte.

Als hätte sie das noch gebraucht, wenn Hilda bei ihr war …

„Pass genau auf“, flüsterte das Wolfsmädchen an der Tür.

Schwungvoll öffnete sie dann dem wartenden Pizzafahrer und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Claudia tat es ihr ganz unwillkürlich nach.

„Pizza für…“, setzte der Mann mit der Mütze des Lieferdienstes auf dem Kopf an.

Weiter kam er nicht. Im gleichen Moment, in dem ihm fast die Augen aus dem Kopf fielen, verlor er die Gabe der Sprache.

Claudia beobachtete wie angewiesen. Und sie dachte dabei gar nicht erst darüber nach, dass sie nackt in ihrer Haustür stand.

Sie erlebte, wie der junge Mann von keinesfalls mehr als zwanzig Jahren die beiden Körper musterte. Sie konnte richtiggehend sehen, wie er sich einen Reim auf das zu machen versuchte, was ihm passierte. Und wie sein Hirn anhand so viel geballter Weiblichkeit den Dienst verweigerte.

Dann sah sie, wie er leicht die Nase bewegte. Er nahm einen Geruch wahr. Und er runzelte die Stirn. Ein Ausdruck der Furcht huschte über sein jungenhaft sympathisches Gesicht. Fast hätte er einen Schritt zurückgemacht.

Und dann geschah das Erstaunliche: Noch einmal wanderte sein Blick über die nackten Körper und er … entspannte sich wieder.

„Nichts ist stärker als der Paarungstrieb.“

Hilda beugte sich leicht zur Seite und flüsterte in ihr Ohr. Und was sie sagte, ergab einen Sinn. Nicht für die menschliche Logik, nach der Claudias Gehirn primär funktionierte. Aber für ihre immer weiter erwachende, andere Seite. Für ihren Instinkt.

Ein Gefühl der Überlegenheit durchströmte sie. Auch der letzte Rest von Furcht vor der Ablehnung durch andere Menschen wurde davon einfach weggespült. Beinahe verstand sie, wie jämmerlich die Menschen in den Augen von Hilda und Ihresgleichen wirken mussten.

„Wir haben gar kein Geld zur Hand“, flötete Hilda verheißungsvoll. „Kannst du eben reinkommen?“

„Klar…“, krächzte der arme Kerl, nachdem er irgendwann kapierte, dass die Frage an ihn gerichtet war.

„Und mach doch bitte die Tür so lange zu. Sonst zieht es so“, fügte Claudia hinzu, der das Spiel gerade sehr gefiel.

Gemeinsam drehten sie sich dann um und gingen Arm in Arm voraus ins Wohnzimmer. Auf diese Weise konnten sie sich unauffällig unterhalten. Aber der Hauptgrund war das angenehme Gefühl der Nähe.

„Wie stark ist der Paarungsdrang?“, wollte die Blondine wissen.

„Das ist unterschiedlich. Aber je jünger sie sind, desto stärker. Als Faustregel.“

„Aber wenn ich ihn … sagen wir … an meinem Bein lecken lassen würde, würde er doch die geballte Ladung abkriegen“, sinnierte sie nachdenklich.

„Willst du es ausprobieren?“

Claudia stutzte und musste Hilda ansehen. Ihre Freundin lächelte ein wenig boshaft und da war ein Funkeln in ihrem Blick …

„Ich gehöre dir“, wehrte sie sofort ab. Und sie meinte es auch so. Auch wenn der Gedanke an ein wenig Unanständigkeit ihr ein flüchtiges Kribbeln verursachte, war sie vollkommen glücklich mit ihrer Wölfin. Sie brauchte sonst niemanden.

„Und ich gehöre dir“, erwiderte die. „Aber ich will den Knilch auch nicht behalten. Nur benutzen …“

Ein Dutzend kurzer Gedanken wurden von Hildas Worten ausgelöst. ‚Genüge ich ihr nicht?‘, war eine Frage, die ihr durch den Sinn ging. ‚Würde es mich stören, wenn sie …? Und würde es sie stören, wenn ich …? Wir haben noch nicht einmal miteinander richtig … Aber … niedlich ist er schon irgendwie …‘

Alle diese Impulse entstammten ihrem Sinn für Anstand. Ihrem Verständnis für die Gesellschaft, in der sie aufgewachsen war. Bis auf den Letzten. Der hatte seinen Ursprung recht eindeutig in einem eher triebgesteuerten Bereich.

Und das war es, was den Ausschlag gab. Denn Anstand und gesellschaftliche Anpassung waren ab sofort nicht mehr Teil ihres Lebens.

„Du entscheidest, wie weit das gehen wird“, wisperte sie schnell ihrer Freundin zu, um ihr zu versichern, dass sie an erster Stelle stand. Dann drehte sie sich langsam um und fasste den jungen Burschen ins Auge.

„In meinem Haus ist Kleidung verboten“, erklärte sie streng.

Er blieb abrupt stehen und brauchte eine Weile, bis er die Worte verarbeitet hatte. Dann weiteten sich seine Augen.

„Ich bin gleich wieder weg?“, krächzte er heiser.

„Das spielt keine Rolle“, bestimmte Claudia fest.

Hilda sprang ihr sofort unterstützend bei, indem sie hinter ihre Freundin trat und sprach über deren Schulter.

„Schließlich hast du auch von uns schon alles gesehen…“

Im Gegensatz zu ihrer Gefährtin legte das Wolfsmädchen lauter Verheißung und Freundlichkeit in ihre Worte. Aber den Ausschlag für die Entscheidung des Pizzaboten gab vermutlich keines der gesprochenen Worte.

Seine Augen waren fixiert auf das, was Hildas Hände taten, als sie die Arme um Claudia legte. Und die musste schwer um ihre Beherrschung kämpfen, als sie die hauchzarte Berührung der Fingerspitzen fühlte, sie sich langsam zu ihren Brüsten hochstahlen. Im Takt ihres Herzschlags reagierte ihre Haut – einschließlich ihrer Brustwarzen – auf den hochwillkommenen Besuch.

Unter diesen Umständen war es völlig unmöglich, die strenge Miene aufrechtzuerhalten.

Hilflos verdrehte sie die Augen, als Hilda recht zielstrebig anfing, ihre Nippel zu umkreisen. Ein nicht zu unterdrückendes Seufzen kam ihr über die Lippen. Und sie würde völlig überraschend zur Zuschauerin in dem Spiel.

„Sie tut nur so streng, weißt du?“, lockte das Wolfsmädchen. „Wenn man weiß, welche Knöpfe man drücken muss, ist sie völlig handzahm.“

Claudia stöhnte laut auf, als die Betonung auf den Knöpfen durch ein festes Zupfen an ihren Nippeln unterstrichen wurde. Sie konnte nicht anders. Und sie wollte auch gar nicht anders. Wenn Hilda ihre Hände an sie legte, war sie mehr als nur handzahm. Sie war geschmolzene Butter.

„Ich… ähm…“, stammelte der verunsicherte Pizzajunge.

„Du bekommst eine einmalige Chance“, reizte Hilda ihn weiter. „Du hast die Pizza. Das perfekte Alibi, um hier zu sein. Und niemand würde glauben, dass zwei erwachsene Frauen einem einzelnen Mann nicht gewachsen wären. Zwei Frauen, die Pizza bestellt haben, ohne bezahlen zu können …“

Vage nahm Claudia wahr, dass er schluckte und mit sich rang.

„Koste sie“, wisperte es verschwörerisch neben ihrem Ohr. „Sie ist besser als jede Pizza.“

„Koste mich“, wimmerte sie dann selbst.

Die geschickten Berührungen ihrer Freundin brachten sie völlig um ihren Verstand.

Mit einem dumpfen Knall traf die Warmhaltebox auf dem Boden auf. Der junge Kerl leistete nicht länger Widerstand. Direkt vor Claudia fiel er auf die Knie.

„Sie ist ganz nass überall“, begehrte sein Verstand noch ein letztes Mal zweifelnd auf.

„Schau auf ihre Muschi. Du siehst doch, wie die kleine Katze vor Geilheit ausläuft.“

Ohne einen Anflug von Scham musste Claudia einräumen, dass es die Wahrheit war. Sie fühlte es in aller Deutlichkeit. Sie war tatsächlich wie eine rollige Katze. Oder lieber wie eine läufige Hündin. Und das war ganz allein Hildas Verdienst. Der Typ hatte nichts damit zu schaffen. Aber das wusste er ja nicht …

Japsend rang sie nach Atem, als er enthusiastisch sein Gesicht in ihrem Schoß vergrub. Zugegeben. Damit hatte er etwas zu tun. Und auch damit, dass ihr die Knie weich wurden und Hilda sie stützen musste, sodass sie nicht wegknickte.

„Heilige Scheiße!“, keuchte sie erstaunt.

Entweder war der Junge ein absolutes Naturtalent beim Einsatz seiner Zunge und seiner Lippen, oder sie war schon weit jenseits des Punktes, wo das noch eine Rolle spielte. So oder so fühlte sie eine langsam wachsende Zuneigung zu ihm. Oder zumindest zu seinem Körper.

„Gut…?“, hauchte Hilda ihr ins Ohr und ließ keine Sekunde von ihren Brüsten ab.

„Uh-huh“, bestätigte sie atemlos.

„Und dir gefällt es auch, Kleiner?“, fragte sie lauter.

Claudia musste sich schwer zusammenreißen, um einen Schrei zu unterdrücken, als er seine Antwort gab, indem er anfing, an ihrer Klit zu saugen.

„Ich werte das als Ja“, entschied das Wolfsmädchen fröhlich. „Oh … liebe Güte!“

Der überraschte Ausruf von Hilda korrespondierte perfekt mit dem Gefühl an Claudias Hüfte. Der Frechdachs hatte forsch seinen Arm um ihre Hüfte geschlungene und tastete sich offenbar wie selbstverständlich gleich zum nächsten Schatzkästchen vor.

Der Blondine war es nur recht, denn abgesehen davon, dass Hilda sich nun noch fester an sie presste, wimmerte sie ihr dabei auch noch leise ins Ohr, was ihre Geilheit gleich noch ein wenig weiter steigen ließ.

„Scheiße!“, fluchte es dann vergnügt an ihrem Ohr. „Ich glaube, jetzt müssen wir beide das kleine Miststück benutzen, um uns zu amüsieren.“

Claudia erkannte erst nach einem Moment, dass diese Worte gar nicht an sie gerichtet waren. Und dann erschauerte sie gleich doppelt bei dem Gedanken an das, was kommen mochte.

„Aber erst musst du ein artiges Mädchen sein und den jungen Herrn höflich um seinen Schwanz in deiner geilen Muschi anbetteln“, fuhr sie fort.

Claudia war jenseits irgendwelcher Hemmungen und folgte aufs Wort.

„Gib mir deinen Schwanz. Bitte steck ihn mir ganz tief rein. Fick mich mit deinem dicken Riemen, bis ich um Gnade winsele“, bettelte sie wimmernd und hatte richtig Spaß daran.

„Und wenn sie dann winselt, fickst du sie weiter und spritzt sie richtig schön voll“, fügte Hilda hinzu.

„Jaaa…“, freute sie sich daraufhin. „Und dann greifst du dir meine liebste Schlampe, packst sie im Nacken und lässt sie mich auslecken.“

Der Film, den sich die beiden da ausdachten, wurde ziemlich über den Kopf des Hauptdarstellers hinweg geplant. Aber der schien keine Einwände zu haben, denn er löste sich von Claudias Spalte, was die mit einem empörten Quietschen quittierte.

Seine überraschend kräftigen Arme, die sich um ihre Hüfte legten und sie zu Boden zogen, versöhnten sie aber schnell wieder. Sie leistete keinen Widerstand und ließ sich vor ihm ausbreiten.

Als sie ihre Oberschenkel anzog und sich ihm bereitwillig öffnete, sah sie ihm zum ersten Mal so richtig bewusst ins Gesicht. Und sofort war das Gefühl der Überlegenheit wieder da. Der junge Kerl, dessen Name sie nicht die Spur interessierte, war völlig darauf fixiert, seinen Prügel in ihr zu versenken. Sie sah in seinen Augen, dass er an nichts anderes denken konnte.

Er war ein Sklave seiner Triebe. Darin glichen sie sich. Mit dem Unterschied, dass sie sich dessen bewusst war, während er glaubte, er habe sich unter Kontrolle. Ein paar lächerliche Scheinargumente, und er war auf die Knie gefallen. Und er würde keine Bezahlung für die Pizza verlangen. Auch wenn ihm das sicherlich Ärger einbrachte.

Zischend atmete Claudia ein, als sein durchaus sehenswerter Lümmel sich in ihre Pussy bohrte. Es fühlte sich toll an. Sie wollte diesen Prügel jetzt genau dort, wollte ihn so tief wie möglich spüren. Aber sie verlor dennoch nicht völlig die Kontrolle. Er hingegen war völlig gefangen in seiner kleinen Welt, die nur ihre Muschi und ihre Titten beinhaltete.

Als sie nach oben blickte, traf sie auf die Augen ihrer Geliebten und sah darin, dass die verstand, was sie gerade dachte. Sie wusste es. Und nun hatte sie Claudia diese Lektion gelehrt, die zivilisierte Menschen nur selten verstanden.

Es ging letztendlich immer nur ums Ficken …

„Und jetzt lass dich fallen“, raunte Hilda ihr zu. „Genieß es in vollen Zügen.“

Das war der Augenblick, in dem Claudia ihr bewusstes Denken abschalten konnte. Nun gab sie sich in die Hände der einzigen Person, der sie vertraute. Mehr vertraute, als sich selbst. Und sie fühlte sich absolut sicher. Nur eines blieb ihr noch zu tun, bevor sie sich vollkommen auf die harten Stöße des Schwanzes in ihrem Unterleib konzentrieren konnte.

Sie griff hinauf und Hilda verstand erneut. Langsam senkte sie sich auf die Knie und weiter hinab, bis Claudia mit ihrem Mund das Paradies zwischen ihren Schenkeln erreichen konnte.

Für die Blondine war der Himmel nun zum Greifen nah. Sie fühlte und hörte, wie der junge Kerl sich zwischen ihren Beinen austobte. Und auch wenn es ihm ein wenig an Technik mangelte, war er sehr enthusiastisch und vor allem überraschend ausdauernd.

Für Claudia war es nicht schlimm, dass er sich schwer damit tat, einen Rhythmus zu halten. Wenn sie soweit war, würde sie ihn mit den Beinen packen und die Steuerung übernehmen. Bis dahin trieb er sie ein wenig unregelmäßig, aber doch stetig aufs Ziel zu.

Viel wichtiger und letztendlich ihrer Erregung viel zuträglicher war der Schoß ihrer Geliebten über ihrem Kopf.

Der Duft aus Hildas Spalte allein machte sie fast rasend. Sie liebte dieses Aroma mit jeder Faser ihres Körpers. Davon, ihre Zunge in die Quelle zu tauchen, hätte man sie mit Gewalt nicht abhalten können. Sie fühlte, wie Hilda erzitterte, und hörte sie leise stöhnen. Und sie zögerte nicht, mit ihren Händen über den Körper der Geliebten auf Wanderschaft zu gehen.

Ihre Zunge ließ sie in langen Strichen vom Kitzler bis zum Poloch wandern, wenn sie sich nicht gerade bemühte, damit in den Körper der anderen einzudringen oder mit den Lippen ihren Saft aus ihr herauszusaugen. Ihre Hände benutzte sie, um einfach überall über die Haut zu streifen und ohne bewusstes Muster hier und da fest zuzupacken.

Das erregte Stöhnen über ihr wurde dadurch schnell lauter.

„Hör mir zu, Kleiner“, hörte sie dann überraschend Hilda den Typen ansprechen. Da er innehielt, hatte sie ihn vermutlich im Nacken gepackt oder etwas in der Art.

„Sie wird nicht aufgeben, bis ich komme. Also wirst du etwas sorgfältiger arbeiten müssen, um sie zur richtigen Zeit genau dort zu haben. Verstehst du mich?“

Beinahe hätte Claudia gegrinst, aber dazu hätte sie ihre Behandlung unterbrechen müssen. Und das hatte sie, wie Hilda richtig annahm, nicht vor.

Aber das Wolfsmädchen hatte ihrerseits ein paar Tricks auf Lager. Und dazu gehörte ihre übernatürliche Autorität, mit der sie es spielend schaffte, selbst den Nebel der Geilheit des jungen Mannes zu durchdringen. Und unter ihrer Führung …

‚Ohhh Gott!, dachte sie. Ihren Mund verließ nur ein angestrengtes Grunzen, denn sie konnte einfach nicht aufgeben.

Aber der Stoß, den ihr das Bürschlein gerade verpasst hatte, hatte es in sich gehabt. Sie spürte sofort die führende Hand. Und die sorgte dafür, dass sie es von diesem Moment an sehr schwer hatte, sich zu konzentrieren.

Mit ein wenig Anleitung verstand der Schwanz in ihrem Schatzkästchen es plötzlich perfekt, ihr Tränen der Ekstase in die Augen zu treiben. Eine kleine Veränderung im Winkel und ein durchdachter Rhythmus beim Stoßen und sie musste sofort den Rücken durchdrücken und mit aller Kraft gegen den Drang ankämpfen, sich einfach nur von ihm durch den Boden vögeln zu lassen.

An zielgerichtetes Lecken war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Also verlegte sie sich darauf, die Perle ihrer Geliebten direkt anzugreifen und zwischen ihre Lippen zu saugen, während sie mit einer Hand von hinten weit genug vordrang, um ein wenig in ihre Muschi vorzustoßen.

Es war keine technische Meisterleistung, aber Hilda war nicht weniger erregt, als sie es war.

Was dann kam, hatte sie allerdings nicht vorhersehen können und so erwischte es sie buchstäblich mit heruntergelassener Hose. Dank Hilda war nämlich gegenwärtig einfach ihr gesamter Körper eine erogene Zone. Und ihre ohnehin empfänglichen Regionen machten Überstunden.

Als Hilda also ihre Hände auf Claudias Brüste senkte und ganz gezielt anfing, ihre Nippel zu quälen und die Hügel fest zu kneten, musste sie kapitulieren.

Hilflos ließ sie von der köstlichen Quelle über ihrem Kopf ab und find damit an, ihre Lust herauszuschreien.

Für eine zeitlose und absolut unbezahlbare Weile war sie ein Opfer ihrer Ekstase. Harte Stöße in ihren Schoß und das Spiel an ihren Brüsten stießen sie über die Schwelle. Und Hildas Geschick hielt sie dort für eine Ewigkeit fest, die anhielt, bis sie den Orgasmus des Schwanzes in ihrer Muschi fühlte und noch einmal Sterne sah.

Sie schrie, bis ihr die Stimme versagte. Dann wimmerte und winselte völlig ungehemmt und genoss es, ein Spielball ihrer Lust zu sein. Es war einfach unvergleichlich, sich so völlig gehenzulassen.

Und am Ende kam sie wieder an ihre Grenzen und erlebte schon zum zweiten Mal an einem Abend das, was in einem schrecklich schnulzigen Buch einmal ‚der kleine Tod‘ genannt wurde. Ihr wurde einfach schwarz vor Augen und sie trat weg in ein traumhaftes Land völliger Sorglosigkeit und Befriedigung.

Gerne wäre Claudia für immer in diesem Lala-Land geblieben. Schwerelos dahintreibend und dennoch von liebenden Armen gehalten werdend. Und auf einem wunderbaren Kissen aus festen Muskeln und weichem Fleisch gebettet.

Aber eben der Gedanke an dieses Fleisch holte sie zurück in die Realität. Denn es gehörte zu einem Körper, der sich am Rand der Schmerzgrenze befinden musste, was die schiere Geilheit anging.

Hildas Körper, der sowas von fällig war, was einen ähnlich gigantischen Höhepunkt anging.

Kraft ihres Willens kämpfte sich Claudia zurück ins Reich der Wachen und realisierte, dass sie tatsächlich in den Armen ihrer Freundin lag. Der Pizzabote ruhte halb auf ihren Beinen und atmete schwer. Sein Sperma lief aus ihrer Muschi und kitzelte ihre Haut bis hinab zu ihrem Poloch.

Langsam richtete sie sich ein wenig auf und drehte sich dann. Ein neugieriger Blick aus wachen, silbrigen Augen erwartete sie.

Claudia machte eine schnelle Bestandsaufnahme, während sie gar nicht anders konnte, als Hilda liebevoll anzulächeln und sich in der Erwiderung zu sonnen.

Sie hatte nicht gerade wenige Ideen, wie sie ihre Freundin vielleicht Kraft ihrer eigenen Hände und Lippen an den Rand des Wahnsinns treiben konnte. Aber sie hatte gerade auch noch zusätzlich einen Schwanz zur Verfügung. Und der war zwar nicht gigantisch und gerade ziemlich ausgelaugt, aber doch sicherlich sehr hilfreich, um ihr Ziel zu erreichen.

Sofern sie ihn noch einmal wiederbelebt bekam, hieß das …

„Wie würde es dir gefallen, dabei zuzusehen, wie sie dein Sperma aus mir leckt?“, hauchte sie daher verführerisch.

Sie sagte es in Hildas Richtung und das Zucken, das durch deren Körper ging sowie der stärker werdende Glanz in ihren Augen offenbarte deutlich, wie wenig sie dagegen einzuwenden hatte. Nicht weniger wichtig war allerdings, dass der junge Bursche aufhörte, wie eine Dampflok zu schnaufen.

Da die Frage damit mehr als ausreichend beantwortet schien, richtete sie sich auf und krabbelte über Hildas Körper. Über ihrem Kopf drehte sie sich, damit der Zuschauer sie von vorne sehen konnte. Ihre Freundin blieb währenddessen vollkommen passiv.

Wenn man davon absah, dass sie immer wieder ihre Oberschenkel zusammenpresste, weil sie vermutlich das Kribbeln dazwischen sonst nicht hätte ertragen können.

Langsam und aufreizend platzierte sich Claudia mit ihrem Schoß über Hildas Gesicht. Sie fühlte, wie durch die aufgerichtete Körperhaltung die Flüssigkeiten schneller aus ihr heraus liefen. Aber dass sich bereits ein erster Tropfen löste und auf das Gesicht ihrer Freundin fiel, merkte sie nur an deren leisem Keuchen und dem Zucken im Gesicht des Pizzaboten.

Er lag zwar noch immer auf dem Bauch und atmete auch weiterhin schwer, aber seine Augen waren völlig auf den Bereich konzentriert, wo sich die beiden Lippenpaare einander annäherten. Und es funkelte bereits wieder eine Spur von Lust darin.

Jung, drahtig und sportlich sah er aus. Das bestärkte die Hoffnung, dass seine Kondition sich als ebenso jugendlich erweisen würde, wie sein Enthusiasmus.

Claudia machte eine Show daraus, sich ganz langsam weiter abzusenken und Hildas Mund zu nähern. Aber es war keine Schauspielerei, als sie sich über die Lippe leckte und die Hände von ihrem Bauch aus bis hinauf zu ihren Brüsten gleiten ließ, um sie darin zu wiegen und dann mit den Fingern die Nippel zu ergreifen und etwas in die Länge zu ziehen.

Allein der heiße Atem, der ihr gegen die Muschi schlug, war schon genug, um ihre Lust wieder erwachen zu lassen. Die Berührung der tastenden Zungenspitze brachte sie sogar schon wieder zum Stöhnen.

Und dieses Stöhnen fand sein Echo in dem Laut tiefster Begierde, der Hildas Kehle verließ, als die den Geschmack der vermischten Säfte auf ihrer Zunge offenbar ganz und gar bezaubernd fand.

„Ich glaube, sie mag deinen Saft“, wisperte Claudia in Richtung ihres Zuschauers.

Er schluckte nur hart und starrte noch aufmerksamer.

Und Hilda bestätigte die Aussage, indem sie mit den Händen hinauflangte und die Hüften der Blondine packte. Energisch zog sie sich die Quelle der Nässe entgegen und fest legten sich ihre Lippen darüber.

„Oh… Shit!“, kommentierte Claudia unwillkürlich das Gefühl, als die Zunge tiefer und agiler in ihren Schoß vordrang, als es menschenmöglich war.

Es fühlte sich an wie ein ganz besonders wendiger Finger. Wie ein … Tentakel oder etwas in der Art. Und das Organ erreichte spielend leicht jeden Winkel in ihrer Muschi.

Für eine lange Minute verdrehte sie die Augen und genoss in vollen Zügen, schon wieder die Empfängerin der Zuwendungen zu sein. Dann riss sie sich zusammen und öffnete die Augen wieder.

Der Pizzabote sah aufmerksam zu und wirkte nun nicht mehr so atemlos. Er lag zwar noch entspannt auf dem Bauch und vermutlich rührte sich noch nichts in seiner Körpermitte, aber in seinem Kopf war er schon wieder bereit für die nächste Runde.

‚Komm her‘, formte sie mit dem Mund und dem Zeigefinger.

Folgsam wie ein junges Hündchen stand er auf und trat einen Schritt näher. Sein schlaffer Schwanz machte dabei keine so schlechte Figur und glänzte noch immer vor Feuchtigkeit.

Ohne Schwierigkeiten dirigierte Claudia ihn zu sich, sodass er breitbeinig über Hilda und direkt vor ihr stand. In perfekter Höhe hatte sie seinen Schoß nun direkt vor dem Gesicht.

Nur eines fehlte noch …

Mit sanfter Gewalt entzog sie ihre Muschi dem saugenden Mund und schob ihre Hüfte ein wenig nach hinten. Hilda wollte nicht von ihr ablassen, fügte sich aber, als sie von unten erkennen konnte, was über ihr vor sich ging.

Erst dann legte Claudia ihre Hände auf die festen, kleinen Brüste ihrer Freundin und angelte mit Lippen und Zunge nach dem glitschigen Würstchen. Und im gleichen Moment, in dem dessen Besitzer ihr energisches Saugen mit einem zischenden Einatmen kommentierte, keuchte Hilda laut, weil ihre Brüste fest gepackt wurden.

Ein berauschendes Gefühl stieg der Blondine zu Kopf, als sie im Geiste ein wenig aus sich heraustrat und die gesamte Szene erfasste. Sie kniete über dem Gesicht ihrer Liebsten und knetete deren Brüste fest. Und sie saugte an einem schlaffen Penis in ihrem Mund.

Aber dabei war sie selbst nicht von Bedeutung. Alles drehte sich nur um ihre beiden Zuschauer. Sie war nur die … Leinwand für den kleinen Porno, der allein den beiden gewidmet war.

Von oben starrte der junge Bursche, dessen Name sie nicht die Spur interessierte, fasziniert in ihr Gesicht und ließ sich von ihrem ergeben flehenden Blick, ihrem saugenden Mund und ihrer agilen Zunge wiederbeleben. Und von unten starrte die wichtigste Person in ihrem Leben an ihrem Körper hinauf und konnte ohne Frage im Zwischenraum ihrer vollen Brüste sehen, was vor sich ging.

Nichts anderes zählte in diesem Moment.

Ihre Hände auf den süßen Brüsten benutzte Claudia als Medium, um ihrer Freundin zu vermitteln, wie sich langsam etwas in ihrem Mund regte. Jeden Pulsschlag, mit dem ein wenig mehr Festigkeit in das Organ zurückkehrte, gab sie über ein leichtes Zupfen an den harten Nippeln direkt weiter.

Auf diese Weise keuchten und schnauften die beiden Körper unter ihrem Kommando beinahe im Einklang. Und mehr als das wagte keiner von ihnen zu tun.

Völlig ergeben oder vielleicht auch gebannt regte sich kein weiterer Muskel. Keine Hände suchten sie zu berühren. Genauso, wie sie es in diesem Moment haben wollte.

Der Schwanz in ihrem Mund verdiente so langsam die Bezeichnung wieder und drängte sich immer weiter vor. Aber Claudia hielt mit den Lippen an seiner Basis fest und wich nicht zurück. Er war zwar durchaus erfreulich lang, aber weder zu lang, noch zu dick für das, was sie im Sinn hatte.

Dem Besitzer des Anhängsels war das allerdings offenbar neu, denn seine Augen weiteten sich ungläubig und fasziniert, als seine Eichel immer weiter in ihre Kehle hineinwuchs. Und schließlich runzelte sich sogar seine Stirn in leichter Sorge, als Claudia erst gar nicht versuchte, die leichten Würggeräusche und ihre Schwierigkeiten beim Atmen zu verbergen.

Nur der lustvolle Ausdruck ihrer Augen, in die ganz langsam erste Tränen stiegen, hielt ihn genau dort fest, wo er sich befand.

Hilda auf der anderen Seite erfuhr auf zweierlei Weise von dem kleinen, süßen Kampf, den die Blondine in ihrem Rachen austrug. Zum einen sah und hörte sie, was im Hals ihrer Freundin vor sich ging. Und zum anderen zog die mittlerweile so hart an den kleinen Nippeln, dass Hilda jedes Mal laut japsend nach Luft ringen musste

Die Show und die Behandlung zeigten mehr als nur ein wenig Wirkung bei der brünetten Schönheit. Sie konnte gar nicht mehr stillliegen. Sie musste sich einfach hin und her winden, um die stetig ansteigende Lust irgendwie zu ertragen.

Ganz genau so, wie Claudia es auch haben wollte.

Irgendwann musste sie schließlich zumindest für eine Weile dem Drang nachgeben, Luft zu holen. Und was ihren Mund verließ, war nun wieder hart und steif. Und triefte vor Nässe.

Dicke Speichelfäden verbanden den keuchenden Mund und den prallen Schwanz miteinander und bogen sich unter ihrem Gewicht nach unten. Und der Rest der reichlich produzierten Spucke floss einfach über Claudias Unterlippe, weil sie rein gar nichts dagegen unternahm.

Mit offenem Mund staunend starrte er auf das Schauspiel. Wenn er Ekel empfand, zeigte sich nichts davon auf seinem Gesicht. Da waren nur Fassungslosigkeit und pure Geilheit.

Claudia erschauerte, als ihr Speichel auf ihre Brüste floss und sich Wege darüber hinweg suchte. Und Hilda erzitterte gehörig, als die ersten Tropfen auf ihren Körper trafen. Sie stöhnte und keuchte, als die Blondine die Nässe aufgriff und auf den Brüsten ihrer Freundin verteilte, nur um dann gleich wieder fest zuzupacken und das glitschige Gefühl zu genießen.

Der Pizzajunge stöhnte laut auf, als sie ihre Lippen wieder um seinen Schwanz schloss und ihn tief in ihren Mund gleiten ließ. Ohne Unterbrechung bis weit in den Rachen und in ihre Kehle, wo sie mit ihren leichten Schluckbewegungen die Spitze massieren konnte.

Und auch Claudia selbst stöhnte röchelnd, als sie keine Luft mehr bekam und die Spucke ihr nun regelrecht übers Kinn flutete. Und als das erste Rinnsal über ihren Bauch seinen Weg bis zu ihrer glühenden Muschi fand und vor dort auf das Gesicht von Hilda tropfen musste.

Als sie das nächste Mal Luft schöpfen musste, konnte der Junge sich schließlich nicht mehr beherrschen und griff an ihre nassen Brüste. Und sie vergab ihm seine Dreistigkeit, denn das Gefühl, als er über die feuchte Haut glitt und sein Griff von ihren Brustwarzen abrutschte, war einfach göttlich.

Aber so sehr sie auch schon wieder bereit war … Hilda war diejenige, die nun an der Reihe war. Also riss sich Claudia zusammen.

„Hast du schon mal einen Arsch gefickt?“, wisperte sie mit rauer Kehle.

Sein fassungsloser Blick war Antwort genug. Sein leichtes Kopfschütteln wäre gar nicht mehr nötig gewesen. Und das wollüstige Stöhnen von unten signalisierte, dass Claudia auf dem absolut richtigen Weg war.

„Knie dich zwischen ihre Beine“, kommandierte sie. „Wir teilen sie uns.“

Allein Geschwindigkeit und Enthusiasmus seiner Reaktion waren ausreichend, um seine Begeisterung für diesen Vorschlag zum Ausdruck zu bringen. Die Gabe der Sprache schien ihn erst einmal verlassen zu haben. Aber er war ja auch nicht für eine Unterhaltung hier.

Während er in Position ging, beugte sich auch Claudia hinab und presste ihren glitschigen Oberkörper gegen die glühend heiße Haut ihrer Freundin. Brüste streifen Brüste und sie mussten beide kurz nach Luft ringen.

Aber die Blondine konzentrierte sich und legte ihre Hände unter die Oberschenkel ihrer Liebsten. Bereitwillig half die dann dabei mit, ihre Beine anzuziehen und ihren Schoß darzubieten.

Claudia legte ihre Arme über die rückwärtigen Oberschenkel von Hilda und bog deren Unterleib auf diese Weise in eine obszön präsentierte Position. Die Knie der Brünetten berührten schon beinahe den Boden, bevor sie zufrieden war.

Direkt vor ihr befanden sich die rot leuchtenden und stark geschwollenen Schamlippen, denen ein andauerndes Rinnsal entsprang. Perfektes Gleitmittel befand Claudia. Und es lief von ganz allein dorthin, wo es gebraucht wurde.

Für den Pizzaboten war die feucht glänzende Rosette nun in optimaler Position. Er musste nur seinen Schwanz noch ein klein wenig nach unten drücken und seine Eichel stand direkt am Eingang.

Mit einem Blick nach oben realisierte sie, dass er mehr als nur ein wenig aufgeregt war. Und deswegen legte sie ihre Hände an seine Beine und bedeutete ihm, dass sie ihn führen würde. Mit einer Hand zum Ausüben von Druck und mit der anderen, um ihn zu bremsen.

Die Blondine war nicht besorgt, der Junge könne ihrer Liebsten wehtun. Sie wusste, dass Hilda schon weit jenseits davon war und vermutlich lauthals gejubelt hätte, wenn er einfach mit voller Kraft zustoßen würde. Tatsächlich versuchte sie sogar ein wenig hilflos und ohne Erfolg, dem Eindringling entgegen zu rutschen. Und ihr Poloch zuckte sich immer wieder sichtbar und öffnete sich beinahe ein klein wenig.

Aber Claudia hatte eigene Pläne. Sie wollte ihre Liebste in den Wahnsinn treiben. Und der Schwanz war eines der Hilfsmittel, mit dem sie dieses Ziel erreichen würde.

Das andere, wichtige Mittel legte sie als Nächstes fest auf die Muschi, deren Geruch sie allerdings selbst fast wahnsinnig machte. Es kostete sie alle Beherrschung, nicht sofort hart daran zu saugen und ihre Zunge hinein zu tauchen. Alle ihre Geschmacksknospen schienen schon jetzt gemeinsam vor Freude aufzuschreien.

Hilda hielt währenddessen den Atem an. Sie stellte jede Bewegung schlagartig ein und wartete auf die Flut an Empfindungen, die gleich auf sie einstürzen würde. Und sie sollte nicht mehr länger leiden, befand Claudia.

Gleichzeitig ließ sie ihre Zunge vorschnellen und durch die klatschnasse Spalte gleiten, während sie stetigen Druck auf den Körper des Mannes ausübte. Ohne sichtbare Schwierigkeiten schob sich dessen Eichel in den engen Muskelring und eroberte ganz langsam Hildas Arsch.

Das arme Opfer dieser neuen Folter schluchzte schrill und spannte sich von einem Moment auf den nächsten an. Gefangen zwischen dem Boden und Claudias Körper, und mit den Knien auf Höhe ihrer Brüste und gefangen unter den Armen ihrer Freundin, konnte sie kaum etwas tun. Nur ihre Schultern hoben sich eine Winzigkeit. Und ihre Hände packten hart die Pobacken von Claudia.

Die Blondine keuchte vor Überraschung und ebenso vor Schmerz. Aber es gab ihr selbst auch einen gewaltigen Kick, dass ihre Liebste sich nicht mehr genug unter Kontrolle hatte, um ihre gewaltige Kraft zu bändigen. Die Male des stählernen Griffs und die Erinnerung an diesen Moment beim Sitzen in den nächsten Tagen würde sie voller Stolz und Freude genießen.

Mit aller eigenen Kraft verhinderte sie, dass der Bursche schneller vordrang oder innehielt. Langsam und stetig, Millimeter für Millimeter, drang sein Schwanz ein und überwand schließlich mit der Eichel den Schließmuskel. Und zugleich tauchte ihre Zunge immer wieder zwischen die Schamlippen und schob sich auch ein wenig in den vibrierenden Kanal dahinter.

Hilda schluchzte und weinte süße Tränen, weil sie nur in winzigen Schritten bekam, was sie so dringend begehrte. Zwischen japsenden Atemzügen fing sie an, zu betteln und zu flehen.

„Bitte – Mehr – Claudi-ahh! – Schneller! – Bitt-eeh!“

Es waren nur zusammenhangslose Worte, aber sie bildeten die wunderbare Hintergrundmusik und das Sahnehäubchen auf diesem Erlebnis.

Ein Blick nach oben informierte Claudia darüber, dass der Pizzajunge völlig entrückt war. Er hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sich ihrer Führung überlassen. Und er genoss sichtlich die heiße Enge um seinen Schwanz. Hilde winselte hingegen vor Verzweiflung. Und auch sie sollte nun anfangen, vor Freude zu schreien.

Kurz löste die Blondine sich von der Muschi und raunte: „Fick sie so hart, wie du kannst.“

Dann ließ sie seine Beine los und packte den Unterleib unter sich, um ihn festzuhalten. Und schließlich legte sie ihre Lippen über den weit hervorragenden Kitzler ihrer Freundin und saugte ihn zwischen ihre Lippen.

Hilda fing tatsächlich an zu schreien. Und sie legte noch an Lautstärke zu, als der Junge endlich auf die Aufforderung reagierte und seinen Schwanz bis zum Anschlag in ihren Arsch rammte. Der Tonfall der Zustimmung in den Schreien war nicht zu überhören, als er seine Anweisung umsetzte und sich schnell wieder zurückzog, um gleich wieder zuzustoßen.

Vage streifte die Blondine der Gedanke, dass es kein so gutes Ende nehmen würde, wenn der Kerl diese Erfahrung mit einer anderen Frau zu wiederholen versuchte. Aber dann wurde diese Überlegung von der Erkenntnis überholt, dass bei so einem Vorspiel wahrscheinlich viele Frauen ähnlich vor Vergnügen schreien würden. Sie selbst jedenfalls ganz bestimmt.

Dann waren alle Gedanken Vergangenheit, denn Hilda erreichte zum ersten Mal den Gipfel.

Claudia fühlte es in der Art, wie ihr Körper sich noch mehr anspannte. Sie hörte es in der veränderten Tonlage der Schreie und darin, wie diese plötzlich verstummten. Sie sah und fühlte die Muskelkontraktionen. Und sie roch und schmeckte die stärker werdende Lust ihrer Freundin.

Aber das eindeutigste Zeichen waren die spitzen Krallen, die sich tief in ihre Pobacken gruben. Schmerz flutete durch ihre Nervenbahnen und veränderte sich dank ihrer eigenen Erregung ganz plötzlich. Wurde zu etwas anderem. Und brachte sie selbst zu einem kleinen Höhepunkt, wie sie noch nie einen erlebt hatte.

Vor Überraschung verzog sie das Gesicht und biss die Zähne zusammen. Aber da war noch etwas, was sich dazwischen befand. Und als sie das realisierte, war es bereits zu spät.

Es war kein sonderlich fester Biss, aber er reichte, um Hilda völlig aus der Bahn zu werfen. Sie kam nicht mehr zur Ruhe, sondern steigerte sich geradezu in eine Art sexueller Raserei. Sie erlebte ganz offensichtlich einen Höhepunkt nach dem anderen und riss mit den Zuckungen ihrer Muskeln den armen Burschen, dessen Schwanz in ihrem Arsch steckte, einfach mit.

Sein lautes Röhren und der Anblick seines pulsierenden Schwanzes, wie er Sperma in den Hintern ihrer Liebsten pumpte, waren grandios. Auch wenn er an Lautstärke nicht ansatzweise an Hilda heranreichte.

Noch Minuten später zuckte der Körper der Brünetten unkontrolliert und sie war weiterhin gespannt wie eine Bogensehne. Der Pizzabote war fertig mit der Welt. Und auf einen Wink von Claudia hin verschwand er schnell vom Ort des Geschehens. Letztendlich war ihm wohl doch ein wenig mulmig.

Claudia blieb hingegen, wo sie war, und hielt den geliebten Körper fest. So wie sie selbst mit stählernem Griff gehalten wurde. Selbst mit aller Kraft hätte sie die Hände an ihrem Po nicht abschütteln können.

Aber das hätte sie auch gar nicht gewollt, selbst wenn es mehr als nur ein wenig schmerzhaft war.

Sanfte Liebkosungen ihrer Lippen und Finger waren ihre Antwort. Selbst wenn sie damit Hilda am Ende noch weiter triebe und von ihr zerrissen würde, wäre es ihr das wert gewesen. Denn sie war es, die ihre Freundin in diesen Zustand gebracht hatte.

Aber es waren schließlich auch genau diese Zärtlichkeiten, die Hilda zurück in die Realität holten. Die ihr erlaubten, sich langsam zu entspannen und vom Plateau ihrer Lust wieder herunter zu kommen.

Bis sie dann wieder anfing, regelmäßiger zu atmen und nicht mehr nur ein oder zweimal in der Minute nach Luft zu ringen. Und bis sie schließlich anfing, hemmungslos zu weinen.

„Nein!“, schluchzte Hilda erschüttert. „Oh nein! Oh ihr Götter …!“

„Schhhh“, machte Claudia beruhigend und half ihrer Liebsten dabei, die Beine wieder auszustrecken. „Alles ist gut.“

Allerdings musste sie erleichtert seufzen, als das Gefühl nachließ, lange Messerspitzen in ihren Pobacken stecken zu haben, die mit jeder Zuckung ihrer Freundin vibrierten.

„Oh, Claudi“, wimmerte Hilda. „Dein Po … Überall ist Blut … Ich … Es tut mir so leid!“

Es dauerte noch viele Minuten voller tröstender und besänftigender Worte, bevor sie aufhörte, sich entsetzliche Vorwürfe zu machen, weil sie so sehr die Kontrolle verloren hatte.

Noch immer lagen sie auf dem Boden. Hilda weiterhin auf dem Rücken und Claudia nun lang ausgestreckt auf ihr. Das Wolfsmädchen hatte darauf bestanden.

Sie hielten einander im Arm und genossen die Nähe. Und Claudia lächelte glücklich, weil sie die Schmerzen in ihrem Po um keinen Preis der Welt hätte eintauschen wollen.

„Ich bin sogar irgendwie gekommen, als du zum ersten Mal die Krallen ausgefahren hast“, erklärte sie.

„Nicht dein Ernst“, meinte Hilda ungläubig.

„Mein voller Ernst. Ich schwöre dir, dass ich mich noch nie so geborgen gefühlt habe, wie in deinem Griff. Und wenn ein paar Schmerzen der Preis dafür sind, dann zahle ich den gern.“

„Sag das nicht“, wimmerte Hilda unter Tränen. „Wenn meinesgleichen die Wut überkommt – die Rage – dann …“

„Aber es war keine Wut, sondern Lust.“

„Umso schlimmer! In deiner Nähe fühle ich dauernd Lust. Also bin ich auch dauernd kurz davor …“

„Kurz davor über mich herzufallen und mich flachzulegen?“, hakte Claudia ein. „Guut!“

„Das ist kein Spaß, mein Herz …“, setzte Hilda besorgt an.

Claudia küsste sie schnell und tief.

„Ich liebe es, wenn du mich so nennst“, erklärte sie hinterher. „Und wenn ich mich richtig erinnere, wurde ich auch schon gebissen. Und habe es überstanden.“

„Aber …“

„Kein ‚Aber‘, Liebste. Ich will es spüren, wenn du vor Lust den Verstand verlierst. Ich gehöre dir und ich will das fühlen.“

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit war sicherlich noch nicht gesprochen, aber Hilda verschlug es für den Moment die Sprache, wie es aussah. Statt weiterhin zu widersprechen, küsste sie ihre Freundin mit staunendem Gesicht.

Claudia hatte den starken Eindruck, dass da wieder einmal eine Eigenheit von Wölfen – oder Werwölfen? – dahinter steckte. Aber für den Augenblick war sie froh, nicht mehr gegen etwas ankämpfen zu müssen, dessen logische Konsequenz zu sein schien, voneinander abzulassen.

Das würde sie nicht überleben.

„Verlass mich nicht“, forderte sie mit plötzlich belegter Stimme. „Schwör es mir!“

„Bei meinem Leben“, antwortete Hilda sofort.

Sie lagen dann noch eine Weile zusammen und genossen schweigend die Nähe, bevor ein anderes Gefühl sich in den Vordergrund drängte. Hunger.

Gemeinsam gingen sie der Frage auf den Grund, ob auch kalte Pizza noch schmeckte. Und ob man Pizza auch im Bett essen konnte. Und natürlich der Frage, ob sie auch nur einen Millimeter Distanz zwischen einander ertragen konnten, wenn sie schliefen.

Die Antwort auf die ersten beiden Fragen war ein klares Ja. In letzterem Fall erwies sich die Antwort allerdings als noch eindeutigeres Nein.